Mama ist dann mal weg

Einmal richtig durchatmen: Jede Mutter sollte sich hin und wieder eine Auszeit gönnen. Foto: Fit Approach (Flickr)

Einmal richtig durchatmen: Jede Mutter sollte sich hin und wieder eine Auszeit gönnen. Foto: Fit Approach (Flickr)

Gibt man bei Google die Begriffe «Mutter» und «Auszeit» ein, bekommt man etliche Tipps geliefert, wie man sich im Alltag kleine Oasen der Ruhe schaffen kann: ein Schaumbad nehmen, alleine durch den Wald spazieren, sich wieder einmal einen freien Abend organisieren. «Es braucht keine Wellnessferien, um wieder die Balance zu finden», so der Tenor. Unspektakuläre Dinge, die weder Zeit noch Geld kosten, würden vollkommen reichen.

Doch manchmal tun sie das eben nicht mehr. Weil der Kopf voll, die Batterien leer sind. Dann muss richtige Erholung her. Und das heisst für Mütter: weg von der Familie, am besten auch weg von zu Hause. Denn seien wir ehrlich, wer liegt schon ganz entspannt in der Wohnung herum, wenn eigentlich so viel zu tun wäre? Ich zumindest kann das nicht.

Deshalb habe ich vor ein paar Wochen beschlossen, ohne meine Familie wegzufahren. Zwei Tage nur für mich alleine, in einen kleinen Ort im Toggenburg, in dem ich noch nie zuvor gewesen bin. Natürlich wäre die Idee verlockend gewesen, stattdessen mit einer Freundin nach London zu fliegen und dort ein lustiges Wochenende zu verbringen. Doch ich wollte Ruhe, mich für einmal nach überhaupt niemand anderem als mir selber richten und vor allem völlig planlos dorthin fahren und einfach schauen, was der Tag so bringt.

Als ich Freunden und Kollegen von meinem Vorhaben erzählte, waren viele erstaunt, dass ich freiwillig alleine irgendwohin reise. Trotz dem verbreiteten Wunsch, mehr Zeit für sich zu haben, scheint die Einsamkeit für die meisten dann doch keine Option zu sein. Dass ich mir eine Auszeit von der Familie nehme, hat hingegen niemanden überrascht – am wenigsten die Mütter. Sie reagierten zu meinem Erstaunen alle begeistert und sagten, dass sie selber auch endlich (wieder) einmal ohne Mann und Kinder wegfahren müssten und ich genau das Richtige tue. Eine Kollegin erzählte mir, sie unternehme jedes Jahr eine Reise mit einer anderen Mutter, weil eine gelegentliche Mama-Auszeit unabdingbar sei, um wieder genug Energie zu tanken für den Familienalltag.

Am Abreisetag fühlte es sich dann doch seltsam an, nach so vielen Jahren wieder einmal ganz alleine mit meinem Köfferchen loszumarschieren. Früher war ich regelmässig alleine verreist, in Städte und an Badestrände. Doch nun hatte ich plötzlich Bedenken, ob ich das Alleinsein noch ertragen würde. Am Ziel angekommen, habe ich meine Auszeit aber vom ersten Moment an richtig genossen. Ich machte es mir mit meinem Buch auf der Wiese gemütlich, spazierte durchs Dorf, lebte zwei Tage lang nach meinem eigenen Rhythmus. Und war überrascht, wie wunderbar lang diese Tage sind, wenn man überhaupt nichts tun muss, nur tun darf.

Natürlich habe ich am Abend jeweils mit meiner Familie telefoniert, um Mann und Kindern «Gute Nacht» zu sagen. Und wie jedes Mal, wenn meine zwei Kleinen am Telefon mit mir plaudern, ging mir dabei das Herz auf. Heimweh allerdings verspürte ich dabei erstaunlicherweise nicht. Weil es sich in dem Moment schlicht richtig anfühlte, für einmal von ihnen getrennt zu sein.

Nach zwei Tagen war ich zurück, zwar nicht tief entspannt, aber doch einigermassen erholt. Und mit der festen Überzeugung, dass das nicht meine letzte Mama-Auszeit gewesen sein wird. Denn meine Freundin hat recht: Jede Mutter sollte sich gelegentlich eine solche Pause gönnen. Ob in einer Grossstadt gemeinsam mit der besten Freundin oder irgendwo auf dem Land ganz alleine ist dabei völlig zweitrangig. Hauptsache, man konzentriert sich wieder einmal ganz auf die eigenen Bedürfnisse, lebt ein paar Tage lang gewissermassen nur für sich selber. Weil man genau das als Mutter sonst nie kann.

Haben Sie als Mutter oder Vater sich schon einmal eine Auszeit von der Familie gegönnt? Wie haben Sie diese erlebt? Und wie hat Ihr Partner oder Ihre Partnerin darauf reagiert, dass Sie sich für ein paar Tage aus dem Familienleben verabschiedet haben?

109 Kommentare zu «Mama ist dann mal weg»

  • Nina sagt:

    Ich habe eine Auszeit zuhause! Mein Mann und meine Tochter sind 7 Tage zu den Schwiegereltern nach England geflogen. Ich geniesse die Musse und die Ruhe zuhause. Das ist Entspannung pur. Ich freue mich sehr die beiden wiederzusehen, aber die Sehnsucht ist nicht schmerzhaft.

  • Schnee sagt:

    Wie interessant, dass sich immer bei solchen Themen hier alle in Szene setzen.
    Jede Familie, jedes Paar, jede Mutter darf doch selber entscheiden/lernen/erfahren, welche Auszeiten in welcher Form für sie am besten zur Situation oder zum Bedarf passt.
    Wichtig ist sicher nicht, wer was wie oft und wie lange macht, sondern dass eine oder eben auch keine Auszeit alleine, mit Partner oder Freundinnen sich richtig anfühlt und gut tut.

  • diva sagt:

    was würden wohl die mütter aus den kriegszeiten zu soviel egowix sagen? als die männer weg waren und die frauen und kinder, die kaputten städte wieder aufbauen mussten… oder was würden wohl flüchtlingsfrauen zu einem solchen artikel sagen, wenn sie ihn lesen könnten? warum bekommen frauen in unseren breitengraden denn überhaupt noch kinder, wenn sie sie doch als last empfinden? warum heiraten sie überhaupt, wenn nicht nur zur absicherung ihrer altersvorsorge (sofern sie mit dem betreffenden partner dieses alter je erreichen). sich bloss nicht für etwas entscheiden und dann dazu stehen…

    • Bianca sagt:

      „Egowix“… Klasse Kommentar, sehr hilfreich…

      • Marie sagt:

        na die würden sagen, „wenn wir die Wahl gehabt hätten, hätten wir auch ab und zu mal ne Auszeit genommen!“

  • Manuela sagt:

    Genau so eine Auszeit alleine habe ich mir vor wenigen Wochen auch gegönnt, resp. von der Familie meines Mannes zum Geburtstag geschenkt bekommen. Um meinen Mann und die drei Kinder (3, 7 und 9) habe ich mir keine Sorgen gemacht; das schaffen sie gut zusammen; ich war eher skeptisch, ob ich mich dann auch alleine aushalten werde.
    Sobald ich mit dem Zug und viel Lesestoff davon rauschte war die Skepsis auch schon verschwunden. Ich kann das allen Müttern und auch Vätern wärmstens empfehlen, sich zwischendurch mal wieder ganz alleine um sich zu kümmern und sich zu geniessen.

  • sonja sagt:

    ich verreise jedes Jahr ca. 1 Woche ohne meine Kinder (4 und 7) und ohne meinen Mann. Nicht unbedingt weil meine Batterien leer sind, sondern weil ich nicht nur Mutter und Berufsfrau bin, sondern auch noch mich selber! Meine Kindern können gut 1 Woche (oder mehr) ohne mich sein, weil sie einen Vater haben und andere Vertrauenspersonen. Ich Telefoniere übrigens auch nicht jeden Tag mit ihnen und ein schlechtes Gewissen habe ich auch nicht! Liebe Mütter denkt nicht, eure Kinder können nicht ohne euch! Lasst auch mal die Väter Verantwortung übernehmen! Die Können das auch!

  • Lala sagt:

    Ich und auch mein Mann geniessen solche Auszeiten. Doch noch viel wichtiger für uns sind unsere gemeinsamen Ferien ohne Kids. Einmal pro Jahr nur Liebespaar sein ohne Rücksicht auf die Kinder und ehrlich gesagt ohne viel an sie zu denken.

  • Jane Doe sagt:

    Finde ich ja speziell, dass anscheinend so viele Mamis eine Auszeit von Kinder UND Mann brauchen. Wie wenn der Mann ein weiteres Kind ist, um das sie sich normalerweise auch noch kümmern muss. Bei meinem Mann und mir ist es eher so, dass wir ab und zu gemeinsam eine Auszeit (von den Kindern) brauchen. Dann machen wir zu zweit eine kleine Reise (ok, wir haben alle Grosseltern in der Nähe), und können Zeit als Paar verbringen. Ich finde es sehr wichtig, dass innerhalb einer Familie die Paarbeziehung der Eltern nicht völlig untergeht.

    • Lala sagt:

      Sehe ich genau so. Die Kinder sind in der Regel Gäste für ca. +/- 20 Jahre. Mit meinem Mann möchte ich jedoch alt und grau werden;-)

    • Nilda sagt:

      Bis jetzt hab ich die Auszeit auch immer mit meinem Mann gemacht. Jedoch wünsch ich mir manchmal doch schon Zeit nur für mich! Auch wenns nur 1 Tag ist! Die Liebe zum Mann und Kind ist wegen dem nicht geringer!!

    • Susi sagt:

      Ich sehe es weniger als eine Auszeit von der Familie als eine Auszeit vom Alltagsleben, Zeit für mich ganz allein. Zeit als Paar ist auch wichtig, aber darum geht es hier ja gar nicht. Es geht darum, sich wieder mal als eigenständiges Individuum wahrzunehmen, nicht als mit anderen verwachsenen Menschenklumpen… Und das gilt für jede Art von Symbiose.

      • Jane Doe sagt:

        @Susi: Das war einer der Gründe, warum ich nie aufgehört habe zu arbeiten. Die Tage im Büro, in einem Umfeld das nichts mit meiner Familie zu tun hat, reichen mir, um mich als eigenständiges Individuum zu fühlen und nicht als ein mit meinen Kindern verwachsenen Menschenklumpen 🙂

      • Susi sagt:

        @Jane Doe: Ja, mir geht es genau gleich. Obwohl ich die Zeit mit meiner Tochter als extrem schön empfand, lebte ich richtig auf, als ich nach dem regulären Mutterschaftsurlaub gleich wieder zu arbeiten anfing. Das stimmt, das hat schon auch viel mit Identität und Eigenständigkeit zu tun.

      • Emx sagt:

        Der Grund, weshalb ich mich so riesig auf mein WE allein in irgendeiner Stadt freue: ich möchte einmal für zwei, drei Tage keine Kompromisse eingehen. Schlafen so lange ich will, vielleicht auch nur Kaffee trinken, vielleicht in ein Museum, alles ohne irgendwas absprechen zu müssen. Aber Sie haben Recht: Paarzeit wäre auch sehr wichtig. Vielleicht nächstes Jahr, dann sind die Kleinen auch schon wieder etwas größer. Übrigens hat sich mein Mann für ein unabhängiges WE mit seinen Kumpels entschieden. Jeder nach seiner Façon …

  • Barbara sagt:

    Hab mir erlaubt 3Wochen alleine um,die Welt zu reisen und es war genial.anschliessend hatte ich wieder Kraft für Kind,Job und Studium. Die Auszeiten tun gut und geben einem eine andere Sicht auf die Dinge.Mütter und väter müssten öfters mal den Mut dazuhaben etwas alleine zu machen.mittlerweile fragt meine Tochter schon Mami wann gehst Du das nächste mal alleine weg?ich so papi besser Geniessen und änderte Sachen machen.

  • Pascal sagt:

    Unbegreiflich wie sich so viele Menschen Gedanken darüber machen, was andere darüber denken was man tut, wenn es die anderen überhaupt nichts angeht. Innerhalb der eigenen Familie muss man es logischerweise absprechen. Aber darüber hinaus geht es doch wohl keinen etwas an, ob man mal alleine wegfährt oder nicht.

  • Mel sagt:

    Finde ich merkwürdig, die Kommentare hier. So angeben zu müssen, in dem man selbst ja „soo viel mehr als zwei Tage Auszeit“ nehmen könne, dass diese zwei Tage „nicht der Rede Wert“ seien… ich finde zwei Tage schon sehr mutig. Ich selbst könnte mir nicht vorstellen, mich von Mann und Kind trennen zu müssen, um mich allein zu erholen oder sowas. Unsere Familie gehört zusammen, und wir erholen uns auch zusammen. Gehen mal in die Badi, lesen am Abend was wenn die Kleine schläft, gehen mal ins Kino wenn die Kleine bei den Grosseltern ist. Ich würde meine Familie viel zu sehr vermissen. Unmöglich.

    • tststs sagt:

      Finde ich merkwürdig, die Kommentare hier. So angeben zu müssen, indem man betont, wie stressfrei die eigene Familie ist, dass die „Familie gehört zusammen“… „Unmöglich“!
      😉

      • Susi sagt:

        Genau, und ein paar Minuten später im Blog „Danke liebe Väter – …“ jammern, was für grauenhaft stressige Zustände bei ihr daheim herrschen.

        Mel, nehmen Sie sich auch eine Auszeit von diesen „Zuständen“, das würde Sie sicher etwas entspannen!

    • Sportpapi sagt:

      Tja. Und schon wird aus einem Kind und dem Haushalt ein kaum zu bewältigender 24-Stunden-Job! 🙂
      Ich frage mich gerade, ob Mann und Kind wohl auch so begeistert sind, wenn Sie immer unter Ihren Fittichen zu bleiben haben (und wohl ständig noch Ihr Gejammer zu hören bekommen).

  • Lia sagt:

    glücklicherweise motiviert mich mein Partner, alleine wegzufahren, bzw mit Freundinnen – er verbringt im Gegensatz zu vielen Vätern sehr gern allein Zeit mit seinen Kindern. Ein Wochenende weg heisst, bei der Rückkehr ist die Wohnung geputzt, das Essen gekocht und das Mami erholt. Ich bemitleide alle Mütter, deren Parter glauben, die Welt gehe unter, wenn die Mutter mal nicht da ist – und noch mehr die Mütter, die dasselbe glauben.

  • Bianca sagt:

    Als ich mir im Herbst vor zwei Jahren (mein Sohn war gerade 8) das erste Mal eine Auszeit von nicht nur 2, sondern gleich 5 Tagen gönnte (ich fuhr alleine zu Freunden), hatte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. Nicht mal so sehr wegen der Familie – mir war klar, dass die ohne mich zurecht kommen. Es ging vielmehr darum, dass man „sowas“ nicht tut, und wie das wohl ankommen könnte… Aber alle meine Bekannten fanden es gut! Seitdem gönne ich mir einmal pro Jahr ein paar familienfreie Tage, meistens wenn der Sohnemann ins Lager fährt. Umso mehr hat man danach wieder Freude aneinander.

    • Stefan Moser sagt:

      Das schlechte Gewissen kenne ich gut. Bei mir war’s aber vor allem das schlechte Gewissen gegenüber meinen Kindern – weniger der Partnerin gegenüber (die schafft das locker – ich übrigens im umgekehrten Fall auch). Aber gegen Ende meiner Auszeitwoche fehlen mir die Kinder enorm und ich freue mich wiederum sehr auf die Heimkehr. Übrigens: All die Gemeindepolitiker, Vereinsmeier, Kegler und Co. kommen wohl auf einiges mehr an Familienabsenz jährlich als die, die sich nur mal bewusst eine Auszeit nehmen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Es ist ja grundsätzlich gut, wenn die Bekannten das unterstützen – häufig treffen negative Reaktionen ja eh viel seltener ein als man es erwartet. Aber im Prinzip sollte das Ihnen so oder so egal sein. Das eigene Leben und die Familie sollte schliesslich nicht danach gestaltet werden, was „man“ angeblich tut oder was irgendwer darüber denkt, sondern was für alle Direktbeteiligten am besten ist..

  • Joshua Santi sagt:

    Wir arbeiten beide 100%, Hausarbeit ist ca. 60% von mir erledigt (Kochen, putzen, reparaturen, uzw). Meine Frau hat ein paar Wochenende Ausflugen gemacht, währens ich zuhause mit den Kinder ganz brav bleibe (2, 4 und 11J. Alt)… Ich meine, stress, haben wir beide, wenn ich allein mit den Kinder bin, denke ich often dass ich Sie nicht wirklich brauche…

  • dres sagt:

    Ach Du meine Güte… Wie haben Junior (5) und ich letzthin vier Tage ohne Frau bzw. Mama genossen… Über solche Auszeiten wird bei uns nicht lange diskutiert… 😉

  • tststs sagt:

    Ah übrigens lässt sich da wieder die Brücke zum Blog „Ferientypus“ schlagen:
    Wenn es drin liegt, die Kids einfach mal mit/zu den Grosseltern/Götti/Tante in die Ferien schicken…

    • Susi sagt:

      Genau, wir machen das, die Grosseltern übernehmen den Ski-Urlaub. Zum Glück, ich mag nämlich keinen Wintersport, ich gehe dann lieber in die Thermen nach Vals.

    • tina sagt:

      grosseltern tanten und göttis sind üblicherweise auch erwerbstätig

      • tststs sagt:

        1. „Wenn es drin liegt…“
        2. Ist schon klar, dass ich als Gotti dann auch Ferien haben muss…
        😉

      • tina sagt:

        finde ich super von dir! und dein gottikind hat glück 🙂

  • mirjmue sagt:

    Das find ich super! Sollte jeder mal machen! Und tut allen gut! Ich war vor 2 Jahren eine ganze Woche bzw 8. Tage mit meiner besten Freundin auf den Malediven. Es war einfach nur wunderschön und ich hab es sehr genossen. Einfach nur machen was man möchte, nach seinem eigenen Rythmus. Toll!

  • Oliver sagt:

    Meine Frau und ich machen das jedes Jahr: jeder darf 3-4 Tage weg. Kann ich nur empfehlen. Ich geniesse dann auch die Zeit mit der Tochter (und sie hoffentlich mit mir). Wirkt Wunder.

  • Heidi K. sagt:

    Verstehe diesen Artikel nicht. Wenn man Kids hat, dann ist man ein lebenlanges Comitment eingegangen. Meine Mutter ist und war stets für mich da. Sie sagte mir manchmal schon, dass sie müde ist und sich etwas erholen müsste, aber dann sagte sie auch: „Komm lass uns das zusammen machen. Auf dem Sofa liegen, TV schauen etc.“ und ich war überglücklich. Das mach ich auch heute so mit meinen Kindern. Wir erholen uns ZUSAMMMEN. Auszeit von meinen Kindern? Das wäre für mich eher eine Bestrafung und garantiert keine Erholung.

    • Valeria sagt:

      Wow. Zusammen TV schauen. Tolle Sache.

      Ehrlich, unter „etwas zusammen machen“ verstehe ich etwas anderes…

      • tststs sagt:

        Dann dürfen Sie gerne etwas anderes machen… aber gegen gemeinsames TV-Gucken ist per se nichts einzuwerfen…

      • Susi sagt:

        Ich finde gemeinsames TV-Gucken auch läss.

      • Valeria sagt:

        Nein, per se natürlich nicht. Aber in Zusammenschau mit der Aussage bzgl. „lebenslanges Commitment“, bzw. dem dabei in der Luft schwebendem Vorwurf an die Autorin, ihre Familie für zwei Tage verlassen zu haben, halt etwas merkwürdig.

        TV schauen ist eine unglaublich passive und sehr einsame Angelegenheit. Wer TV konsumiert, kann nicht gleichzeitig für seine Kinder da sein, es ist eine Tätigkeit, die man zwar gleichzeitig, aber keinesfalls „zusammen“ machen kann.

    • Christoph Bögli sagt:

      Auch in einer Familie bleibt man ein eigenständiges Wesen, kann und darf also auch mal Zeit für sich allein beanspruchen. Das gilt für die Eltern genau so wie die Kinder. Sofern das nicht explizit gewünscht ist, macht es darum keinen Sinn, jede Sekunde zusammen zu kleben. Gerade Kinder sind oft durchaus auch froh, wenn man ihnen mal einen Tag etwas Raum lässt und sie nicht ständig am Händchen herumgeführt werden. Insofern seh ich das Problem solch einer Auszeit nicht (zumal ja der Vater bei den Kindern ist), man gibt dadurch ja nicht die langfristige Verantwortung ab..

      • Christoph Bögli sagt:

        Im übrigen kann das auch für den zurückbleibenden Elternteil je nach dem eine schöne Erfahrung sein: Einmal ein ganzes Wochenende die Kinder für sich zu haben und entsprechend die Dinge etwas anders anzugehen, als man es normalerweise tut. Abwechslung von der Familienroutine ist im Normalfall für alle belebend oder zumindest eine interessante Erfahrung. Distanz kann ja auch helfen, zu erkennen, wie sehr man jemanden schätzt und wie sehr man diese Person schätzt..

    • Amélie sagt:

      Lebenslanges Commitment bedeutet aber nicht 7*24*365 um die Kinder rumwuseln. Ausserdem sprechen wir hier von EINEM Elternteil, der sich eine Pause gönnt. Also werden die Kinder immer noch bewuselt. Loslassen will auch gelernt sein und tut allen gut. Allen.

    • mila sagt:

      @Heidi: Wenn Frauen wie Sie und Ihre Mutter sich als Allzeit-Sevicestation für Kinder- und Familienbedürfnisse ohne eigenen Daseinszweck definieren wollen – bitte sehr. Gehen Sie nur nicht davon aus, dass das normal oder gesund wäre – auch in Vorbildfunktion für Ihre Kinder. Eine Frau hört in aller Regel nicht auf, als selbständiger Mensch mit eigenen Bedürfnissen zu existieren, wenn sie Kinder bekommt. Und um ehrlich zu sein, tun mir solche Superglucken leid – mehr noch aber ihre Familienangehörigen.

    • Héloise sagt:

      @Valeria: Heidi spricht von momentan dringend nötigem Ausruhen, ein Zoobesuch wäre da mit grösserem Aufwand verbunden. Zusammen TV schauen muss keineswegs eine „unglaublich passive und sehr einsame“ Sache sein – im Gegenteil. Immerhin gibt es da eine Riesenauswahl an Filmen zu sehen, die man ja nicht stumm glotzen muss. Ich wage zu behaupten, wer gemeinsam vergnügliche Zeit vor dem TV verbringen kann, hat schon mal gute Karten. Sei es mit „E.T.“, einer Serie oder einer Diskussionssendung.

  • Lena sagt:

    Ich vermute, das Problem ist häufig, dass Frauen denken es sei eben gar nicht möglich, da sie unabdingbar wären und Papa das nicht alleine schafft und sowieso sie es eigentlich auch gar nicht nötig hätten, da sie ja alles im Griff haben… Organisation sollte doch echt kein Argument sein, mal für zwei Tage zu verschwinden.

  • Cybot sagt:

    Meine Frau hat jeden Tag 8 Stunden Auszeit von der Familie – wenn sie im Büro ist.

    • tina sagt:

      also moment. wenn männer 8 stunden im büro sind, ist es eine unglaubliche finanzielle last, die sie tragen. und sie knütteln dort. lernten wir in der letzten woche hier im mamablog.
      obwohl hausfrau und mutter ja null anspruchslos sei, können sich frauen im büro erholen davon.
      !
      hauptsache alle arbeiten im büro

  • angelina sagt:

    ich gönne mir alle paar monate mal eine auszeit indem ich an einem samstag mit meiner schwester bummeln, essen oder ins kino geh. oder wie mit meinem mann dieses wochenende wo die kinder über nacht bei den grosseltern sind. ansonsten reicht mir die ruhe morgens wenn die kinder in der schule oder kindergarten sind. allerdings mache ich in dieser zeit den haushalt, was ich aber sehr gerne mache.
    nein so richtig verreisen für mich allein wäre jetzt nicht mein ding. lieber mit meiner familie zusammen was schönes erleben. aber jedem das seine.

    • angelina sagt:

      ich freu mich aber auch schon wenn in wenigen wochen (2-3) unser vierter spross endlich bei uns ist. da dann die grossen morgens in der schule und kiga sind habe ich mir schon überlegt wie wir beiden die zeit zusammen geniessen. ich werds dann geniessen mit meinem ERSTEN jungen in tragetuch, walken zu gehen und mit ihm zu schmusen oder ihn einfach nur anzusehen. da freu ich mich schon unglaublich fest drauf.

  • tststs sagt:

    Jaja Frau Kuster… Sie machen das offensichtlich gaaaaanz falsch 🙂
    Gerne würde ich lieber auf folgendes Hinweisen: egal ob 2 oder 20 Tage, egal ob im Toggenburg oder Törn auf Tahiti, loslassen können ist eine Frage der Einstellung/des Charakters.
    Es nützt nichts, sich aus dem Staub zu machen und dann im 3h-Takt nach Hause zu telefonieren!
    So hat sich z.B. meine Mutter (fast) täglich eine Auszeit gegönnt: Pünktlich nach dem Mittagessen, mussten wir Kinder für 45-60 Minuten in unsere Zimmer, uns selber beschäftigen und unsere Mama „in Ruhe“ lassen 😉

  • mamivo4 sagt:

    So eine Auszeit können wir uns auch nicht leisten. Mein Mann ist selbstständig und finanziell ginge das überhaupt nicht. Somit versuche ich, da die Jüngste jetzt auch im Kindergarten ist, die Ruhe in den wenigen Stunden zu geniessen. Mir keinen Stress mit dem Haushalt zu machen…denn, putzen und Ordnung halten kann ich immernoch, wenn die Kinder dann ausgezogen sind. Wenn man bedenkt, wie kurz die Zeit ist, in der wir unsere Kinder begleiten…

    • Christoph Bögli sagt:

      Selbstständig sein heisst also in Ihrem Fall, quasi 24/7 arbeiten zu müssen? Selbstausbeutung wäre wohl der treffendere Begriff in dem Fall – und am Horizont wartet wohl schon der Herzinfarkt..

    • angelina sagt:

      @mamivo4
      geht mir auch so wobei ich morgens schon kucke das ich alles gemacht hab da ich ordnung und sauberkeit sehr gern habe. aber heut hab ich jetzt mal frei und das geniess ich auch;-) ausserdem hab ich für unseren jüngsten schon alles vorbereitet und mir vorgenommen die letzten 2-3 wochen vor der geburt noch etwas zu chillen.

  • Amélie sagt:

    Einiges an Organisation für zwei Tage Abwesenheit? Wir haben das regelmässig gemacht, als die Kinder klein waren. 4 Tages Auszeit braucht an Organisation gerade mal, dass der Mann Donnerstag/Freitag frei nimmt und fertig. Das heisst ein Wochenende Auszeit heisst null Organisation: Frau fährt weg, Mann schaut den Kindern. Umgekehrt natürlich auch kein grosses Ding.
    Bloss würde ich nicht anrufen, sondern die Bande einfach mal in Ruhe lassen und die Auszeit geniessen.

    • Susi sagt:

      „Bloss würde ich nicht anrufen, sondern die Bande einfach mal in Ruhe lassen und die Auszeit geniessen.“
      Stimme völlig zu.

  • Martin Stürm sagt:

    In einer Woche geht meine Frau auf einen Frauen-Segeltörn. Und nächstes Jahr bin ich wieder mit einem Männer-Segeltörn dran. So eine Woche Auszeit (abwechslungsweise) ist toll, tut gut, entspannt, belebt und bereichert …. – und macht das Familienleben mit unseren drei Kindern gleich nochmals so schön wie es (meist) schon ist 😉

  • Susi sagt:

    Ich durfte mir gerade kürzlich eine Woche Auszeit gönnen, ich folgte einer unverhofften Einladung meiner Freundin für eine Woche Malediven. Die Idee schien mir zuerst verrückt, aber dann frage ich mal meinen Mann und der gönnte mir den Urlaub, ohne mit der Wimper zu zucken; schliesslich hat er jede Woche zwei ganze Tage für sich zur Verfügung (wobei einer davon für Haushalt, Wäsche, Einkaufen draufgeht). Organisatorisch war das kein Spagat, da wir sowieso Jobsharing betreiben.

    Eine Woche weg vom Alltag zu verbringen, ausser den 2-3 Stunden Schnorcheln täglich kein fixes Programm zu haben, keine Verpflichtungen, keine Termine, aufs Meer zu blicken, über mich selber nachzudenken, war genau das, was ich brauchte. Eigentlich hätte ich zwei Wochen benötigt, aber ich war auch mit einer zufrieden 🙂

    • Martin Frey sagt:

      Tönt super, Susi. 🙂 Habe auch grad Lust zu verreisen.Aber haben Sie gar kein Heimweh gehabt dabei?

      • Susi sagt:

        @Martin: Nein, kein Heimweh, aber am Anfang war ich etwas nervös, ob an den Tagen, an denen ich sonst zuständig bin, dann organisatorisch auch alles klappt. Und der Abschied fiel mir etwas schwer. Aber als ich dann dort war, wäre ich so gern noch länger geblieben…

        Als meine Tochter 18 Monate alt war, musste ich eine Woche auf Studienreise. Das fand ich extrem viel schwieriger als jetzt, wo sie älter ist.

    • maia sagt:

      @Susi:das „schliesslich hat er jede Woche zwei ganze Tage für sich zur Verfügung (wobei einer davon für Haushalt, Wäsche, Einkaufen draufgeht)“ ist doch eine interessante Bemerkung Ihres Mannes!

      • Susi sagt:

        @maia: Der Satz stammt nicht von meinem Mann, das war nur ein Gedanke von mir, den ich hatte, bevor ich ihm die Sache vorbrachte. Halt so im Stil, mein Mann hat ja selbst genug Freiheiten, da hab ich keine Hemmungen, eine Woche auf die Malediven abzuhauen. Wenn es dann zu einer Verhandlung gekommen wäre, hätte ich das als Argument vorgebracht, aber es war gar nicht nötig, mein Mann sagte einfach: „Klar, mach doch, findi super!“

      • maia sagt:

        ok – auch das ist interessant. Sie finden also, ihr Mann habe zwei Tage für sich zur Verfügung! Auch der Tag, den er mit Haushaltsarbeit verbringt ist für sie ein „Tag zur freien Verfügung“. d.h. auch bei Ihnen gilt: Wenn Sie Hausarbeit erledigen, Einkaufen, Waschen, dann ist das für Sie Zeit, die Sie für sich zur Verfügung haben? Der zweite Tag dann: Kann der da völlig frei machen, was er möchte? Ohne Rücksicht auf die Familie?

      • Susi sagt:

        @maia: Wer verbringt an einem Tag schon 8 Stunden mit Hausarbeit?? Mein Mann macht an einem seiner zwei Tage den wöchentlichen Grosseinkauf, Wäsche, wenn es nötig ist und ein wenig aufräumen.
        Ich selbst verbringe nicht sehr viel Zeit Hausarbeit, wir haben keinen Vorzeigehaushalt, finde das nicht so wichtig :-), aber ja, das tue ich in meiner „Freizeit“, also dann, wenn ich nicht erwerbstätig bin.

        Genau, mein Mann hat diese Zeit inkl. den Abend zwischen den beiden Tagen zu seiner absolut freien Verfügung und kann völlig frei machen, was er will, ohne Rücksicht auf die Familie. Nett, oder?

      • Susi sagt:

        ist das für Sie, maia, dermassen ungewöhnlich, dass jemand regelmässig Zeit zur völlig freien Verfügung hat?
        Ich selbst habe das nicht regelmässig, aber ich brauche es auch nicht so sehr wie mein Mann, für ihn ist das wichtig und für mich ist es okay, dass er sich seine Freiheiten nimmt.

      • maia sagt:

        Ja, das find ich wirklich cool! Und ich freue mich, dass es Familie gibt, wo es so unkompliziert und entspannt läuft.
        Fand einfach den zitierten Satz fast etwas ironisch. Hier fehlt im Austausch halt etwas der Ton und die Mimik 😉 . Dann wirkt vieles so ernst.

      • Susi sagt:

        @maia: Dann mache ich das nächste Mal mehr Smileys, damit es nicht so ernst tönt. 🙂 😀 😀

      • maia sagt:

        Nein, grundsätzlich finde ich das nicht so besonders. Aber in meinem Umfeld kenne ich es doch eher so, dass Mütter finden, sie hätten einen freien Tag verdient und so die Väter dann am Samstag oder Sonntag (oft auch abends nach der Arbeit) alleine für die Familie und den Haushalt zuständig sind.

      • Susi sagt:

        Was, die Väter sind dann alleine für den Haushalt zuständig, echt? Ich kenne es eher so, dass die Frauen mehr für den Haushalt zuständig sind.
        Bei uns ist es halt so, dass wir verschiedene Vorstellungen von Sauberkeit haben. Wenn ich die Küche geputzt habe, sagt mein Mann: „Ah, häsch wieder s’Fett ufem Herd ächli verschmiert mittem Lumpä?“ Und dann sieht er irgendwelche Wassertropfen neben der Armatur, die man wegputzen muss, die ich aber gar nicht wahrgenommen habe. Da macht er’s dann lieber selbst. (Ok, der Haushalt birgt bei uns ein kleines Konfliktpotential, hahaha!)

  • Schmidlin sagt:

    meine Auszeit als die Kinder noch zur Schule gingen: Mein Mann arbeitete auswärts und war die ganze Woche nicht zu Hause und die Kinder waren für 5 Tage in ihrem geliebten Musiklager.
    ich hatte somit einige Tage ganz allein zu Hause, keiner wollte was von mir, alle waren versorgt, super !!
    nein ich habe nicht geputzt, gewaschen bis zum Umfallen. ich habe gelesen, bin eine Tag Zug gefahren und hab’s mir gut gehen lassen

  • Stefan Moser sagt:

    Komme gerade von einer Woche Auszeit zurück. Meine Art zu erholen ist, den ganzen Tag in der Natur unterwegs zu sein und sich sportlich wieder einmal verausgaben zu können, nach ausgiebigen Apéros erst um 21.30 Uhr z’Nacht zu essen und nur für mich selbst zuständig zu sein (und mit Kumpels zu blödeln, bei Rot über die Strasse zu gehen, nicht immer jugendfrei zu reden etcetc.). Nach einer Woche zog es mich wieder nach Hause, die Kleinen fehlten mir enorm. Aber es ist ein wenig wie beim Sex: Gute Auszeiten machen Lust auf mehr… Die Lösung alleine kann also nicht in der Auszeit liegen.

    • Susi sagt:

      @Stefan: Die Woche tönt super, genau, auch Väter sollten sich das unbedingt gönnen, nicht nur die Mütter, wie im Titel propagiert.

      Zum letzten Satz: Die Auszeit muss ja auch keine „Lösung“ für etwas sein.

      • Sportpapi sagt:

        Naja, eine Woche scheint mir dann doch etwas viel – ausser man ist Lehrer/in und hat mehr als 4-5 Wochen „Ferien“ zur Verfügung.

      • Susi sagt:

        @SP: Eine Woche Urlaub allein von 4-6 Wochen jährlich ist viel?

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Von 4? Ja, finde ich. Schliesslich haben die Kinder 13. Und da versuchen wir schon, möglichst viele Ferienwochen als Familie zu verbringen.

      • Susi sagt:

        Die Woche jährlich ist ja aber vielleicht eine gute Investition, sozusagen als Ausgleich.
        Mein Mann hat auch nur seine 5 Wochen und kein Bedürfnis, allein wegzufahren. Wenn er es wollte, wäre es für mich kein Problem, im Gegenteil, ich begrüsse solche Aktionen. Stefan Mosers Beitrag tönt für mich super. Leute, die sich Auszeit für die eigenen Interessen und Hobbys nehmen, wirken auf mich halt interessanter.

    • Stefan Moser sagt:

      Wenn man Überzeit hat, einen Feiertag in der Woche hat (Fronleichnam – gelobt seien die katholischen Kantone) und 80% arbeitet, liegt so was locker mal drin. Diese wöchentliche Auszeit gönnen wir uns übrigens gegenseitig. Mit der „Lösung“ meinte ich mehr – diese Auszeit sollte nicht den Zweck der alleinigen Erholung haben, ansonsten die 357 Tage wohl unerträglich wären. Sie sind eine Ergänzung.

      • Simone sagt:

        ich finde das sehr toll.
        Männer, die das tun, gefallen mir. ich habe einige Familienväter im Umfeld, die das tun und wenn ich es mir überlege, wirken diese sehr gesund und lebendig- was ich von anderen Vätern nicht unbedingt behaupten kann.
        ich bin überzeugt, dass zeit ohne Familie zum Wohlbefinden beiträgt- bei Frauen und Männern.

  • Lea sagt:

    Eigentlich ist es wie bei den Ferien: Sucht man sich Erholung ausschließlich in dieser Zeit, so sind die Batterien spätestens 3 Wochen nach dem Urlaub wieder leer. Deshalb: Sich immer wieder und ganz regelmäßig kleine Auszeiten im Alltag nehmen (gilt auch für Kinderlose!). Organisatorisch sollte das in den meisten Fällen möglich sein. Beispiele: Kafi trinken /Zeitung lesen in der Stadt, Saunabesuch, Abendspaziergang, allein oder mit Freundin ins Kino, Halbe Stunde früher von der Arbeit nach Hause und aufs Sofa liegen etc- einfach sich selbst Sorge tragen.

  • Christine sagt:

    Die mutter steht ja nicht vor einem burn-out…. Bekomme leicht das gefühl das sportpapi und mila nicht recht wissen welchen unterschied das macht. Ich konnte mir 2 tage auszeit nie nehmen, aus finanziellen und organisatorischen. Wenn ich auszeit nahm, dann mit meinem mann, weil das für mich priorität hatte. Aber etwa alle zwei jahre gabs eine familiensitzung, weil ich ausziehen wollte 🙂 jetzt geniesse ich meine fast erwachsenen kinder und bin froh, dass wenigstens 2 schon ausgezogen sind und die anderen 2 wenigstens am tag weg sind. Auszeit genug:-)

    • Sportpapi sagt:

      @Christine: Wir sind so privilegiert, dass wir tatsächlich häufig auch mal etwas zu zweit machen können, weil wir ein tolles Umfeld haben. Aber darum geht es ja nicht. Wenn meine Frau am Wochenende weg ist, teilt sie mir das mit, und fertig. Selbstverständlich bin ich dann in der Lage, mit den drei Kindern selber die Tage zu verbringen. Sofern ich nicht gerade selber unterwegs bin… 🙂
      Oder, wie Simone oben schreibt: Die Mutter ist mit den Kindern ein paar Tage weg, bei den Grosseltern, bei Freunden und Bekannten. Und die Wohnung ist zu Hause mal leer. Oder der Vater, wenn er frei hat.

      • Maria sagt:

        Ich würde mir wünschen, dass ich alleine weg könnte. Aber mein Teilzeit arbeitender Manager-Mann macht dann gleich ein Riesendrama, ich sei eine asoziale Rabenmutter, dass ich die Familie im Stich lasse. Ich habe zweimal versucht das Thema auch nur anzusprechen. Er hat einen Kaderjob in einer anderen Stadt und flüchtet frühmorgens und kommt spätabends zurück. Ich jedoch muss Haushalt, Job und Kinder alleine bewältigen. Ich hatte jetzt seit drei Jahren keine Ferien mehr, weil ich auch in den Ferien das Ferienhaus manage und dort unter erschwerten Bedingungen den Haushalt schmeisse.

      • Malena sagt:

        @Maria: Ihr Mann arbeitet Teilzeit? Dann kann er doch an ’seinen‘ Tagen zum Haushalt schauen und Ihnen mal Pause gönnen, oder? Vielleicht könnte er selbst auch profitieren von einer Auszeit und der Erfahrung, dass es nicht immer 24h doppelten Einsatz für die Familie braucht…

      • tststs sagt:

        Läck…ernsthaft jetzt?
        Akutmassnahmen: Am Freitagabend mit gepacktem Köfferli dem Mann einen Abschiedskuss aufdrücken und ohne weitere Diskussionen das Wochenende auswärts geniessen.
        Längerfristige Therapie: Trennung?

      • Simone sagt:

        @maria: wollen sie so eine Situation wirklich noch aushalten? sie lassen sich viel
        gefallen, finde ich. ich in ihrem
        fall würde hoffentlich handeln können….
        Leben oder überleben? ich entscheide mich für leben.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Maria

        So etwas würde ich mir nicht mehr gefallen lassen. Einfach mal Ferien im Hotel buchen und fertig. Und was den Haushalt angeht muss der Mann einfach mit anpacken und Punkt. Lassen Sie sich doch nicht mehr so ausnutzen. Viel Kraft

  • Marcel Zuferey sagt:

    Also meine Frau fuhr neulich drei Wochen alleine in die Ferien. Wo soll hier das Problem liegen? Muss man als Familie immer alles zusammen machen?

    • Brunhild Steiner sagt:

      … das „Problem“ liegt nicht beim Wort „alleine“, sondern in der Zusammensetzung der „allein zurückbleibenden“, also wieviele Personen in welchen Altersklassen und dementsprechenden Betreuungsaufwand, nicht in allen Konstellationen kann man sich ohne Aufwand für drei Wochen verabschieden… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Re daktion

        die gute s a u-Buchstabenabfolge könnnte man wirklich mal von der Filterliste nehmen….

    • Brunhild Steiner sagt:

      … das “Problem” liegt nicht beim Wort “alleine”, sondern in der Zusammensetzung der “allein zurückbleibenden”, also wieviele Personen in welchen Altersklassen und dementsprechenden Betreuungs aufwand, nicht in allen Konstellationen kann man sich ohne Aufwand für drei Wochen verabschieden… .

    • Marcel Zufferey sagt:

      Stimmt, nicht alle Konstellationen ermöglichen eine dreiwöchige Absenz. Das Alter der Kinder spielt ja auch noch eine Rolle. Doch ich halte es für unabdingbar, sich speziell in einer Familie gegenseitig Freiräume einzuräumen.

  • Sportpapi sagt:

    Zwei Tag. Das würde ich sagen: nicht einmal der Rede wert. Das sollte bei Bedarf doch jederzeit Platz haben. Und ob allein oder mit Freunden/Freundinnen, ist ja eher eine Frage von Typ und Lust. Verstehe nur nicht, was „jeweils am Abend“ heisst, wenn man doch nur zwei Tage weg ist…

    • mila sagt:

      Dasselbe dachte ich mir auch. Wenn der Kopf – tatsächlich – voll ist, und die Batterien leer, sind zwei Tage bestenfalls ein Tropfen auf dem heissen Stein. Und nichts, was man als grosse Errungenschaft in die Welt hinausposaunen müsste. Eine Selbstverständlichkeit – Zeit für sich, auch als Mutter – als mutig zu feiern, mutet irgendwie mutlos an. Bei zwei mickrigen Auszeit-Tagen kann ja auch niemand etwas kritisieren.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Zur Klärung: Es waren zwei Nächte, also mit Reise etwas mehr als zwei Tage. Schön, wenn sowas in Ihrer Welt «bei Bedarf jederzeit Platz hat», bei uns bedingt das gleich einiges an Organisation.
      @mila, ich feiere das nicht als mutig, das war zumindest nie die Idee, sondern schreibe bloss, wie es sich angefühlt hat und dass ich es jeder empfehle.

      • Simone sagt:

        als ich das das erste mal machte, zuerst musste ich überhaupt auf die Idee kommen, das zu tun, wusste ich nicht, wie es sich anfühlen würde, ich mit mir. für mich war es eine sehr schöne Erfahrung und tat mir gut.
        was ich auch empfehle: alleine zu Hause zu sein, Mann und Kinder in die Kurz- oder Längerferien schicken. die Wohnung für mich alleine- traumhaft!

      • Sportpapi sagt:

        @Jeanette Kuster: Ich bin gerade etwas schwer von Begriff. Ich nehme an, ihr Mann/Partner, der Vater der Kinder arbeitet auch nicht sieben Tag die Woche? Weshalb ist es schwer, wenn Sie mal weg sind, wenn er frei hat?

      • baur sagt:

        ich glaube, am schwierigsten ist nur das erste mal. Sowas sollte doch regelmässig zu organisieren sein. Ist es bei uns und war’s schon immer. Keiner von uns beiden ist unersetzbar. Und im Notfall müssen halt Babysitter auch helfen (wenn’s um längere Zeiten geht).

    • mila sagt:

      Ich kann mir nach wie vor nicht helfen: irgendwie lese (höre) ich nie solche ‚Erfahrungsberichte‘ von Vätern. Wenn diese übers verlängerte Wochenende verreisen, ist das nie der grossen Rede wert: man(n) macht es einfach. Aber einer Mutter muss man es empfehlen? Das nenne ich eine zementierte Rollenvorstellung.

      • Susi sagt:

        @mila: Das hab ich mir auch gedacht, dass der Text wieder mal etwas stereotyp daherkommt.

        Tatsache ist aber, dass die Rollenverteilung nach wie vor mehrheitlich so gelagert ist, dass die Mutter entweder Vollzeithausfrau ist oder eben nur ein kleines Pensum arbeitet. Und dadurch wird es für die Frau organisatorisch wohl schwieriger, sich eine Auszeit zu gönnen. Aber eine solche Rollenverteilung ist ja in aller Regel selbst gewählt.

      • Christoph Bögli sagt:

        @mila: Im Prinzip haben Sie recht. Man darf sich aber auch fragen, wie die öffentliche Reaktion im anderen Fall sein würde. Wenn die Mutter eine Auszeit nimmt, geht ja offenbar das grosse Schulterklopfen los ab der ach so tollen Idee zur verdienten Zeit für sich selbst. Würde der Vater hier gross über seine Auszeit schwärmen, wären die Reaktionen wohl kritischer angesichts eines Mannes, der sich – wie typisch! – einfach so kaltschnäuzig in seine Ego-Zeit absetzt. Insofern sind ewiggestrige Rollenvorstellungen in solchen Fragen leider effektiv noch viel zu verbreitet.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Freitagabend bis Sonntag sollte aber doch auch dann drin liegen. Oder halt an anderen Tagen, wenn der Mann frei hat.

      • Susi sagt:

        @Christoph: „Wenn die Mutter eine Auszeit nimmt, geht ja offenbar das grosse Schulterklopfen los“ Stimmt nicht unbedingt, manche bezeichnen einen auch als Rabenmutter, welche Mann/Familie einfach im Stich lässt…

      • Sportpapi sagt:

        Och, wenn das Essen vorgekocht ist, die Kleider bereitgelegt, die Notfallnummer notiert, dann kann die Mutter sicherlich auch mal einen Tag weg, ohne ein allzu schlechtes Gewissen zu haben… 🙂

      • Malena sagt:

        @Susi, Christoph: Es gibt beides, Kritik an Müttern und Vätern welche sich eine Auszeit von der Familie nehmen. Artikel mit Titel „Papa ist dann mal weg“ haben wir tatsächlich noch nicht so viele gelesen – liegt sicher auch daran dass Väter ihren Ausgleich selbstverständlicher bekommen (auch weil mehr erwerbstätig). Die gesellschaftlichen Ansichten darüber, wieviel Loyalität und Aufopferung Eltern der Familie schulden und wo ungebührlicher Egoismus beginnt, sind unterschiedlich und ändern sich. Entscheidend ist aber nicht dass es einen Standard gibt, sondern was für eine Familie funktionniert.

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