Von wegen familienfreundlich!

A nurse holds her son as she takes part in strike action in Frankfurt

Plötzlich geht was: Der Kita-Streik lässt deutsche Arbeitgeber handeln – zumindest vorübergehend. Foto: Kai Pfaffenbach (Reuters)

Vereinbarkeit ist das Schlagwort der Stunde, und der Begriff «familienfreundliche Strukturen» fällt auch in den Teppichetagen vieler Unternehmen. Das sollte uns Mütter und Väter freuen, denn es bedeutet, dass sich was tut. Kinder und Berufstätigkeit sollen sich nicht mehr ausschliessen, weil Firmen ihren Angestellten flexible Arbeitszeiten ermöglichen, gegenüber Jobsharing und Teilzeitarbeit offen sind, Homeoffice erlauben, Krippenplätze stellen – oder sich an der Kinderbetreuung finanziell beteiligen. So weit die Theorie.

Die Praxis ist allerdings oft eine andere: Viele Firmen versprechen mehr, als sie tun. Immer wieder höre ich von arbeitstätigen Müttern, wie sich ihre Arbeitgeber in Hochglanzbroschüren und im Netz als modern positionieren und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ins Zentrum stellen. «An Sitzungen mit wichtigen Kunden brüstet sich der Chef, wie familienfreundlich unser Unternehmen gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist», sagt eine Bekannte. Doch das stimme gar nicht. Die Strukturen sind starr, die Vorgesetzten stur. Die Mutter von zwei kleinen Kindern arbeitet im mittleren Kader zu einem Pensum von 80 Prozent. Flexible Strukturen wären für sie enorm hilfreich. Doch die Vorgesetzten haben kein offenes Ohr für gleitende Arbeitszeiten, einen Tag Homeoffice pro Woche oder eine Reduktion des Arbeitspensums, obwohl es in ihrer Abteilung gleichqualifizierte Mitarbeiter gäbe, die gerne mehr arbeiten würden.

Ist das Kind krank, muss sich die Mutter danach vor ihrem Chef und den Kollegen rechtfertigen, weil sie deswegen zu Hause blieb. Arbeit, die sie nicht erledigen konnte, holt sie am Wochenende nach. Ihr Mann, der in einer Bank arbeitet, befindet sich in einer ähnlichen Situation.

Eine andere Bekannte arbeitet in einer renommierten Werbeagentur. Auch dort gibt sich das Kader gegenüber Kunden und nach aussen hin flexibel und familienfreundlich. Doch Sitzungen um 18 Uhr sind die Regel, Abend- und Wochenendeinsätze auch. Wie soll so für Mütter und Väter der Beruf und eine Familie vereinbar sein?

Gemäss Natalie Imboden von der Gewerkschaft Unia ist die Familienfreundlichkeit im betrieblichen Alltag in der Tat häufig ein Lippenbekenntnis. Wie sehr sich ein Betrieb um die Vereinbarkeit von Job und Familie kümmere, hänge sowohl von der Branche wie auch von den Hierarchiestufen ab (geht es um die Familienfreundlichkeit für das Reinigungspersonal oder für Kadermitarbeitende?).

Auch Helena Trachsel, Leiterin Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Zürich, beobachtet Unternehmen, die in Hochglanzbroschüren mehr versprechen, als sie halten. «Familienfreundlichkeit ist ein wichtiger Faktor des Arbeitgeber-Branding, also der Markenbildung. Dies soll das Unternehmen für Mitarbeitende attraktiv machen.» Sie weist indes zugleich auf die Erfolge verschiedener Zertifikate hin wie Prix Balance ZH, Fachstelle UND, Prix Egalité, die fortschrittliche Unternehmen auszeichnen – weil diese der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in hohem Mass Rechnung tragen.

Interessant zu beobachten sind in diesem Zusammenhang die Reaktionen auf den aktuellen Kita-Streik in Deutschland: Weil Zehntausende Erzieher in Kindertagesstätten ihre Arbeit niederlegten, müssen nicht nur Eltern, sondern auch Unternehmen improvisieren: Aus Konferenzräumen wurden flugs Kindergärten, und viele Büros richteten Kinderecken ein; man handelte unbürokratisch und flexibel. Gewisse Firmen nahmen die Situation gar zum Anlass, das Arbeitsmodell Homeoffice zu proben, zum Beispiel ein Softwareunternehmen. Man versuche ohnehin, auf flexible Arbeitszeiten umzustellen, teilte die Sprecherin gegenüber «Spiegel online» mit.

Wie erleben Sie es? Macht Ihre Firma bloss auf Vereinbarkeit – oder nimmt sie sich des Themas auch wirklich an?

168 Kommentare zu «Von wegen familienfreundlich!»

  • Rolf Steiner sagt:

    Summa summarum steht hier eigentlich immer: Alles und alle müssen endlich flexibler werden, damit ich immer pünktlich ab 17 Uhr meine eigenen unflexiblen Strukturen pflegen kann…

    • Ebi sagt:

      Rolf, es sind ja nicht die eigenen, unflexiblen Strukturen, die die Leute ab 17:00 Uhr pflegen, sondern die von außen aufgezwungenen. Oder meinen Sie, der im Büro arbeitende Projekt-Verantwortliche wäre nicht froh, wenn er um 16:30 in der Kita anrufen könnte um mitzuteilen, dass er heute erst um 19:30, statt um 17:15 Uhr kommt? Dazu kommt, dass die Kinder selber eine gewisse Struktur vorgeben, die nicht so furchtbar flexibel ist. Moderne Arbeit ist Dank mobiler Erreichbarkeit und voller Vernetzung noch das eheste, was Flexibilität aufbringen kann.

  • martina müller sagt:

    Wieso stellt man eigentlich kinder in die welt, um sie direkt nach dem abstillen in die krippe abzuschieben? irgendwelchen jungen mädis zu überlassen, die alle paar monaten wechseln. abends stresst man nach hause, setzt die kinder vor den tv, wärmt irgendein convienence food auf und dann gehts auch schon ins bett… und am wochenende spielt man dann zusammen mit dem partner „familie“, sofern man nicht noch sämtliche pendenzen, die unter der woche hängen blieben, aufholt. tolle lebensqualität. übrigens muss in meinem umfeld keine mutter des geldes arbeiten. sie wollen einfach.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Danke für ihre klare Analyse und Ihre Enttarnung des Wortes „Familienfreundlichkeit“. „Familienfreundlichkeit“ ist wie so vieles heute „Neusprech“ (Orwell 1984) und oft kann man die Begriffe grad in ihr Gegenteil umdrehen: moderne Familienfreundlichkeit ist gerade das Gegenteil von wirklicher Familienfreundlichkeit/Nestwäre etc.. Aber durch Worte schafft man Realitäten, das wissen die modernen Konstruktivisten_Innen. Konstruktionen müssen ja nicht der Realität entsprechen, sondern müssen nur den politischen Zielen dienen (doing social problems/Kampagnen).

    • Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

      Und die Väter, gehen die nur wegen des Geldes arbeiten oder haben sie daran auch Spass? Wenn schon, dann bitte Beruf und Familie hälftig teilen, den Kindern tut es nämlich gut, wenn sie Papa nicht nur in den Ferien oder am Wochenende sehen.

  • Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

    Ich habe mit meinem Mann zusammen eine Arztpraxis. Da wir drei Kinder haben, ist unsere Praxis am Mittwochnachmittag geschlossen. Die meisten Patienten akzeptieren das. Es gibt aber immer wieder Leute (auch Eltern von minderjährigen Kindern), die Mühe haben zu verstehen, dass gewisse Termine der Kinder Vorrang haben (für die Versorgung von Notfällen ist natürlich gesorgt). Das Thema „Familienfreundlichkeit“ geht also nicht nur die Arbeitgeber an, sondern uns alle.

  • Lea sagt:

    Meiner Meinung nach gehöhrt es bei KADERstellen zur Kernaufgae, flexibel zu sein undwenn nötig auch kurzfristig überstunden zu leisten. Wer dies nicht möchte/nicht kann, soll entweder dem Arbeitgeber ein Jobsharing Angebot mit Garantien (von uns beiden ist immer jemand einsatzbereit) machen oder sich für Kaderjobs gar nicht bewerben. Ich habe schon mehr mals erlebt, dass 9to5 Vorgesetzten und solchen, die in Notfällen nicht erreichbar sind, hohen Schaden nicht verhindert haben!
    Ausserdem bezweilfle ich, dass ein jemand im Homeoffice, zweckmässig mit Mitarbeitenden und Kunden kommunizeiern kann

  • Kinder haben dauert mindestens 18 Jahre. Wer hält solches solange aus? Bessere Kinder sind doch Twitter und FaceBook für die Mütter. Angry Birds für die Väter und andereLiebesspiele. Da spielt es auch keine Rolle wer die Väter sind und Schwangerschaften sind rasch ausgetragen. Wir sind doch cool und unsere Kid ebenso. Let’s do it.

  • Lala sagt:

    Wieso sind die Fallbeispiele immer erfolgreiche Vorzeigepersonen ab mittlerem Kader und selbstverständlich nur mit Hochschulabschluss. Weil alle Frauen im Detailhandel, im Dienstleistungssektor (Coiffeur, Kosmetikerin etc.) und in der Pflege ach so problemlos zwischen Haushalt, Teilzeitjob und Kita pendeln? Gebildete Frauen rufen nach Gleichberechtigung, diskriminieren jedoch gleichzeitig (oft unbewusst) alle niederen ausgebildeten Frauen.
    Und wieso meinen Eltern eine bessere Behandlung verdienen zu müssen. Auch Kinderlose haben ein gleiches Anrecht auf Feierabend und Wochenende.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Das hier ist ein Eliteforum, Lala. Mit normalen Leuten- bäh!- will man nichts zu tun haben! Einfache Angestellte und Arbeiterhaushalte kennen die meisten hier drinnen nur noch vom Hörensagen. Oder von der letzten Vorlesung an der Uni.

      Deshalb wird ja auch jede Familieninitiative vom Stimmvolk konsequent den Bach runter geschickt: Weil die Leute merken, dass sie eigentlich nur die Kühlerhaubenfigur von Partikulärinteressen sind, die uns natürlich als unverzichtbare Gleichstellungsmassnahmen verkauft werden. Die Einseitigkeit mit der diese dieser Debatten geführt werden, ist unerträglich.

    • Ebi sagt:

      Lala, das liegt daran, dass Jobs im Dienstleistungssektor und im Detailhandel meist von den Leuten eh schon als Teilzeit-Job ausgeübt werden und Dank gewerkschaftlichem Druck tendenziell eine höhere Flexibilität aufweisen (zumindest in Deutschland). Auch kann man Aufgaben, für die es weniger qualifizierte Angestellte benötigt, flexibler im Angestellten_pool aufteilen (oder die Angestellten tun es unbürokratisch inoffiziell untereinander). Bei qualifizierter Projektarbeit geht das nicht so einfach, weshalb sich das dann als schön drastisches Beispiel anbietet.

    • Ebi sagt:

      Dass besser gebildete Frauen häufig niedriger gebildete Frauen diskriminieren, ist leider Realität. Jedoch ist nicht selten auch die umgekehrte Situation zu beobachten. Und unter männlichen Arbeitern ist der „Schlipsträger“ ja schon die legendäre Hass-Figur, prädestiniert, diskriminiert zu werden, so gering und Arbeiter-ähnlich sein Job auch sein mag.

    • Ebi sagt:

      Wieso Eltern meinen, eine flexiblere (nicht bessere) Behandlung zu benötigen (nicht verdienen)?
      Weil es sinnvoll ist!
      Die Gesellschaft benötigt Kinder und irgendwer muss sie bekommen und groß ziehen. Wenn sich ein Kinderloser den Luxus erlaubt, sich von all den negativen und anstrengenden Pflichten einer Elternschaft frei zu machen, muss er halt akzeptieren und gönnen(!), dass Leute, welche das auf sich nehmen, im Ausgleich dafür ein paar Vorteile in Anspruch nehmen.
      Wie egozentrisch und Tellerrand-blind muss man sein, um angesichts von Elternproblemen auf seine Kinderlosenrechte zu pochen?

  • AnnaK sagt:

    Wenn Ihr könnt, dann schaut dafür, dass Ihr die ersten paar Jahre beruflich kürzer treten könnt, so dass Eltern und Kinder etwas voneinander haben. Solange wir in der Schweiz keine bezahlte Elternzeit haben, würde ich allen Jungen raten- legt gaanz viel Geld auf die Seite, so dass Ihr die freie Wahl habt, ob ihr Kind und Job wirklich nebeneinander oder lieber nacheinander habt. In den meisten Jobs ist man nicht weg vom Fenster, wenn man mal 2-4 Jahre pausiert oder Mutter und Vater mal paar Jahre beide 50% arbeiten. „Vereinbarkeit“ ist bloss das Verkausargument, um euch alle im Job zu behalten.

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Ja, supertolle Idee, alle Ersparnisse, die man vor der Familiengründung in die 3. Säule und aufs Sparkonto gesetzt hat, sollte man gleich nach der Geburt des Kindes aufzehren, indem man kündigt und zuhause rumsitzt.

      Also als Budgetberaterin würde ich Sie lieber nicht beschäftigen, Anna.

      • AnnaK sagt:

        Immer gleich diese gehässigten Antworten…..
        Ich habe nichts von 3. Säule oder unvernünftigen Budgetplänen gesagt- sondern MEHR SPAREN für spätere grössere finanzielle Freiheit empfohlen, damit die jungen Eltern sich nicht die Doppelbelastung antun müssen, wenn sie es nicht wollen, und frei wählen können, wenn sie die Kinder selber betreuuen wollen.

        Das mit dem zu Hause rumsitzen ist ein Klischee. Fragen Sie mal frischgebackene Eltern wieviele Stunden sie sitzen können…. 😉 Kinder zu erziehen ist Fitnessprogramm – nach einem Tag mit Kindern werden Sie keine Mühe haben einzuschlafen.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Ich reagiere vielleicht deshalb „gehässig“, weil die Annahme weltfremd ist, dass junge Leute

        a) ausreichend grosse Rücklagen bilden können, um einfach mehrere Jahre „freizunehmen“

        und

        b) man heute – zumindest in meiner Branche – sehr, sehr dankbar sein muss, wenn man überhaupt ein Jöbli hat und das dann ganz bestimmt nicht leichtfertig kündigt.

        Ihre Empfehlungen gelten vielleicht für Ärzte, Juristen und Ingenieure, das war’s dann aber auch schon (schreibt ein promovierter Geisteswissenschaftler).

      • Sportpapi sagt:

        Dann spart man halt bis 40, bis man sich Kinder leisten kann. Statt sie dann zu haben, wenn man noch die Kraft hat dazu.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Genau, Sportpapi, das ist ja gerade eines der grossen Probleme, die sich jungen Leuten aktuell stellen: Eben diese Diskontinuität, die darin besteht, dass man die Familiengründung psychisch und körperlich gerade dann gut stemmen könnte, wenn die notwendige ökonomische Potenz (noch) nicht gegeben ist. Darauf kann man mit adäquaten politischen Massnahmen reagieren (Einführung einer Familienarbeitszeit, Förderung der Teilzeitarbeit, Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens, Förderung von Blockzeiten und familienergänzender Betreuung etc.) – oder man kann rumspötteln, wie Du das hier tust.

      • Sportpapi sagt:

        Hm, Meister, dabei habe ich Ihnen ja sogar recht gegeben. Wissen Sie, ich habe erlebt, wie es ist, wenn die Mutter jung und die „ökonomische Potenz“ (noch) nicht gegeben ist. Wir haben nichts vermisst.
        Insofern sehe ich das Heil auch nicht bei politischen Massnahmen, sondern etwas mehr Bescheidenheit.

      • AnnaK sagt:

        Danke H-J für die 2. Antwort. Weltfremd oder nicht kann ich in der Tat nicht beurteilen. Ich kenne aber gerade mehrere Paare (keiner von beiden Uniabschluss), die genügend gespart hatten, um nach der Geburt während paar Jahren von nur einem Gehalt (oder 2×50%) zu leben, und sich und den Kindern die Doppelbelastung zu ersparen. Ein anderes Paar wiederum hatte soviel gespart, dass es sich ein tolles Haus bauen konnte, ein weiteres Paar (auch wieder keiner von beiden Uniabschluss), kaufte eine Ferienwohnung. Die einen kaufen Häuser, die anderen investieren in gelassenere Kinderjahre – dank sparen

    • Annalu sagt:

      Schön, wenn man das so wählen kann….ein Grossteil der Menschheit arbeitet zum Überleben, das Kind auf dem Rücken der Mutter im Reisfeld… Ein wenig Besceidenheit und Dankbarkeit fehlt hier einigen Autoren….

      • Claudia sagt:

        @Anna K. Leider ist das heute mit jahrelang aus dem Job sein und dann später wieder einsteigen in den meisten Branchen utopisch. Der Arbeitnehmerpool ist riesig! Lieber wenigstens zeitnah Teilzeit wieder einsteigen. Die andauernde Präsenz der (meistens) Mutter ist kein Garant für eine gute Erziehung.

      • AnnaK sagt:

        Hätten wir eine bezahlte Elternzeit, könnten wir wählen. So haben nur die mittel-und gutverdienenden die Wahl. Was ich meine, ist folgendes: Wenn man vorher Geld auf die Seite legt, kann man es sich ev die ersten 2 Jahre leisten, dass die Eltern reduzieren (z.B. beide 50%). Garantie für gute Erziehung gibt es nie. Aber wenigsten weniger Stress, Hektik (Zeitdruck morgens für in die Kita etc) und weniger Trennungsängste unter denen die Kleinsten halt oft leiden. Nicht alle Babys stecken das einfach so weg. Mit 2Jahren haben die Kinder die Objektpermanenz und wissen,dass die Eltern wieder kommen.

  • AnnaK sagt:

    An alle diejenigen, die noch keine Kinder haben, aber hier schon mitlesen. Vergesst diese ominöse „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“! das ist ein Märchen!

    Man ist immer nur an 1 Ort präsent. Es sei denn Sie können mehr als der Durchschnitt und lassen sich klonen 😉
    Auch wenn der Betrieb noch so familienfreudnlich ist- Sie können nicht an 2 Orten gleichzeitig sein – würden aber an beiden Orten gebraucht. Egal welches Model Sie und Ihr PartnerIn finden, Sie werden etwas verpassen. Kind und Job vereinen sich nicht (es sei denn Sie können Ihr Kind zur Arbeit mitnehmen), sondern addieren sich.

    • Vierauge sagt:

      diese Beschreibung halte ich (Vater von 2 Jungs) für stark übertrieben und nicht besonders zielführend. Gleichzeitig an 2 Orten sein ist ja nicht nötig, wenn man sich die Arbeit mit der Partnerin (und der Kita, dem Chindsgi, der Schule) teilt. Man verpasst ohnehin immer irgendwas, davon sollte sich niemand ins Bockshorn jagen lassen.
      Familie und solche Arbeitszeiten, wie sie bei Ella den Mitarbeitern aufgezwungen werden, sind natürlich schwierig zu vereinbaren – aber das sollte ja auch dringend mal abgestellt werden.

    • Lea sagt:

      Wenn der Beruf am gleichen Ort wie die Familie ist geht es ohne sich zu teilen, wie zahlreiche Kleinstbetriebe beweisen.

  • Matthias Gysin sagt:

    Ich habe in so einem Betrieb gearbeitet. Gerade vor dem Jahresabschluss ging die Firma über Leichen d.h. Aussendiensteinsätze über Wochen ohne Heimkehrmöglichkeiten oder an Wochenende waren dann über mehrere Wochen die Regeln. Irgendwann hat das Unternehmen dann die fragliche Bezeichnung Work-Life Balance noch mit Work-Balance ersetzt, denn es war zu lächerlich. Leider war unser Sohn zudem auch handycapiert und bezog IV Leistungen. Offenbar reichte meine Flexibilität nicht aus, denn ich musste die Firma verlassen. Das war für die Familie auch besser.

    • Ella sagt:

      Ja, das wurde mir auch nahegelegt, falls ich mich nicht an die vorgegebenen Gleitzeiten und die Pausenregelung halten kann … Das obwohl ich sagte, es werde für mich schwierig. Nun Kopf einziehen und weitermachen oder gehen! Das ist der Spielraum. Von Vereinbarkeit wohl keine Spur. Werdende Eltern passt also auf! Es sei denn, eure Kleinen können von den Grosseltern/Geschwistern oder Nachbarn auch betreut und abgeholt werden. Dann wird es einfacher Job und Familie zu managen.

      • Vierauge sagt:

        sind Sie sicher, Ella, dass diese Firma die richtige für Sie ist, und dass sie Sie überhaupt verdient?

      • Ella sagt:

        Da haben Sie recht. Verdient haben Sie mich nicht und ich suche weiter …

  • Marcel Zufferey sagt:

    Hier noch eine zugegebenermassen provokative Forderung- einfach in umgekehrter Richtung:

    „Erziehungsurlaub zu gleichen Teilen zwischen den Geschlechtern nur dann, wenn auch die Erwerbstätigkeit gleich verteilt ist, und zwar sowohl im Umfang (gerechnet in Arbeitsstunden) als auch im erwirtschafteten Einkommen!“

    Das wäre dann der Kontrapunkt zur Forderung, Männer! sollten! endlich! mehr! Haus-! und! Erziehungsarbeit! leisten! Stammt übrigens nicht vorn mir, sondern von der renommierten Sozialwissenschaftlerin Dr. habil. Heike Diefenbach.

    Auch eine Diskussion wert, oder?

    • Sportpapi sagt:

      „Auch eine Diskussion wert, oder?“ Nö. Genauso wenig wie die andere.

      • Peter Meier sagt:

        Ach Sportpapi, bitte gehen Sie doch lieber auf den Sportplatz. Dieser Blog ist voll mit Ihren Kommentaren. Seit Monaten bzw. Jahren. Haben Sie Langeweile im Büro??

      • Sportpapi sagt:

        Ach, Peter Meier. Was geht das Sie an? Aber um sachliche, spannende Kommentare von Ihnen wäre man hier sicher froh. Leider habe ich noch nichts davon gesehen…

  • Remo Brunner-Schori sagt:

    Was wollt ihr eigentlich noch alles? Einen sicheren, gut bezahlten Job, Teilzeit-Arbeit nach Belieben (sowohl im Umfang, als auch bezüglich Zeitpunkt), dazu natürlich Elternurlaub und finanzielle Unterstützung. Und wer übernimmt die Arbeit, bringt ein Unternehmen dazu, dass es überhaupt ‚familienfreundlich‘ sein kann (das Geld dafür muss immer zuerst verdient werden)? Das Gejammer von wegen unflexibel ist geradezu grotesk angesichts der Verrenkungen, die eine Firma zugunsten dieser Füfi-und-Weggli-Mentalität machen muss! Und ja, ich bin selber Vater und nochmals ja, wir verzichten auch mal!

    • tigercat sagt:

      Sorry Herr Brunner-Schori – aber das ist blanker Unsinn, was Sie da schreiben. Welche Kosten entstehen denn einem Unternehmen durch Gewährung grosszügiger Gleitzeit, Homeoffice etc? Hauptsache, die Arbeit ist erledigt. Und nein, ich habe keine Kinder, bin aber durchaus dafür, dass man den Eltern nicht zusätzlich Knüppel zwischen die Beine wirft.

    • Thomas sagt:

      Es geht doch nicht um den Fünfer und das Weggli, sondern darum, wieso es mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch nicht so weit her ist. Mangelnde Flexibilität beim Arbeitgeber, aber auch bei der Kita, was z.B. die Öffnungszeiten angeht, ist einer der Gründe, weshalb es nicht funktioniert. Sobald jemand länger pendelt, kommt er nicht mehr zu den Bürozeiten zur Arbeit. Sie werden fragen, wo denn das Problem liegt? Nirgends, solange die Unternehmen ihre Fachkräfte noch finden, allenfalls auch im Ausland. Die Masseneinwanderungsinitiative hat die Gewichte allerdings etwas verschoben.

      • ueli sagt:

        Wenn eine KiTa eine Stunde länger aufhat, damit die Eltern ihre Kinder später abholen können, braucht sie mehr Personal, weil auch die Angestellten der Kinderkrippen nicht einfach Überstunden leisten können. In der Krippe muss zwingend immer ein bestimmter Personalbestand anwesend sein. Längere Öffnungszeiten heissen also: Höhere Tarife. Wahrscheinlich schreien dann wiederdiejenigen am lautesten, welche schon jetzt immer die anderen (z.B. die Arbeitgeber dafür verantwortlich machen, dass es halt mit Kindern etwas schwieriger wird und dass man nicht alles gleichzeitig und gratis haben kann.

    • Felix Stern sagt:

      Welche Kosten entsheten durch Gleitzeit und Homeoffice? Es gibt arbeiten, die man so nicht erledigen kann. Ich habe schon Projekte in Firmen gemacht, die waren hinsichtlich Gleitzeit sehr flexibel. Das hat dazu geführt, dass ganze Abteilungen gegen 06:00 bei der Arbeit erschienen und ab 15:00 allgemeines Lichterlöschen war. Das mag bei gewissen Dingen klappen. Dann kommen Aber Projekte hinzu, vielleicht noch internationale Projekte mit Zeitverschiebung und schon stösst man an massive Grenzen. Das Management hat die Gleitzeit gehasst. Man konnte sich auf niemanden mehr wirklich verlassen.

      • Vierauge sagt:

        natürlich kann man nicht alle Arbeiten im Home-Office erledigen. Engagierte Arbeitenehmer wissen das und richten sich entsprechend ein. Wenn Ihr Management „Gleitzeit hasst“, ist es vielleicht gar nicht bereit, auf Mitarbeiter einzugehen – und das merken die und sind auch nicht für ein Engagement bereit.
        Unsere Firma ist sehr flexibel, und es ist trotzdem immer, wenn es nötig ist, jemand ansprechbar. Und es kostet wirklich nichts extra!

      • Felix Stern sagt:

        Vierauge, Mitarbeiter sind nicht engargierter, weil die Firmen auf die Mitarbeiter eingehen. Das ist Gewekrschafts-Quatsch. Das Problem bei den flexiblen Arbeitgebern ist eben, dass die Leute nicht mehr auftauchen, wenn man sie braucht, weil sie sich eben privat die ganzen Dinge einrichten, die ihnen wichtig sind und es dann schon als Frechheit betrachten, wenn sie für den Lohn, den sie erhalten, auch noch irgendwie auf die Bedürfnisse der Fimra rücksicht nehmen sollten.

        Ich habe einmal ein Projekt in Schweden begleitet. Da klappt gar nichts mehr.

  • Ella sagt:

    Also in einem Betrieb, wo bis vor kurzem keine einzige Mutter und kein einziger Vater angestellt waren, ist es nicht einfach. Gleitzeiten gibt es schon: von 8 bis 8.30 Uhr von 17.15 bis 18.00, darin enthalten zwingend 1 Stunde Pause (!) bei einer täglichen Arbeitszeit von 8.24 Stunden! Das nenne ich sehr unflexibel! Wenn ich also um 17:15 weggehe, um die Kinder abzuholen, werde ich, wenn ich um 8 Uhr die Arbeit begonnen haben, niemals auf meine 8.24 Stunden kommen.. Ja, mein Mann und ich, wir teilen uns das Bringen und Holen der Kinder auf. Wenn ich aber mal um 8.40h auftauche, kriege Rüffel.

    • Sportpapi sagt:

      Die Stunde Pause ist nach meinem Wissen aus gutem Grund Gesetz.

      • Martin sagt:

        Eine Stunde Pause ist erst ab 9 Stunden Pflicht Wen sie ein Arbeitszeit von 8:45 haben muss man sehr gut aufpassen dass man die 9h nicht überschreitet. bei 9.:01h zieht einem die moderne Stempeluhr einfach eine halbe Stunde ab. Und wenn man vor oder nach er Arbeit die Kinder abholen muss würde man sehr gerne nur eine Viertelstunde Pause machen.

      • Stranger sagt:

        SP, sieh doch, die Arbeitswelt ist nicht sehr anständig, Du hast es GUT (TM).

    • Martin sagt:

      Dies ist nicht unflexibel sondern eher der Normalfall. In der CH gibt es fast keinen Arbeitnehmerschutz. Die Arbeitszeit kann z.B. einseitig um eine halbe Stunde pro Tag erhöht werden, (wegen des Wechselkurses). Wenn man knapp kalkulieren muss ist eine halbe Stunde viel. Unternehmerisches Risiko wird in der CH einfach den Arbeitnehmer ausgelastet.

    • Vierauge sagt:

      mich wundert es schon, wie mittelar^lterlich manche Unternehmen ihre Arbeitszeit „gestalten“. Bei Schichtarbeit in der Produktion sind fest Arbeitszeiten wohl notwendig, aber doch nicht im Büro! In meiner Firma darf jeder selbst bestimmen, wann er/sie kommt und geht – solange die Arbeit gemacht wird. im Jahresmittel muss dann die Anzahl Stunden stimmen, aber wenn ich mein Kind um 5 von der Krippe holen muss, dann gehe ich eben um halb 5.

      • Ella sagt:

        Das sind ja gute Bedingungen, die leider nich überall herrschen und wohl auch nicht überall herrschen können. Aber ein wenig mehr vertrauen in die eigenen Angestellte wäre wohl gut. Sonst könnte man ja grad wieder die Stempeluhr einführen, sogar in einem Büro!

  • Nele sagt:

    Eltern, die arbeiten und ab und zu dringend weg müssen sind für Arbeitgeber sicherlich weniger attraktiv als Arbeitnehmer ohne Kinder. ABER: Wenn sich ein Arbeitgeber als familienfreundlich anpreist, dann sollte er das auch halten. Als ich (schwanger) den Wunsch äusserte mein Pensum auf 80% zu reduzieren, wurde sofort ein Nachfolger gesucht. 3 Wochen nach der Geburt erhielt ich dann einen Auflösungsvertrag zur Unterschrift, da ich ja mitgeteilt habe, ich wolle meine Arbeit nach dem Mutterschaftsurlaub nicht mehr aufnehmen. Das hab ich nie gesagt und ist eine Frechheit des Unternehmens.

    • Martin sagt:

      Jeder Arbeitgeber preist sich an. Ist wie mit den Fotos ab Kebap Stand. Was man bekommt hat vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Foto. Gerade Leute aus der Werbeindustrie sollten wissen wie die Werbung läuft.

  • Carolina sagt:

    Manchmal verzweifle ich hier: ist es nicht völlig klar, dass weder Brechbühls Mütter-Hass noch das Verantwortung-auf-die-Arbeitgeber weiterführend sind? Das einzige, was längerfristig hilft ist, dass die verschiedenen Lebensmodelle nicht gegeneinander ausgespielt werden, dass vor allem auch wir Frauen untereinander uns solidarisieren und nicht nur klagen, uns Arbeitgebern ‚unterwerfen‘, die nur kurzfristig denken und klar und deutlich unsere Bedürfnisse formulieren und dann Prioritäten setzen, mitunter mit nicht geplanten Umwegen, d.h. nicht der Traumjob, nicht das gewünschte Salär etc.

    • Carolina sagt:

      /2 Wer will schon ML’s 24/7 Betreuung unserer Kinder? Wieviele von uns machen wirklich Karriere? Stellen nicht die meisten von uns das Wohl der Kinder in den Vordergrund? Allen dasselbe Rezept überzustülpen ist nicht die Lösung, es schreckt nur ab. Und man hört natürlich hier auch nie von Arbeitgebern, die wirklich viel tun, damit auch gutqualifizierte Mütter bei ihnen arbeiten. Die Bedürfnisse sind in jeder Familie ein wenig anders, die Rahmenbedingungen, dass wir mit Planung und Verantwortung das machen, was für uns selber stimmt, sind längst vorhanden.

      • Martin Frey sagt:

        Bitte nicht verzweifeln Carolina. Sie sind ja schon lange dabei und wissen doch viel besser wie das läuft. Mit schöner Regelmässigkeit kommt dieses, wie mir scheint, Lieblingsthema gewisser Autorinnen, gespickt mit ein paar Zitaten von UNIA und einer Gleichstellungsbeauftragten, mit einer ganz einfachen Globallösung für alle noch so heterogenen Bedürnisse von Eltern. Da haben, wen wunderts, fortschrittliche Arbeitgeber natürlich keinen Platz, weil sie nicht in den Grundtenor passen.
        Letztendlich dienen mE. solche Artikel als Brandbeschleuniger für möglichst turbulente Diskussionen. Mehr nicht.

      • Carolina sagt:

        Sie haben ja völlig Recht! Kommt halt auch immer auf die Tagesform an bei mir, wie ich reagiere. Aber wenn man ein paar Wochen weg ist, kommt wieder und exakt dieselben Argumente, Befindlichkeiten etc werden wiedergekäut, sorry, da geht mir schon mal die Leber hoch. Aber danke für den Zuspruch!
        Ich bin übrigens eine von diesen Arbeitgeberinnen, die wirklich sehr viel dafür tut, dass qualifizierte Mütter weiter in unserer Praxis bleiben und ich gehöre einem losen Verband von KMU-Unternehmerinnen an, die sich oft wie der Rufer in der Wüste vorkommen: ungehört. Was wir für das Allerschlimmste

      • Carolina sagt:

        /2 halten und viele von uns zermürbt ist, dass Eigeninitiative (private Hilfe beim Kinderhüten etc) oft genug behördlich behandelt wird wie ein Schwerverbrechen. Die Auflagen, die (politische) Einmischung, die man da erfährt, ist einfach manchmal unglaublich. Da müsste man für meine Begriffe mal ansetzen – nicht mehr Staat, sondern weniger.

      • Carolina sagt:

        Oh sorry: es ist die Galle;-)

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Wo kümmern sich Behörden um private Initiativen wie gegenseitiges Kinderhüten? Könntest du uns ein Beispiel geben? Ich habe so etwas noch nie erlebt. Die wissen ja gar nicht davon…

  • Maja sagt:

    Das tönt schon seit Jahren immer so. Offensichtlich funktioniert dieses Vorhaben der „Vereinbarkeit“ einfach nicht. Meiner Meinung nach wäre es für die Gesellschaft und die Familien besser, wenn man wieder auf das alte Modell zurück kommen würde: entweder nur Berufsarbeit oder nur Familienarbeit! Ich verstehe jeden Arbeitgeber, den es nervt, dass Eltern z.B. wegen eines kranken Kindes nicht zur Arbeit kommen (wie machen das z.B. Lehrer oder Zugführer, die nicht einfach nicht auftauchen können?) Dafür muss es aber auch wieder möglich sein, mit nur einem Lohn eine Familie zu ernähren.

    • Widerspenstige sagt:

      Klar funktioniert das, aber es sollte die Einstellung dazu vorhanden sein. So wie diese Einstellung in anderen Ländern stattgefunden hat, dann umgesetzt. Dänemark lebt es vorbildlich vor und das BIP leidet nicht darunter wie auch die Arbeitslosenzahl nicht. Was die nur anders machen und dann auch noch glücklich dazu? Die spinnen wohl, diese Dänen 😉

      • Marcel Zufferey sagt:

        Schweiz, BIP pro Kopf: CHF 40’600
        Dänemark, BIP pro Kopf CHF 32’100

        Quelle: BfS 2015 (Zahlen 2013, bereinigt um die Kaufkraftparitäten)

      • Carolina sagt:

        Ach Gottchen ja, die Dänen! Das hatten wir ja unlängst zu Genüge. Und die Stimmen, die das dänische Modell nicht so toll fanden, sind einfach unter den Tisch gefallen, nicht wahr?
        Maja: die Lösung liegt nicht daran, dass irgendwer (die Gesellschaft, der Staat) uns eine Lebensform vorgibt. Die Lösung liegt daran, dass wir den Finger aus dem H…. nehmen und genau das machen, was zu unserer Familie jeweils passt. Die Freiheit haben wir nämlich längst, wir müssen sie nur wahrnehmen. Und dazu gehört Prioritäten-setzen, was ist mir wichtig. Und wenn ich es mir leisten kann/will, eine Weile ’nur‘

      • Carolina sagt:

        /2 Hausfrau zu sein, wen geht das etwas an? Und wenn ich Karriere machen will und meine Kinder nicht im Wald ausgesetzt habe, sondern verantwortungsvoll versorge, wen geht das etwas an? Wirklich die Gesellschaft? Mal ganz davon abgesehen, dass die allermeisten Mütter/Eltern irgendwo zwischen diesen Polen leben und das auch können in unserem Land. Mit Einheitsrezepten oder staatlichen Vorgaben ist niemandem gedient, aber wir müssen endlich, endlich aufhören, unser eigenes Modell über die anderer Frauen/Mütter zu erheben!

      • Carolina sagt:

        /3 WS, dazu gehört auch, dass man sich mal zurücklehnt und überlegt, was man da so schreibt: es ist wohl ein Unterschied, ob ich selbstständig bin und das Kind im Laufstall in meinem eigenen Büro ist oder ob ich bei der Migros an der Kasse schaffe und den Maxicosi daneben stehen habe, oder? Die meisten Frauen haben aber genau solche Jobs, denen ist mit so etwas überhaupt nicht geholfen!

      • Widerspenstige sagt:

        Marcel, wem nützen diese Zahlen jetzt und vorallem, was sagen diese aus über die GERECHTE Verteilung/Umverteilung von Steuergeldern an die EinwohnerInnen des Landes? Das BIP leidet trotzdem nicht, es ist einfach weniger transparent in CH als in DK, wie es sich zusammen setzt. DAS ist das Relevante für diejenigen Mütter/Väter, die tatsächlich an einem Umdenken interessiert sind. Nur wer seine eigene Einstellung zu Familie und Beruf für Mütter wie Väter realisierbar macht, kann damit etwas anfangen. Das Beispiel Dänemark zeigt, dass es funktioniert.

      • Widerspenstige sagt:

        Carolina, mein Beispiel will nur zeigen, dass es geht und es braucht Mut dazu. Wer sich wie durchsetzt, das ist natürlich sehr individuell je nach Branche/Arbeitsplatz etc. Wo keine Vorbilder, keine Nachahmer wie bisher in CH. Es braucht immer wieder Mütter/Väter, die etwas vorleben, damit es zur alltäglichen Sache mutiert. So geht das.

      • Martin Frey sagt:

        Ich wurde vor einiger Zeit an dieser Stelle dafür geprügelt, weil ich gewisse Diskussionen über die verschiedenen Vorstellungen und Lebensumstände an dieser Stelle als etwas abgehoben, im Elfenbeinturm sich im Kreis drehend und daher für die breite Bevölkerung schlicht nicht als praktikabel taxierte.
        Denke auch, dass die durchschnittliche Arbeitnehmerin in der CH nicht einfach ihre Kinder an die Arbeitsstelle mitnehmen und ins Laufgitter stecken kann. So visionär und revolutionär das auch tönen mag.

      • Sportpapi sagt:

        „Das BIP leidet trotzdem nicht, es ist einfach weniger transparent in CH als in DK, wie es sich zusammen setzt.“ Würde man „Familienarbeit“ auch noch einsetzen – transparent! – wären die Differenzen noch grösser.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ihre Aussage, das BIP werde durch das dänische Modell nicht beeinträchtigt, ist nachweislich falsch, Widerspenstige. Alles andere zu behaupten ist volkswirtschaftlich betrachtet Hokuspokus. Ich bin diese schon fast blinde Verehrung für das skandinavische Modell langsam leid. Man sollte die ganze Diskussion rund um Familie und Beruf endlich einmal ideologisch entrümpeln und von allem sozialromantischen Kitsch befreien! Erst dann haben wir eine gesunde Basis, um über dieses Thema realistisch! zu diskutieren. Alles andere ist reine Zeitverschwendung- zulasten vieler Familien, nota bene.

      • Franz Vontobel sagt:

        MZ: „Ideologische Entrümpelung“ verlangen und gleichzeitig rechtskonservative Kampfbegriffe ins Feld führen („sozialromantischer Kitsch“) – sie sind lustig!

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Vontobel: Rechtskonservative Kampfbegriffe..?! Können Sie mir stichhaltig belegen, dass es sich hier um solche handelt? Sie unterstellen mir da Sachen… können Sie auch sachlich?

      • Franz Vontobel sagt:

        Die „Sozialromantik“ bzw. der „sozialromantische Kitsch“ kommt aus derselben Küche wie der „Gutmensch“ und soll den damit Beworfenen als naiv und realitätsfremd desavouieren und vor allem Projekte, die den Sozialstaat betreffen, als realpolitisch und pragmatisch nicht umsetzbar erscheinen lassen.

        Googlen sie mal, wer diese Begriffe hauptsächlich benützt, bevor sie hier auf verletzte Unschuld machen…

    • Stevens sagt:

      @Maja: Es beginnt beim Wort „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“. Dieses Wort setzt viel zu hohe Erwartungen. Nämlich die Erwartung, es gehe beides gleichzeitig.
      Ehrlich wäre der Begriff „Verbesserung des Nebeneinander von Beruf und Familie“.
      Das ist es nämlich: Ein Nebeneinander. Und jede Familie muss schauen, wie sie für sie möglich ist, Arbeit und Familie so nebeneinander zu organisieren, dass es passt.

      @Widerspenstige: Man soll das nordische Modell nicht überbewerten und romantisieren. Die Dänen sind auch nicht glücklicher als wir.

    • Martin sagt:

      Mit nur einem Arbeitnehmer pro Familien liefert man sich dem Arbeitgeber aus. Die Besitzverhältnisse einer Firma können sich sehr schnell ändern und die meisten haben einen Kündigsfrist vom maximal 3 Monaten. Sind beide Eltern arbeitstätig ist ein Stellenverlust einer Person nicht so dramatisch und man ist auch weniger Erpressbar. Für zwei Kinder 4 Tage Krippe bezahle ich 36kCHF. Verliere ich meinen Job kann ich die Kinder aus der Krippe nehmen und habe mit Arbeitslosengeld mehr Geld zu Verfügung als jetzt. Das ganze am Chef vorgerechnet und die gratis Überstunden waren vom Tisch.

      • Laurence sagt:

        sind beide erwerbstätig, hat die Woche aber auch 7 Tage. Mit 1 Tag Fremdbetreung gibt das schon 2×80% ….

    • Maja sagt:

      @Carolina: Es soll ja niemandem vorgeschrieben werden, sondern man sollte von allein drauf kommen, dass man besser etwas mit voller Aufmerksamkeit macht als viele Dinge nur halbherzig. Ich denke dann hat man viel weniger Stress. Und Vollzeit-Hausfrauen und -männer könnten doch auch zusätzlich Tageseltern sein, das würde sehr viele Betreuungsplätze schaffen. Und die wären erst noch flexibler als die Krippe. Aber das ist wohl reine Utopie, und entspricht nicht unserer (individualistischen) Kultur…

      • Sportpapi sagt:

        Aber genau diese Eltern sind doch bereits heute Tageseltern, von denen es ja doch einige gibt.

  • Oliver Steiner sagt:

    Zitat: „Eine andere Bekannte arbeitet in einer renommierten Werbeagentur. Auch dort gibt sich das Kader gegenüber Kunden und nach aussen hin flexibel und familienfreundlich. Doch Sitzungen um 18 Uhr sind die Regel, Abend- und Wochenendeinsätze auch. Wie soll so für Mütter und Väter der Beruf und eine Familie vereinbar sein?“ – ja logisch!!! Wer in einer Werbeagentur arbeitet, hat unregelmässige Arbeitszeiten – nicht wegen der Chefs, aber wegen der Kunden. Dann soll sich Papi/Mami halt einen Beamtenjob suchen – das ist langweilig aber planbarer!

  • peter meier sagt:

    Ich habe über die letzten zwanzig Jahre mehrheitlich 80% gearbeitet, mehrere Jahre auch 60%. Damit hatte ich nie Probleme. Man darf einfach nicht den Fehler machen, den Arbeitgeber unterwürfig zu fragen ob er einverstanden ist. Man soll in den Beurteilungsgesprächen klar sagen, ich will das so, das ist mir wichtiger als eine kleine Lohnerhöhung. Ist man ein wertvoller Mitarbeiter wird das auch akzeptiert. Zu den Sitzungen an Randzeiten: Typ: immer zur gleichen Zeit gehen, dann wissen alle, dass man nicht dabei sein kann und die Sitzung wird dann früher angesetzt – oder eben nicht.

  • Rahel Storz sagt:

    Ich bin Informatikerin und habe deshalb von der Software-Industrie und Pharma-Industrie wo ich vorher gearbeitet habe, in den Sozialbereich gewechselt (immer noch im Bereich Informatik-Leitung), weil ich in diesem Bereich auf Teilzeit reduzieren konnte. Natürlich verdiene ich im Sozialbereich weniger als in der Privatindustrie, aber lieber 50-60% bei einem niedrigen Lohn als gar keinen Job als Informatikerin, wo Teilzeitjobs rar sind. Auch heute rufen mich wöchentlich Headhunter an und sind konsterniert, wenn ich sage, dass ich nicht mehr als 60% arbeiten will. Die leben noch im Gestern.

  • Widerspenstige sagt:

    Nehmt die Kinder einfach mit ins Büro oder wo immer. Es wird grad so vorbildlich in D vorgelebt. Ich habe es vor exakt 30 Jahren so gemacht und das Risiko war noch höher, unsere ganze Existenz aufs Spiel zu setzen! Es war im eigenen Geschäft mit direktem Kundenkontakt und da stand ein Laufgitter mit unserem ersten Kindchen drin – zeitweise, aber doch sicht- und hörbar. Es gab mehr positive als negative Reaktionen und ich war überzeugt davon, dass das Schule machen musste als Pioniertat. Ich verstand unter Emanzipation gleiche Rechte für Mütter wie Väter oder irre ich mich? Los geht’s!

    • Sportpapi sagt:

      Nun ja, entweder hast du da nicht recht gearbeitet, oder das Kind hat keine sehr schöne Zeit verlebt in seinem Käfig. Man kann durchaus neben Kinderbetreuung auch etwas arbeiten (home office). Aber meist weder effizient noch genau.

      • Laurence sagt:

        Also bezüglich Home Office bestehen hier im Bl0g ja ziemlich seltsame Vorstellung. Home Office heisst Zuhause arbeiten und keinen Arbeitswg häben.home Office heisst nicht auf Arbeitszeit Zuhause sein und sich um Kinder kümmern.

    • Widerspenstige sagt:

      Du bist echt zu bemitleiden, Sportpaps. Das Kindchen im ‚Käfig‘ hat sich prächtig entwickelt, ist äusserst aufgeschlossen, mit MSc of Science ETH und fliegt mit seiner attraktiven Freundin mit ähnlichem ETH-Abschluss in der Welt herum. Mit ihm hatten wir die wenigsten Sorgen, sondern zog sein Studium ohne Murren konsequent durch. Er hatte die häufigsten Wechsel zu verkraften von Kind auf, was familienergänzende Betreuung anbelangt. Und was ebenso wichtig ist: seine Mami und Papi konnten sich verwirklichen.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Und wo ist da nun die Antwort auf meine Bemerkung?
        Aber vielleicht hast du recht, man muss die Menschen schon früh einschränken, damit sie pflichtbewusst und ohne Murren den vorgezeichneten Weg gehen und erfolgreich werden. Und eine attraktive Freundin erhalten.

      • Sportpapi sagt:

        Aber gut, mich erinnern deine Erzählungen immer an diese Kebapbuden, in denen auch ständig die ganze Familie anwesend ist. Aber eben, neben Kinderbetreuung kann man nicht zeitgleich einen intensiven Job machen. EIn Geschäft hüten, das alle zehn Minuten einen Kunden hat geht aber vermutlich schon. (und immer wieder frage ich mich, was denn du für eine erfolgreiche Firma gehabt haben könntest…)

  • shaina sagt:

    4/Mir wäre vielmehr geholfen, würde man endlich normale Blockzeiten an den Schulen einführen. Oder wenn die Schule ein Mittagessen mit den Klassen führen könnte. Wäre sicher auch der Integration der Kinder in Klasse, Gruppe und Gesellschaft dienlich?
    Und vor allem: den Kindergarten freiwillig… so wie die Krippen. Auch dort lernen Kinder super viel!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @shaina

      in welchem Kanton erleben Sie das?
      Kindergartenpflicht finde ich sehr sinnvoll, macht den Einstieg in die Primarschule für Kinder und Lehrer einfacher.
      Wie schaut es mit Hort/Mittagsstisch (gibt auch Elterninitiativen) oder Einbezug einer Tagesmutter aus?

      • shaina sagt:

        @Brunhild Steiner Ich lebe ist im Aargau. Mittagstisch habe ich in Betracht gezogen, allerdings wurde mir erklärt, dass dort alle Kinder zusammen (15-25) mit nur einer Betreuung seien… Das hat mich eher abgeschreckt. Dazu kommt, dass mir das Haus schon mal auffiel, weil im Garten alles durcheinander lag, Spielzeug, Kleider, Schuhe etc – bei Regen, über Tage.
        TaMu: Da aber mein Arbeitsweg täglich mindestens 60 Minuten ausmacht, wird es mit Randbetreuungen und Wartezeit Kosten einfach unattraktiv. 60% und mehr des Lohnes aufwenden? irgendwann ists nur noch Zwängerei.

  • shaina sagt:

    3/Vielmehr als der Arbeitgeber ist die Kindergarten- und Schulstruktur schuld daran, dass Mütter (oder Väter) kaum bis gar nicht mehr arbeiten können. Dabei geht es nicht mal darum, dass ich mein Kind 100% abschieben will – lediglich darum, dass ich 40 – 50% arbeiten kann! Und, liebe Kinderlose, damit würde ICH SELBER meinen Beitrag leisten zur Bezahlung: durch Steuern und Abgaben. Weil ich nicht jetzt schon nichts mehr arbeiten kann und arbeitslos dem Sozialstaat zu lasten falle.

  • shaina sagt:

    2/Die Krippe konnte ich wenigstens wählen und die Betreuungszeiten ebenfalls. Mit dem Kiga ist damit nun Ende: keine freie Wahl mehr, selbst der teure international Kiga ist gebunden an vorgegebene Zeiten. 8 bis 12. Wer das Büro nicht neben dem Kiga hat, schafft es niemals mehr auf sinnvolle Zeiten zu kommen – arbeitsmässig. Ind er Schule wird’s dann besser. Flexible Stundenpläne zwingen die Kinderbetreuende Seite der Eltern Zuhause zu sitzen und mal zu schauen ob der Lehrer heute auch unterrichtet. Oder ob die Stunde ausfällt?

  • shaina sagt:

    1/Das Thema ist nervig, dauernd dieselbe Leier und zuletzt schreit man nach mehr Ausgaben für Eltern. Genau. Die bösen, karrieregeilen Eltern. Und die armen verschupften Kindlein.
    Auch ich bin Mutter, zu alt und karrieregeil. Ich möchte mit 40 nicht meine Stelle verlieren, da ich mit 50 keine mehr bekommen würde. Wohlgemerkt als Mitarbeiter, kein Kader, weder hinten noch vorne und schon gar nicht oben. Aber dank der sturen und starren Kindergartenpflicht und den supertollen flexiblen Schulstunden ist der Tag gekommen, wo ich meine 50% Mitarbeit aufgeben muss.

  • Manuela sagt:

    Es wird immer so formuliert, als seien die Kinder ein Problem für v.a. Frauen. Allerdings haben die Mütter selbst kaum ein Problem mit den Kids. Die Umgebung hat ein Problem damit, auch Kollegen und Chefs.
    Obwohl mich meine Kids nie vom Arbeiten abgehalten haben und ich nie reduziert hab, hat meine Chefin mich direkt in der Schwangerschaft abgeschrieben, in der 2. wars dann ganz vorbei. Dabei hat sie selbst 2 Kids und erzählte immer, wie sie gediehst wurde. Nicht die Kinder sind das eigentliche Problem, sondern soziopathische Chefs.

    • Stranger sagt:

      Und genau hier sollte der Staat einspringen und diese, Zitat, Soziopathen, bremsen. Genau dafür haben wir ihn nämlich, den Staat.

      („Dissen“ schreibt man ohne ie, dafür mit kurzem i und darum mit zwei s. So viel Zeit muss sein. Danke für Ihr Verständnis)

  • Jolina sagt:

    Die Schweiz ist leider immer noch meilenweit davon entfernt, Arbeitnehmer oder Familienfreundlich zu sein. Ich verstehe die negativen Kommentare hier wirklich nicht. Wenn wir als Gesellschaft nicht bereit sind uns mehr für die Kinder einzusetzen, stattdessen aber total bereit sind eine UBS zu retten, dann gute Nacht! Ich bezahle sehr gerne Steuern, aber dann möchte ich dass diese auch sinnvoll eingesetzt werden und nicht für irgendwelche militärischen Ausgaben verpulvert werden. Die Schweiz braucht glaube ich ganz viel mehr Menschlichkeit.

  • Mascha sagt:

    Es ist nicht Aufgabe der Privatwirtschaft, familienfreundlich zu sein, und in der hier geforderten Konsequenz ist dies mit dem Kostendruck in vielen Unternehmen vereinbar (übrigens: home office mit Kiddies u.ä. geht sowieso nicht wirklich!). Krippensubentionierung wäre Aufgabe des Staates, klar, es würde bedeuten, dass Steuerzahler ohne Kinder das mitfinanzieren – aber ein Staat funktionniert nun mal auf Umverteilung: Bildung, Gesundheitswesen, AVH. Letztlich ist es eine Frage, wie wettbewerbsfähig eine Wirtschaft langfristig sein möchte, ganz einfach.

    • Felix Stern sagt:

      „Letztlich ist es eine Frage, wie wettbewerbsfähig eine Wirtschaft langfristig sein möchte, ganz einfach.“ Genau richtig und da haben ja selbst die nordischen Länder gelernt, dass die Umverteilungsbäume nicht in den Himmel wachsen. Die haben in den 90ern ganz schön zurück gestutzt. Je mehr Umverteilung, um so weniger Eigeninitiative. Das ist nun einmal klar. Auch das zeigen die nordischen Länder, denen die guten Leute weglaufen und in die USA auswandern (wir werden hingegen von gutausgebildeten Leuten überrannt).

      Uns geht es so gut, weil wir sehr vorsichtig umverteilen. Das ist gut so.

    • Widerspenstige sagt:

      Mascha, es ist eher eine Frage des Goodwil von Arbeitgeberseite und vorallem der Leistungsfähigkeit eines Arbeitnehmers. Die psychischen Stress- und Burnoutzahlen sowie Suizidraten sprechen leider eine andere Sprache hier in CH. Die Sozialdienste sind überlastet mit Anfragen. Eine Wirtschaft wie auch ein Staat ist für die Bevölkerung da und hat sich entsprechend zu verhalten.

      Felix, das mit dem Weglaufen von guten Leuten in nordischen Ländern haben Sie sich aus den Fingern gesogen u wird nicht wahrer mit Wiederholung. Es gibt immer Aus- und Einwanderer aus diversen Gründen!

    • Felix Stern sagt:

      WS: Die Leute, die etwas aus ihrem Leben machen wollen, gehen in die Länder, wo das möglich ist – vor allem in die USA. Aber auch wir haben das Glück, dass wir mehr gut ausgebildete Leute anziehen als verlieren. In Skandinavien können Sie Unternehmertum vergessen. Die, die etwas machen wollen, hauen ab. Die, die nur darauf warten, dass andere für sie die Arbeit erledigen, bleiben übrig. Ich habe Projekte dort gemacht. Die Arbeitsmoral ist unter jeder Sau. Eigeninitiative? Fehlanzeige.

  • Stevens sagt:

    Woche für Woche liest man hier Beiträge über dieses Thema. Gemeinsamkeit: Das Jammern über die unflexiblen Arbeitgeber.

    Was ich einfach nicht verstehe: Die Arbeitsstelle erhält man nicht bei der Geburt zugeordnet. Wechselt doch mal den Job, wenns euch nicht passt! Protestiert mit den Füssen.
    Wenn Arbeitgeber nichts von der Unzufriedenheit merken, ändern sie auch nichts. Die CH-Wirtschaft brummt, Fachkräfte sind gesucht. Und: Werbeagenturen… die gibt’s wie Sand am Meer.
    Und gibt’s echt noch Bürojobs ohne Gleitende Arbeitszeiten? Kann ich mir schwer vorstellen…

    • 13 sagt:

      @ Stevens
      Nun ja, in meinem Arbeitsvertrag steht: Gleitzeit mit einer Präsenzzeit von 9-12 und von 14-18 Uhr. Nicht gerade mit den KITA-Öffnungszeiten vereinbar. Allerdings durfte ich auch hier, gleich wie bei den Jobs zuvor die Erfahrung machen, dass eben eine Hand die andere wäscht. Wenn ich an einem Tag bis 20.00 Uhr (oder länger) bleibe, weil es brennt und mein Mann zu Hause ist, dann verdreht keiner die Augen, wenn ich am anderen um 16.00 Uhr gehe um die Kindergartenaufführung zu sehen. Wer Einsatz zeigt, wird meistens auch auf Verständnis stossen.

      • Stevens sagt:

        @13: Phow, ihre Präsenzzeit ist für mich aber nur noch knapp „Gleitzeit“. 7 Stunden vorgegebene Präsenzzeit bei einem Arbeitstag von ca. 8.5h gibt nicht viel Freiraum.
        Bei mir ist 8.30 – 11 und 14-16 vorgegeben, in der Theorie.

        Aber das wichtigste ist schon, dass man auch mal früher gehen kann, ohne blöd angeschaut zu werden.

      • 13 sagt:

        Darum besteht sie eigentlich auch nur auf dem Papier, wie auch die 8,5,Stunden-Arbeitszeit, bei den eher realistischen 10 Stunden besteht doch noch Gleitzeitmöglichkeiten ;-). Aber eben, wer gibt, dem wird auch gegeben. Am Schluss eine Win-Win-Situation für beide. Wer nur das Minimum macht, muss sich nicht wundern, wenn das Verständnis auf der anderen Seite fehlt!

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Kinder und Karriere sollen sich nicht mehr ausschliessen,…“

    Ich finde eine Begriffsänderung ist angebracht, es geht um Kinder und Berufsarbeit!
    Das Wort „Karriere“ trägt den Hauch der freigewählten Selbstverwirklichung
    (für deren Gestaltung man (frau) dann gefälligst auch selber zu sorgen hat); ich vermute aber stark,
    dass dies auf die Mehrheit der betroffenen Eltern nicht zutrifft, die wollen einfach ihre Lohn-Berufsarbeit mit Familienarbeit verbinden können und fühlen sich durch den Begriff „Karriere“ nicht angesprochen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/ im Weiteren schliesse ich mich ML an, all die Vorschläge klingen so verheissungsvoll- betreffen aber welche Berufsgruppen genau? Da wo die Hände schmutzig gemacht werden müssen, da wo Rücken Lasten tragen- und zwar physische, kommen wir mit Homeoffice nirgendwo hin. Was der Streik in D vor allem aufzeigt: Kinderbetreuung kostet eben viel wenn angemessene Gehälter vergütet werden sollen! Mit einer flächendeckende Versorgung ist gar nichts getan wenn dies nur dank Billiglöhnen/Praktikantenschwemme bewerkstelligt wird.

    • Sportpapi sagt:

      Andererseits fragt man sich, was an Lohn-Berufsarbeit so attraktiv sein soll. Offenbar können sich viele Familien einrichten, zumindest teilweise darauf zu verzichten. Weil eben zu Hause auch ein Job ist, der getan werden muss.

      • @sportpapi
        Ja eben, Berufsarbeit macht nicht immer Spass und Familienarbeit auch nicht. Aber vieleicht macht der Wechsel vom einen zum anderen das Leben spannend.

        Brunhild Steiner hat recht:
        Hier im Bl0g wird immer wieder so getan, als täten Frauen ihre Berufswelt als Selbstverwirklichungs-Workshop missbrauchen. Warum sollte es um „Karriere“ anstatt um Erwerbsarbeit gehen? Weil man sich privilegieren will!

      • Muttis Liebling sagt:

        Fremdarbeit ist ein ebenso unverzichtbarer Teil der Biographie, wie die Familie. Ich und alle, die ich kennen, können sich nicht vorstellen, was daran attraktiv sein soll, nur wegen 2-4 Kinder den ganzen Tag in den eigenen 4 Wänden eingesperrt zu sein und den Hütehund für die Kinder zu spielen.
        Es braucht zwingend ein Leben ausserhalb der Familie und das auch und gerade in der besten Zeit des Lebens.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Viele Menschen hier sehen das offensichtlich etwas anders. Insofern gitb es da keine Wahrheiten zu verkünden.

      • @Muttis Liebling

        Ich sehe den Zusammenhang nicht. Für einen Haushalt und für die Erziehung von 2-15 Kindern verantwortlich sein, heisst doch noch lange nicht, dass man sich in 4 Wänden einsperrt. Das tun höchsten Paranoiker und Stadtneurotiker.

      • Stranger sagt:

        Jaja, ML unser Besserossi.

    • Rahel Storz sagt:

      Suchen Sie heute mal einen akademisch gebildeten Mann, der sich damit zufrieden gibt, dass die ebenfalls hoch gebildete Frau zuhause hockt, Haushalt macht und zu den Kindern schaut. Da werden Sie lange suchen. Heute erwarten auch die Ehemänner, dass Frau bitte anständig Kohle heimbringen soll. Ich hatte viele Diskussionen mit meinem Mann, da ich nun als Mutter nicht mehr 160 000 im Jahr zum Haushalt beisteuern kann, sondern „nur“ noch 50 000, da ich einen schlechter bezahlten Teilzeitjob annehmen musste. Und wie mir geht es vielen Frauen mit Studium und guter Stelle. Zuhause sein ist ein No-Go

      • Sportpapi sagt:

        Hm, klar. Wenn das Familieneinkommen von 300 000 auf 200 000 Franken schwindet, dann muss man doch eingreifen. Wie soll denn eine Familie davon leben können?
        Vielleicht hat der Mann ja einfach Angst, dass die Frau sich bald einmal von ihm trennt, und er dann die Träume seine Frau massgeblich mitfinanziert?
        Aber offenbar haben Sie sich ja durchgesetzt…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Rahel Storz

        ich verstehe Ihren Punkt nicht, geht es Ihnen darum, dass Sie für Ihr Jobprofil keine Anstellung finden weil keine Betreuung organisierbar?
        Oder dass Sie zwar gerne mehr zuhause wären, aber wegen ehemännlicher Erwartung nicht können?
        Und warum genau hatten Sie „viele“ Diskussionen?
        An wem liegt es wenn die partnerschaftliche Auteilung nicht klappt?

        Ehrlich gesagt, mir kommt das Würgen wenn sich Leute über fehlende 160 000 beklagen, wir kommen als fünfköpfige Familie mit einem kleinen Bruchteil davon durchs Leben, wie viele andere übrigens auch!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi
        😉
        (so einem Exemplar würde ich das von Ihnen angedeutete Szenario fast schon wünschen…)

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Rahel Storz

        und weil ich grad so schön dran bin, das da:
        „Zuhause sein ist ein No-Go“ ist Blödsinn, wir bestimmen selber, respektive innerhalb unserer Lebensgemeinschaft was geht und was nicht, und nicht eine onimöse Instanz welche über uns schwebt und bestimmt was goes und was not…

      • Brunhild Steiner sagt:

        … ah, und n und m sollten verkehrtrum stehen…

      • Stranger sagt:

        Brunhild, ich hatte nicht den Eindruck, Rahel beklage sich, sie hat es einfach erwähnt, und ich denke, dass dies ok ist. Dass die Wirtschaft gut Ausgebildete nicht anständig behandelt (die anderen wohl oft auch nicht, aber über die rede ich hier nicht), ist ein grosses Problem. Kein Geschlechterproblem, auch Männer werden nicht gut behandelt, oft. Einfach nicht im gleichen Bereich. Ja, davon kann ich ein Lied singen.

      • Stranger sagt:

        Und nein, ich hatte nie 160k im Jahr. Aber 120k netto hatte ich einmal schon, und das war schon ganz nett. Jetzt kriege ich das bei Weitem nicht mehr.

  • angelina sagt:

    ihr könnt mich jetzt mit kritischen kommentaren überhäufen, aber ich bin der meinung das hier das altbewährte konzept (mutter ist zuhause bei den kindern oder vater und mutter zu gleichen teilen damit man keine tagesmutter braucht) immer noch das beste ist fürs kind.
    entweder man hat kinder und schaut selber zu ihnen oder man sollte es sein lassen. und damit meine ich nicht grundsätzlich das nur die mutter zuhause bleiben sollte. der vater ist genauso in der verantwortung und bereichernd für die kinder wie die mutter.

    • Muttis Liebling sagt:

      Weder noch. Das Konzept ist nicht altbewährt, gibt es erst seit 3 Generationen in einem sehr kleinen Teil der Welt und taugen tut es auch nichts. Weltweiter und historischer Standard ist die Erziehung, das Aufwachsen in der Gemeinschaft, nicht in der Familie.
      Die Familie ist zu klein und sowohl im räumlichen als im geistigen Horizont viel zu beschränkt.

    • Sportpapi sagt:

      Das beste für das Kind: Glaube ich auch. Aber auch für die Eltern? „entweder man hat kinder und schaut selber zu ihnen oder man sollte es sein lassen“. Das geht in meinen Augen viel zu weit.

    • Mara sagt:

      Wie wahr, liebe Angelina, ich als guterhaltene Großmutter werde jede Woche mehrmals „engagiert“ um die Enkel zu hüten, meistens mache ich das gerne, ab und zu wird es mir aber zu viel. Ich finde auch, eine Familie zu haben bedeutet halt auch verzichten zu können, die Zeit, wo die Kinder Pap und Mam brauchen geht so schnell vorbei, dann ist immer noch genug Zeit, um sich zu profilieren. Mir gehen diese egoistischen Materialisten sowieso schon lange auf die Nerven, es geht ja nur ums Geld, man lebt ja jetzt und jetzt will man aus dem Vollen schöpfen.

      • angelina sagt:

        @sportpapi.
        was ist den das beste für die eltern? wenn sie auf nichts verzichten müssen, ihre ruhe vor den kids haben aber gleichzeitig doch nicht auf nachwuchs verzichten müssen? wie es mara schon sagte. die gesellschaft wird immer materialistischer und egoistischer. für die kinder ist das nicht gut da es ihnen so vorgelebt wird. es ist eine sehr sehr schlechte entwicklung die wir da haben. für die eigenen kinder will man keine zeit mehr haben und erfindet dafür tausend ausreden und zum ausgleich werden sie materiell verwöhnt weils ja so wichtig ist das ein kind alles hat. das wichtigste

      • angelina sagt:

        und günstigste gibts aber nicht und das wären mama und papa die zeit haben.
        zu meinem satz : „entweder man hat kinder und schaut selber zu ihnen oder man sollte es sein lassen“ steh ich voll und ganz. und das geht auch überhaupt nicht zu weit, es ist ne tatsache.

        @mara
        genau so seh ich das auch aber mit dieser meinung steht man ziemlich alleine da wie ich schon bemerkt habe, leider.

      • Sportpapi sagt:

        @Angelina: Das beste heisst weder, dass es für alle Kinder das beste ist, noch dass Alternativen schädlich sind. Von wegen schlechter Entwicklung: Es ist noch nicht lange her, da hatten Eltern kaum Optionen, und entsprechend kaum Zeit, die eigenen Kinder zu betreuen. Heute sind die Kinder viel mehr umsorgt, sei es in einer Krippe, oder sei es bei den Eltern zu Hause. Noch nie haben sich Eltern so intensiv um ihre Kinder gekümmert wie heute! Und ich bin nicht einmal sicher, ob das immer gut ist…

      • Andrea sagt:

        Mara, ich verstehe ältere Personen nicht, die einerseits unbedingt die Haupthüteperson für ihre Enkelkinder sein wollen, sich jedoch gleichzeitig beklagen, wie sehr sie in Anspruch genommen würden von den Eltern der Enkelkinder. Warum sagen Sie nicht einfach, ob, wie oft und in welcher Form Sie die Enkelkinder hüten wollen? Mir wäre solcher Klartext viel lieber, als wenn ältere Personen sich danach hinter dem Rücken der Eltern der Enkelkinder über die Belastung beklagen. Ich bitte meine Eltern regelmässig darum, mit mir darüber Klartext zu reden.

      • sonic sagt:

        Es geht sicher nicht nur ums Geld. Ich finde meine Kinder wunderbar aber wenn ich ausschliesslich zu Hause bin, werde ich depressiv. Sorry aber Putzen und Aufräumen machen mich nicht glücklich. Und darum geht es zu einem grossen Teil beim zu Hause mit den Kindern sein. Meine Kinder haben nichts davon, wenn ich zwar 100% zu Hause aber depressiv und unglücklich bin, weil mein Hirn unterfordert ist. Unsere Kinder sind 2 Tage in der Krippe/Hort oder bei Nachbarn. Davon profitieren sie übrigens (mehr als vom Kindergarten).

    • Berenice sagt:

      Und wenn man arbeiten muss, damit man genug Geld zum Leben hat. Darf man dann keine Kinder? Ich würde liebend gerne zu Hause bleiben, aber das geht finanziell nicht.

  • Mike sagt:

    Diese ewige Forderungshaltung von Eltern ist ziemlich nervtoetend. Die Allgemeinheit darf ihnen Mutter- und Vaterschaftsurlaube finanzieren, Kitas aufbauen, Ganztagesstrukturen an Schulen bezahlen, sie wollen von zu Hause arbeiten koennen, um mit dem Nachwuchs Zeit verbringen zu koennen oder auch mal flexibel ueberhaupt nicht, ohne Lohn einbuessen zu muessen. Das Ganze artet so langsam aber sicher in eine ziemliche Frechheit aus. Als Unverheirateter Kinderloser fragt man sich schon, warum man fuer die Kinder Fremder in diesem Ausmass Alimente bezahlen soll.

    • Brunhild Steiner sagt:

      …mögliche Gründe wären dass diese, Ihnen fremde Kinder, dereinst dafür sorgen dass bei Ihnen Strom, Wasseranschlüsse funktionieren, die Briefe geliefert, Lebensmittel in den Regalen (ohne Sorgen diese seien ungeniessbar da irgendwelche fremde Kinder in der Lebensmittelkontrolle arbeiten), und im Notfall in Spital/Spitex/Altersheim Ihnen, als vetrauter Kulturpartner, der Sprache in allen Feinheiten mächtig, zur Seite stehen…

      • Jeanclaude sagt:

        @Steiner: die von Ihnen aufgeführten Berufe werden künftig wohl kaum durch die wohlbehüteten Kinder der privilegierten, aber noch mehr Privilegien verlangenden in Managementfunktionen berufstätigen Ehepaaren ergriffen.

    • tina sagt:

      mike, bevor und nachdem man kinder grosszieht, zahlt man seine steuern und sozialabgaben in den topf wie die kinderlosen. in diesem land zahlt man noch viel für dinge, an denen man nicht beteiligt ist (soziales, kultur, sport, strassennetz usw). darum haben wir es hier so gut.

      • Thom Odermatt sagt:

        Ja, Mike, und es sind dann diese fremden Kinder die Ihre Rente finanzieren.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es gibt in einigen Ländern inzwischen Erwägungen, Kinderlose von der umlagefinanzierten Altersversorgung auszuschliessen, da diese ihren Beitrag nicht erbracht haben. Allein mit Geld kann man sich nicht freikaufen. Bei der derzeitigen demographischen Entwicklung wird ab 2060 nicht die Finanzierung, sondern die personale Ausgestaltung der Pflege das Nadelöhr sein. Gewollte Kinderlosigkeit darf man damit gern einem Kapitalverbrechen gleichsetzen.

      • Sportpapi sagt:

        „Gewollte Kinderlosigkeit darf man damit gern einem Kapitalverbrechen gleichsetzen.“ Ach ja. Dabei ist jedes fehlende Kind dann später auch ein fehlender Senior, der gepflegt und umlagefinanziert werden muss.
        Nimmt mich ja wunder, in welchen Ländern es „Erwägungen gibt“, Kinderlose von der Altersversorgung auszuschliessen. Ich nehme an, im gleichen Moment müssen sie sich auch an Kosten von Schulen etc nicht beteiligen?

      • Ulrich Gassner sagt:

        Ja bitte, o weiser ML, bitte klären Sie uns Nichtwissende auf: in welchen Ländern gibt es diese ‚Erwägungen‘? Nordkorea? Mit Quellenangabe bitte. Sie wollen ja wohl nicht den Eindruck erwecken, dass Sie einfach Unsinn daherreden, nicht wahr?

      • Muttis Liebling sagt:

        Siehe dazu das Interview des DLF mit Bernd Raffelhüschen vom 15.05.2015. Darin genannt 2 Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, das sog, Trümmerfrauenurteil von 1992 und das Pflegeurteil von 2001, die das Genannte fordern und bisher nicht umgesetzt sind.
        Keine Rente für Kinderlose gibt es in Tadschikistan und in Russland steht es auch zur Debatte. Aber das interessiert hier wohl niemand.

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, wenn die jetzigen Kinder im Seniorenalter sind, ist die Demographie wieder im Gleichgewicht, falls es die mitteleuropäische Bevölkerung dann überhaupt noch gibt. Kritisch ist die Zeit zwischen 2020 und 2060. Da werden zuerst das Geld für die Renten und danach die Personen zur Pflege ausgehen. Selbst dann, wenn alle Arbeitsfähigen im Altersheim arbeiten.
        Eine Person der aktuell höchsten Pflegestufe bindet 150% Pensum!

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Also ein Übergangsproblem, dass Sie mit Schneeballverfahren in die Zukunft verschieben möchten.

      • Ulrich Gassner sagt:

        @ML: Dass weder im genannten Interview noch in den beiden zitierten Urteilen das gefordert wird, was Sie in Ihrem Beitrag propagieren, wissen Sie bereits. Ebenso, dass ein Interview und zwei Urteile wohl kaum ‚Erwägungen einiger Länder‘ darstellen. Zu Russland und Tadschikistan ist wirklich jeglicher Kommentar überflüssig.

      • Carolina sagt:

        UG/SP: 🙂

    • fabian sagt:

      Wir brauchen die Kinder nicht für unsere Altersvorsorge. Das ist so eine Ideologie, die konstruiert wurde, um Geld beim Staat abholen zu können.
      Würde man die AHV nicht durch Besteuerung der Arbeit, sondern etwa durch Besteuerung von Erbschaften finanzieren, bräuchte es nicht ewiges Bevölkerungswachstum, um die AHV zu sichern.

    • @Mike

      Es geht für erstaunlicherweise in diesem Bl0gartikel nicht darum, was die Allgemeinheit finanzieren soll, sondern darum, dass solche Eltern weniger Lohn brauchen, dafür mehr Zeit für die Pflichten in der Familie. Sie sind ja gerade bereit, dies selber zu finanzieren.

      Ich finde es schon verblüffend, dass für einmal in diesem Bl0g Eigenverantwortung als Ziel definiert wird.

    • Andreas sagt:

      Ganz einfach, lieber Mike.
      Diese Kinder werden dereinst deine Rente zahlen und dein Pflegeheim führen.

      • margrith sagt:

        man kann wohl kaum einfach nur die Rente betrachten. Diese zahlt sowieso jeder für sich selber!!!(man zahlt jetzt für die Alten und wird dereinst durch jüngere finanziert). Nur rein rententechnisch gesehen bringen der CH die am meisten, die viel einzahlen und dann früh sterben. Ob man Kinder hat oder nicht kommt nicht drauf an. Zudem sollte man jede Person gesondert anschauen und nicht im Familienverbund!!!!!

  • Zitat: “ Die Strukturen sind starr, die Vorgesetzten stur. Die Mutter von zwei kleinen Kindern arbeitet im mittleren Kader zu einem Pensum von 80 Prozent. Flexible Strukturen wären für sie enorm hilfreich. Doch die Vorgesetzten haben kein offenes Ohr für gleitende Arbeitszeiten, einen Tag Homeoffice pro Woche oder eine Reduktion des Arbeitspensums, obwohl es in ihrer Abteilung gleichqualifizierte Mitarbeiter gäbe, die gerne mehr arbeiten würden.

    Der Grund ist natürlich ein anderer und hat recht wenig mit „Familie und Kind“ zu tun, sehr viel aber mit Geschäft und Nutzen für die Gesellschaft. „

    • /2
      Zur Erklärung:

      Die meisten Angestellten in der Schweiz produzieren nicht wirklich nützliche Waren, die gekauft werden und den Alltag erleichtern. Ihre Arbeitgeber sorgen mit viel Aufwand dafür, das anderswo auf der Welt andere Leute die Arbeit erledigen. Das nennt man dann Verwaltung, Banking, Einkauf, Logistik, Controlling, „Swiss Desing“ statt „Swiss Made“.

      Betriebe, die wirklich produzieren, sind auf jeden angewiesen der zupackt. Das gilt umso mehr in Zeiten der Knappheit.

      So gesehen, sind es Wohlstandsprobleme, wenn Familie und Kind nicht vereinbar gemacht werden.

      • Andreas sagt:

        naja, Wohlstand ist dann wohl alles, was nicht unmittelbar mit Jagen und Sammeln oder Landwirtschaft und Textildruck mit Holzmodel zu tun hat.

      • Stranger sagt:

        Brechbühl, und was können wir jetzt mit Ihrem Statement anfangen? Die Leute brauchen Jobs, und zwar die Jobs, die angeboten werden, und wenn diese nicht Jürg-Brechbühl-konform sind, dann nehmen sie sie dennoch an, haben aber danach vielleicht Probleme – bei denen Sie ihnen nicht helfen.

      • Felix Stern sagt:

        @Stranger: Wenn wir die Brechbühl-Methodik anwenden, dann haben wir Jobs, die die Leute annehmen müssen und dann evt. probleme haben, bei denen ihnen der Herr Brechbühl kaum hilft. Wieso auch. Ich gehe einfach einmal davon aus, dass die Leute, die da irgendeinen Job annehmen MÜNDIGE Menschen sind, die ihre Probleme alleine Lösen können. Bei der Brechbühl-Methodik haben sie immerhin die Möglichkeit, einen Job anzutreten und die Herausforderung, mit etwaigen Problemen fertig zu werden. Was ist die Alterantive? Den Arbeitsplatz als Ponyhof herbeiregulieren, wie sich das die Linken vorstellen?

      • Felix Stern sagt:

        Nur was ist die Konsequenz, wenn wir die Jobs mit allen Flexibilitäts-schnick-schnack’s herbeiregulieren? Richtig: es gibt gar keine Jobs mehr. Damit gibt es auch keine Betreuungsproblematik, weil die Arbeitslosen damit ja selber fertig werden. Die Europäer machen ja vor, was wir hier lieber nicht sehen wollen. Dann doch lieber einen Job und die herausforderung, mit den verbundenen Problemen selber fertig werden zu können. Glauben Sie mir, die Europäer würden sich alle Finger abschlecken, wenn man ihnen diese Wahl geben würde (anstatt die Finger abzuschlecken kommen sie ja zu uns…).

    • tina sagt:

      nunja, bildung produziert irgendwie auch nix, und generiert verwaltungsaufwand, der erledigt werden muss. beispielsweise. und bildung ist nicht ganz so unwichtig, da stimmt JB vermutlich doch auch zu. wenn seine schlauen sätze so wichtig findet, dass man sie fett formatiert, dann vielleicht den satz nochmals lesen: familie und kind sind glaubs schon irgendwie vereinbar 😉

      • @tina

        Die Bl0gista beschreibt Beispiele von Arbeitgebern die Eltern verweigern, im Beruf ihren Einsatz leisten und gleichzeitig ihre Pflichten für die eigenen Kinder zu erfüllen.Diese Weigerung ist von mir aus gesehen ein Wohlstandsproblem. Müssten wir im Ernst produktiv sein in unseren Firmen, so wären wir froh, um jede Hand die anpackt.

        Ein sehr grosse Zahl von Schweizer Firmen und Behörden erledigt überflüssige Arbeiten, deren Wichtigkeit man nur behaupten kann, wenn man sich starr an dümmoche Schemen hält. Flexibilität im Denken und Handeln täte zuviele Fragen aufwerfen.

      • @tina

        Falls der fettgedruckte Satz für Sie zuwenig verständlich ist, hier noch die ausführliche Version:

        So gesehen, sind es Wohlstandsprobleme, wenn die Arbeitgeber Familie und Kind nicht vereinbar machen.

        Uns geht es in der Schweiz schlicht zu gut. Wir haben es nicht nötig, uns zu kümmern. Familien können die Verantwortung für die Kinder an die Kita und an die Therapeuten delegieren. Chefs delegieren die Verantwortung für die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit an die PR-Abteilung. Und unser aller Wohstand delegieren wir an Billigstarbeitskräfte in China oder Thailand.

      • tina sagt:

        ach komm. von wegen „zu wenig verständlich“. du hast geschrieben „…wenn Familie und Kind nicht vereinbar gemacht werden.“. familie und kind vereinbar hahaha. du hast einfach quatsch geschrieben, kommt vor. du meintest erwerbsarbeit (nicht berufs-lohn-arbeit oder was da heute für seltsame begriffe kursieren in diesem blog) und familie. aber du hast das nicht geschrieben. peinlich

      • tina sagt:

        dienstleistungen produzieren eben auch nichts. auch das gesundheitswesen nicht……
        aber ja, ich finde auch, es gibt massiv zuviel bürokratische leerläufe, da stimme ich zu!

      • tina sagt:

        mir sind rechtschreibefehler wirklich egal, ausser es macht sie einer wie du, der andere also total doof hinstellt. der soll sich dann gefälligst auch nicht dümmlich verhalten. sich aufspielen mit fetter formatierung und nichtmal einen geraden satz hinkriegen geht dann halt nicht. aber sehr typisch, dass dein fehler wohl mein verständnisproblem sein soll nach deiner darstellung. und so einer will mir eigenverantwortung verkaufen? arbeite an deiner glaubwürdigkeit

      • @tina

        Autsch, das habe ich gar nicht gemerkt.

        nein, nicht quatsch sondern meiner Sprachbehinderung zum Opfer gefallen. Das von der Behinderung ist keine Ausrede von mir und es ist sehr unangenehm, weil ich es meist erst lange hinterher merke und beim Kommentarschreiben im Blog bleibt halt nicht so viel Zeit. Also dann bitte nicht Auslachen.

        Also noch einmal, mein Diskussionsbeitrag
        Wenn sich so viele Arbeitgeber leisten, dass sie Familie und Beruf nicht vereinbar machen, dann nur weil es hierzuland allen viel zu gut geht.

        OK?

      • @Andreas
        Ein Dach über dem Kopf, Gesundheitsversorgung, polizeiliche und militärische Sicherheit.

        Ja, stimmt, Gesundheitsversorgung und Polizei gehören auch in die Dienstleistungsbranche bzw. zur Verwaltung. Aber das sind grad ganz genau Berufe, wo jeder zählt, der mit anpackt und wo die Arbeitgeber tatsächlich gewungen sind, Beruf und Familie aufeinander abstimmen zu helfen.

        Wohlstand ist für mich eher nicht das Leben zwischen Tastatur, Officedrucker und Kaffeeautomat. Von dieser Sorte mittelerer Kader haben wir ungefähr fünfmal so viel wie wirklich nötig.

      • @tina, 18. Mai 2015 um 10:14

        der andere also total doof hinstellt. der soll sich dann gefälligst auch nicht dümmlich verhalten. sich aufspielen mit fetter formatierung und nichtmal einen geraden satz hinkriegen

        Es gibt tatsächlich eine sehr grosse Zahl dummer Menschen. Und dazu gehören Sie ja augenscheinlich nicht, weil Sie den Fehler im Satz bemerkt haben. Wenn ich müde bin, sage ich auch mündlich solche fehlerhaften Sätze und ich bin meistens der einzige, der es überhaupt merkt. So merke ich, wie wenig genau die Leute zuhören und nachdenken.

      • Carolina sagt:

        Brechbühl: ich erspare mir hier aus Geduldsmangel die Zitate der letzten 2 Tage, in denen Sie Mütter unter Generalverdacht von Dummheit, …bitte einsetzen…. stellen. Dann nachgeschoben um Verständnis für Ihre Ausfälligkeiten zu bitten, ist mir einfach zu dumm. Da stimme ich Tina 10:14 völlig zu. (Mal ganz davon abgesehen, dass mir jemand, der die Intelligenz seiner Mitmenschen an deren Rechtschreibung festmacht, sowieso suspekt ist)

      • tina sagt:

        brechbühl, ach hör doch auf. dass die leute nicht korrigieren liegt eher daran, dass man denkt „ou nein nun kommt der wieder mit seinen besserwissereien“ (um es diplomatisch auszudrücken), und nicht weil sie zu blöd sind. ich halte mich für vielleicht durchschnittlich intelligent und selbstverständlich – was den sonst – sind die meisten leute genau das: durchschnittlich intelligent. ist statistisch ja anders gar nicht möglich.

  • Muttis Liebling sagt:

    Konflikte zwischen Beruf und Familie signalisieren vor allem, dass die Familie (die Mutter) zu alt für ein Kind ist. Ansonsten wird immer nur die Randgruppe der Frauen beschrieben, welche in vernachlässigbaren Überbauberufsgruppen (Bank, Werbung und ähnlicher Schrottberufe) tätig sind.
    Im Spital, im Altenheim, etc., geht es ohne 1:1 physische Präsenz nicht und die oben gestellten Fragen erübrigen sich. Fragt sich nur, wie sind diese Anteile derzeit in der Schweiz oder generell in entwickelten Industrieländern verteilt?
    In D gibt es inzwischen wieder 7 x 24h Kindereinrichtungen!

    • Papperlapapi sagt:

      Ja, ML wir wissen es. Kinder muss man mit 20 haben, das von Ihnen gewählte Familienmodell ist das einzig Richtige….Dummerweise habe ich Ihre grosse Weisheit erst kennengelernt, als es schon zu spät war.

    • alam sagt:

      Was hat das mit dem Alter der Mutter zu tun?

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