Mit Baby ins Büro!

Ein Gastbeitrag von Anicia Kohler*

«Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie!» – dies fordern alle. Durch ewiges Wiederkäuen ohne wirkliche Veränderung ist die Aussage heute etwa so bedeutungsvoll wie der Wunsch nach Weltfrieden bei der Miss-World-Wahl. Eine müde, leere Worthülse, nützlich für Politiker. Allen ist klar, dass etwas unternommen werden muss, dass es so nicht weitergeht. Eine solche Herkulesaufgabe, dass es sich die grosse Mehrheit mit einer Mischung aus milder Empörung und Resignation gemütlich einrichten, Cüpli trinken und ins Leere starren kann.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer (Reuters/ Ruben Sprich)

Babyzimmer im Büro: Yahoo-Chefin Marissa Mayer. (Reuters/Ruben Sprich)

Vereinbarkeit von Beruf und Familie heisst heute ja, dass nach einem mehr oder weniger langen Aufenthalt zu Hause idealerweise Teilzeit gearbeitet wird, während das Kind von einem Elternteil, Grosseltern, Nanny oder Krippe betreut wird. Vielleicht würde es sich aber lohnen weiterzudenken, dem Problem ein Rebranding zu verpassen, damit es an Dringlichkeit und Schärfe gewinnt. Yahoo-Chefin Marissa Mayer richtete sich nach ihrem Mutterschaftsurlaub neben ihrem Büro ein Babyzimmer mit Nanny ein, damit sie arbeiten, aber gleichzeitig für ihr Kind da sein konnte, wenn Not am Mann war (natürlich gab sie Anlass für verschiedenste Diskussionen, um die es hier aber nicht geht).

Ganz so Silicon Valley muss es ja nicht sein, aber wie wäre es mit Homeoffice-Gemeinschaften – Büroräumen mit integrierter Kinderbetreuung? Der betreuende Elternteil könnte einen Tag dort verbringen, davon ein paar Stunden für den Arbeitgeber aufschreiben, zwischendurch spazieren gehen, spielen und gemeinsam Znüni und Zmittag essen. Ideale Lösung für Eltern, die ihr Kind nicht fürs Arbeiten 8 oder 10 Stunden abgeben möchten.

In aller Munde sind die Urvölker, die sich Babys auf den Rücken binden, während sie arbeiten. Wir leiten daraus ab, dass wir unsere Kinder auch viel tragen sollten, weil sie so erwiesenermassen weniger schreien. Das mit der Arbeit übergehen wir aber geflissentlich – warum? Ebenfalls viel besungen ist die Weisheit, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind aufzuziehen. Wir aber sitzen (mutter-)seelenallein zu Hause in unserer Wohnung und dürfen nur im Flüsterton zugeben, dass uns manchmal die Decke auf den Kopf fällt. Warum nicht stundenweise von zu Hause aus arbeiten oder das Baby für eine kurze Arbeitssequenz mitnehmen?

Es muss gekämpft werden für mehr Möglichkeiten – für alle, die mit Familie arbeiten müssen oder wollen. Das bedingt Veränderungen auf hoher politischer und wirtschaftlicher Ebene, ermöglicht und fordert aber auch Eigeninitiative. Also, nicht mehr resigniert ins Leere starren – aber bitte trotzdem Cüpli trinken…

Mamablog Anica Kohler*Anicia Kohler ist Teilzeitangestellte und Teilzeitselbstständige und lebt mit Mann und Kind in Bern.

95 Kommentare zu «Mit Baby ins Büro!»

  • Felix Stern sagt:

    Verinbarkeit von Beruf und Familie. Die Authorin sagt es richtig: seit Jahren wird dieses Ziel in der Politik herbeigeredet. Es gehört zum Guten Ton genauso, wie der Weltfrieden. Es werden Jahr für Jahr Milliareden ausgegeben, um dieses Ziel zu erreichen. Was erreichen wir? So gut wie gar nichts. Und warum ist das so? Weil das Ziel eben doch lieber Wunsch als Realität bleibt. Natürlich will jeder auf „modern“ machen. Wenn dann das eigene Lebensmodel nicht dem „modernen“ Lebbensmodel entspricht, das uns die linken Medien andauernd einreden, dann werden allerlei Ausreden bemüht – es fehle halt hier oder da oder sonstwo. Wenn nur Papa Staat noch tiefer in die Taschen greifen würde…In Wirklichkeit ist die Regeluing, wie wir sie heute haben für Frauen optimal: sie brauchen nicht arbeiten. Heiraten und Kinder kriegen garantiert eine fast lebenslange Versorgung – ob verheiratet oder geschieden. Rundumversorgt ist die Mutter in allen Fällen. Würden wir die Anreize im Familienrecht modernisieren, dann würden die Frauen auch einmal mitmachen, um Familie und Beruf zu vereinen.

    • alam sagt:

      Da sie eine solche Mutter sind, müssen Sie es ja wissen. Können Sie erklären, wie Sie die Anreize Familienrecht modernisieren wollen?

  • Anna sagt:

    Ich habe auch schon mein Baby (5mte) mit in interne Sitzungen genommen und es dort „sogar“gestillt,damit es eben still war und nicht störte, das war aber echt schwierig für meine Arbeitskollegen und Kolleginnen. Ich fände aber andere flexible Lösungen à la teilweisem rooming in toll. Ein 9 Stunden Kita Tag ist einfach happig für viele Kinder und Mütter. Aber klar viele Arbeiten sind nicht möglich mit einem Kleinkind auf dem Schoss.

  • j.p. kohler sagt:

    anstatt grundeinkommen für alle, warum ? nicht ein grundeinkommen für mütter. die ja auch arbeiten, bis heute gratis für unser land! (kinder betreuen benötigt mehr als eine bürozeit pro tag !!!) würde vielleicht die ganze diskussion sehr entschärfen. nicht gleichberechtigung sondern GLEICHWERTIGKEIT! von mann und frau . vielleicht würden einige mütter sich entscheiden zuhause zu bleiben. kinder sind das wertvollste das es geben kann, wenn man es erkennt. und ich bin sicher dass unser land nicht mehr mangel hätte an jungen menschen, die nur noch als anhängsel unserer gesellschaft wargenommen werden. ich wünsche allen mut zu einer menschlicheren zukunft

    • maia sagt:

      @j.p.kohler: Ich kenne keine Mutter die „gratis“ arbeitet. In der Regel teilt der Vater des/r Kindes/r seinen Lohn mit der ganzen Familie, oder es gibt sonstige Unterstützung (Alimente, Sozialhilfe, Renten usw. usf.). – Sonst könnten die Mütter ja gar nicht leben – kein Essen, keine Miete, keine Kleider, keine KK nichts !

    • alam sagt:

      Der Grund warum so viele Mütter weiter arbeiten, statt zu Hause zu bleiben ist ja der, dass sie nicht für immer zu Hause bleiben möchten. Das Risiko dafür ist einfach zu hoch. Es geht ja nicht um die paar wenigen Jahre, wenn die Kinder noch klein sind, sondern um die vielen Jahre danach, wenn all die Mütter überhaupt nicht mehr ins Berufsleben einsteigen können.

    • Silvans sagt:

      top Antwort….

      • Antje Solveigh sagt:

        @maia: ich kenne nur Mütter, die die Erziehungsarbeit gratis leisten. Denn sobald sie wegen der Kinder aufgehört haben erwerbstätig zu sein, haben sie kein Einkommen mehr. Ob der Vater sein Geld teilt, ist irrelevant. Die Frage ist doch, wer profitiert davon, dass dieses Land noch leistungsfähige kommende Generationen hervorbringt? Alle! Unser Land! Dann sollten diese auch für die Erziehungsarbeit aufkommen!

  • alam sagt:

    Wenn ich keine gesicherte Kinderbetreuung habe, sage ich auch keinen Sitzungstermin mehr zu. Bemerkungen wie „Das Kind kann ja ruhig ein Büchlein anschauen“ ignoriere ich inzwischen. Sorry, wer konzentriert arbeiten muss, kann nicht nebenbei ein Kind betreuen. Nie.

  • alam sagt:

    Kind im Büro? Nein, nicht mal im Home Office geht das. Vielleicht gibt es ja wirklich solch anspruchslose Home Office Jobs, bei meinem jedenfalls musste das Kind ausquartiert werden. Immer.

  • Jürg. sagt:

    Wir Väter könnten als Beispiel vorangehen und die Babys mit ins Militär nehmen.

  • barceloneta sagt:

    so cool die zwei! schöne und friedliche fotos. und falls die kleine mal dazwischen ruft, realisieren auch die anderen, dass ihre politik die nächste generation betrifft.

    • Laurence sagt:

      die Bilder zeigen auch sehr schön, dass das Kind immer aktiver wird mit zunehmendem Alter

  • Widerspenstige sagt:

    Dieses ‚Frauenproblemchen‘ dürfte ein garantiertes Grundeinkommen regeln.

    • Sportpapi sagt:

      Hm, die flexible Elternzeit ist vom Tisch, vom garantierten (neuer Begriff?) Grundeinkommen wird weiter geträumt?

    • Widerspenstige sagt:

      Selbstverständlich, denn dafür werden sich vorallem junge Wählende interessieren sowie Frauen. Dieser Wähleranteil kann nicht früh genug dafür mobilisiert werden, Sportpaps. Keine Ahnung wieso Du von träumen plapperst, wenn Du es Dir nicht mal genauer durchgelesen hast. Dann informiere Dich doch mal etwas detailierter darüber unter ‚Raus aus der Sinnfinsternis der Lohnarbeit‘ von Theo Lehner in der N.Z.Z. von letzter Woche.

    • 13 sagt:

      @ Widerspenstige
      Ich bewundere Ihren Idealismus, aber bedingungsloses Grundeinkommen, Vaterschaftsurlaub oder Elternzeit, familienfreundliche Arbeitsmodelle, Schulen, in die die Kinder gerne gehen etc. etc. gehört in der Schweiz zu den „was der Bauer nicht kennt…“-Dingen! Etwas verändern? Um Gottes Willen, bloss nicht, im Zweifelsfall lieber nein stimmen. Wir haben es letzten Sonntag erneut erlebt. Ich kenn kein Land, in der die Existenzsangst derart gross ist, da wagt doch niemand was neues, aussergewöhnliches.

      • tina sagt:

        oh es sprechen gute gründe gegen ein BGE. aber die widerspenstige hat ja von einem garantierten grundeinkommen gesprochen, nicht von einem bedingungslosen. ein garantiertes grundeinkommen haben wir aber bereits

      • tina sagt:

        gute gründe gegen ein bge: entweder man würde das bge die sozialleistungen wie sie heute existieren ersetzen und/oder die mwst erhöhen. beides lässt die am unteren ende schlechter da stehen und vermutlich wäre es ausgerechnet für jene eben kein bedingungsloses einkommen (zum beispiel wenn die EL bestehen bleiben würden).

      • tina sagt:

        ausserdem glaube ich nicht, dass alle das bge bekommen würden. wer denn alle? ein klassensystem ist absehbar, und damit fällt „bedingunglos“ wiederum weg.

      • mila sagt:

        @13: Wer genau soll denn etwas verändern, es ‚richten‘? Die Politik, die Arbeitgeber? Das wird ohne Druck – und Kreativität – des Individuums nicht gehen. Zu fordern ist einfach, sich für etwas einzusetzen (mal abgesehen vom Einwurf des Stimmzettels), wäre schon um einiges anspruchsvolle. Und hier hapert es bei den meisten. Sie bleiben beim gescholtenen Arbeitgeber, der ihnen keine Teilzeit o.ä. gewähren will, weil ihr Job scheinbar ’sicher‘ ist – oft ohne Not. Weil man/frau in den meisten Fällen etwas anderes finden würde – vielleicht mit Abstrichen, aber mir wäre es das beispielsweise wert (und ist es mitunter so manchem Vater anscheinend auch). Haben Sie jemals betriebsintern vorgeschlagen, dass Mütter/Väter in Ihrem Betrieb – sofern die Räumlichkeiten dazu vorhanden sind – ein gemeinsames Still-/Kinderzimmer einrichten könnten, wo man sich stundenweise in der Betreuung abwechseln könnte? Man könnte mit ein, zwei Tagen beginnen, um zu schauen, wie das Konzept in der Praxis klappt.

        Sie haben das nicht getan? Nun, dann sind die weiter, die sich immerhin zu einem gemeinsamen Mittagstisch auf dem Dorf zu organisieren wissen. Persönlich kenne ich einen jüngeren Mann, der die diesbezügliche ‚Not‘ seiner Kolleginnen (und seine eigene) erkannt hat. Er hat sich hingesetzt, einen Business Plan erstellt und eine private Kita eröffnet, wo auch sein Kind betreut wird. Die Einrichtung kann sich vor Anfragen kaum retten.

      • tina sagt:

        oh schade, ich hätte mich über eine reaktion von der widerspenstigen gefreut

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es ist nicht überraschend, dass es schwierig ist ein bewährtes Modell einzutauschen gegen etwas Neues, Unbekanntes. Das ausserdem für viele keine Vorteile bringt.

      • Martin Frey sagt:

        @tina: Die gute Dame reagiert meistens nicht mehr wenn es inhaltlich zur Sache geht. Vielleicht liegt es aber auch nur an der hausgemachten Begriffskonfusion, wer weiss?
        Unter dem Strich wüsste ich nicht, was substantiell für ein BGE sprechen könnte. Wenn man dann sogar ominöse „Frauenprobleme“ zu lösen verspricht, dann wissen wohl auch die Initianten nicht so recht wohin es gehen soll. Letztendlich wird daher auch dieser jüngste unausgegorene Versuch zum Radikalumbau unserer Gesellschaft den selben Weg nehmen wie die Versuche zuvor.
        Nur mit Existenzangst hat das weniger zu tun, sondern vielmehr mit Vernunft.

  • Himmuherrgottsdonner sagt:

    „Vereinbarkeit“ ich kann schon nicht mehr lesen oder hören.
    Habe daran geglaubt bis das Kind da war. Seit wir nicht mehr zu Hause
    auf dem eigenen Hof arbeiten haben wir ein Problem mit der Vereinbarkeit.

    Jetzt würde ich auch eher zu Nacheinander raten als alles gleichzeitig in einen Tag, der eben doch nur 24h hat, reinzuquetschen.

    Wir sind in der Regel von 18 bis 65 erwerbstätig. Rund 45 Jahre arbeiten fast alle. Wieso kann man nicht 2 Jahre davon sich einer anderen Arbeit widmen, die für die Gesellschaft auch enorm wichtig wäre, und deshalb finanziell von allen mitgetragen werden könnte (anstatt versteckt via KiTa-Kosten von Steuerabziehen) Lasst doch junge Eltern mal 2-4 Jahre sich selbst um die Erziehung kümmern, anstatt diese teuer zu delegieren, und vor lauter Doppelbelastung zu zerbrechen. Den Babys kommt sicher auch zu Gute, wenn sie nicht von Anfang an den Alltagsstress mitmachen müssen und unter Trennungsstress leiden.

    2 Jahre bezahlte Elternzeit für die Eltern, die die Verantwortung für die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder in den sensiblen Babyjahren selbst wahrnehmen möchten. Danach sind die Kleinen aus dem „Gröbsten raus“. Haben keine Freude an Gurus-Dada-Spielen mehr, weil sie gelernt haben, dass auch etwas existiert, das sie nicht sehen, und leiden nicht mehr unter der Trennung weil ihre Eltern ausser Haus arbeiten gehen (müssen/wollen).

    • Martin Frey sagt:

      @Himmuherrgottsdonner:
      2 Jahre bezahlte Elternzeit tönt natürlich super. Es gibt dabei nur zwei Fragen:
      – wer bezahlt das?
      – wer will das?
      Nicht alle, aber viele Eltern sehnen ja die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit richtiggehend herbei, und würden (wenn sie ehrlich sind) 2 Jahre Fulltime 24/7 Rundumbetreuung ihrer Sprösslinge gar nicht aushalten…

    • Widerspenstige sagt:

      Eine flexible verlängerte Elternzeit hilft natürlich enorm und stand ja in den Startlöchern bis vor diesem Wahlsonntag. Jetzt kann so eine politische Lösung vergessen werden für die nächsten 4 Jahre und Eigeninitiative gefragt sein. Völlige Auszeit über 2 Jahre katapultiert eine Mutter je nach Berufsfeld ganz schön ins Abseits. Da muss sie ein Fuss in ihrem Berufsfeld als Teilzeiterin/Ferienablösung belassen. Es gäbe bestimmt Lösungsansätze in dieser Zeit wie gewisse Arbeiten von Zuhause aus zu erledigen oder als Aushilfe/Ablösung sporadisch an Wochenenden und/oder sporadisch bei Krankheitsfällen einzuspringen. Auch hier eine Frage der Organisation der Arbeitsteilung und Flexibilität beider Seiten je nach Branche.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Home-Office ist ja okay für alle, die in einen Bürojob haben. Nur arbeiten nicht alle Menschen in einem Büro.

    Ich glaube nicht mehr daran, dass sich dieses Problem politisch lösen lässt. 97 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz sind KMU, von denen wiederum die Meisten unter 20 Angestellte haben.

    Mit der zunehmenden Fragmentierung des Arbeitsmarktes wird sich eine Lösung der Vereinbarkeitsfrage von ganz alleine ergeben. Die weiterhin absehbare Stagnation bei den Reallöhnen wird den dazu notwendigen Beitrag leisten: Paare, denen die Kohle fehlt, werden sich in Zukunft zu helfen lernen müssen. Not macht ja bekanntlich erfinderisch!

  • Hotel Papa sagt:

    Ist lange her, aber bei uns ging das relativ problemlos, da privilegiert. Die Mutter war Handwerkerin im eigenen Werkstattladen.

    Das ist dann wirklich VerEINbar, und nebenbei bekommen die Kinder gleich mit, was Arbeitswelt ist. Nicht unbedingt Industrie, aber Produktionsarbeit.

    • Kta sagt:

      Das tönt ja alles gut und schön, und ist mit viel gutem Willen vielleicht auch mit einem Kind machbar – was aber wenn man zwei oder gar mehr Kinder hat?

  • Hans sagt:

    Stelle mir gerade vor, wie unser Kind an der Sitzung mit den Unternehmern und Bauherren teilnimmt. Wäre garantiert recht lustig…

    • Hotel Papa sagt:

      Geht. S.u. Das gab ab und zu filmreife Szenen.

      • Hans sagt:

        Glaub ich sofort. Aber wenn man mit dem Bauherrn, dem Baumeister und dem Ingenieur über 20 Mio. teure Siedlungen diskutiert, hat man definitiv weder Zeit noch Nerven, ein kleines Kind zu betreuen. Definitiv nicht!

      • Hotel Papa sagt:

        Sooo klein war das Kind nicht; Betreuung hat es keine mehr gebraucht. Aber sich an der Sitzung/Besprechung beteiligt. 😀

      • Hotel Papa sagt:

        So ein ganz ungewohnter Standpunkt kann auch bei einem 20 Mio. Projekt Augen öffnen…

  • Sportpapi sagt:

    Neben allen grundsätzlichen Vorbehalten überlege ich mir gerade, was wohl die Kinder dazu meinen. Einmal mit dem Papa zur Arbeit ist ja ganz lustig (das habe ich als Kind auch erlebt – bereits ab der zweiten Stunde ware es langweilig). Für den Notfall – warum nicht. Aber regelmässig?

  • André sagt:

    Warum so kompliziert? Die Problematik ist seit langem bekannt, die Lösungen auch. Nur werden sie in der Schweiz nicht angewandt. Mehr Krippenplätze, Firmeninterne Kinderbetreuung (nicht im Büro, sondern in firmeneigenen Krippen wo dies geht), Fördergelder für Fremdbetreuung, mehr flexibilität für die Arbeitnehmer (auch für die Väter die nicht einmal offiziell einen Vaterschaftstag bekommen) , etc.
    Aber bei dem kinderfeindlichen Klima und den alten Stereotypen die in den Kommentaren auftreten (Kinder stinken, schreien…Erwachsene auch!), wird in absehbarer Zeit nicht viel passieren. Vielleicht kommt ja Bewegung in die Thematik, wenn die Immigrations-Begrenzung in Kraft tritt und der Fachkräftemangel akuter wird.

  • Christoph Bögli sagt:

    Frau Kohler hat grundsätzlich recht, dass das Gerede von „Vereinbarkeit von Arbeit und Familie“ eine reine Worthülse ist. Allerdings verfehlt sie die Chance, darauf basierend die Problematik grundsätzlicher zu hinterfragen, und schlägt stattdessen nur in die gleiche Kerbe mit einem neuen, für alle Nicht-CEOs weitgehend unpraktikablen Vorschlag, der die eigentlichen Probleme höchstens überdecken würde. Denn das Problem ist eben strukturell und betrifft damit auch nicht nur Mütter und Väter (!), sondern die ganze Arbeitswelt. Die (vermeintliche) Dominanz der Arbeit über das Leben, der Zwang zu Präsenz und „Karriere“, betrifft alle und solange das nicht grundsätzlich überdacht wird, ist alles andere nur Symptombekämpfung..

    • Muttis Liebling sagt:

      Strukturell betrachtet steht in einer sich selbst als Leistungsgesellschaft betrachtenden Kultur die Erwerbstätigkeit über der Familie. Angriffe oder Vorschläge unterhalb der Struktur gehen deshalb ins Leere. Auch ohne die Theorie dazu kennt das jeder Bürger eines neoliberalen Staates.

      Veränderungen können entweder nur in der Struktur, oder gegen die Struktur erfolgen. In der Struktur wäre es Freiberuflichkeit (was prinzipiell auch der Status einer EU- Parlamentarierin oder einer Spitzenmanagerin ist), gegen die Struktur (Betriebs-) Kindereinrichtungen.

      Der Migros würde letzteres nicht die Bilanz verhageln und könnte das theoretisch unter Werbung abbuchen. Wenn es in der Bevölkerung akzeptiert wäre und damit einen Werbeeffekt hätte.

      Hat es aber nicht und nun darf man nachdenken, warum das so ist.

  • Christoph Bögli sagt:

    Das Beispiel von Licia Ronzulli mag ja herzig aussehen auf Bildern, ist aber letztlich für alle dort eine Zumutung. Ich hatte selber schon Situationen, in denen Eltern mit ihren Kleinkindern in meine Präsentationen oder Vorlesungen reingestolpert sind, natürlich zu spät, und nach spätestens 5 Minuten geht das Geschrei los, das sie am Ende wieder raus zwingt, dann versuchen sie es wieder, usw. Am Ende halt ein Riesentheater das alles andere verdrängt und damit letztlich eine Frechheit gegenüber all jenen ist, die dort ernsthaft am Arbeiten/Studieren sind.

    Kinder mit an den Arbeitsplatz zu bringen ist also spätestens dann ein völliges Unding, wenn dieser Arbeitsplatz mit anderen geteilt wird und diese dadurch beeinträchtigt werden. Zumal das Ganze auch konzeptionell nicht sehr sinnvoll wirkt, da die vermeintliche Freiheit alle noch viel mehr zu Sklaven der Dauerpräsenz macht, während die Produktivität vor lauter Multitasken vollends in den Keller geht..

    • hot chili sagt:

      Geht mir genauso. Würde es nicht einmal fünf Minuten aushalten. Reicht schon das Einkaufszentrum vormittags, das ist dann, wenn die vereinigten Königsmütter mit Ihren lärmenden hochadligen Nachkommen, samt behindernden Kinderwagen unterwegs durch die Läden sind. Horror! Es wäre wirklich mal zu überlegen, ob vor diesen Geschäften nicht auch eine Verbotstafel mit einem durchgestrichenen Kinderwagen (wie bei Hunden) angebracht werden sollte.

      • AzM sagt:

        Komisch, ich als frisches Mami wähle bewusst den Vormittag zum Einkaufen, also möglichst früh, dass ich ja nicht die Menschen nerve, die zB frei haben oder nach der Arbeit/über Mittag einkaufen müssen. Wann soll ich denn bitte schön einkaufen gehen?

  • Stevens sagt:

    Das Problem ist eine falsche Erwartungshaltung und die äussert sich in folgendem Begriff: Vereinbarkeit.

    In den Begriff „Vereinbarkeit“ interpretiert man, dass Beruf und Familie zur gleichen Zeit möglich sind, also „eins“ werden. Das geht aber nicht. In Wirklichkeit ist es ein Nebeneinander. Es gibt eine Zeit für die Familie und eine Zeit für den Beruf.
    In der Familienzeit kommt der Beruf nicht vor, in der Berufszeit ist man für den Arbeitgeber tätig und nicht für die Familie verfügbar.
    Es ist also keine Vereinbarkeit, es ist ein Nebeneinander.
    In den Begriff „Nebeneinander“ werden viel weniger Erwartungen gesetzt.
    Es wäre also langsam an der Zeit, ehrlicherweise vom „Nebenenander von Beruf und Familie“ zu sprechen, statt von der „Vereinbarkeit“.

    • Muttis Liebling sagt:

      Oder Nacheinander, dann gäbe es weder Probleme noch Diskussionsbedarf.

    • Widerspenstige sagt:

      Doch, es gibt nun mal Branchen, wo diese Vereinbarung von Familie und Beruf problemlos geht. Diese Branchen müssen einfach den Willen zur Umstellung haben, denn es gibt auch in einem KMU-Betrieb immer Arbeiten, die man still vor sich in erledigen kann und zu Routinearbeiten gezählt werden. Ob da noch ein Kleinkind mit seinem Spielzeug krabbelt, ist völlig irrelevant. Das ist eine Frage des Willens und weniger der Machbarkeit.

      • Stevens sagt:

        @Widerspenstige: Manchmal erscheint es mir in solchen Kommentaren oder Blogbeiträgen als arbeite die ganze Schweiz im Büro

        Es gibt so viele Berufe, wo es schlichtwegs nicht möglich ist, nebenbei noch auf die Kinder zu achten. Allein schon wegen der Sicherheitsvorschriften: sorry, in einer Werkstatt, einem Labor, einer Baustelle oder überall wo man irgendwohin unterwegs ist, haben Kinder einfach keinen Platz.

      • Hans sagt:

        @WS: ich weiss ja nicht was sie arbeiten, aber wenn ich mich konzentrieren muss, dann stört unter Umständen sogar ein Telefon meines VIsavis. Dazu noch Kinderlärm? Nein danke, da kann ich gerade zuhause bleiben… und mein Arbeitgeber und meine Auftraggeber bezahlen mich nicht, um aufs Kind aufzupassen und ständig den Faden zu verlieren, und dreimal solange für die gleiche Arbeit zu haben.

  • Tom Gyger sagt:

    Kommt in meinem Büro nicht in Frage.
    Entweder – Oder.
    Habe Kinder ohnehin nicht gerne.
    Ich mag den Geruch nicht, den Lärm, den Schmutz, die Fragen, die Kleider, die Unordnung,…
    Bei den Müttern erzeugt es Ablenkung, Aufregung, setzt falsche Prioritäten, es kommen unerwartete Situationen auf.
    Ich werde den Eindruck nicht los, dass Mütter glauben Vortritt zu haben, auf dem Bürgersteig, in den Läden, man müsse Ihnen helfen, unterstützen, inklusive die Kollegen.
    Aus diesen Gründen habe ich eine klare Meinung: nein zu Kinder am Arbeitsplatz.
    Logischerweise kann das jeder sehen wie er will (das hätte ja noch gefehlt) und machen wie er will.

    • Cybot sagt:

      Genau die typische rückständige schweizerische Einstellung. Bloss keine neuen Ideen an sich ranlassen.

      • Anastasia sagt:

        @Cybot: Warum rückständige Einstellung? MUSS den jeder Kinder mögen? Nein, man darf durchaus auch dazu stehen und dies auch sagen, dass man Kinder nicht mag. So wie man anderes auch nicht mag.

    • Jane Bissig sagt:

      Ich war früher ähnlich wie Sie genervt über Mütter auf Trottoirs, in der Migros und im ÖV, ging oft nur widerwillig aus dem Weg, verdrehte die Augen… Seit ich selber mit Kind unterwegs bin, schäme ich mich dafür. Mit einem Kinderwagen unterwegs zu sein ist echt mühsam. Und wenn ein grosser Teil der Leute sich weigert, Platz zu machen im Tram, wenn man einsteigt, fängt man halt irgendwann an, sich den Platz recht unfreundlich zu nehmen. Und dann ist man genau so eine Mutter, die „meint, sie habe überall Vortritt“. Irgendwoher müssen die Kinder ja kommen (sagte eine liebe ehemalige Chefin von mir) und irgendwo sind sie dann halt und verbreiten ihre Geräusche und manchnal Gerüche und brauchen Platz. (Das heisst nicht, dass man sie im Büro tolerieren muss.)

      Diese Unfreundlichkeit, Kindern, Müttern und auch Schwangeren gegenüber scheint auch ziemlich typisch Schweiz zu sein. Als ich einer italienischen Freundin erzählte, wie selten im ÖV jemand freiwillig aufsteht und einer Hochschwangeren Platz macht, war sie schockiert. In Italien lässt man Schwangere offenbar sogar beim Anstehen im Laden vor. Warum auch nicht?Se schleppt schlioesslich einen zukünftigen AHV-Zahler mit sich herum!

      Und noch ein Tipp: Wenn man Kinder nicht mag, lohnt es sich, mal eins kennenzulernen und sich echt draufeinzulassen. Dann merkt man nämlich, dass das kleine Menschen sind und nicht einfach eine quengelnde Gallertmasse und plötzlich hat man sie lieb.

      • Christoph Bögli sagt:

        Also das mit dem „zukünftigen AHV-Zahler“ finde ich immer noch absurd. Erstens degradieren solche Aussagen den (werdenden) Menschen zum reinen ökonomischen Faktor, dem man offenbar bloss deswegen Wertschätzung entgegen bringen soll, weil dieser mal einen hypothetischen Beitrag zu den Staatsfinanzen oder der Rentenversicherung leisten wird. Zweitens ist man nicht einmal in der Reduktion eines Menschen zur Kosten-Nutzen-Rechnung konsequent, denn ansonsten müsste man ja zugegeben, dass der „zukünftige AHV-Zahler“ keineswegs zwangsweise ein solcher ist und vielmehr für 20-30 Jahre ein hoher Kostenfaktor für die Gesellschaft darstellen wird, ohne Garantie, dass sich das mal auszahlt..

      • michu sagt:

        Immer das Märchen vom zukünftigen AHV-Zahler.
        Ich zahle ja jetzt auch schon an die AHV. Und via Steuern an die Kinder.

        Und wenn man sich auf Kinder einlässt und sie dann plötzlich sooo härzig finden, trifft eben nicht auf alle zu.
        Nicht mal auf alle Mütter/Väter.

        Und nur weil Sie selber betroffen sind, hat sich Ihre Meinung geändert? EGO.

      • Malena sagt:

        Liebe Jane, danke für Ihren selbstreflektierten Beitrag. Und sorry dass ich ihn als Aufhänger für eine Kritik benutze. Bitte nicht persönlich nehmen… 🙂
        Und zwar: Sie haben früher nur widerwillig Platz gemacht und sich über Mütter genervt, und nerven sich heute über Menschen die nur widerwillig Platz machen. Das zeigt doch, dass wir einer gewissen Selbstbezogenheit unterliegen, und die Welt um uns herum (politisch, gesellschaftlich…) immer an unsere momentanen Bedürfnisse anpassen wollen. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal. Gleichzeitig gilt: Wenn wir Lösungen finden wollen die für alle (auch für Minderheiten) funktionieren, bedingt das eine gewisse Kompromissfähigkeit und Verständnis für andere Lebensrealitäten und Bedürfnisse. In homogenen Gruppen und durch selektive Wahrnehmung (Bestätigung unter Gleichdenkenden, andere Meinungen werden ausgeblendet, unsachlich weggewischt oder verteufelt) kann gefährliches Scheuklappendenken entstehen. Das Gegenmittel? Offenheit bewusst praktizieren, eigene Meinungen immer wieder kritisch hinterfragen, sich nicht an Shitstorms beteiligen und stattdessen so an Diskussionen beteiligen, dass ein Umdenken auf der Basis von guten Argumenten stattfinden kann.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist zwar eine reaktionäre Beschreibung, aber im Kern korrekt. Man löst Probleme, indem man Interferenzen, in der Politik Filz genannt, abbaut, nicht neue aufbaut.

      Arbeitsrechtlich sind Kinderlose mit Eltern gleich gestellt, das entspricht dem Gleichheitsgebot. Wenn ich eine Arbeitsvertrag habe, vermiete ich x Stunden meiner Zeit gegen Geld und verliere im Gegenzug die Kontrolle über die Zeit.

      Wenn man da Ausnahmen einführt, verkompliziert das nur die Struktur und führt tendenziell zu schlechteren Lösungen, weil mit mehr inneren Abhängigkeiten behaftet.

    • Peter Megert sagt:

      Nicht rückständig…er mag schlicht keine Kinder. Ich selber mag Kinder sehr und habe deswegen, als meine Kid’s klein waren den Job reduziert damit meine Frau auch noch zur Arbeit (und somit aus dem Haus) kam. Da mussten wir halt auf so einigen Luxus verzichten, dafür hatten wir es schön mit unseren Kindern. Sie waren nie in einer KITA. Je grösser sie wurden, desto mehr Zeit konnte wieder in Beruf und Karriere gesteckt werden.

      Für unsere Kinder fanden wir es besser, dass sie an der frischen Luft im Park „umewgägelet“ werden, statt wie ein Baby-Känguru am Körper der Mutter bzw. des Vaters im Büro rumzuhängen.

      Vielleicht sollte man sich vor dem Gründen einer Familie bewusst werden, was Kinder haben bedeutet. Gerade in den ersten Jahren brauchen sie enorm viel Zuwendung …eine „Investition“ die sich lohnt… und nach 5 Jahren gehen sie eh schon in den Kindergarten und man(n)/frau hat wieder mehr Zeit.

      • Reto sagt:

        @michu: Befürchte, Sie haben das System „AHV“ noch nicht ganz durchdrungen. Was Sie heute mit Ihren Beiträgen an die AHV zahlen, geht mit einer Rücklage von etwa 6 Monaten an die heutigen Rentnerinnen und Rentner geradewegs wieder raus. Gibt es nicht genug Nachwuchs, blutet ein Generationensystem wie die AHV aus. Das ist ein Fakt und insofern stimmt die Bemerkung mit den zukünftigen AHV-Zahlern sehr wohl.

  • Martin Frey sagt:

    @Malena: 😀

  • Ulrich Gassner sagt:

    „Ebenfalls viel besungen ist die Weisheit, dass es ein ganzes Dorf braucht, um ein Kind aufzuziehen.“
    Unsinn. Um ein Kind aufzuziehen, braucht es Eltern, kein Dorf.

    • ABC sagt:

      Nein um ein Kind aufzuziehen braucht es Bezugspersonen. Und mehr als zwei sind sicher gut. Ich bin froh haben meine Kinder mehr Bezugspersonen als nur uns Eltern. Denn wir bringen ihnen viel bei, alles können wir aber nicht. Ist doch super wenn dann noch andere helfen (Grosseltern, Tanten und Onkel, Nachbarn, LehrerInnen). So lernen sie verschiedene Sicht- und Vorgehensweisen. Und spätestens in der Pubertät ist sind sie wahrscheinlich froh bei Problemen sich auch mal an jmd anderen wenden zu können als die ’nervigen‘ Eltern – I remember 😉

  • Malena sagt:

    Kämpfen zum Cüpli trinken? Ok, tönt aufregend. Aber wofür genau? Für Büroräume mit integrierter Kinderbetreuung? Oder für „Veränderungen auf hoher politischer und wirtschaftlicher Ebene“? Und welche genau? Bin noch nicht ganz überzeugt vom Rebranding…

  • Lina Weber sagt:

    Bin absolut einverstanden mit den Kommentaren, dass sich dies für ein Grossteil der Arbeitsstellen nicht einrichten lässt. An der Kasse, am Schalter, in der Produktion ist das kaum möglich. Bei vielerlei anderen (Teilzeit-)Berufen, bei denen am Ende primär das Resultat zählt und nicht die reinen Präsenzstunden, liesse sich das Modell besser umsetzen. Wieso nicht einmal ausprobieren, wie sich das Kind im Büro verhaltet? Dieses Modell erfordert einge gewisse Flexibilität von beiden Seiten: vom Arbeitgeber eine geistige, um den Versuch zu wagen und der Mutter zu vertrauen. Von der Arbeitnehmerin/Mutter eine praktische, dass sie vielleicht auch 8 Stunden präsent ist, aber vielleicht nur 6 davon als Arbeitszeit aufschreibt. Und dass sie kein extra eingerichtetes Kinderzimmer 😉 erwarten kann.

  • Anastasia sagt:

    Kinder gehören nicht an den Arbeitsplatz. Das eine ist die Arbeitswelt und das andere ist das Privatleben. Als Arbeitgeber würde ich mich schön bedanken wenn es in meiner Firma zugehen würde wie in einer Kindertagesstätte. Ich glaube kaum, dass da effektives Arbeiten noch möglich wäre.

    • Cybot sagt:

      Lustiger Kommentar, weil es gerade die Arbeitgeber sind, die das dann selber machen. Chefinnen insbesondere kennen da oft nichts, da werden auch gerne mal Praktikanten als Kinderbetreuer eingesetzt.

    • 13 sagt:

      Na ja, da mein Arbeitgeber auch die Erwartung hat, dass ich an meinen freien Tagen ein What’s App beantworte oder eine E-Mail lese, sehe ich nicht, warum es umgekehrt ein No Go wäre. Ich denke, viele stellen sich das einfach so vor, dass das Büro aussieht wie bisher, die Leute gleich arbeiten, wie bisher und dazwischen rennen einfach unkontrolliert ein paar Kinder herum und wischen ihre Nutella-Finger an den Bildschirmen ab. Das ist kaum die Meinung, sondern ein System, der beides ermöglicht: Teilzeitarbeiter, die einen ganzen Tag im Büro sind, nur 60% des Tages arbeiten und dazwischen eben längere Pausen mit ihren Kindern machen, eine Person, die sich kümmert oder Schichten zwischen den Eltern, wer wann schaut, eine zweistündige Mittagspause in der man/frau auch auf den Spielplatz kann. Ein Raum als Kinderzimmer etc. Wie gesagt, wenn der Wille da wäre.

      • Stevens sagt:

        @13: Mich stören zwei Dinge:
        1. Wenn man diese Blogs liest, hat man das Gefühl, die ganze Schweiz habe einen Bürojob mit flexiblen Arbeitszeiten. Was ist mit den ein, zwei Jobs, welche nicht im Büro stattfinden, sondern in einem Labor, im Operationssaal, bei Kunden, draussen?
        Oder nur schon die Sekretärin am Schalter beim Empfang, welche zu gewissen Zeiten da sein MUSS

        2. Gerade solche bei solchen flexiblen Arbeitszeitmodellen können sich theoretisch schnell Probleme mit dem Arbeitsrecht ergeben.
        Es kanns auch nicht sein, dass man Arbeitsmodelle anstrebt, welche problematisch sind bezüglich Arbeitsrecht.
        Leidtragende sind auch hier vor allem diejenigen mit tieferen Löhnen.

      • 13 sagt:

        Ach wie gern würde ich Ihnen eine Antwort geben, die auch ankommt, das scheint heute leider nicht zu gehen….

      • Sportpapi sagt:

        Das alles würde nur schon einen Systemwechsel bedeuten, dass Leistung und nicht Anwesenheit bezahlt wird. Und wie schwer es ist, Leistung angemessen zu bewerten und zu entlöhnen, wissen wir ja alle auch. Aber ja, theoretisch ist alles möglich.

      • mila sagt:

        @13: Gegen firmeninterne Krippen, wie Sie sie hier beschreiben, ist nichts einzuwenden. Nur wüsste ich nicht, weshalb ich bei einem 60% Pensum den ganzen Tag im Büro zerstückeln sollte – lieber wäre ich nach dem Mittag früher draussen. Aber das könnte ja jedem nach persönlicher Vorliebe freigestellt werden – solange die gemeinsamen Verpflichtung (angesetzte Besprechungen, Meetings etc.) nicht kontinuierlich darunter ‚leiden‘.

        Umgekehrt hiesse das sicher auch, dass Meetings vorzugsweise nicht zu Randzeiten angesetzt werden, um wiederum den Eltern entgegenzukommen – aber dies klappt in vielen (globalen) Unternehmen meiner Erfahrung nach bereits. Was weniger gut klappt, ist allgemein die Erreichbarkeit ausserhalb von Bürozeiten. Hier sehe ich nicht, weshalb das Individuum solchen Arbeitgeber-Wunschvorstellungen über ein vernünftiges Mass hinaus entgegenkommen sollte oder müsste. Dies ist jedoch mancherorts bereits ‚gängige Praxis‘, und wer dabei nicht mitspielt, hat bezüglich beruflichem Fortkommen eher schlechte Karten.

      • mila sagt:

        Ergänzung: dies meine ich mitunter, wenn ich sage, dass so manche ‚Vereinbarungsfreiheit‘ sich am Ende als unvorhergesehene Belastung auf Kosten des Arbeitnehmers entpuppen kann. Dem Arbeitgeber, der flexible Modelle (Home Office inkl. Firmenlaptop und Firmenhandy, ‚Output-Orientierung‘ mit beschränkten Büro-Präsenzzeiten – unter gesteigerter Allgemein-Erreichbarkeit – sowie Teilzeiten, die sich als verkappte Vollzeiten entpuppen) anbietet, ist es nämlich wurscht, wenn die/der Mitarbeitende um zehn Uhr abends oder am Ferienstrand noch den täglichen E-Mail-Verkehr regelt. Dem Partner aber womöglich nicht. Und ja, ich würde behaupten, dass das physische und psychische Wohlbefinden der allermeisten auf Dauer darunter leiden würde – Studien zur zunehmenden Arbeitsbelastung scheinen in diese Richtung zu weisen, und besagte Belastung tritt signifikant in Kombination mit neueren Modellen auf.

      • mila sagt:

        Ich könnte es auch über-spitzter ausdrücken: mir scheint gelegentlich, dass gerade wir (gebildeten) Frauen mitunter das ‚patriarchalische‘ Joch gegen ein zunehmend ‚ökonomisches‘ getauscht haben, und das ohne uns zunächst zu fragen, ob die ‚flexibilisierte‘, also weitestmöglich flexibel einsetzbare ‚Arbeitskraft‘ im Austausch gegen Erwerb tatsächlich auch unseren Bedürfnissen entspricht. Wobei ich Herr Bögli auch hier recht gebe, wenn er schreibt, dass die „(vermeintliche) Dominanz der Arbeit über das Leben, der Zwang zu Präsenz und ‚Karriere'“, am Ende uns alle betrifft.

      • Marco sagt:

        „Wenn man diese Blogs liest, hat man das Gefühl, die ganze Schweiz habe einen Bürojob mit flexiblen Arbeitszeiten.“

        Den Eindruck bekomme ich auch immer wieder. Offenbar möchten die elitären Karriereeltern mit solchen Forderungen die Klassengesellschaft besiegeln: Während es als Skandal erscheint, dass die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie der schweizer Mittelstands-Bürolisten noch nicht so wie bei der Yahoo-Chefin ist, haben alle „normalen“ Angestelten schön weiterhin personelle Ressourcen zu bleiben.

  • Dayoub sagt:

    Das ist ein Theater!

  • Muttis Liebling sagt:

    «Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie!» – dies fordern alle. Durch ewiges Wiederkäuen ohne wirkliche Veränderung …

    Damit ist alles gesagt. Warum wird dann doch ein absolut untauglicher Ansatz wiedergekäut? Erstens fordern das längst nicht alle, eher nur eine Minderheit und zweitens sollte man nach Jahren der nutzlosen Diskussion die Strategie als Ganzes auf den Prüfstand stellen.

    Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, falls überhaupt gewünscht, stellt man nicht über Veränderungen im Berufsleben her! Das wäre wie bei Regen um besseres Wetter zu beten, statt den Regenschirm zu benutzen.

    Am Arbeitsplatz gibt es keine Mütter und Väter, nur Arbeiter und Angestellte. Wer auch im Berufsleben Mutter sein will, versteht die gesellschaftliche Funktion ‚Erwerbstätigkeit‘ nicht, die etwas ganz anderes ist als die Arbeit einer nativen Mutter z.B. aus Zentralafrika.

    Alle Vorschläge in Richtung Modifikation des Arbeitsverhältnisses im Sinne Teilzeit werden wegen mangelnder Verhältnismässigkeit ungehört verhallen. Völlig zu Recht. Was aber funktionieren würde, aus ökonomischen Gründen wenigsten in CH nie in Frage kommt, sind Betriebskindergärten. Das war in der DDR Standard.

    Das universelle Modell ist die sequentielle Biographie. Kinder und Beruf finden nacheinander, nicht gleichzeitig statt. Dann gibt es die Frage, welche sich als rein konstruiert darstellt, nämlich durch unkluge Lebensplanung erzeugt, erst gar nicht.

  • Martin Frey sagt:

    Die Vorschläge sind, mit Verlaub, in der Tat ungefähr so einfallsreich und nützlich wie der Wunsch nach Weltfrieden bei einer Misswahl. Denn wenn man die Lebensverhältnisse und Möglichkeiten einer Chefin eines Weltkonzerns als Vorbild heranzieht (die durchaus auch unwidersprochen ein ganzes Stockwerk abreisen lassen könnte um mit dem Kinderwagen durchzukommen), dann sind wir definitiv im Elfenbeinturm angekommen. Deren Mittel sind auf das Gros der arbeitstätigen Mütter ungefähr so übertragbar wie das medial inszenierte Nichtstun einer Europaparlament-Abgeordneten. Was soll die Frau an der Migroskasse damit anfangen? Die Streifenbeamtin, die Krankenschwester, die Raumpflegerin? Genauso wie es Frauen gibt die kein cüpli trinken, sei es weil sie es nicht mögen oder weil sie es sich nicht leisten können, ist diese Diskussion nach meinem Empfinden mantramässige Phrasendrescherei, allenfalls für ein paar wenige Frauen mit geeigneten Positionen und Möglichkeiten einen Gedanken wert.

    • mmx sagt:

      Da gebe ich Ihnen recht. Stelle mir gerade vor, wie das in unseren ohnehin schon lauten und hektischen Sitzungen wäre, wenn da noch ein paar Kleinkinder die Geräuschkulisse mitgestalten. Solche Vorschläge sind schlicht nicht praxisnah. Vielmehr produziert sich die Autorin hier mit einem Text, der von einer Einfallslosigkeit sondergleichen zeugt. Oder die Frau hatte noch nie einen Job, der auch ohne Kind, egal ob von Frau oder Mann, das Limit abverlangt.

    • 13 sagt:

      @ MF
      Wieso nur Frauen? Haben die Kinder keine Väter? Und etwas Fantasie dürfte schon erwartet werden. Ich habe gestern unser Haus mit Baby auf dem Rücken geputzt. Aber eine Raumpflegerin könnte das nicht? Ein grösseres Migros wäre nicht in der Lage einen Raum einzurichten als firmeninterne KITA, die es der Verkäuferin erlauben würde, nah beim Kind zu sein? Ich sage ja nicht, es ginge überall, aber oftmals wäre es machbar. Wenn der Wille da ist und daran scheitert es oftmals…

    • Cybot sagt:

      Bei der Polizistin und der Krankenschwester wäre das wahrscheinlich tatsächlich schwierig. Aber warum bei der Raumpflegerin? Die Arbeit ist auch nicht härter als die der Reisbäuerinnen in Südostasien, die das genau so machen. Ganz sicher ginge es aber bei vielen Bürojobs, die heute die grosse Masse der Jobs ausmachen. Natürlich funktioniert es nicht überall, aber nur die Ausnahmen herauszupicken, hilft sicher nicht weiter.

    • mila sagt:

      @13: Vielleicht bin ich da einfach anders gestrickt als andere, aber: wenn ich mich auf die (Erwerbs-)Arbeit konzentrieren möchte, möchte ich mich nicht gleichzeitig (potentiell) auch aufs Kind konzentrieren müssen. Und umgekehrt gilt dasselbe. Sprich: für mich wäre das der Königsweg in eine sehr wahrscheinliche (Selbst-)Überforderung.

      Ich setze insofern ganz grundsätzlich ein Fragezeichen hinter solche ‚Vereinbarungsfreiheiten‘. Sie muten auf den ersten Blick sehr verlockend an – aber sind sie am Ende wirklich eine ‚Erleichterung‘? Und wenn ja, für (wie) viele?

      • 13 sagt:

        @ Mila
        Meine Worte: Es ist der Wille, der fehlt, wobei dieser durch die Angst vor dem Unbekannten oftmals mitbeeinflusst ist.

      • mila sagt:

        Ehrlich gesagt, sehe ich das unter einem eher ‚ganzheitlichen‘ Aspekt, wie Christoph Bögli weiter unten. Individuell mag für einige einiges mehr stimmen als für andere, da haben Sie sicher recht.

    • Martin Frey sagt:

      @13: Die Männer sind wie immer mitgemeint, es war aber die Autorin die ausschliesslich weibliche Beispiele vorbrachte. Zudem handeln die vorgebrachten Beispiele vom Säuglingsalter. Grundsätzlich halte ich an sich firmeninterne KITAS für einen gangbaren und guten Weg, gerade für Grossfirmen. Das Beispiel vom Privatstillzimmer mit personal nanny aus dem Hause Yahoo ist jedoch nicht von dieser Welt.
      @Cybot, 13: Sie können die Privatreinigung zuhause nicht mit Arbeiten für Reinigungsfirmen vergleichen. Das Ambiente, die Arbeitsumstände sind komplett anders, zuhause können Sie auch jederzeit die Pausen einlegen die es braucht, mit der dafür notwendigen Infrastruktur. Der Vergleich mit Reisbäuerinnen in der 3. Welt hinkt m. E. aus vergleichbaren Gründen ebenfalls. Dort ist zudem die Situation oft alternativlos, aber auch in vielerlei anderer Hinsicht.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Die Autorin hat gerade mal zwei prominente Beispiele gebracht, de halt weiblich sind, wenn Sie den Textlesen, kommen Sie darauf, dass Sie die Männer miteingeschlossen hat. Ihre allgemeinen Aussagen waren nur auf Frauen/Mütter bezogen, worauf ich reagierte, wenn es nur eine Unachtsamkeit und nicht ihre Meinung war, umso besser.
        „zuhause können Sie auch jederzeit die Pausen einlegen die es braucht, mit der dafür notwendigen Infrastruktur“
        Genau darum geht es in erster Linie, diese Infrastruktur und flexiblere Arbeitszeiten braucht es für dieses Modell, das wäre aber ohne grösseren Aufwand machbar. Eine Raumpflegerin, die abends die Büros putz kann genauso gut mit Kind 4 Stunden da sein, dieses dazwischen wickeln und stillen, wie auch 3 Stunden ohne Kind. Das macht für die Firma keinen Unterschied. Nochmals: sofern der Wille da ist 😉

      • mila sagt:

        Ich weiss nicht, aber meine ’soziale‘ Vorstellung geht eher in die Richtung, dass ich es der Raumpflegerin lieber ermöglichen würde, ihrer wenig beneidenswerten Arbeit erst wieder nachgehen zu müssen, wenn das Kind aus dem Still- respektive Babyalter raus ist. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass sie diese Arbeit lieber ‚in einem Zug‘, d.h. möglichst schnell erledigen würde. Und ihr Kind in dieser wenig prickelnden Arbeitsumgebung, umgeben von etwaigen Putzdämpfen, nicht unbedingt dabei haben möchte.

        Notabene: ich habe grössten Respekt vor Frauen, die sich auf diese Weise ihr Geld (dazu-)verdienen müssen. Meine Mutter hat dies zeitweise, neben einem Erstjob, auch getan.

      • 13 sagt:

        @ mila
        Es gibt ja keine Verpflichtung dazu. Wer es lieber in einem Zug machen würde, vielleicht während das Kind zu Hause etwas Papi-Exklusivzeit hat, soll das tun. Ist doch super. Aber ich kenne (aus meinem beruflichen Umfeld) einige, die froh wären, sie könnten auch nur ein bisschen arbeiten, aber haben keine Betreuung, kennen die Sprache nicht, haben hier kein Umfeld, das einspringen kann. Für sie wäre die Möglichkeit sehr willkommen, wenigstens ein bisschen das Gefühl zu erhalten auf eigenen Beinen zu stehen.

        PS: Es gibt einige Jobs, die ich viel schlimmer finde als putzen zu gehen (allen voran Telefonmarketing).

      • Martin Frey sagt:

        @13: Ich habe wohl ein etwas anderes, whs. schonungsloseres Bild der meisten Tätigkeiten im Reinigungsbereich als Sie.
        Oder denken Sie, dass Reinigungen in Grossgebäuden, Bahnhöfen usw., mit oft kalten Gängen, typischerweise nicht vor 21 Uhr abends, auf öffentlichen Toiletten usw. irgendwie kinds- oder gar säuglingsgerecht sind? Von einem Chef der wie ein Sklaventreiber hinter einem her ist, weil man die Arbeit nicht in der viel zu knapp gesetzten Frist zu seiner Zufriedenheit erledigt hat, ganz zu schweigen…
        Aber wie gesagt, es handelt sich dabei nur um ein eher zufällig gewähltes Beispiel, worüber man geteilter Meinung sein kann. Für das Gros der Berufstätigen, dabei bleibe ich, sind die Ueberlegungen der Autorin hinfällig bis hin zur Absurdität.

      • 13 sagt:

        Na ja, ich würde mal sagen, dass gerade diese Arbeitsbedingungen (was den Chef und die Fristen anbelangt, nicht die Arbeitszeit und die Temperaturen) nicht diejenigen sind, die wir dringend beibehalten wollen. Und wenn wir es eh ändern, dann doch bitte Richtung menschlich und familienfreundlich. Dass das aber den Gros der Beschäftigungen betrifft, bezweifle ich stark.

    • Paul sagt:

      Ich sehe da nicht ganz so schwarz. Selbstverständlich gibt es Berufe, bei denen auch ich mir das absolut nicht vorstellen kann. Aber es gibt eben auch viele Berufe, bei denen ich mich wirklich frage: Warum nicht?
      Einen Tag pro Woche mache ich auch Home Office und wenn meine Frau an dem Tag Dienst hat (ungefähr jede zweite Woche), dann ist es halt Home Office mit Kinderbetreuung. Konkret sieht das so aus:
      – Aufstehen, Duschen, eine Stunde arbeiten
      – Tocher aufnehmen, Frühstück
      – Tochter spielt Lego, ich arbeite 2.5 Stunden – sie stört mich wenn überhaupt, dann nur kurz.
      – Mittagessen kochen, essen
      – Tochter macht Mittagsschlaf, ich arbeite 2.5 Stunden
      – Zvieri essen, meine Frau kommt nach Hause, ich arbeite noch mal eine Stunde.
      – Wenn die Tochter im Bett ist, schiebe ich noch mal 1-2 Stunden nach.
      So komme ich problemlos auf mein Pensum, die Arbeit ist erledigt und meine Tochter weiss, dass ich jederzeit nur eine Tür weit weg bin.
      Als Kind habe ich auch viel Zeit in der Werkstatt meines Vaters verbracht, es war zwar kein ganzes Dorf, aber die Lehrlinge haben auch einen Beitrag an meine Erziehung geleistet (ich habe ganz tolle Flüche gelernt, zum Beispiel, oder dass man auch dann nicht weint, wenn man sich mit dem Stechbeitel bis auf den Knochen in den Finger säbelt). Und auch da war für mich klar, dass ich meine Spielecke habe, dass ich mich melden darf, wenn ich was brauche, aber dass ich die Erwachsenen grundsätzlich arbeiten lassen muss. Ich habe diese Zeit schön in Erinnerung.
      Mir ist aber klar, dass nicht jeder das Privileg von Home Office und Selbständigkeit hat. Aber ich meine doch, dass die Kinderbetreuung am Arbeitsplatz eigentlich besser möglich wäre, als wir uns das denken. Und ich bin absolut überzeugt, dass weder die Arbeitsqualität (entsprechende Erziehung vorausgesetzt) noch das Kind darunter leiden.

      • Josef sagt:

        Netter Vorschlag und durchaus bedenkenswert, hab das schon mehrere Male probiert, manchmal klappts manchmal halt nicht.
        Ihre Tochter, die 2.5 h alleine spielt und anschliessend 2.5 h Mittagschlaf macht ist aber so ziemlich sicher ein aussergewöhnlicher Einzelfall- oder- sie verbringen tatsächlich kaum ganze Tage mit ihr und haben deshalb von einem Tagesablauf mit Kindern keine Ahnung

      • Paul sagt:

        @ Josef: Sie unterstellen mir gerade, dass ich lüge, richtig?
        Und nein, sie spielt nicht einfach 2.5 Stunden vollkommen störungsfrei alleine. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich im Büro häufiger gestört werde (Du los mal…, nimmsch au en Kafi?, Hesch ghört, de Ruedi het…, usw).

      • Sportpapi sagt:

        Nach meiner Erfahrung endet das störungsfrei spätestens, wenn das Telefon (geschäftlich) läutet, was das Kind dann auch brennend interessiert.

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