Kind, Karriere und alles andere auch

Eine Carte Blanche von Nora Zukker*.

Mamablog

Ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt. Pippi-Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson im Film von 1969. (Allstar/Cinetext/Beta)

«Dann sind Kinder also kein Thema für dich?», fragte mich mein männliches Gegenüber bei einem Fest letzte Woche, als ich ihm von meinen Zukunftsplänen erzählte. Dass ich gerne eine Zeit im Ausland leben und arbeiten möchte, vielleicht ein weiteres Studium anhänge und dann gerne eine Firma gründen würde, um mich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren. Er schaute mich mit grossen Augen an. Ich begann, meine Pläne zu verteidigen, aber rechtfertigte eigentlich mich selbst.

Als Mädchen habe ich von Pippi Langstrumpf gelernt, dass Freiheit, Individualität und Eigenständigkeit wichtige Werte seien, was von der 68er-Generation vorgelebt wurde. Das ändert sich schnell, wenn man eine gesunde Endzwanzigerin ist, mit Eltern, die frisch im Ruhestand sind und nun Zeit hätten, den kleinen Emil oder die süsse Emma zu babysitten. Es gibt Frauen, denen ist die Familie das Wichtigste. Trotz Aussicht auf eine erfolgreiche Karriere stellen sie sich gerne für Jahre an zweite Stelle. Es lässt sich nicht wegreden, dass Mutterschaft zwar bis zu einem gewissen Grad einschränkt, ist aber keine Ausrede dafür, seine eigenen Ziele nicht zu verfolgen.

Männer kurz vor dreissig setzen sich mit der Kind-oder-Karriere-Frage weniger auseinander. Für das Maskulinum ist sie Mitte dreissig ein ernsthaftes Thema, welches aber auch noch vertagt werden kann, wenn die Freundin beispielsweise jünger ist oder ihre biologische Uhr nicht ganz so ohrenbetäubend tickt. Als Single höre ich aber immer wieder, dass ich mich vielleicht noch austoben wolle oder mir noch die Hörner abstossen müsse, bis ich dann auch für ein Stereoleben bereit sei. Das Leben in der Wir-Form, was in einer Familie angeblich seine Vollkommenheit findet, ist nach wie vor ein gesellschaftliches Paradigma, welches man auch 2013 nicht ohne Weiteres umgehen kann.

Ein Nullachtfünfzehn-Paradigma? Nicht zwingend, aber sicherlich elastischer zu betrachten, als es gegenwärtig getan wird: Vor dem Hintergrund heutiger Beziehungsmuster, wo Beziehungen kurzlebiger sind als früher oder in Patchwork-Familien gelebt werden und jüngere Menschen auch gerne seriell monogame Beziehungsstrukturen verfolgen, wird auch der Karrierebegriff neu interpretiert. Selbstverwirklichung lautet die bereits abgegriffene Parole. Selbstverwirklichung, die mit dem höchsten Mass an Glück und Zufriedenheit und nicht zwingend mit einem hohen Salär einhergeht. Ich würde lügen, wenn ich nicht die Sehnsucht nach einer langjährigen und aufregenden Partnerschaft hätte, worin sich wohl mein Wunsch, eine Heimat zu haben, widerspiegelt.

Aber nicht nur Mann und Kind, sondern auch Selbstverwirklichung kann Heimat sein und soll gelebt werden. Wenn ich mich fürs Muttersein entscheide, binde ich mich ein Leben lang an mein Kind. Wenn ich mich aber dagegen und für meine individuellen Bedürfnisse entscheide, dann möchte ich gerne aus der für mich vorgesehenen Rolle ausbrechen dürfen. Eine Frau verliert nicht ihre Identität, wenn sie Mutter wird. Ich will meiner Individualisierung nachgehen können und mich weder von überholten Vorstellungen der Idealmutter oder meiner Fruchtbarkeit unter Druck setzen lassen.

Die Frage nach Kind oder Karriere lässt sich in unserer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr mit einem Entweder-oder beantworten. Wir wollen das Sowohl-als-auch.

Nora Zukker

(Foto: Daniel Theiler)

Nora Zukker ist Autorin und lebt in Zürich. Sie gibt ihren Pflanzen Namen statt Wasser und ist Mitglied des Autorenkollektivs Index – Wort und Wirkung. www.norazukker.ch

107 Kommentare zu «Kind, Karriere und alles andere auch»

  • Rudi Buchmann sagt:

    Ich bin spät Vater geworden. Manchmal vermisse ich die Zeit schon, wo ich herumgereist bin und irgendwo anders gewohnt und gearbeitet habe. Und trotzdem denke ich, ich habe aus all den Chancen viel zuwenig gemacht. Heute habe ich eine Familie mit Kinder, Häuschen, Auto etc. Nur Haustiere gibt es noch keine. Und doch, es gibt kaum etwas schöneres, als jeden Morgen zu Fuss oder mit dem Velo lachend und singend meinen Sohn in den Kindsgi zu bringen. Diese Entwicklung habe ich nicht geplant, sie ist so gekommen. Kinder können auch in New York oder Paris zur Welt kommen.

  • Katrin sagt:

    Pippi Langstrupf als Vorbild – das Spielerische daran gefällt mir gut.

  • Pete sagt:

    ich verstehe einfach nicht wie man meinen kann das man sich selbst verwirklicht wenn man karriere macht und von morgens bis abends arbeitet?? ich arbeite um zu leben und nicht umgekehrt..ich habe schon so viele tolle und gut bezahlte jobs gehabt, aber trotzdem jedesmal kaum erwarten können wenn feierabend war und ich weg von der arbeit konnte. arbeiten ist für mich die grösste verschwendung von unserer knappen lebenszeit..schade bin ich nicht als frau geboren..denn familie ist das wichtigste.wie kann man familie gegen arbeit tauschen? versteh ich nicht??

    • Roland sagt:

      Geht mir auch so. Karriere ist da für mch eher ein Schimpfwort, obwohl man das, was ich mache und gemacht habe, auch Karriere nennt. Für die wirklich wichtigen Dinge im Leben bekommt man kein Geld: Familie, Liebe, Kunst, Kultur, Körper, Sport etc. Wenn ich finanziell einigermassen abgesichert wäre, würde ich sofort auf jede Art von Karriere verzichten… Karriere als Lebensziel – so ein Unsinn.

    • babuschka miro sagt:

      genau!auch wenn nicht alle tage „friede,freude,eierkuchen“herrscht:ich bin froh,dass ich mich zu hause verwirklichen darf!deswegen bin ich noch lange kein „müetti“.habe 3 aus-/&weiterbildungen gemacht und bin dennoch sehr gerne mit meinen kindern,im und ums haus aktiv…

    • Reinhold Kuder sagt:

      Bravo!! Dieser Glaube an Selbstverwirklichung durch Karriere ist für mich Zeit meines Lebens unbegreiflich gewesen und spiegelt nur die gestörte Abhängigkeit vieler von gesellschaftlicher „Anerkennung“. Liebe und erfüllte Beziehung zu unseren Mitmenschen sind so viel wertvoller. Und – haben all die unentwegt arbeitenden Menschen auf der Karriereleiter schon einmal über den Wert der eigenen Lebenszeit nachgedacht?

  • tina sagt:

    gerade als autorin ist man in einer beneidenswerten lage, hinsichtlich vereinbarkeit von beruf und familie.

  • Ahn Toan sagt:

    Wer emanzipiert ist, muss entscheiden, wählen. Nicht Emanzipierte können dies demjenigen überlassen, unter dessen schützender Macht sie stehen, sie müssen nicht entscheiden. Die Reaktion, „ich will alles“ ist die Reaktion eines unreifen Kindes, das noch nicht begriffen hat, dass Selbstbestimmungsrecht auch die Pflicht zur Selbstbestimmung beinhaltet. Mit der Macht über das eigene Leben kommt halt auch die Pflicht, dieses zu bestimmen.

    Es ist nicht schlimm, dass man selber für sich entscheiden muss, schlimm ist, selber keine Entscheidungsmöglichkeit zu haben.

  • Lea Camenzind sagt:

    Ihre Kinder werden sich bei Ihnen bedanken – wenn sie mit 20 Jahren eine Rentnerin zur Mutter haben werden. Schöne neue Welt.

  • rabe sagt:

    „Ich würde lügen, wenn ich nicht die Sehnsucht nach einer langjährigen und aufregenden Partnerschaft hätte, worin sich wohl mein Wunsch, eine Heimat zu haben, widerspiegelt.“
    Ich verstehe den Satz nicht. Sollte er nicht lauten: „Ich würde Lügen, wenn ich sagte, ich hätte nicht die Sehnsucht…“
    Bisschen peinlich für eine Autorin. Zum Artikel: Soll doch jede(r) machen, was er/sie will. Niemand verlangt eine Rechtfertigung pro oder contra Kind. Allerdings haben Leute mit Kindern wohl mehr zum Thema zu sagen, da sie als ehemals Kinderlose den Unterschied kennen, im Gegensatz zur Autorin.

  • Raphaela sagt:

    Nachdem ich mich auch immer rechtfertigte, dass bei uns beide Elternteile arbeiten, tritt nun folgendes ein – die Firma des Mannes wird verkauft und er weiss nicht, was passieren wird – vielleicht steht er in drei Monaten auf der Strasse. Nun bin ich grottenfroh, dass wir uns für diesen Weg entschieden haben, und nicht sofort in Panik verfallen müssen – trotz hoher Fixkosten, die man mit 2 Kindern eben hat. Nicht immer nur auf Karriere schauen, sondern auch auf den Wandel, welcher schnell überall eintreffen kann.

  • Francesca sagt:

    Kinder zu haben ist eine grosse Herausforderung. Sie springen einem mitten ins Herz, und nach der Geburt/Adoption ist nichts mehr wie vorher. Diese einmalige Liebe fördert einen Altruismus, den man sich vorher nicht hätte vorstellen können und ist erst noch beglückend. Dieses Gefühl kann man niemandem vermitteln, der es nicht erlebt hat. Vieles ist einfach nicht mehr so wichtig. Aber nicht alles: Der eigene Beruf, die intellektuellen Bedürfnisse bleiben. Es hat keinen Sinn, Leute den Haushalt machen zu lassen, die sich darob zu Tode langweilen. Wer haushalten hingegen mag, soll es doch tun!

  • Axel Döll sagt:

    Anarchie unterm Limonadenbaum.
    Kann man das hier voll ausdiskutieren? Mit Sicherheit nicht! Wirres Gedankengut eignet sich nicht Schwierigkeiten rechtzeitig zu erkennen, bevor sie zu schwierig sind. Also Energie in etwas zu verschwenden, was es nicht wert ist. Bewusstsein und Energie in eine Richtung zu investieren, die auch in 20-30 Jahren noch Glück bedeutet, ist verdammt schwer. Man muss mehr geben als nehmen. Und wer will das heute noch??? AD

  • Steff sagt:

    Die Kunst ist es, für sich die Zufriedenheit und somit das Glück zu finden, denn wer glücklich ist, hat einen grösseren Hut, für was auch immer.

  • Boldi sagt:

    Interessanter Artikel. Ich glaube, um Selbstverwirklichung auf allen Lebensebenen zu erreichen, darf man das Muttersein nicht wegreduzieren – das wäre eine Lüge, denn viele brauchen beides, Freiheit + Kinder. Ich bin alleinstehende Mutter eines kleinen Kindes. Wohlgemerkt nicht alleinerziehend, der Vater kümmert sich viel, halbtags ist der Kleine in Betreuung. Ich fühle mich frei und selbstbestimmt – gerade wegen der Trennung vom Kindesvater. In meinem Leben kommt kein langweilender Family-Stereotyp auf. Und nur dann kann die Selbstverw. wahrhaftig sein – wenn man frei und dennoch Mutter ist.

  • Bernhard sagt:

    Das ist vermutlich genau das Problem: „Irgendwie interessante“ Jobs liegen nicht einfach so auf der Strasse. Und es gibt selten nur einen Bewerber für einen solchen interessanten Job. „Karriere“ heisst für mich nicht zwingend ein Unternehmen zu führen oder im Kader zu sein, sondern etwas zu machen, das einem fordert und befriedigt, weil man in etwas sehr gut ist und sich Akzeptanz und Konw-How erarbeitet hat. Z.B. bei interessanten Projekten mitwirken, Vorlesungen halten, Menschen aus- und weiterbilden. Das wäre für mich persönlich ein interessanter Job. Aber sowas will erarbeitet werden!

  • Gabriel sagt:

    man liest den Artikel und denkt die ganze Zeit „jetzt kommts dann“.. aber nein. „Wir wollen das Sowohl-als-auch“ ist also die Aussage? Etwas sehr fahl.

    • Sehe ich auch so. Im übrigen besteht das Wort „Entscheidungsfreiheit“ nicht nur aus „Freiheit“ sondern auch aus „Entscheidung“. Früher gab es keine Entscheidungsmöglichkeiten. Es gab einen einzigen Weg, und der war zu beschreiten. Nun hat man zwar Freiheit, aber eigentlich möchte man sich gar nicht entscheiden: „Sowohl-als-auch“ …

  • Fabienne sagt:

    Die Gesellschaft gibt uns das Gefühl dass heute alles möglich ist – Kinder, Karriere etc.
    Ich persönlich denke dass dies machbar ist, jedoch mit grossen Abstrichen. Somit hat man zwar alles, aber auch nur „halbpatzig“. Vorallem die Kinder müssen dies zu spüren bekommen, da es einfacher ist diese abzugeben als im Job etwas herunterzufahren. Ich denke jedoch dass Kinder – in den meisten Fällen -am besten Zuhause betreut werden. Nicht morgens um 6 Uhr aufstehen müssen und nach 11h von gestressten Eltern abgeholt werden. Somit finde ich es nicht schlecht, wenn gewisse Leute auf Kinder verzichten

    • 13 sagt:

      Wenn die ganze Welt so denken würde, gäbe es höchstens in der Schweiz und einigen wenigen Ländern Kinder und auch dort nur wenige und erst seit wenigen Jahren. Dass nicht alles voll gemacht werden kann, ist klar. Aber genau da stellt sich die Frage: was ist zuviel? Wo stimmt die Balance? Schadet die KITA den Kindern ab 5 Tagen pro Woche? Oder bereits ab dem ersten Tag? Die Betreuung ausschliesslich zu Hause und ausschliesslich durch ein Elternteil ist neu, Privilegierten vorbehalten und ich bin mir alles andere als sicher, dass das so kindsgerecht ist. Natürlich ist es auf jeden Fall nicht.

      • Eni sagt:

        Die Kinder ausschliesslich zu Hause selber betreuen ist ein Luxus, den sich die wenigsten leisten können.

        Und wer sind denn gewisse Leute? Solche die für ihr Geld arbeiten müssen?

  • Rita sagt:

    Als nicht privilegierte oder studierte 60-jährige Schweizerin, die einer „normalen“ Erwerbsarbeit nachgeht habe ich mich früh dazu entschlossen, keine Kinder zu bekommen, wenn mein Partner nicht bereit ist, seine Zeit im gleichen Ausmass wie ich dafür aufzuwenden. Mein Ehepartner wollte nicht teilweis Hausmann werden und so entschlossen wir uns gemeinsam auf Kinder zu verzichten. Unglücklich sind wir deswegen nicht. Hätte es damals zahlbare Betreuungsangebote für Kleinkinder gegeben und Tagesschulen gegeben, wäre der Entscheid vielleicht anders ausgefallen.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    die zeit wird es zeigen. bis in die 60er jahre war das rollenbild fix. mit allen vor- und -nachteilen. danach hat die suche begonnen und sie dauert bis heute an. mit dem resultat, und dies nicht wertend, dass, wie ich behaupte, die frauen im allgemeinen nicht glücklicher-, und die männer zunehmend verunsichert -sind. noch nie waren die fronten mann/frau so verhärtet wie in unserer schönen zeit der selbstverwirklichung. vielleicht, ja nur vielleicht, sollte man vermehrt wieder auf die natur hören, anstelle sich gegenseitig profilieren zu wollen?

    • lora kamm sagt:

      auf welche „Natur“ denn, Herr Rittermann? Frau Binswanger hat doch grad kürzlich eine grobe Übersicht über die verschiedenen Familienmodelle innerhalb verschiedener Zeiten geliefert. „Natur“ ist dabei höchstens, dass Mann + Frau Kind machen können. Wie die Kinder organisiert werden/wurden, wird /wurde stets von wirtschaftlichen Bedingungen diktiert. Die heutige ist trotz grossem Reichtum (hier) äusserst reproduktionsfeindlich – für Frauen! Mit Kindern werden sie
      arbeitspolitisch abgehängt (bestraft) oder dem Manne untertan. Das war nicht immer so.

  • KT sagt:

    Also, vielleicht liegt es ja an mir – aber ich finde den Text sowohl zusammenhang- wie belanglos. Strukturlos geschrieben, stilistisch holperig (exgüsee, aber es heisst zB „weder – noch“, nicht „weder – oder“), Erkenntniswert gleich null, ausser all den schon tausendmal gehörten Plattitüden: Karriere. Selbstverwirklichung. Individualisierung. Biologische Uhr. *Gähn*
    MamaBlog, you can do better.

    • aurea sagt:

      „weder – noch“ ist aber nicht dasselbe wie „entweder – oder“

      • KT sagt:

        Ws war auch nicht „entweder – oder“ gemeint. Und auch wenn, wäre „weder – oder“ genauso falsch… Deutsch, 5.Klasse 😉

  • Fiorenzo Cornelius Wagner sagt:

    Wenn „Freiheit, Individualität und Eigenständigkeit wichtige Werte“ sein sollen, dann kann diese Haltung nach meinem Dafürhalten nicht in die doch sehr normative Frage „Kinder oder Karriere“ münden. Und wenn diese Frage am Ende mit einem ebenso normativen „Sowohl-als-auch“ beantwortet wird, dann klingt dies letztlich alles doch sehr konform und leistungsorientiert. Es passt dann auch, davon zu sprechen, sich „erfolgreich auf dem Markt zu etablieren“. Kritisches Bewusstsein klingt für mich anders.

  • Christoph Bögli sagt:

    Entweder-oder ist in der Frage sicher Unsinn, aber sowas fordert auch niemand mehr ausser ein paar Ewiggestrige. Grundsätzlich sind heute alle erdenklichen Lebensmodelle möglich. Der Haken: Diese Freiheit geht halt mit Selbstverantwortung einher – die schmerzlich sein kann, denn jedes Lebensmodell hat halt auch seine Opfer, die gebracht werden müssen. Letztlich hat der Tag nur 24h, ultimative Selbstverwirklichung, Super-Karriere und gleichzeitig immer fürs Kind da geht schlicht nicht. Weder für Männer noch Frauen. Bloss scheinen gerade letztere mehr Mühe zu haben, sich damit abzufinden..

    • Christoph Bögli sagt:

      PS: Rätselhaft ist auch, wieso immer gleich von „Karriere“ die Rede ist. Eine nennenswerte Karriere im eigentlichen Sinn haben doch eh die wenigsten, ob männlich oder weiblich. Die grosse Mehrheit arbeitet einfach. Darum wäre doch sowieso wichtiger, einen irgendwie interessanten und erfüllenden Job zu haben, egal ob man darin nun „Karriere“ macht oder nicht..

  • yellow sagt:

    Alle jene die diesem Thema so viel Gewicht schenken sind einfach nur Jammeris statt Macheris. Mein Opa kam mit nichts als Arbeiter nach D (Anfang 50er). Anfang Ende 50er Heirat „unten“. Meine Oma hat 8 Kinder geboren. Sie hat gearbeitet um das Leben zu sichern. Meine Onkel haben Frauen geheiratet (Multikulti), für die es auch nie einer Diskussion bedurfte betreffend Kinder und Arbeit. Meine Tanten und Mutter haben in D studiert meine Mutter hat gearbeitet und 3 Kinder wohlerzogen.Meine jüngste Tante (32J) hat jetzt ein 2j. Mädel und sich gerade selbstständig gemacht. Ganz ohne Blabla zu machen

  • alam sagt:

    Wir können es nicht wegreden. Die Entscheidung für oder gegen Kinder stürzt uns Frauen nach wie vor in ein Dilemma. Schade für unsere Gesellschaft finde ich es nur, wenn immer mehr kluge, weitsichtige Frauen sich gegen Kinder entscheiden, dafür immer mehr Frauen mit Scheuklappen diese Entscheidung der Natur überlassen. Diese Kinder sind dann nämlich unsere Zukunft 🙁

    • Christoph Bögli sagt:

      Wieso denn nur Frauen? Das Dilemma betrifft heutige Männer genau so, individuelle Freiheit oder berufliche Ambitionen aufzugeben oder auf Kinder zu verzichten ist für diese kaum eine einfachere Entscheidung. Da hilfts auch nichts, dass man(n) theoretisch-biologisch etwas mehr Spielraum hat, praktisch hat das eher wenig Relevanz und kann das vorliegende Dilemma sogar verschärfen weil sich dieses über einen längeren Zeitraum hinschleppt..

      • alam sagt:

        Männer haben schlicht ein x-faches mehr Zeit und wenn denn Kinder da sind, fühlen sie sich nicht hauptverantwortlich. Davonschleichen ist deshalb für viele Männer eine echte Option.

      • Christoph Bögli sagt:

        @alam: Ein x-faches? Wie gesagt, für die wenigsten Männer dürfte es eine ernsthafte Option sein, mit >45 Jahren noch Kinder zu zeugen. Das effektive Mehr an Zeit ist minimal und bedingt auch eine jüngere Partnerin. Aber selbst wenn, entscheiden muss man sich selbst dann, das Dilemma wird mit mehr Zeit nicht kleiner. Mit 50 ist die Frage wohl eher noch komplizierter. Der Rest ist dann üblicher Klischee-Brei. Wie sich welcher Mann fühlt können Sie nicht beurteilen, und Frauen können sich genau so davon schleichen..

    • Carolina sagt:

      So ganz verstehe ich Ihr Argument nicht. Frauen, die diese Entscheidung (Kinder haben oder nicht haben) der Natur überlassen, haben immer Scheuklappen? Vielleicht ist es das Gegenteil: eine Entscheidung für ein Kind, eben ohne die von mir vorher beschriebene Vollkasko-Mentalität. Aber mit dem Wissen darum (das ist für meine Begriffe klüger und weitsichtiger ist als eine vage Zukunftsangst), dass ich Verantwortung übernehme, dass sich mein Leben ändern wird und das vieles nicht mehr planbar ist.

    • Sportpapi sagt:

      Ich finde es richtig, dass Menschen auf Kinder verzichten, bei denen Kinder nicht weit oben auf der Prioritätenliste stehen. Wenn Kinder zu haben ein bewusster Entscheid ist, mit allen Konsequenzen, und der Verzicht ebenso. Wichtig ist aber auch, zu seinen Entscheiden zu stehen, und nicht immer allen anderen (die Gesellschaft, das Umfeld, der Partner,…) verantwortlich zu machen.

  • Stefan sagt:

    Ich verstehe diesen Text nicht so wirklich. Welche Aussage hat er?
    Wir haben doch heute alle Möglichkeiten, Frau Zukker!
    Wenn sie sich selbstverwirklichen möchten, dann machen sie das doch. Niemand hält sie davon ab.
    Sie müssen sich doch von niemandem unter Druck setzen lassen.
    Aber seien sie sich einfach bewusst: Für Kinder ist es aus biologischen Gründen irgendwann zu spät. Beklagen sie sich also nicht, wenn sie 45, kinderlos sind und der Zug abgefahren ist!

    • Dave sagt:

      Absolut richtig Stefan. Ich verstehe es auch nicht ganz… Dieser Bericht tönt irgendwie nach sich rechtfertigen zu müssen.Steht sie womöglich unter Druck? Hat sie einen Lover, der mehr will… 😉 Dabei hat sie, wie sie ja selbst betont, die freie Wahl. Die Natur hat es nun leider so vorgegeben, da kann man nichts ändern. Wählen darf Frau Zukker aber schon, ob sie Kinder haben will oder nicht. Die Konsequenzen dieser Entscheidung muss sie dann auch selbst tragen. Frau Zukker macht mir einen sehr intelligenten Eindruck, sie weiss bestimmt was sie tut.

      • Roli sagt:

        1986 in die Y-Generation geboren.

        Mit 27 fängt halt bei einigen die Uhr an zu ticken obwohl man doch noch soviel machen will.
        Das ist vermutlich genügend Druck um uns mit einem solchen belanglosen Text zu langweilen.

        Auf dem Gesichtsbuch wäre er besser platziert gewesen… da hätte ich den gar nicht mitgekommen.

    • mia sagt:

      @Stefan: Es scheint noch nicht bis zu Ihnen durchgedrungen zu sein, dass man vor, mit und nach 45 allenfalls auch ohne Kinder äusserst glücklich sein kann.

      • Stefan sagt:

        @mia. Wieso so aggressiv. Natürlich kann man das. Jeder soll doch sein Leben so gestalten wie er/sie es möchte.
        Man muss sich einfach bewusst sein: Je länger man als Frau wartet, desto geringer ist die Chance dass es klappt. Irgendwann ist es dann zu spät. Nur das hab ich gesagt…

  • Manuela sagt:

    Frau Zucker, Sie haben recht. Aaaber, es kommt doch alles darauf an, wie Sie sich in der Realität verhalten. Mal ehrlich das Sowohl-als-auch geht locker – wenn sie in der Lage sind das zu organisieren und die Disziplin haben das durchzuziehen. Viele Menschen können beides nicht gut genug. Viele können es hervorragend.
    Remo Largo hat das so beschrieben: Ein Kind zu bekommen ist eine Auswahl unter vielen Entscheidungen. Wie die Wahl des Urlaubs, der Karriere etc. möchte man dieses ‚Projekt Kind‘ so perfekt wie möglich ausführen und vorzeigen können um Anerkennung zu bekommen.

    • Manuela sagt:

      Da ist das Problem. Das geht mit Menschen nicht. Und die Menschen scheitern, wenn sie diesen Weg beschreiten. Man braucht Mut und muss die Menschen so lassen, wie sie sind, um Kind und Karriere zu bewältigen. Es geht nur, wenn alle freiwillig mitmachen. Also muss man schon den Partner danach aussuchen, ob er das ab kann und bereit ist den Weg zu gehen. Und das VOR dem Kind besprechen.
      Im Übrigen, ich hab viele Familien kennen gelernt, bei denen Vollzeitarbeit und Familie problemlos funktionieren, wenn beide Partner am selben Strang ziehen.

    • Carolina sagt:

      Frau Zucker hat Recht, sie hat aber mMn auch Unrecht. Wie immer fehlt mir bei solchen Darstellungen, dass es zwischen Keine-Kinder-Wollen und der angeblichen Heimchen-am-Herd-Alternative eine riesige Bandbreite von Möglichkeiten gibt, sein Leben zu gestalten. Was sich vielleicht geändert hat (sicher bin ich mir da auch nicht), ist eine gewisse Vollkaskomentalität, ein Sich-Nicht-mehr-einfach-auf-etwas-einlassen wollen – es ist, glaube ich, tatsächlich irrig, dass das Leben vorausplanbar ist, dass man gewisse Risiken von vornherein ausschliessen kann. Das ist nur eine Illusion. Glaubwürdiger

      • Carolina sagt:

        /2 erscheinen mir immer Menschen, die ihr Leben leben, wie sie es wollen, dafür aber auch die Verantwortung übernehmen – das bedeutet auch, dass man andere Modelle nicht schlecht redet oder bewertet, sondern es als Errungenschaft unserer Zeit ansieht, dass tatsächlich alle Lebensformen die gleiche Daseinsberechtigung haben. Wenn mein eigenes Modell mich ausfüllt und mich zufrieden macht, muss ich dann nicht dieses propagieren, sondern kann im Gegenteil das anderer mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen, denn genau das bedeutet Individualisierung.

  • James sagt:

    Ich finde es immer etwas befremdlich, wenn Frauen Pippi Langstrumpf als „role model“ angeben. Klar – sie macht was ihr gefällt. Aber sie hat auch einen Koffel voll Gold zuhause. Da ist das ziemlich einfach:-)

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ich habe nicht mehr alle Pippi Langstrumpf Geschichten im Kopf, aber geht es da nicht auch um „wir“, zusammenhalten, zueinander schauen, auch mal zugunsten aller das Ich zurückstecken? Ob Gold von Verantwortung entbindet? Okay, einige machen es zur Zeit vor. Bleibt die Frage, wann sie ihre Antwort bekommen.

    • yellow sagt:

      Ja James, da haben Sie recht. Aber in Europa und eigentlich überall auf der Welt hat man die Chance etwas aus seinem Leben zu machen, wenn man nicht ganz den starren Strukturen folgt. Auch ohne Koffer voll Gold zuhause und ohne Äffchen und ein Pferd. Meine Eltern haben mir immer gesagt, dass ihre Eltern ihnen diesen Wohlstand ermöglicht haben, und dass sie mir nun den meinigen ermöglichen.Es gibt nicht nur das rosige Schöne sondern auch den steinigen Weg. Selbstverwirklichung ist doch auch wenn man den Stammbaum pflegt und aus seinem Zweig wundervolle weitere spriessen.

  • pixel sagt:

    sehr toll geschrieben! unaufgeregt, unbemüht, einfach und authentisch.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Ein amüsanter Text mit einer Menge amüsanten Aspekten und Fragen. Warum es z.B. nicht zur Selbstverwirklichung gehört, einen lockeren oder distanzierenden Umgang mit intoleranten Leuten zu pflegen. Ob der spürbare Druck von innen kommt, weil das sowohl-als-auch vielleicht mehr ein alles-haben-will ist? Grenzenlose Freiheit und Ich-Bezogenheit (meine Selbstverwirklichung), gleichzeitig der Wunsch nach Bindung/Heimat. Ein Kind bindet lebenslang. Wenn es stark behindert ist, ja, aber nicht mehr ganz so wie früher. Ansonsten entbindet sich jedes Kind Schritt für Schritt, mit laufen, usw.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Und interessant wird, was unter die individuellen Bedürfnisse und Selbstverwirklichung fällt. Gehört da auch Freiwilligenarbeit dazu? Pflege von Angehörigen, usw.? In unserer Gesellschaft werden zig Leistungen erbracht, bei der das „Du/Ihr“ im Vordergrund stehen. Sehr viele davon auch unbezahlt. Weil die Leute auch ein „Wir“-Gefühl haben (wir als Familie halten zusammen, wir als Gesellschaft dürfte selten sein). Welches im letzten Satz plötzlich auftaucht (mit wem fühlt sich die Autorin plötzlich verbunden? Anderen, die individuelle Bedürfnisse auch über alles zu stellen scheinen?

    • Teilzeitpapi sagt:

      Und schön, Frau Zukker, dass Sie anscheinend gesund sind. Weswegen Sie sich wahrscheinlich extrem unabhängig fühlen. Wären Sie derart krank, dass Sie nicht mal mehr Ihre Grundbedürfnisse selbst decken könnten, würden sie merken, dass es ohne das „Wir“ (Familie oder die Gesellschaft über Institutionen organisiert) nicht geht. Und so ein Text käme wohl nie mehr aus Ihrer Tastatur. Sie haben Ihre Meinung, meine ist, dass die Schweiz mehr „Wir“ statt „Ich“ braucht. Ohne dass wir deshalb das „Ich“ verlieren müssen.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ja, Mütter/Eltern verlieren nicht ihre Identität. Aber eine Menge Zeit und Raum für die Nachgehung ihrer Individualisierung (was immer das bedeuten mag), für „Ich-Fokussierung“. Wem das Angst macht, der sollte das wirklich unterlassen. Dummerweise für die Freiheitsliebenden ist nämlich die damit verbundene Verantwortung sogar rechtlich festgehalten. Man ist des weiteren auch nicht mehr frei, vor den eigenen Schwächen davon zu laufen und bekommt sie gnadenlos vom Nachwuchs auf liebevolle Weise vorgespiegelt und dadurch die grossartige Chance (und etwas Druck), daran zu arbeiten.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Der zweitletzte Abschnitt zeigt vielleicht das Dilemma von Nicht-Eltern. Ihre Vorstellungen von Elternsein bleiben Fantasien. Sie werden nie wissen, wie realitätsnah oder -fern die Vorstellungen von ihnen selbst in der Elternrolle sind oder waren. Ob und welches Bild einer Idealmutter sie in sich tragen, ob sie sich von anderen und deren Idealbildern unter Druck setzen lassen würden oder einfach selbständig und entspannt ihrer Intuition folgen würden. Usw. Das Abenteuer Elternschaft. Entweder man geht es oder lässt es. Beides ist in Ordnung.

  • James sagt:

    Ich finde, Sie beschreiben diese Qual der Wahl ganz gut. Weshalb ich als Mann hier überhaupt einen Kommentar abgeben will, liegt vielleicht am ersten Abschnitt. Hätte ich als Mann gleich reagiert? Weiss nicht…vielleicht schon… Was der Mann vielleicht der Frau neidisch ist, ist dass Sie die Auswahl hat. Das Frau kann nämlich etwas, was der Mann nicht kann…Kinder kriegen. Und vielleicht kann ein Mann darum umso erstaunter reagieren, wenn eine Frau davon nicht Gebrauch macht.

  • Peter Steiner sagt:

    Wer sich selbst verwirklichen will, sollte zuerst mal ein Selbst haben. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich der Normalo halt für den Durchschnitt entscheidet, und das sind viele. Also Vorsicht mit diesen Begriffen – soooo individuell wie jeder sich gerne sähe, ist er nämlich nicht.

  • Ricco Morales sagt:

    Pippi steht für Freiheit und Individualität, aber nicht für Verantwortungslosigkeit und Egoismus. Würde sie ihr Kind vernachlässigen um ihre Träume zu verwirklichen, einen kranken Freund im Stich lassen, oder Herrn Nilsson an der Raststätte aussetzen wenn sie keinen Bock mehr hat sich um ihn zu kümmern? Jeder wähle um Himmels Willen das Leben das er/sie sich wünscht, aber wenn es drauf ankommt ist manchmal Rückgrat gefragt und nicht Selbstmitleid von unbedingten Selbstmaximierern, die sich mit Verweis auf den Zeitgeist aus der Verantwortung stehlen (unterstelle dies der Autorin auch nicht).

  • Albert Baer sagt:

    Kinder kriegen (zu wollen) ist ja nichts anderes ein Millliarden Jahre altes biologisches Programm, mit dem das Leben seine Lebewesen antreibt, das Leben zu sichern.

    Das menschliche Bewusstsein hingegen, also das Selbst, ist hingegen erst ein paar Millionen Jahre alt. Zum Selbst sollten wir also schön Sorge tragen.

  • 13 sagt:

    Eigentlich sollte die Wahlfreiheit 2013 kein Thema mehr sein. Eigentlich. Sollte. Schade, dass es nicht immer der Realität entspricht. Ich sage nach 5 Jahren, dass auch als Frau beides möglich ist. Job, Selbstverwirklichung und eine Familie. Wenn drei Voraussetzungen er füllt sind: 1. ein Partner, der mitzieht. Partner, nicht Mann, Brötchenverdiener, Versorger etc, 2. Die Erkenntnis und Akzeptanz, dass man halt dann nicht alles zu 150% schafft. Vielleicht hat man einen guten Job, aber wird als zweite befördert. Vielleicht hat man ein gutes Mutter-Kind-Verhältnis, aber verpasst den Samichlous..

    • 13 sagt:

      …im Kindergarten. und 3. die Fähigkeit auf Durchzug zu schalten, wenn andere das Gefühl haben, Dein System zu kritisieren/belächeln. Einfach freundlich nicken, wenn die Nachbarin über die armen KITA-Kinder herzieht und sich daran erinnern, dass Dein Kita-Kind dich vorwurfsvoll angeschaut hast, weil du es eine Stunde zu früh abgeholt hast und es noch spielen wollte. Und gleich freundlich lächeln, wenn Dein Büropartner Dich gross anschaut, weil Du wirklich um 17.30 Uhr den Computer runterfährst! Dann kommt alles gut;-)

      • Bernhard sagt:

        Dass Job, Selbstverwirklichung UND Familie möglich sind, würde ich unterschreiben. Allerdings wirklich nur – wie Sie in Punkt 2 beschreiben – in eingeschränktem Masse. Den „Foifer und s’Weggli“ gibt’s leider nicht. Ich musste erkennen, dass ich als teilzeitarbeitender Vater karrieremässig chancenlos bin, wenn ich die Familie an erster Stelle setze. Dies ist es mir wert, doch ich frage mich ab und zu schon, wer dann auf dem Arbeitsmarkt auf mich wartet, wenn ich mit 50 wieder „frei“ bin. Und „frei sein“ heisst, uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen für Projekte, Sitzungen, Überstunden etc.

      • Bernhard sagt:

        2/ Und das macht mir hie und da etwas Angst, weil ich die letzten 15 Jahre meines Berufslebens (vermutlich werden es bis dahin 20 sein…) gerne etwas machen würde, was mich befriedigt, und nicht etwas, das ich machen muss, weil es nichts anderes gibt…aber vor diesem Problem stehen wohl alle, die sich explizit für die Familie und gegen die Karriere entscheiden! Mit der Selbstverwirklichung sieht’s ja ähnlich aus. Nur hat man da wohl mehr Chancen im Alter, sofern die Gesundheit mitspielt! Aber auch hier: Der Ruhestand macht sicherlich mehr Spass, wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind!

      • Sportpapi sagt:

        Klar, alles geht irgendwie. Richtig ist: es geht andere nichts an. Es betrifft nur den Partner und die Kinder.

      • 13 sagt:

        @Bernhard
        Ja, das ist so. Man kann nicht alles uneingeschränkt haben und stellt sich dann die Frage: Was ist in welchem Lebensabschnitt wichtiger? Und für mich ist da halt der Punkt 1 sehr wichtig. Wenn man es nämlich auf beide verteilt, ist nicht einfach einer 15/20 Jahre weg, sondern der eine kann die Familie auffangen, wenn der andere gerade berufsmässig am wichtigen Punkt steckt. Ich habe es im Moment: Ich bin Mutter zwei kleiner Kinder, habe eine gute Stelle und noch ein ausserberufliches Projekt, das mich fordert. Aber wenn es einem wichtig ist und der Partner mitzieht, geht das!

      • Bernhard sagt:

        @13
        Das freut mich sehr für Sie, dass Sie den nötigen Rückhalt haben. Das ist nicht selbstverständlich! Meine Partnerin ist selber mit ihren Arbeitstagen dermassen am Limit, was die Arbeitsbelastung anbelangt, dass sie schlicht keinen weiteren Tag „opfern“ kann, um mir den Rücken frei zu halten für zusätzliche Engagements. Von daher liegt bei mir gar nichts anderes drin, als die berufliche Situation so zu akzeptieren, wie sie ist. Und die heisst nun mal: An diesen und diesen Tagen bin ich nicht verfügbar. Punkt. Sitzungen, Weiterbildungen etc. finden ohne mich statt, sofern sie nicht…

      • Bernhard sagt:

        2/ …auf meine Arbeitstage fallen. Und Sie können sich vorstellen, dass der Arbeitgeber ob meiner Einstellung nicht sonderlich begeistert ist! Aber das ist wieder ein gesellschaftliches Problem, dass beim Mann dieser Entscheid für die Familie (mit allen verbundenen Konsequenzen) nicht goutiert wird, während bei der Frau weniger dagegen einzuwenden ist, dass sie halt wegen der Kinder nur 2 1/2 Tage die Woche arbeiten kann/will. Diese Diskrepanz spüre ich leider sehr stark! Und über kurz oder lang wird man auch nicht mehr angefragt wegen möglicher zusätzlicher Engagements. Verständlicherweise!

  • Hans Gerber sagt:

    „…dass Freiheit, Individualität und Eigenständigkeit wichtige Werte seien, was von der 68er-Generation vorgelebt wurde..“ Das waren eher die Hippies oder dann die 80er als die 68er. Die 68er wollten Grenzen sprengen waren aber politisch motiviert und zwar stramm links. Das ist nicht vereinbar mit Freiheit, Individualität und Eigenständigkeit sondern mit sozial, Einheitsbrei und Verantwortung dem Staat.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Vielen Leuten falllen heute zwei Dinge schwer, Tatsachen zu akzeptieren und die Verantwortung für ihre Entscheidungen zu tragen. Ich finde die Bemerkung der Autorin, dass ein Kind eine Entscheidung fürs Leben ist absolut korrekt. Wenn ich mich dazu entschieden habe, muss ich die Konsequenzen tragen, ich bin für dieses Kind verantwortlich. Ich, ich, ich, nicht die Gesellschaft. Das ist einerseits eine Tatsache, andererseits die Konsequenz meiner Entscheidung. Und nein, man kann nicht alles haben, Kinder, Karriere, Selbstverwirklichung usw. kann nicht gleichzeitig realisiert werden.

    • alam sagt:

      Zum Glück ist das nicht wahr, das ich ich ich ganz alleine die Verantwortung für meine Kinder tragen muss, sondern mir die Gesellschaft dabei hilft, genau so wie die Gesellschaft wiederum davon profitiert, indem meine Kinder dereinst ihre Rentner finanziert. Also zumindest bei uns in der Schweiz ist das so. Oder leben Sie woanders, Joerg Hanspeter?

      • Joerg Hanspeter sagt:

        Doch, auch hier ist das so! Wenn ICH Kinder habe, trage ICH die Verantwortung. Glücklicherweise gibt es da auch Hilfe (Mutter, Staat, Gesellschaft usw.), aber ICH trage die Verantwortung. Bei der Bemerkung der Rente muss ich sagen, dass ich grundsätzlich meine Rente selber bezahle (mehr als das), Ihre Kinder werden vielleicht mal dem Staat helfen, seine Verpflichtung mir gegenüber zu erfüllen. Insofern haben sie Recht, Ihre Kinder werden meine Rente finanzieren, aber nicht bezahlen. Sie haben auch insofern Recht, dass es eben oft nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle.

      • alam sagt:

        Sie bezahlen allenfalls Ihre Pensionskasse selber. Ihre AHV zahlt die kommende Generation. Und zur Verantwortung: Ab 4 Jahren gebe ich einen wesentlichen Teil meiner Verantwortung für die Kinder an den Staat (=die Schule) ab, was ich übrigens auch richtig finde, genauso wie die Mehrheit der Schweizer Einwohner. Die haben das nämlich so bestimmt in Politik und Gesetzgebung.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @alam: Ich bin gerne bereit, mit Ihnen eine länger Diskussion über den Unterschied zwischen zahlen und finanzieren zu führen. Die kommende Generation wird aufgrund des Finanzierungsmodells (Umlagefinanzierung) das Geld für meine AHV aufbringen müssen, weil der Staat meine AHV-Beiträge, anstatt sie zu sparen, zur Finanzierung der aktuellen Renten verwendet. Wäre die AHV ein Modell wie die PK, dann wäre das Geld für meine Rente problemlos vorhanden (abgesehen von anderen Problemen, die dann entstehen würde). Ich hab die Schnauze voll von „Meine Kinder bezahlen Ihre Rente“, stimmt einfach nicht.

    • Teilzeitpapi sagt:

      In erster Linie haben die Eltern die Verantwortung. Die Gesellschaft kommt ja erst weiter herum (in zweiter, auch wichtiger Linie) um die Familie (z.B. die Qualität der Gesundheitsversorgung der Kinder, Schutz vor Gewalt, gute Bildung, usw.).

      Individualisierung heisst sehr oft (nicht immer), ich will Spass, ich will meine Vorstellungen realisieren. Häufig in der Kombination mit ich will keine Verantwortung oder zumindest möglichst wenig. Es sei denn, die Verantwortung macht möglichst immer Spass. 😉

    • Sportpapi sagt:

      Danke, Joerg Hanspeter. Ja, Kinder haben ist ein Entscheid, und er ist mit Verantwortung verbunden. Und mit Einschränkungen. Und mit viel Freude. Und richtig: Man kann nicht Karriere machen und gleichzeitig viel Zeit mit den Kindern verbringen. Lässt man sie Fremdbetreuuen, verbringt halt jemand anderes Zeit mit ihnen.

      • alam sagt:

        Ich lasse meine Kinder ab 4 Jahren täglich mehrere Stunden „fremdbetreuen“, und zwar nicht freiwillig, sondern wegen der allgemeinen Schulpflicht.

      • Sportpapi sagt:

        Das stimmt (auch wenn mein Sohn schon 5 war, als er regulär in den Kindergarten eingetreten ist). Ändert aber nichts an meinen Aussagen.
        Ausserdem finde ich auch, wenn die Kinder mal in der Schule sind kann das Arbeitspensum wieder erhöht werden.

  • Mark Altheer sagt:

    Ich kann Ihren Bericht eigentlich unterschreiben. Allerdings muss ich auch sagen dass ich trotz gewisser Entbehrlichkeiten (weniger Zeit und Geld für sich selbst etc.) den Schritt Kinder zu haben nochmals gehen würde. Ich wurde mit 34 Vater. Bis dorthin hatte ich alle Freiheiten. Jetzt schränke ich mich ein wenig ein bis die Kids in einem gewissen Alter sind. Von Freunden höre ich, dass sie das „alte“ Leben wieder hatten als die Kids ausgezogen waren. Man rechne: Lebenserwartung ca. 80 Jahre. Davon 18-25 jahre Einschränkung. Ich finde, dass ist kein schlechter Deal mit dem Leben. 😉

  • Brunhild Steiner sagt:

    zweiter Versuch:
    Ein bisschen sehr zusammengewürfelt, um was genau soll es jetzt gehen?
    Der Frage nach nicht-zu-hinterfragendendem-Singlesein-wollen?
    Einverstanden mit der Autorin.

    Aber beim Rest wirds dann doch sehr klischiert.
    Warum sollten sich Selbstverwirklichung, Individualität etc mit “Entscheid zur Mutterschaft” ausschliessen?
    Mal ganz abgesehen vom auf Dauer wirklich nervtötenden Karriere-Argument.
    Was, wenn mein eigenes Ziel eines ist, dass komplett aus der von Ihnen, für mich vorgesehenen Rolle, fällt?
    Mit jedem Lebensentscheid wird etwas auf den zweiten Platz verwiesen… .

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      von daher wünschte ich mir dass erfrischendere Ideen und Gedanken kämen, als das wiederkauen von “Mütter die ihre Karriere (welche genau um nachzufragen) nicht verfolgen stellen sich an zweite Stelle und verfolgen ihre Ziele nicht”-
      das einzig wirklich diskussionswürdige, und wichtige, finde ich die Aussagen und Erleben zum Singlesein,
      plus ob Frau zwingend einen Kinderwunsch haben muss weil sie Frau ist,
      da wär offenbar noch Einiges zu tun und Handlungsbedarf in den Köpfen.

      Aber unter diesem Tun bitte kein gegenseitiges Ausspielen veranstalten.

    • U. Knecht sagt:

      +1

  • ricci sagt:

    Das – sowohl als auch – kann sehr anstrengend sein. ich wünsche ihnen viel kraft und ausdauer und wage zu prophezeien, dass es ihnen ergeht wie vielen anderen – sie werden sich aufreiben am sowohl als auch. also, was wollen sie alles: leben im ausland, karriere, weiteres studium, erfolgreiche etablierung einer firma, individuum bleiben, trotzdem eine familie gründen und sich um ein kind kümmern? Tja, viel spass dabei. Sie haben keine Ahnung wie viel arbeit kinder geben. daher wünsche ich wirklich viel kraft.

  • Patrik sagt:

    „Als Single höre ich aber immer wieder, dass ich mich vielleicht noch austoben wolle oder mir noch die Hörner abstossen müsse“ – das ist ja wohl ein typischer Spruch für Männer – alles nur geklaut! Egotrip ist okay, bitte dann aber auch konsequent bleiben Frau Zukker. Sie dürfen ja mit dem ich-Gefühl durchs Leben gehen, das nimmt ihnen bestimmt niemand weg. Aber von WIR zu reden, erscheint in ihrem Fall schon ein wenig abenteuerlich *schmunzel*

  • Francesca sagt:

    Sie haben natürlich völlig Recht, Nora, und anno 1975 dachte ich einst, das sein von nun ab selbstverständlich so. Ich habe genau so gelebt, Kinder aufgezogen, meinen Beruf ausgeübt, und meine Kinder werden es ebenfalls genau so machen, die sind zwischenzeitlich erwachsen. Meine Kinder sind heute noch eine grosse Bereicherung, aber waren deswegen nie ein Fulltimejob. Auch mein Beruf ist eine Bereicherung, Hausarbeit hingegen war dies nie, sondern ein notwengies Übel. Was mir Angst macht: dass das Rad heute zurück gedreht werden soll, und das bei einer Scheidungsrate von 50%. All die Frauen…

    • Francesca sagt:

      … die da in vollständiger finanzieller Abhängigkeit von einem Mann den Haushalt machen und kein eigenes Geld verdienen – was passiert mit denen, wenn die Ehe zerbricht? Wie wollen sie über die Runden kommen? Was werden sie tun, wenn sie von den Kindern nicht mehr gebraucht werden, ja, denen nur noch auf die Nerven gehen, mit ihrem Hausfrauending? Das beobachte ich ständig rundum, es ist tragisch. Die tun sich dann einen Hund zu und kriegen bittere Züge um den Mund. Kurzum, Nora, sie machen das richtig.

      • Sportpapi sagt:

        @Francesca: Wer dreht das Rad zurück? Offenbar ist es nach wie vor und trotz allem guten Zureden für viele Frauen (und einige Männer) spannender, Zeit mit den Kindern zu verbringen als im Job Karriere zu machen. Die meisten sind vernünftig genug, sich dabei sowohl Absicherung als auch Abwechslung zu verschaffen, in dem sie ein Bein im Berufsleben behalten. Vollständige Abhängigkeit kommt doch eher selten vor. Ich kenne zudem viele Frauen, die ihre Freiheiten geniessen, wenn die Kinder mal „draussen“ sind – das läuft dann wirklich unter Selbstverwirklichung.

    • Carolina sagt:

      Statt das Kind mit dem Bade auszuschütten, d.h. wegen der angeblich grossen Gefahr, dass Frauen sich in der Ehe/mit Kindern abhängig machen, gleich das ganze Konzept in Frage zu stellen, warum nicht dafür sorgen, dass wir tatsächlich alle Lebensmodelle gleich bewerten und zwar sowohl in ideeller als auch finanzieller Hinsicht? Warum soll es nicht möglich sein, (z.B.) eine Weile daheim zu sein für seine Kinder (für beide Eltern), ohne dass man gleich in eine Abhängigkeit verfällt? Die Sehnsucht nach Bindung, nach Kindern ist nach wie vor überall stark – wenn man gewisse Lebensmodelle aber von

      • Carolina sagt:

        /2 vornherein verteufelt bzw aus Angst gar nicht an sich heranlässt, führt das zu rigoroserem Denken und dazu, dass manche Frau vielleicht gar nicht mehr selbstbestimmt handelt und plant, sondern weil ‚man‘ bzw ‚die Gesellschaft‘ etwas vorzugeben scheint.

      • Francesca sagt:

        @ Carolina: Die Gefahr ist leider nicht „angeblich“, man schaue sich die Statisktiken an derjenigen, die an der Armutsgrenze leben: es sind vor allem alleinerziehende Frauen. Es soll’s jede so machen, wie sie es will, aber dann nicht lamentieren. Und man kann meist deshalb nicht „eine Weile“ Zuhause sein und dann wieder arbeiten gehen, weil leider niemanden auf einen gewartet hat. Es folgen jüngere Leute nach, die beruflich auf der Höhe sind. Die Folge: die Frauen müssen sich unter ihrem Wert verkaufen und sind entsprechend frustriert.

      • Francesca sagt:

        @Sportpapi: wer redet denn von Karriere. Ich war nie 100% berufstätig sondern genoss meine Kinder sehr! Aber mehr als halbtags habe ich schon gearbeitet. Sag Du mir doch, warum die alleinerziehenden Mütter hierzulande den grössten Teil der working poor ausmachen?

      • Sportpapi sagt:

        @Francesca: Weil es zwar zum Glück nach wie vor so ist, dass ein Einkommen für eine Familie reicht. Aber selten für zwei Haushalte. Klar, dass da häufig zunächst ein Defizit besteht. Und es ist an beiden Ex-Partnern, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, so dass es reicht. Indem z.B. der Vater (weiterhin? oder zusätzlcih) die Kinder betreut, während die Mutter arbeitet, oder in Ausbildung ist. Working Poor sind die Frauen ja meist dann, wenn sie zu wenig arbeiten können. Ich frage mich vielmehr: Weshalb kommt es zu so vielen Scheidungen? Weshalb sogar dann, wenn man es sich nicht leisten kann?

      • Sportpapi sagt:

        Zum anderen: Doch, ich glaube schon, dass man 5-10 Jahre kürzer treten kann, ohne gleich völlig den Anschluss zu verlieren. Insbesondere wenn man relativ jung Kinder hat, und mit z.B. 35 Jahren sich wieder (relativ) unbelastet um Weiterbildung und Job kümmern kann.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Zwei Haushalte sind nun mal deutlich teurer als ein gemeinsamer. Leisten kann sich heute jede/r eine Scheidung, denn zum Glück lässt unsere Gesellschaft niemanden verhungern. Gibt sicher viele Gründe für die vielen Scheidungen. Hohe Erwartungen/Idealisierung, Kommunikationsprobleme, stete „Optimierung“ der Lebensumstände (inkl. Partner), Möglichkeit zu gehen (Sozialhilfe, nicht mehr so grosse Stigmatisierung), usw. Wobei es in manchen Fällen auch für die immer darunter leidenden Kinder die bessere Lösung sein dürfte (Gewalt, Alkohol, etc.).

      • Teilzeitpapi sagt:

        Zu den Scheidungen kamen mir die vielen Lehrabbrüche in den Sinn (10-40%). Und die ältere Kindergärtnerin, welche die Kinder heute für weniger frustrationstolerant hält. Der CEVI-Leiter, der mit den Kindern heute nicht mehr so weit wandert und velofährt (resp. kann, weil vielen die Konstitution fehle) wie noch zu seinen Kinderzeiten. Der Wald, in dem heute keine selbständig spielenden Kindergruppen mehr anzutreffen sind (nur noch die organisierten Pfadi, etc.). Usw. Warum in der Multi-Optionsgesellschaft an einer Option arbeiten, wenn bequem auf welche daneben gewechselt werden kann?

      • Carolina sagt:

        TZP, ich würde anfügen: Die Freiheit zu haben, sein Leben ganz individuell zu gestalten, kann halt auch wieder eine Zwängerei bedeuten – und zwar dann, wenn man eben nicht zu seinen einmal getroffenen Entscheidungen stehen kann. Und wenn man ganz viele (individuelle) Möglichkeiten hat, wählt man vielleicht, das ist menschlich, erst mal die, die einem am bequemsten scheint.
        In einer Welt, in der es bald nur noch Wunschkinder geben wird, nur noch Nicht-Behinderte, eine Rundumversorgung fast schon garantiert zu sein scheint, werden wir alle immer risikoaverser und das führt zu Ihren Szenarien.

      • Carolina sagt:

        Francesca, nur das noch: es geht uns, vor allem hier in der Schweiz, objektiv so gut wie nie. Die meisten von uns sind im Krankheits-, Scheidungs-, Notfall so gut abgesichert wie keine Generation vor uns: wie kommt es, dass die Kinderfrage (und Bindungsfrage) immer öfter mit nein beantwortet wird? Ich glaube, dass wir mehr als jede Generation vor uns Besitzstandswahrung treiben, Angst vor Verlusten und somit immer mehr Angst vor Risiken haben. Kinderkriegen ist ein (übrigens immer noch natürlicher) Kraftakt, der Ressourcen in uns freilegt wie nichts sonst.

  • jürg. sagt:

    Tun Sie es einfach.
    Niemand hält sie davon ab, dass zu tun was sie wollen, ob mit oder ohne Kinder.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Zur Individualisierung gehört auch Selbstdarstellung und die Abgrenzung von anderen Individuen (sonst ist man ja weniger individuell), so quasi „schaut her wie besonders ich bin, wie ich es anders mache“. 🙂 Es genügt da nicht mehr, wie zig Millionen Menschen vor und mit uns, ein so gutes Leben wie möglich zu leben. 😉

  • tina sagt:

    wenn man sich für kinder entscheidet, wirft man doch nicht sein eigenes leben weg. kinder haben ist eine unglaubliche bereicherung, ein abenteuer das einem das leben durchschüttelt und man lernt eine menge, folglich entwickelt man sich auch daran. angenommen man wird 70 jahre alt: man kann nicht planen, wie sehr und wie lange man gebraucht wird von den kindern, aber bis man sie bekommt kann man ja exzessiv individuell sein und danach auf jeden fall auch wieder. das sind in den meisten fällen massiv mehr jahre als man sich wegen den kindern möglicherweise als individuum in luft auflöst

  • isabella sagt:

    grüezi frau zukker. gratulation für diesen text. sie können definitiv mit worten umgehen. über die letzten zwei sätze bin ich gestolpert, also vor allem über das „wir“ darin. wenn sie weiterhin beim „ich“ geblieben wären, bliebe mir der text besser in erinnerung. ich würde behaupten wollen, dass es auch heute noch viele frauen gibt, die sich – ganz und gar – aufs muttersein einlassen wollen, 24 std. am tag. es kann nämlich AUCH eine herausforderung sein.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … und ein selbstbewusstes, klar deklariertes, eigenes Ziel
      und kein sich-auf-den-Nebenspielplatz-abschieben-lassen…

  • Brunhild Steiner sagt:

    2/ von daher wünschte ich mir dass erfrischendere Ideen und Gedanken kämen, als das wiederkauen von „Mütter die ihre Karriere (welche genau um nachzufragen) nicht verfolgen stellen sich an zweite Stelle und verfolgen ihre Ziele nicht“-
    das einzig wirklich diskussionswürdige, und wichtige, finde ich die Aussagen und Erleben zum Singlesein,
    da wär offenbar noch Einiges zu tun und Handlungsbedarf in den Köpfen.

    Aber unter diesem Tun bitte kein gegenseitiges Ausspielen veranstalten.

  • Muttis Liebling sagt:

    In der Tat ist ‚Kind oder Karriere‘ eine ganz dumme Scheinalternative. Eine Frau, die Karriere macht, kann sich problemlos einen eigenen Kindergarten leisten. Aber die meisten arbeiten nur, machen aber keine Karriere.

    • alien sagt:

      PSCHSCHT. Hier geht es um Träume („KAARRIEEEREMACHEN!!“) und nicht um die Realität (In Wahrheit machen die meisten Leute ja keine Karriere, die meisten wollen das gar nicht).

      • Muttis Liebling sagt:

        Es ist vor allem Sprachverwirrung, die ähnlich solcher Unwörter wie ‚Verbraucher‘, ‚Arbeitnehmer‘, ‚Arbeitgeber‘ eine Wertung implizieren und nur deshalb geschaffen wurden.
        Karriere bedeutet lediglich, sich in eine Richtung zu bewegen, dass kann bei einer Drogenkarriere auch stramm bachab sein. Dann kenne ich auch noch eine Kontaktbar, in der selbst Allleinerziehende des nachts für ein paar Stunden eine ganz solide Prostituiertenkarriere machen.
        Ein Unwort eben, vor allem wenn man Berufsausübung meint.

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