Nur noch ein Zeugnis?

Zeugnisse gehören zum Schülerleben: Primarschüler mit Zeugnisordner (in Dresden). (Keystone)

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen bei Ihrem Lieblingsitaliener und bestellen wie immer die Spaghetti mit der hausgemachten Tomatensosse. Als der Teller kommt, hat es darauf nur halb so viele Teigwaren wie sonst und nur einen winzigen Klecks Sosse. Sie wundern sich und fragen den Kellner, ob er versehentlich eine Kinderportion gebracht habe. Mit einem bedauernden Lächeln erklärt er, dass man eben leider sparen müsse. Der Restaurant-Betrieb sei mittlerweile so zeitaufwändig geworden mit dem ganzen neuen Buchhaltungssystem, der Renovation und den vielen Teamsitzungen. Darum habe man beschlossen, nur noch halbe Portionen zu servieren und so wertvolle Kochzeit zu sparen, eins für zwei, sozusagen.

Vermutlich wären Sie vor den Kopf gestossen und entrüstet. Schliesslich scheint es völlig unsinnig, ausgerechnet dort zu sparen, wo der Sinn und Zweck der Sache liegt. In diesem Fall also beim Essen. Die Story ist an den Haaren herbeigezerrt. So was macht schlicht keinen Sinn. Aber genau so sinnlos kam es mir vor, als ich gelesen habe, dass es laut Beschluss des Bildungsrates fortan im Kanton Zürich nur noch ein Zeugnis gebe für Primarschüler bis und mit 5. Klasse, statt wie bis anhin zwei. Und zwar in der Zeitung, nicht in einem Informationsschreiben der Schule. Der Grund: Die Lehrer müssten entlastet werden.

Daran gibt es nichts auszusetzen. Lehrer müssen tatsächlich mit immer dickeren Pflichtenheften und grösseren Herausforderungen fertig werden. Hauptgrund sind die Verbürokratisierung der Schule und die oft kaum lösbaren Situationen infolge übersteigerter Integrationsanforderungen, die niemandem mehr gerecht werden. Ich habe also grossen Respekt vor dem Lehrerberuf und dem Engagement und Herzblut, mit dem ihn viele Lehrerinnen und Lehrer ausüben. Entlastung ist in der Tat angebracht. Die Frage ist nur, wo.

Wir sind in der glücklichen Lage, dass unsere Kinder von wirklich fähigen und liebevollen Lehrinnen unterrichtet werden. Auch privat kenne ich relativ viele Lehrer und bekomme kleine Einblicke in ihren Alltag. Was sie laut ihren Angaben weit mehr belastet als der Unterricht, immerhin der eigentliche Grund für ihre Berufswahl, sind die ewigen Kommissionen, Leitbilder, Sitzungen und Diskussionen um so unerhebliche Dinge wie die Wandfarbe von Schulzimmern. Das alles macht mürbe. Dass in diesem Wust von Aufgaben nun ausgerechnet beim Kerngeschäft, den Kindern, gespart wird, kann ich schlicht nicht nachvollziehen.

Laut Wikipedia wird das Zeugnis als eine zusammenfassende, urkundliche Beurteilung des Leistungsstandes eines Schülers definiert. Klingt feierlich und das ist es auch. Zumindest für die Kinder, die ich kenne. Da wird schon Wochen vorher diskutiert, wie das Zeugnis ausfallen könnte. Am Abend vor der Zeugnisausgabe ist grosse Aufregung angesagt und danach stolze Erleichterung oder halt Ernüchterung und Vorsätze. Natürlich kann man ganz grundsätzlich dagegen halten, dass Zeugnisse eben ein Zeugnis seien für die Leistungsorientiertheit unserer Gesellschaft und dass Zahlen der Individualität eines Kindes nie gerecht werden können. Diese Sicht hat sicher auch etwas für sich, wenn ich sie auch nicht teile. Täte ich das, würde ich meine Kinder in die Rudolf-Steiner-Schule schicken. Tue ich aber nicht.

Ich wollte wissen, ob ich mit meinem Befremden in dieser Sache völlig neben den Schuhen stehe und habe eine ganze Reihe von Kindern gefragt. Die Empörung war gross. Sie fanden einhellig, Zeugnisse seien doch megawichtig und überhaupt, warum keiner sie gefragt hätte. Und irgendwie kommt mir der Vergleich mit dem Restaurant dann doch nicht mehr so abstrus vor. Auf jeden Fall nicht abstruser, als der Entscheid des Bildungsrates.

176 Kommentare zu «Nur noch ein Zeugnis?»

  • Noten-keine Noten, eines oder zwei Zeugnisse; darum geht es doch gar nicht. Jede(r) hat seine eigene Meinung oder Empfehlung. Was nicht geht, ist doch, dass eine einzige Meinung jetzt „flächendeckend“ über alle Schulen gestülpt wird! Wir brauchen a u t o n o m e Schulen, weil es nicht eine einzige Wahrheit gibt und die Bedürfnisse immer mehr divergieren-von allen an der Schule Beteiligten. Wehren wri uns gegen die unwürdige Bevormundung der Lehrer, Eltern und Kinder! elternlobby.ch: Ja zur freien Schulwahl.

  • Franz Oettli sagt:

    Ja also nur ein einziges Zeugnis pro Jahr wäre schon etwas wenig, da weiss man ja erst, wo man steht, wenn’s schon zu spät ist. Aber diese Schulbehörden machen seit dem Buschor ja sowieso immer unverständlichere Dinge.

  • Oliver van der Waerden sagt:

    Kleine Korrektur: Auch an der Steinerschule gibt es Zeugnisse,sogar sehr aufwändig gemachte. In den oberen Klassen auch Notenzeugnisse.
    (Das soll aber keine Kritik am übrigen Inhalt des Artikels sein.)

  • Moritz R. sagt:

    Ich möchte hinzufügen, dass die Mehrheit der Lehrpersonen (zumindest an unserer Primarschule) diese „Entlastung“ weder gutheisst noch nachvollziehen kann.
    Eine wahre Entlastung wäre die verstärkte Betreuung integrativ geschulter Kinder!
    Dass ich den Kindern nur einmal pro Jahr das Zeugnis ausdrücken muss, erspart mir genau 5 Minuten (die ich zum Ausdrucken brauche), da ich die Noten sowieso laufend elektronisch nachführe, wie man das heute halt so machen sollte.
    Gespräche mit den Eltern führt man ja ohnehin einmal oder, bei Bedarf, zweimal pro Jahr.

  • Caroline E. sagt:

    Ist der Autorin kein besserer Vergleich eingefallen als die reduzierte Spaghettiportion? Typische Konsumhaltung. Sie könnte ohne Weiteres während des Schuljahres die Noten ihrer Kinder konsultieren und laufend den Durchschnitt ausrechnen (eine arithmetisch anspruchslose Operation, Excel genügt). Die Kinder wissen meist ohne Zeugnis, wo sie stehen, falls sie nicht unter Realitätsverweigerung leiden. Wenn Frau Fischli der Zeugnisservice der öffentlichen Schulen nicht genügt, kann sie ihre Kinder ja in einer Privatschule einschreiben und gegen Aufpreis ein monatliches Führungszeugnis verlangen.

    • Sportpapi sagt:

      Wenns nur Ecel ist. Dann wäre ja die Zeitersparnis der Lehrperson nur darin begründet, 20x 6-10 Ziffern in ein Notenheft zu schreiben. Also höchstens eine Stunde…

      • Caroline E. sagt:

        ich kann mir vorstellen, dass es aufwändiger ist, 30 Zeugnisse auszustellen, als von einer Mutter zu erwarten, während des Schuljahres hin und wieder den Notendurchschnitt auszurechnen und mit dem Kind anzuschauen. Aber da müsste Frau Konsumentin Fischli sich ja einbringen und selber aktiv werden. Wahrscheinlich scheint sie ua. deshalb nicht viel für Waldorfschulen übrig zu haben, weil sie sich dort persönlich engagieren und einbringen müsste und nicht einfach alles schön verpackt vor die Nase gesetzt bekäme.

  • Matthias Steiner sagt:

    Das Problem ist doch, dass die Lehrer in den Wochen, in welchen Unterricht ist, stark im Stress sind, dann aber 13 Wochen haben, in welchen (fast) nichts zu tun ist. Warum gibt man den Lehrern nicht einfach auch 4 Wochen Ferien und in den restlichen übrigen 9 Wochen sollen sie jene zusätzlichen Arbeiten erledigen, welche den Stress verursachen. Tabellen, Listen, Weiterbildung etc. dafür sollten 9 Wochen pro Jahr reichen und in der Schulzeit sich auf das unterrichten konzentrieren! Warum nicht?

  • lisi sagt:

    Vermutlich ist es gar nicht mal so wichtig ob es ein Zeugnis pro Jahr oder eins pro Semester gibt. Das Ganze aber als Entlastung der Lehrpersonen zu verkaufen, ist schon beinahe unverschämt. Ich sehe an unserer Schule das die Probleme ganz wo anders leigen. Die Klassengrössen werden grösser (mehr Schüler gleich mehr Aufwand, korrigieren, Elterngespräche usw.) Immer mehr runde Tische aufgrund von noch mehr Integration in Regelklassen, Umstellungen auf ADL ohne das die entsprechenden Lehrmittel vorhanden sind und vieles mehr. Wieso das alles, wegen dem Spardruck.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Anstatt in den Klassenrodel könnten die Lehrer ab Mittelstufe die Noten laufend online eintragen, damit Eltern und Kinder immer sehen können, wie der Stand der Dinge ist (natürlich kann man nur die eigenen Noten sehen). Das würde auch grösstmögliche Transparenz schaffen. Und Proben sollten nur noch anonymisiert geschrieben werden, man weiss heute, dass die Objektivität der Lehrer gerade in der CH mehr als zu wünschen übrig lässt, darüber kam vor einiger Zeit eine Studie raus, die in den Medien besprochen wurde. Stichwort Chancengleichheit.

    • Sportpapi sagt:

      Früher hat man einfach die benoteten Prüfungen zui Hause unterschreiben lassen. Aber ja, so sollte es gehen.

    • mostindianer sagt:

      @Pippi: „Lehrer ab Mittelstufe die Noten laufend online eintragen“: darauf warte ich schon lange, wird in finnland bereits praktiziert.
      (ups, hoffentlich, gibt das nicht grad wieder eine „in-finnland-ist-alles-besser“-kontroverse…) 😉

      • Beno sagt:

        @Mostindianer

        …dies wird vielerorts bereits praktiziert…bei den Indianern jedoch.. weiss ich es nicht

      • Indianermost sagt:

        In Finnland ist alles besser…. 😉

      • mostindianer sagt:

        @Beno: wo das? nicht an der schweizer volksschule, nehme ich an…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        In Finnland ist eben alles besser, was Schule betrifft, das ist nicht mal mehr eine Kontroverse, sondern eine schlichte Tatsache 🙄

      • mostindianer sagt:

        @Pippi: eben nicht… aber sagen wir mal, naja, fast alles ist besser, was die schule betrifft. ich war da und hab mir von lehrern und schülern in helsinki und turku das system erklären lassen und den unterricht miterlebt.
        von der ersten bis zur neunten klasse findet beispielsweise keine selektion statt. erst im übertritt in die berufswelt oder sekundarstufe II wird in verschiedensten (auch summativen) verfahren selektioniert. dies auf das schweizer system umzusetzen wäre aber ein ding der unmöglichkeit, paradigmenwechsel wär nur der vorname von einem solchen schritt.

      • Beno sagt:

        @mostindianer

        Mit „vielerorts“ meinte ich auf der Welt; aber es wäre was , wenn Schweizer Volksschulen dies übernämen würden.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        In einer grossen Bestandesaufnahme über die Qualität der Schulen in den verschiedenen EU-Staaten wurde aber gerade dieses Nicht-Selektionieren in der Volksschule von Erziehungswissenschaftlern als grosses Plus dargestellt. Irgendwo im Spiegel nachzulesen. Laut den Wissenschaftlern bedeutet es für die schwächeren Schüler, dass sie besser werden, durch die Starken profitieren. Und die Starken werden dadurch keineswegs schwächer. Mir leuchtete das sofort ein, weil ich genau das schon lange vermutet hatte, allein durch Beobachtung. Das es politisch schwierig wird damit bei uns, ist klar.

      • Katharina sagt:

        jaja Skandinavien, wo über fabrizierte Studien dann die immer noch bestehenden Fakten kaschiert werden, damit keine kontroverse entstehen kann. und wenn doch, wird auch dem mit starker Zensur entgegengewirkt.

    • Katharina sagt:

      „man weiss heute, dass die Objektivität der Lehrer gerade in der CH mehr als zu wünschen übrig lässt, “ – absolut einverstanden. ich wollte auch anmerken, dass mit einer numerischen Benotung keine Vergleichbarkeit hergestellt wird, weil schon von Lehrperson zu Lehrperson wegen Bias (’schlechte‘ Chemie zwischen Lehrperson und einem individuellen Schüler) grosse Unterschiede in der Bewertungsskala sind.

      Als Beispiel: wechselt ein Schüler zu einem Lehrer ohne Bias und verbessern sich die Noten, wird von Fortschritt des Schüler geredet, obwohl eigentlich der Bias des vorhergehenden Lehrers das Bild verschlechterte, genau genommen der Schüler wegen korrigierter Umstände nun besser lernt bzw. Prüfungen schreiben kann.
      wechselt derselbe Schüler von einem Lehrer ohne Bias zu einem mit, dann wird von Leistungsverminderung und Rückschritt des Schüler geredet, bis zur Einschaltung des schulpsychologischen Dienstes, obwohl das eigentliche Problem der Lehrer mit Bias ist.

      als Bias kann dann allerlei eingesetzt werden, Sexismus und ethnischer Diskriminierung als Beispiele.

      • Sportpapi sagt:

        Ds war aber nichrt das Thema heute. Und verstärkt sich möglicherweise noch, wenn auf transparente Bewertungen verzichtet wird.

      • Katharina sagt:

        wies soll das den nicht zum Thema gehören? es ist sogar essentiell, weil eben über die Benotung diskriminiert wird, so der Lehrer das machen will. Bias ist übrigens ein sehr wichtiges Thema im hiesigen System (SAT Scores) und die Methodik, dies zu vermeiden wird ständig diskutiert.

        Darüber hinaus eben, ob solche Benotungssysteme aus pädagogischer Sicht sinnvoll sind oder nicht. Siehe Rudolf Steiner oder Montessori Schulen, welche wie in diesem Artikel indirekt diffamiert werden.

        Es ist ehrlich gesagt bemühend wie du immer sofort auf off topic plädierst, wenn es um den Kern geht.

      • Beno sagt:

        @Katharina

        Die von dir erwähnten grossen Unterschiede fallen weg, indem die Examen ( zählen 50 % ) auf nationaler Ebene gehalten werden ( sogenannte Zentralexamen , auch dies schon in manchen Länder ein bewährtes System ). An numerischer Benotung liegen die möglichen Fehler jedenfalls nicht; auch fallen so „Sexismus und ethnische Diskriminierung weg.

      • Katharina sagt:

        Beno: Ich denke die Zentralexamen sind adäquat für eine bestimmte Schulstufe und als Abschlussexamen. Ich denke nicht, dass reguläre Prüfungen so abgehalten werden können. der SAT Test (Standard Test in allen 50 US Staaten) ist wohl ein solcher landesweit nach den gleichen Standards durchgeführter Test ist. er ist anonymisiert und wird von einer unabhängigen Instanz durchgeführt und bewertet. Und er ist Vorbedingung für die Zulassung an Institute höherer Bildung.

        Jedenfalls ist es so, dass sogar bei der Methodik dieser Tests darauf geachtet wird, ob ein Selektionsbias entsteht oder nicht.

      • Beno sagt:

        Katharina, ich glaube wir sprechen vom selben , nur bestehen landesweite Tests schon für Zulassungen für in die Oberstufe. Was bei den von mir erwähnten Zentralexamen der Vorteil ist, dieser zählt nur zu 50% in der Beurteilung und ist humaner, weil Tag X über das Leben eines Kindes entscheiden kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Wir können gerne über Sinn und Zweck von Noten sprechen. Und über standardisierte Tests und mögliche Beeinflussungen. Spannend und wichtig, und sehr umstritten (und ich habe eigentlich eine sehr klare Meinung dazu). abe rich habe deshalb gesagt, es ist heute nicht das Thema, weil es hier doch darum ging, die Lehrer zu entlasten. Und wir nun mehrfach gezeigt haben, dass dies so nicht wirklich etwas bringt. Wenn es aber um den schrittweisen Abbau von Bewertungen/Zeugnissen gehen sollte, ist es einfach unehrlich.

    • luftibus sagt:

      jaja, noten online eintragen, aber äh, personalisierte einsicht, und trotzdem transparenz? chli widersprüchlich. da halte ich es mit sportpapi, die eltern können das ja unterschreiben, die die wollen.
      chancengleichheit erreicht man im übrigen nicht mit zentralen lernstandserhebungen. ich will die eltern sehen, die nach einem schlechten resultat der kinder nicht relativierend einbringen, das sei grauenhaft tagesformabhängig.. und die bösen lehrpersonen, die nicht objektiv beurteilen (wer tut das schon absolut?), die begleiten ja einen lernprozess, schon da findet dann selektive förderung statt

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Deswegen schickt niemand sein Kind in die Steiner Schule. Solch flapsig hingeworfene Sätze sind einfach nur ärgerlich!

    Ausserdem bekommen auch die Steiner-Kinder ein Feedback, aufwendig und liebevoll gestaltet, in dem sie sich nicht als Mangelwesen begreifen, sondern ihre Stärken betont werden und nüchtern erwähnt, wo es noch Verbesserungspotential gibt.

    Als ich zur Schule ging, gab es in den unteren Klassen auch nur einmal pro Jahr ein Zeugnis, dazu noch einen Schulbericht mit einer Gesamtbeurteilung, der wohl aufwendiger war in der Erstellung, als das Ausrechnen und Eintragen von Noten.

    • Arno sagt:

      Das es grosse Unterschiede gibt in den Steiner Schulen brauche ich dir Pippi wohl nicht mehr zu sagen; von Grotten-schlecht bis geeenial; wobei in Deutschland oft die genialen sind, weil vom Staat unterstützt.
      Ich kenne Steiner Schulen, welche kurz vor der Schliessung standen, weil der Werklehrer französisch gab und die Eurythmistin……Geschichte.

    • alien sagt:

      Meine Tochter hat so gegen Ende der Zweiten das erste Mal ein Zeugnis gekriegt. Und sie ist in einer ganz normalen schweizer Primarschule. Ich habe in meiner Schule gar nie ein Zeugnis gesehen. Nach drei Jahren habe ich ein Zeugnisbuch erhalten, wo sie für mich ständig Zeugnisse ausgestellt hatten, weil der Kanton das so wollte. Bis dahin wusste ich gar nicht, ob ich, gemessen an den Noten, ein guter, schlechter oder mieser Schüler war.

      Noten sind nicht wichtig. Sie widerspiegeln das Können nicht genug gut. Das Wissen etwas besser.

  • Arno sagt:

    Mein Sohn von 12 kriegt in seiner Schule 5 (!) Mal pro Jahr ein Zeugnis; zwischendurch kann er auch digital der Stand der Dinge sehen.Der Vorteil hiervon ist , er kann sich selber korrigieren durch mehr zu arbeiten und kriegt einen möglichen „Knaller“ (schlechte Note) nicht erst am Ende des Jahres mit.
    Die Mehrarbeit der Schule ist minimal, die Noten werden in ein Programm eingegeben und zwischdurch Bilanz gezogen.. so what ?
    @tststs
    Der Vergleich mit der Berufswelt finde in diesem Zusammenhang eigentlich ungepasst, weil es eben dort um Erwachsene geht und der erzieherische Aspekt wegfällt

    • tststs sagt:

      Ja, Sie haben recht, man müsste schon vorab klären, von welcher Schulstufe man spricht. Denn natürlich ist ein Primarschüler noch ganz Kind. Ein Gymeler (vorallem die letzten Jahre) stelle ich schon eher in die Ecke eines Erwachsenen… (Matura bedeuted ja nichts anderes als „reif“…)

      • tststs sagt:

        Aber ganz abgesehen davon, dass Sie der Schule einen erzieherischen Part zuschreiben… ich glaube damit wären nicht alle einverstanden…

      • Arno sagt:

        @tststs
        Warum nicht ? Die ganzen Lehrmethoden bei Kindern bis 16 haben noch immer einen erzieherischen Wert.

        Es erfordert nur ein bisschen ein umdenken mit der Idee „Zeugnis“ ; Selber erfuhr ich dies fast als „heilige Schrift“ vor den Sommerferien. Während mein Sohn dies 5x im Jahr zur Kenntis nimmt und demetsprechend sich in den „A*** „kneift

  • Larissa sagt:

    Unsere beiden Kinder (Primarstufe) gehen sehr gerne zur Schule – und das Zeugnis ist für sie ein wichtiger Bestandteil davon. Auf unsere Nachfrage, ob das Zeugnis für sie einen hohen Stellenwert habe – ist die Reaktion sehr deutlich ausgefallen: ‚JA, SICHER !!‘. Das Zeugnis bedeutet Ansporn, Freude, Stolz, Verbesserungsmöglichkeiten – und zeigt auch den Kindern genau und verständlich auf, wo sie schulisch stehen. Also für uns ist ganz klar – das Zeugnis muss auch weiterhin ein schulischer Begleiter sein :-).

  • bettina k. sagt:

    ob es für die lerpersonen einfacher wird mit nur einem zeugniss pro jahr ist fraglich.
    als erziehungsberechtigte werde ich sicherlich auf eine halbjährliche standortbestimmung bestehen.
    wenn dies alle eltern einer klasse tun, ist der lehrer von 20 kindern mindestens 10 stunden in gesprächen.
    bereitet er diese seriös vor, wird der stundenaufwand sicherlich noch höher liegen.

  • Helen sagt:

    Kann mir jemand sagen, wie man gegen diesen Entscheid Rekurs einlegen kann? Frau Fischer spricht mir aus dem Herzen!

  • Andreas Egli sagt:

    Ob es Lehrmeister interessiert oder nicht, spielt eine nebensächliche Rolle. Der Vergleich mit den Spaghettis ist nicht richtig, denn das Zeugnis ist nicht der Sinn und Zweck der Schule, das wäre nämlich das Lernen. Aber! Zeugnisse bieten ein gutes Feedback für die Schüler und auch für die Eltern (und später für die Lehrmeister). Zeugnisse können Ansporn sein für gute Leistungen. Und sie dürfen auch Defizite aufzeigen – das schadet nicht, sondern weist den Weg für Verbesserungen.

  • Erika B. sagt:

    An Steinerschulen gibt’s genauso Bewertungen: in der Form von Sätzen (die sich wohl ewig wiederholen). Meine Tochter fand die Noten danach an der Staatsschule genauso angenehm bzw. unangenehm.
    Dies nur als Ergänzung.
    Die Zahl der Zeugnisse zurückzufahren, finde ich jedenfalls Blödsinn. Zeugnisse sind eine Orientierung für alle Beteiligten, und i.S. Schulorganisaton & Sitzungen stecken viele Schulhäuser noch in den Kinderschuhen, das ist jedenfalls mein Eindruck als Mutter.

    • tststs sagt:

      Wobei man sagen kann, dass idR in der Berufswelt auch nur einmal pro Jahr ein Qualigespräch/ein Zwischenzeugnis ausgestellt wird. Auf Verlangen erhält man natürlich immer mehr Infos. Wieso es also nicht auch an den Schulen so handhaben…?!

      • Pascal Sutter sagt:

        In der Berufswelt ist es doch heute so, dass alles in Butter ist wenn die Zahlen stimmen. Alles andere ist doch neuzeitlicher PC schischi

      • Sportpapi sagt:

        Lehrlinge und Doktoranden haben aber eher alle paar Wochen wieder mal ein Standortgespräch.

      • tststs sagt:

        DAS kommt aber sehr auf den Lehrmeister/Mentor an… Da kenne ich also beide Seiten…

  • keller peter sagt:

    Bald werden Prüfungen wohl auch nicht mehr kontrolliert (zuviel Aufwand).

  • marco weber sagt:

    Spaghetti vergleich hinkt. Das Kerngeschäft wäre ja zu kochen, Kerngeschäft der Lehrer müssste ja eigentlich sein zu Unterrichten, Wissen vermitteln ect.. und nicht nur zu benoten. Alle 1/2 Jahre Zeugnis heisst auch Test an Test. Meine 5 Kinder gehen an die Steiner Schule und bekommen auch dort Zeugnise. Halt bis 6 Klasse in einer anderen Form. Sie sind jedoch genauso „Leistungsfähig“ wie andere Kinder.

  • Pascal Sutter sagt:

    Schaut denn eigentlich irgendjemand noch auf das Zeugnis? Also wo ich mich damals™ beworben habe hat das niemand anschauen wollen. Nur das Abschlusszeugnis war wichtig. Ist doch sowas von überbewertet… da war der Schulbericht schon sehr aufschlussreicher. Das Leistungsspektrum eine Schülers widerspiegelt sich doch nicht in einem Zeugnis.

    • tststs sagt:

      „damals™“? Ist das das Schwesterprodukt von „früher™“?!
      😉
      Aber ernsthaft, es gibt hier zwei Lager, die einen schauen nur ins Zeugnis, die anderen finde darin eben genau keine Aussagekraft…

      • Pascal Sutter sagt:

        Unvorstellbar wieviel Potential da flöten geht wenn man Schulnoten über den Menschen stellt.

      • Pixel sagt:

        // was Sie grundsätzlich meinen. Zeugnisse können viell eine ungefähre Einschätzung geben, aber über das Potential eines Menschen und seine Fähigkeiten können keine Noten berichten. Das macht dann der Lebenslauf.

      • alien sagt:

        Ja, es ist in der Produktklasse mit einstTM und ehemalsTM. Nicht zu verwechseln mit später©.

      • alien sagt:

        Tja, sup wird gefiltert. happenz.

    • Sportpapi sagt:

      Doch, das Leistungsspektrum eines Schülers widerspiegelt sich gerade im Zeugnis. Und Lehrmeister interessiert das sehr wohl. Das Gymnasium sowieso.

      • Thomas sagt:

        Zeugnisse – auf welcher Alterstufe auch immer – sind wichtig, damit die ENTWICKLUNG begleitet werden kann. Aus meiner Sicht ist es da sehr sinnvoll, wenn pro Jahr zwei anstatt nur ein Anhaltspunkt zur Verfügungt stehen. Ein Abschlusszeugnis hingegen dient – auf welcher Abschlussstufe auch immer – einer STANDORTBESTIMMUNG. Da ist es klar, dass die älteren Zeugnisse nicht mehr beachtet werden. Nur so zum Vergleich: Welcher Polizist schaut nach, mit welcher Punkt- resp. Fehlerzahl damals die Theorieprüfung zur Fahrerlaubnis für’s Auto absolviert wurde?

      • Pascal Sutter sagt:

        Quatsch mit Sosse. Ich war jahrelang eine Null in Mathematik, und wäre ich nach meinen Naturwissenschaftlichen Fähigkeiten bewertet worden – ach wie wichtig sind die doch als Bub – würde ich heute Klos putzen. Dafür habe ich mich aber bei den Fächern die mir lagen echt angestrengt. Es ist mit den Schulnoten dermassen eindimensional belegt was ein Kind kann… Was, wenn einem der Lehrer nicht liegt oder familiäre Probleme die Leistung beeinträchtigen – nicht zu vergessen, die Pubertät? Wenn, dann gehört ein Zeugnis mit einem Schulbericht zusammen.

      • Pascal Sutter sagt:

        Ein gutes Zeugnis sagt gar nichts darüber aus ob ein Mensch in der Lage ist, Leistung zu erbringen. Ich habe meine Lehrstelle erhalten weil ich mich bei der Schnupperlehre reingekniet habe und das die Zeit war, wo man noch das lernen durfte was einen interessierte.

        Wenn ich mir anhöre was die Teens heute alles machen müssen um überhaupt einen Fuss irgendwo reinzukriegen wirds mir schlecht. Und dann wundert man sich, dass die an dem ganzen Scheiss zerbrechen…

      • Sportpapi sagt:

        Was für ein Schulbericht? Wer verfasst den? Was ist der Inhalt?

      • Pascal Sutter sagt:

        Also ich habe früher einen Schulbericht erhalten wo drin stand, wie ich mich im Schuljahr aufgeführt habe.

      • tststs sagt:

        Ok Herr Sutter, das Zeugnis sagt demensprechend einzig und alleine aus, ob ein Schüler WILLENS ist, für das Zeugnis eine entsprechende Leistung zu bringen.
        Ich gebe Ihnen recht, Noten sagen nicht alles über einen MENSCHEN aus, aber sie sagen ziemlich viel über einen Schüler aus (man darf sie aber nicht aus dem Kontext reissen)…

      • Pascal Sutter sagt:

        Aber das war auch die Zeit wo der Lehrer Zeit hatte seine Schüler zu fördern/fordern. Weil es Klassen mit 15 Kindern gab und nicht 32.

      • tststs sagt:

        Und das Zeugnis macht ja auch nur Aussagen über den Schüler, nicht über den Menschen (ausser in den dafür vorgesehenen Kästchen.) Und idR steht hinter einer schlechten Note, ein schlechter Schüler in diesem Fach (kein schlechter Mensch per se). Nur in den Ausnahmefällen werden die Noten der gesteigerten Intelligenz eines Schülers nicht gerecht…

      • Pascal Sutter sagt:

        Also ich stelle eigentlich Menschen und nicht Schüler an. Wissen sie, wieviele glänzende Zeugnisse ich schon zu Gesicht bekommen habe?

      • Sportpapi sagt:

        Aha. Waren das nicht die Felder Einsatz und Betragen oder ähnlich im Zeugnis?

      • Sportpapi sagt:

        Früher gab es Klassen mit 15 Kindern? Wo? Nicht 50?

      • tststs sagt:

        Genau Herr Suter, das durchschnittliche Klassenzimmer hatte um die letzte Jahrhundertwende auch nur so ca. 15 Schüler…

      • tststs sagt:

        Das ist schön Herr Sutter, wenn Sie primär Menschen einstellen, sehr löblich (darf ich davon ausgehen, dass Ihr Unternehmen eher zu den KMUs gehört?). Aber das ist nun mal nicht die Realität da draussen…

      • tststs sagt:

        @Sportpapi: Jup, und heute heisst es Sozialkompetenz und entschuldigte Fehlstunden 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Pascal Sutter: Nun mal im Ernst, ich glaube Sie verrennen sich hier. Ein Zeugnis gibt genau darüber Auskunft, wie gut ein Schüler/eine Schülerin im vergangenen Semester in einem Fach, oder meist in den Prüfungen innerhalb eines Faches, abgeschnitten hat. Damit ist weder eine Prozessbeurteilung noch eine Potentialabklärung verbunden. Dafür gibt es dann allenfalls ergänzende Informationen. Bei der Anstellung sind Zeugnisnoten ein Punkt unter vielen. Z.B. kommen nur Sek-A-Schüler mit Noten über 5 in bestimmten Fächern in Betracht. DANN wird vor allem nach zusätzlichen Kriterien gewählt.

      • Pascal Sutter sagt:

        Das war ein A4 Bogen, ein tatsächlicher Bericht darüber, wie ich mich während dem Schuljahr angestrengt und angestellt habe.
        Desweiteren kann ich mir nicht vorstellen, dass eine Klasse mit mehr als 15 Schülern zu managen ist. Wer kann das? Niemand kann das.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Unentschuldigte? Ich glaube, darüber wurde doch vor kurzem auch intensiv diskutiert, ob man das aufführen dürfe.

      • tststs sagt:

        öhhm, ich habe doch von entschudligten geschrieben…? Und ich kenne Schulen, die diese aufführen (aber obs erlaubt ist oder nicht, weiss ich auch nicht…)

      • Sportpapi sagt:

        Uups: Ja, ich meinte die entschuldigten. Die anderen darf man aufführen. Bei den entschuldigten ist es so, dass die eben entschuldigt sind, und deshalb nach Ansicht einiger Leute nicht relevant.

      • tststs sagt:

        @HR. Sutter: Nun, ich denke so eine Bewertung wäre auch mit mehr Schülern möglich. Ist einfach eine Organisation des Lehrers, wenn er/sie natürlich alle Bewertungen in der letzten Woche verfassen will…
        Deshalb auch hier btw mal noch die Anmerkung, dass Lehrer zwar wirklich einen strengen Job haben, dafür aber auch entsprechend entlöhnt werden…

      • tststs sagt:

        @Sportpapi: okeee, ich weiss eben nicht, wie es heute ist, aber in meinem Primarschulzeugnis (80er) waren die abwesenden Tage ganz sicher aufgeführt… (und ich bin mir auch sicher, dass mich meine Mama für jede entschuldigt hat…)

      • tststs sagt:

        Hab den Link kurz überflogen; und gehe da schon eher mit der GLP et al.
        Hier nähme mich Ihrer Meinung, Hr. Sutter, als Arbeitgeber wunder. Ist es für Sie nicht auch wichtig zu wissen, wie viel „Selbstdisziplin“ jemand hat? Denn nicht vergessen „entschuldigt“ kann auch heissen, dass die Eltern morgens anrufen und vom Bauchweh des Kindes berichten… (Naja, ich würde niemanden einstellen, der 20xpro Jahr „krank“ ist…)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ein krankes Kind in die Schule zu schicken ist kein Zeichen von Disziplin, sondern von fehlender Empathie seitens der Eltern! Nicht alle Kinder sind gleich robust, mein jüngster Sohn hatte die ersten Jahre einige gesundheitliche Probleme, es wäre mir nie in den Sinn gekommen, ihn mit Bauchweh in die Schule zu schicken. Auch wenn das für mich jedesmal eine Feuerwehrübung war, weil ich berufstätig war. Einmal stellte ich im Büro ein Feldbett auf für ihn, da war er 6 J. alt, das ging gut, praktischerweise war mein Büro im Spital, mein Chef sagte nichts dagegen (vielleicht verstand er es sogar).

    • Pascal Sutter sagt:

      Dies steht ja auch im Bericht.

      • Pixel sagt:

        //// was Sie grundsätzlich meinen. Zeugnisse können viell eine ungefähre Einschätzung geben, aber über das Potential eines Menschen und seine Fähigkeiten können keine Noten berichten. Das macht dann der Lebenslauf.

    • Pixel sagt:

      @pascal: ich muss hier den allermeisten Gegenkommentatoren Recht geben, am meisten trifft Thomas das, was ich auch so ausdrücken würde. Noten und Zeugnisse sind (leider?) Teil unserer Gesellschaft. An irgendwas muss man ja ein Weiterkommen ausrichten können, oder später den Kandidaten einschätzen. Ich hab eine vorerst komplett falsche Richtung für mich gewählt und dementsprechend waren die Noten und dementsprechend musste ich auch ein Jahr wiederholen. Mein Zeugnis hat damals genau das widerspiegelt, was ich in den Fächern konnte: nix. Und mein Interesse: zero. Ich verstehe aber //

      • Pixel sagt:

        tut mir leid Leute, die Website ist nicht für smartphones eingerichtet 🙁
        Es ist eine echte Herausforderung an der richtigen Stelle zu posten. Die reihenfolge der unten (oder oben??) angef Beiträge ist genau umgekehrt.

  • silvio sagt:

    Als Oberstufenlehrer kann ich nur sagen, dass die Arbeit fürs Zeugnis minimal ist. Ich arbeite im Kanton SZ. Dort wurden Entlastungen, Lohnangleichung an die Nachbarkantone und weitere kleine Verbesserungen gerade vom Kantonsrat mit verachtenden Worten abgelehnt. Die Kaste der Politiker hat noch nicht gemerkt, dass die Zukunft dieses Landes in den Unterrichtszimmern sitzt. Schade. Zeugnisse sind und waren noch nie das Problem. Sie sind eine erste Annäherung an die Berufswelt. Und sie sind gut so. Rudolf hin, Steiner her. Man muss als Lehrer nur mit Herz im Zimmer unterrichten.

    • Herbert sagt:

      Werter Lehrerkollege: Deinem Statement kann ich als Berufskollege nur beipflichten. Zeugnisse sind sicher kein Problem. Sitzungen, Ämtli, Reformitis, Weiterbildungen, und vor allem geringe Wertschätzung und in einigen Kantonen tiefe Löhne (SZ) und massive Kürzungen bei den Pensionskassen, … . Dies ist das Gegenteil von Wertschätzung. Die guten Leute werden so von der Uni nicht in die SZ-Schulzimmer wandern. Und wir haben mit nicht Ausgebildeten Berufskollegen zu kämpfen, die uns noch mehr Aufwand bescheren. Es ist düster geworden in den Lehrerzimmern, jedenfalls bei uns im SZ.

      • alien sagt:

        Unser Kanton, SZ, ist im vorletzten Jahrhundert stehen geblieben. Mich wundert gar nichts. Wenn nicht meine Kinder hier wären, würde mich gar nichts mehr hier halten, gar nichts.

      • Anna Belle sagt:

        Liebe SZ-Kollegen

        „Alle“ meine Vorfahren stammen aus SZ. Warum ausgerechnet ich mich abgewendet habe? Es dreht sich das meiste vorwiegend ums Geld. Und dann noch um SVP-Politik. Warum die SVP (und FDP) unbedingt in der Bildung sparen möchte (Vgl. auch Kt. SG) kann ich nicht nachvollziehen und mir blutet das Herz…
        Bitte nehmt doch die Anliegen der Bürger nach guter Bildung ernst und spart woanders. Upps, natürlich sollten wir zuerst mal wieder die Steuern senken…

    • Peter sagt:

      Ebenfalls als Oberstufenlehrer teile ich die obige Einschätzung. Für das konkrete Schreiben der Zeugnisse brauche ich jeweils 30 Minuten. Prüfungen werden sowieso durchgeführt, egal ob es nun Semester- oder Jahreszeugnisse gibt.

    • Miriam sagt:

      Hier geht es aber nicht um die Oberstufe, sondern die Primarstufe. Keine Ahnung wies heute in Zürich ist, aber als ich vor 15-20 Jahren in Basel in die Primar ging basierten unsere Zeugnisse (d.h. wir nannten sie Lernberichte) nur zu einem kleinen Teil auf Prüfungen. Zum Beispiel hatten wir nie eine Malprüfung oder eine Klatschprüfung noch Prüfungen zu Melden im Unterricht, Antworten geben auf Fragen der Lehrerin oder Stören im Unterricht- trotzdem mussten die Lehrer zu all diesem eine Bewertung abgeben. Ich denke das kostet schon Zeit. Und zu jedem Lernbericht gabs ein Elterngespräch.

  • Christoph Lieberherr sagt:

    Der Spaghettivergleich stimmt erst, wenn man dem Lehrern weniger Wochenlektionen gibt und dafür Sitzungsgeld, aber das kommt sicher noch …

    • Martina Wieland sagt:

      Sitzungsgeld??? Für Menschen die in der Schule arbeiten? So was gibt es nicht!!! Das gab es nie und wird es garantiert nie geben!

      • mostindianer sagt:

        @Martina Wieland: natürlich gibt’s das. für schulbehördesitzungen zum beispiel (als lehrervertretung).

      • Das Lehrerin sagt:

        Der Dativ ist der Tod vom Genitiv… oder wie war das noch?
        Sitzungsgeld, was ist das – das ist doch das, was die ANDEREN Kommissionsmitglieder erhalten

  • Martin sagt:

    Kann man den Beitrag von Fr. Fischer irgendwo unterschreiben? Sie spricht mir sowas von aus der Seele! Die Schule als unser einziger Rohstoff und traditionelles Kernelement der Stärke unserer Gesellschaft wurde in den letzten Jahren bis zum nicht mehr Wiedererkennen zweckentfremdet, tausendfach reformiert und mit soviel sozialpolitischem und anderem Ballast beladen dass der Unterricht als Kernaufgabe nur leiden kann. Damit leiden aber auch die passionierten Lehrer (denn das sind die guten, nicht die verhinderten Sozialpädagogen) und last but not least unsere Kinder.

  • Sportpapi sagt:

    Wer, wenn nicht die Lehrer, sollen denn über die Wandfarben diskutieren? Tatsächlich nehmen sich viele Lehrer/innen viel Zeit, das Klassenzimmer nach ihren Bedürfnissen einzurichten (in den Schulferien, selbstverständlich).

    • tststs sagt:

      Jaja, dem Innenausstatter dreinreden wollen, aber sich dann wahnsinnig beschweren, wenn die Eltern das Gefühl haben, sie seien die besseren Lehrer
      😉

      • Sportpapi sagt:

        Ich nehme an, in Ihrer Wohnung haben auch Sie dem „Innenausstatter“ erklärt, wie Sie es wünschen? Oder gleich selber Hand angelegt (was Lehrer offenbar hin und wieder dann auch tun).

      • tststs sagt:

        Naja, und diverseste Räumlichkeiten in der Uni ZH sprechen auch eher dafür, dass Lehrer (und Schüler) die Räume gestalten sollten. Im Ernst,da gibt es Bibliotheken mit weniger Sitzplätzen zwecks Ästhetik, deren Schalkonzept so ausgereift ist, dass man sich kaum getraut ein Buch aus dem Regal zu nehmen, weil man es auch vier Stöcke weiter oben noch hört. Oder Zimmer, die in solchen Farben gestrichen sind (Fenster sind nicht nötig, der gemeine Student braucht ja auch keine Tageslicht), dass wirklich nur eine partielle Farbenblindheit des Innenausstatters als Erklärung herhalten kann…

      • Sportpapi sagt:

        Eine late Geschichte: Nutzer und Architekten haben zum Teil ganz unterschiedliche Vorstellungen. Und an Hochschulen ist das noch etwas Spezieller, da die Räume meist eben keine Hauptnutzer haben.

      • tststs sagt:

        Ahhh, meine Familie kommt aus dem Baugewerbe und bei so manchem Architekten vermutet man anhand der Pläne, dass dieser offensichtlich im Wald in einer Höhle leben muss, anders lassen sich gewisse Anordnungen nicht erklären…
        Und die Hässlichkeit gewisser Uniräume (alle die nach 2000 da waren wissen sicherlich auf welchen Raum ich anspreche) hat nichts mit den unterschiedlichen Nutzern zu tun… 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Hässlichkeit ist eins, Zweckmässigkeit etwas anderes. Ich kenne da gewisse Hochschul-Sporträume, die neu und wirklich schön sind. Aber eben…

      • tststs sagt:

        Also zweckmässig ist der Raum, aber was die Farbkombo „grüne Tische – pinke Wände“ (es ist wirklich hässlich, nicht einmal Zeitreisende aus den 70ern fänden es groovy…) bewirken soll, bleibt mir ein Rätsel?!
        Oder eben, die RWI-Biblio. Für die Augen ein Meisterwerk, für die Studenten unbrauchbar…
        http://www.rwi.uzh.ch/bibliothek/allgemein/bilder.html

  • plop sagt:

    Mein Partner war an der Steiner Schule – er kriegte jährlich ca 3 A4- Seiten vollgeschrieben mit seinen Leistungen/Schwächen etc… Zuerst hab ich da chli drüber gelächelt, aber schlussendlich sagen Worte viel mehr aus als Zahlen! Aber klar, die Lehrer müssen sich für alle Schüler immer viel Gedanken machen, damit sie so ein Jahresrückblick schreiben können… Und das braucht Zeit… Aber ich stelle mir so eine Arbeit für einen Lehrer schöner vor als über Wandfarben zu diskutieren…

    • tststs sagt:

      Jedes „Schulsystem“ hat seine Vor- und seine Nachteile. Wenn wir mMn was von der Steiner-Schule lernen können, dann die Tatsache, dass „Kuschelpädagogik“ kein Schimpfwort ist, ja sogar einer der Schlüssel zum schulischen Erfolg. (Nur wenn sich ein Schüler wohl fühlt, lernt auch effektiv etwas)

      • Sportpapi sagt:

        Doch, Kuschelpädagogik ist und bleibt ein Schimpfwort. Die Frage ist nur, ob berechtigt oder nicht. Das ist wie mit den Gutmenschen…

      • alien sagt:

        Tja, das sehen die Leute alle anders. Kuscheln ist schön, Kuschelpädagogik ist gut. In meinen Augen. Die Pädagogik darf einfach nicht nur aus Kuscheln bestehen. Tut sie aber nicht, das funktioniert nämlich eh nicht.

        Und Gutmensch: Ich versuche ja schon, Schlechtmensch zu werden, ich versuche und versuche es, aber es klappt einfach nicht.

      • tststs sagt:

        Dann sag ichs halt anders: wer Kuschelpädagogik als Schimpfwort benutzt, hat mMn nach das Konzept Mensch hinten und vorne nicht verstanden. Ich vermute, es sind diejenigen, die sich die Rute zurück in die Schule wünschen, weil man da ja viiiel disziplinierter und somit viiiel besser in der Schule war…

      • tststs sagt:

        Kuschelpädagogik meint einzig, dass der Schüler besser lernt, je wohler er sich fühlt. Und es ist halt lustigerweise so, dass Kinder/Jugendliche zB wohler fühlen, wenn klare Grenzen aufgezeigt werden. (nicht dass sie nicht daran kratzen würden, aber es gibt Geborgenheit zu wissen, wo man steht…). Es ist also keineswegs so, dass sich Wohlfühlen und Disziplin, Geborgenheit und Leistung gegenseitig ausschliessen…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Wenn du dieses belastete Wort brauchst, um einen empathische, rücksichtsvolle Art, mit Kindern umzugehen, zu beschreiben, musst du dich nicht wundern, wenn du falsch verstanden wirst, tsts. Aber ich stimme mit dir überrein, dass Kinder nur lernen, wenn sie sich wohlfühlen. Ich weiss auch, dass der/die Unterrichtende ausschlaggebend ist für den Schulerfolg eines jeden Kindes, das Wichtigste überhaupt, aber in den Steiner Schulen scheint es von diesen begnadeten Pädagogen einfach mehr zu geben. Die Liebe und der Respekt zum Kind, so wie es schon Janusz Korczak wusste……..

  • Pascal Sutter sagt:

    FYI: „Du sollst kein falsches Zeugnis von dir geben wider deinem Nächsten.“

    Du sollst also deine Mitmenschen nicht bewerten, wenn du nichts über sie weisst. Ergo, kleinere Klassen = mehr wissen über die Schüler = Zeugnisse,

  • Kim Müller sagt:

    Zeugnisse schreiben gehört ganz sicher zum Lehrberuf, was man von anderen Aufgaben nicht sagen kann….
    Das ist ganz sicher der falsche Ansatz.

  • think about sagt:

    Es wurde ja schon lange nichtsmehr bei den Turnstunden gestrichen 🙂 Wird der Turnunterricht eigentlich heutzutage noch benotet? Oder erhält man ein „Besucht“ ?

    • mostindianer sagt:

      turnen wird benotet. und es ist das einzige schulfach, das sogar in der bundesverfassung erwähnt wird.

      • Sportpapi sagt:

        Wobei die Benotung – leider – meist nicht sehr aussagekräftig ist…

      • mostindianer sagt:

        womit wir wieder beim thema transparenz wären.

      • Sportpapi sagt:

        So ist es. Transparente Noten im Sport gibt es nur dort, wo das Fach Sport „zählt“. Gleichzeitig sinken die Notenschnitte in der Regel um fast eine Note ab.

  • tststs sagt:

    „Schliesslich scheint es völlig unsinnig, ausgerechnet dort zu sparen, wo der Sinn und Zweck der Sache liegt.“
    Soso, Sinn und Zweck der Schule ist die zweijährliche Benotung… und ich dachte mal, ich lerne was fürs Leben…
    🙂

  • hans sagt:

    zeugnisse sind, dank dem computer, kein grosser aufwand für die lehrpersonen. für die schüler sind sie ein wichtig indikator, wo sie in etwa in der schule stehen.

    • mostindianer sagt:

      der computer korrigiert aber meine 25 aufsätze nicht…

      • Sportpapi sagt:

        @Mostindianer: Machen Sie weniger Prüfungen/Aufsätze, wenn nur einmal im Jahr statt halbjährlich ein Zeugnis zu schreiben wäre? Das wäre aber dann eher nicht sehr professionell. Und worauf stützen Sie sich denn bei den Elterngespräche?

      • mostindianer sagt:

        @sportpapi: nein, ich meine nur, ein computer garantiert mir nicht, dass ich weniger aufwand habe.

  • Sportpapi sagt:

    Klar ist, dass die Massnahme die Lehrer kaum oder gar nicht entlastet. Sie müssen trotzdem laufend korrigieren und bewerten. Das Ausrechnen und Eintragen der Semesternoten ist dann noch eine überschaubare Angelegenheit. Und spart die eine oder andere Rückfrage unsicherer Eltern. Mir scheint, die Bildungsdirektion will hier mehr provozieren als ernsthafte Lösungen anbieten. Wie beim ersten Versuchsballon, als sie verkündeten, zur Entlastung der Lehrpersonen einfach zwei Lektionen weniger unterrichten zu lassen.

    • mostindianer sagt:

      @sportpapi: also das mit den zwei lektionen weniger ist tatsächlich ein riesiger furz, sorry für meine wortwahl.

      • Sportpapi sagt:

        Vor allem, weil man sich ja nicht getraute zu sagen, wo man Abstriche machen würde. Und die zwei Lektionen umgehend wieder mit Betreuungsstunden, zumindest teilweise auf Kosten der Schule, ersetzen müsste.

      • hans sagt:

        nein, die zwei lektionen sind absolut kein furz, für klassenlehrpersonen, die einen grossen betreuungsaufwand haben. einen gute schule muss faire arbeitsbedingungen bieten. was nützt es, wenn ich meine kinder zu ausgepowerten lehrpersonen schicke… –> klassenlehrpersonen zwei lektionen weniger, fachlehrpersonen zwei lektionen mehr wäre an vielen orten angebracht.

      • Sportpapi sagt:

        @Hans: Das wäre sinnvoll, man könnte gleich mit dem Sport beginnen. Nur ist das nicht die Idee, weil das Ganze ja kostenneutral ablaufen soll.

      • mostindianer sagt:

        @hans: erklären sie mal dem sportlehrer, dass zwei sportlektionen gestrichen werden, erklären sie dem mathelehrer, dass zwei mathestunden gestrichen werden, usw. der streit um die fächer ist vorprogrammiert, jedes fach wird dann plötzlich das wichtigste. darunter leidet ganz klar die qualität. entlastung der lehrpersonen findet nur am rande statt.

      • hans sagt:

        o.k. habe sportpapis „2 lektionen“ falsch gelesen. natürlich nicht die lektionenzahl der schüler, sondern diejenige der klassenlehrpersonen kürzen, so dass der beruf wieder attrativ wird und wirklich gute leute anzieht. …so würden die schüler in den schulen (in kognitiven fächern) wieder intensiver arbeiten, somit schneller vorwärts kommen, womit man dann schlussendlich wirklich 2 lektionen streichen könnte (z.b. die zur zeit übermässig stark dotierten sprachfächer; französisch oder englisch)….

  • Jaiho sagt:

    Freie Schulwahl und das Thema ist erledigt. Vielleicht gibt es dann auch Schulen wo es 12 mal im Jahr ein Zeugnis gibt für diejenigen Eltern die das brauchen. Andere sehen auch sonst wo die Stärken und Schwächen ihrer Kinder sind.

    • tststs sagt:

      Tja, und dann beginne plötzlich die guten Schulen die guten Schüler für sich rauszupicken… und anhand von was machen sie das wohl…?!

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Stimme Jaiho voll zu!

      Und das Beispiel der oben erwähnten jüdischen Schule zeigt, dass auch andernorts ein Aufwand getrieben wird, sogar ein ungleich grösserer als in unseren Staatsschulen und trotzdem weniger gejammert wird. Ich darf hier noch daran erinnern, dass die Löhne der Schweizer Lehrer (kaufkraftbereinigt) weltweit die Höchsten sind, mit Ausnahme von Japan, dort sind sie ebenso hoch.

      In den Privatschulen sind sie einiges tiefer, trotzdem sind die Ergebnisse beeindruckend!

    • alien sagt:

      Good news. An der Goldküste steht dann die Schule, die genau die Zeugniskadenz hat, die Du suchst. Dummerweise steht die Schule mit genau dem Fremdsprachangebot, das Du suchst, am Genfersee. Und Deine bevorzugte Schule mit Sport steht in der Nähe von Basel. Leider hat keine der freien-Schulwahl-Schulen dann das, was Du suchst…

      Jaiho, Du machst es Dir zu einfach. Freie Schulwahl ist nicht die Lösung für alle Probleme. Nicht einmal für die Mehrzahl.

      • Jaiho sagt:

        Ich schicke jetzt schon meine Kinder in eine Schule hinter der wir voll stehen, und die Kinder sogar gerne zur Schule gehen Ja wir Rabeneltern haben sogar den Kindern die Freude auf die Ferien genommen.

      • alien sagt:

        Und wie das? Gibt es an der Privatschule keine Ferien oder was?

      • Jaiho sagt:

        Antwort an alien: doch, aber die Kinder gehen eben gern in diese Schule

    • Pixel sagt:

      Privatschule heisst Diversifikation via Finanzen. Und das heisst Klassengesellschaft. Reicht es nicht schon, dass man im Alltag immer mehr damit zu kämpfen hat (Versicherungen, krankheitskosten, Vorsorge, Kinderbetreuung etc). Müssen wir dazu auch noch unsere Kinder dahingehend erziehen? Schlechte Idee, ganz ganz schlechte Idee.

      • Katharina sagt:

        Nein finde ich absolut eine gute Idee. vor allem wenn klar ist, dass über die öffentlichen Schulen politisches social engineering betrieben wird. Genau das geschieht in der Schweiz und der Staat hat schlichtweg das Recht dazu nicht. das Argument der Sozialschichtensegregation stimmt nicht, denn dies kann über Vouchers für einkommensschwache gelöst werden.

        Jedenfalls hat der Staat oder eine bestimmte Gruppe von Bürgern nicht das Recht, das elterliche Selbstbestimmungsrecht über die Erziehung dermassen einzuschränken, dass nur öffentliche Schulen als Angebot bestehen dürfen. Um die Wahlfreiheit zu garantieren, ist es also eher nötig, dass über Vouchers auch einkommensschwächere Familien die Wahlfreiheit erhalten.

      • Jaiho sagt:

        Was ich noch sagen wollte: Wir sind nicht reich, wir leben in einem Haus mit Holzheizung, daher kleine Miete, wir machen keine Karibikferien, dieses Jahr geht es mit dem Velo nach Wien, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und wir sagten uns lieber auf Sachen verzichten, dafür unseren Kindern eine glückliche Kindheit ermöglichen. Eine glückliche Kindheit erspart später (und auch jetzt) manche Therapie.

      • Beno sagt:

        @Katharina
        „Jedenfalls hat der Staat oder eine bestimmte Gruppe von Bürgern nicht das Recht, das elterliche Selbstbestimmungsrecht über die Erziehung dermassen einzuschränken“

        Sind dies wieder kleine Symptome deiner latenten Angstneurose ?

        In Amerika besteht zum Teil Klassenstreit im Schulwesen, wo reiche Menschen sich an Privat-Unis ihr Abitur erkaufen und erschwindeln…die ist doch nicht anstrebenswert ?!

      • Sportpapi sagt:

        Die Frage ist sowieso: WER betreibt denn dieses politische Social Engineering? Die als link verschriebenen Lehrer in einem gut bürgerlichen Staat?

      • Sportpapi sagt:

        @Jaiho: Jetzt ist auch klar, weshalb die Kinder lieber in die Schule als in die Ferien wollen 🙂

  • think about sagt:

    Ich kenne aus L.A bei Freunden folgende aus meiner Sicht gute Situation – ihre Kinder gehen beide in jüdische Schulen: Der/Die Lehrer/in schreib pro Monat via Brief oder Email (natürlich enkrypted:-)) einen kleinen Bericht in welchem kurz Leistung, Verhalten und besonderes (Positiv oder Negativ) beschrieben wird. Dies ist max eine halbe A4-Seite und pro Monat gesehen, kein riesiger Aufwand. So haben die Eltern auch Transparenz und die Möglichkeit zur Kommunikation. Was daraus erfolgt, liegt jedoch auch an der Eltern – ob sie wirklich wollen oder „können“. Hier daraf nicht gespart werden.

    • mostindianer sagt:

      @think about: jeden monat einen kurzbericht schreiben, das ist „kein riesiger aufwand“, sagen sie? bei 25 schülern macht das in einem jahr (wenn man unterrichtsfreie zeit abzieht) 250 berichte. hallo? da schreibe ich dann doch lieber ein zweites zeugnis…

      • think about sagt:

        @mostindianer: gebe ihnen recht – doch der Ansatz ist aus meiner Sicht immernoch sehr zielführend – kann auch pro Quartal sein. Würden sie nicht lieber als Lehrer den Eltern eine Beurteilung in Worten übergeben als einzig: Bsp. Max – Rechnen = 4 ? Alternative Eltern pro Quartal evtl. zu sagen: Max mit guter 4, Potential auf mehr – jedoch lässt er sich leicht abklenken vom Tischnachbarn oder Fensterplatz. Mit dieser Aussage, können Eltern was anfangen. Beim Elterngespräch muss dies zbsp. auch Thema sein. Sinnvoll oder nicht?

      • Sportpapi sagt:

        Ich habe ehrlich gesagt lieber, dass transparente Noten kommuniziert werden, die auf bewerteten Prüfungen basieren, die ebenfalls benotet und kommuniziert wurden. Natürlich darf nach Bedarf auch mal ein Elterngespräch dazukommen.

      • mostindianer sagt:

        @sportpapi: diese noten sind (je nach lehrperson) eben gar nicht mehr transparent. eine zahl, die zu spekulationen führt, weil man sich mit schülern in einer anderen klasse vergleicht ist bereits nicht mehr sinnvoll.

      • Sportpapi sagt:

        @mostindianer: Das verstehe ich nun nicht. Wenn ein Schüler eine Anzahl Prüfungen erlebt hat, die alle benotet wurden, und sich die Zeugnisnote daraus errechnet, dann halte ich das für transparent. Schön wäre es, wenn diese Note dann auch gegenüber den Noten in anderen Klassen „fair“ wäre, was leider nicht immer der Fall ist. Bezugsnorm ist meist die Klasse (Schnitt 4.5…).

      • alien sagt:

        Ich weiss noch, in der Schule unterstützte ich durchaus die Idee von Prüfungen, auch häufigen, aber ich war gegen die Noten (nicht, weil ich schlechte hatte…). In der unteren Primarschule kommt man mit Elterngesprächen und textuellen Beurteilungen weit. Weiter oben sind Noten wohl absolut nötig. Elterngespräche bleiben für einige Zeit sinnvoll, bei einem 18-jährigen Maturanden aber nicht mehr, denke ich, zumal wenn er die Schule im Griff hat.

    • Katharina sagt:

      das ist eben eine private Schule. in einem Land wie der Schweiz ist das praktisch schon doppelte Häresie, erstens weil privat und zweitens weil jüdisch. da fehlt ja dann die ‚Sozialisation‘ und ‚Integration‘ oder Staatsdoktrin.

      Jedenfalls erlaubt ein solcher Bericht einen differenzierteren Einblick als eine schnöde Zahl.

  • Dieter Blatt sagt:

    (Zeugnis-)Noten sind immer interpretationsbedürftig. Zwei obligatorische Eltern-Kind-Lehrer-Gespräche pro Jahr mit Rückblick, zur Standortbestimmung und mit Ausblick inkl. neuen individuellen Zielen und Abmachungen bringen allen Beteiligten mehr als ein Zeugnis.

    • Sportpapi sagt:

      Sie bringen aber auch deutlich mehr Aufwand!

      • Dieter Blatt sagt:

        Als Primarlehrer auf der „Selektionsstufe“ weiss ich, wovon ich rede. Zeit in die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu investieren, um über das Lernen und das Arbeiten, die Möglichkeiten und Grenzen der Kinder zu sprechen, ist m. E. besser als die Einwegkommunikation mittels Notenzeugnis. Ein weiser Mensch sagte mal: Noten sind praktisch, aber unprofessionell.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, das ist besser, natürlich. Nun ist aber die Zeit begrenzt, die Lehrer sind – praktisch unbestrittenermassen – massiv überlastet. Da muss man sich dann schon überlegen, wo die vorhandene Zeit am besten investiert wird. Meiner Meinung nach lsollte die Priorität beim Unterrichten liegen, beim Lehr-Lernprozess, in der Schule, und nicht bei der Berichterstattung an die Eltern. Ausser, man benötigt dort mehr Unterstützung, möchte mit Einbezug der Eltern das Lernen verbessern. Aber auch da braucht es keine normierte Elternkontakte, sondern regelmässigen Austausch nach Bedarf.

      • alien sagt:

        Nein, ich stimme nicht zu. Kinder, die Eltern HABEN, die ihnen helfen können bei der Schularbeit (und das ist m.E. die Mehrzahl), profitieren davon sehr. Und wenn die Eltern wissen, was so in der Schule abgeht, und zwar dank Elterngesprächen, dann können sie und die Lehrer doch viel besser an einem Strang ziehen. Aber ob diese mehr bringen als ein Zeugnis, will ich doch bezweifeln. Ich denke, das sind einfach zwei Mittel, ein eher kurzfristiges und ein längerfristiges (wobei noch nicht klar ist, welches welches ist 🙂 ) für die Beurteilung/Förderung von Schülern.

  • mostindianer sagt:

    was soll übrigens der seltsame vergleich mit den spaghetti? wenn das restaurant meiner wahl die portionen halbiert, suche ich mir ein neues (ein verstecktes statement für die freie schulwahl?) oder ich koch mir meine spaghetti selbst. ist sowieso billiger. (abschaffung der schulpflicht?)

  • Sgt Klinger sagt:

    Zeugnisse sind für meine 3 Kinder motivierend und eine gute Diskussionsgrundlage. Ich befürworte Semesterzeugnissen inkl. die verbalen Noten „Betragen etc.“ für Alle beizubehalten. Für die Kinder wie die Eltern als Ansporn, Orientierung, Diskussionsbasis, offzielle Aussage. Mit nur einem Zeugnis/Schuljahr würden wir als Eltern weiterhin mit der Lehrperson einen lockeren Kontakt pflegen und sicherstellen, dass wir uns 2x pro Jahr treffen. Bei Eltern dies nicht so handhaben wollen/können, erhalten die Schulkinder mit Semesterzeugnissen wenigstens 2x/Jahr die Standortbestimmung nach Hause.

  • Petra sagt:

    Und wenn die Versetzung in die nächste Klasse gefährdet ist, kann man nur hoffen, dass die Kommunikation klappt und es nicht die grosse Überraschung gibt mit dem Zeugnis oder wie?

    • mostindianer sagt:

      die abgabe eines zeugnisses ist einseitige und deshalb ungenügende kommunikation. es ist (unabhängig von der existenz eines zeugnisses) die pflicht von lehrpersonen und eltern, zu kommunizieren, miteinander zu reden. das ist heute je länger je wichtiger.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, Zeugnisse sind Information, und damit einseitige Kommunikation. Deswegen aber für die Eltern nicht weniger wichtig.

      • hans sagt:

        lieber, die lehrperson schreibt einfache zeugnisse und nimmt sich zeit für eine intensive betreuung der kinder, als dass sie ständig irgendwelche berichte verfasst!

  • mostindianer sagt:

    die zahlenzeugnisse auf der unterstufe (beispiel kanton zürich) sind schlicht ein witz. man müsste meiner meinung nach weiter gehen und diese zahlenzeugnisse von der 1. bis 3. klasse ganz abschaffen. in diesem sinn ist das zeugnis tatsächlich überflüssig. ein bis zwei elterngespräche pro schuljahr reichen völlig. in einem elterngespräch kann man als lehrperson auch viel besser, persönlicher und einfacher verdeutlichen, wie der individuelle stand des kindes ist. ein zeugnis in der 4. und 5. klasse reichen ebenfalls aus. daran gewöhnen sich eltern und kinder schnell. hier wird endlich mal was

    • mostindianer sagt:

      /2 für die entlastung der lehrpersonen gemacht, aber man sieht nur das „wohl der kinder“ in gefahr. dabei vergisst man, dass für viele kinder der notendruck ein riesiger stress ist. die arbeit einer lehrperson umfasst natürlich auch die bewertung, aber bei einer solchen entlastung hat er wieder mehr zeit, einen anständigen unterricht vorzubereiten, schlussendlich erhöht das die qualität des unterrichts. und genau das wird immer wieder unterschlagen.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn man ernsthaft die Lehrer entlasten wollte, müsste man diese Elterngespräche reduzieren, dafür mehr Zeugnisse schicken. Ausserdem entlastet es die Lehrer kaum, wenn sie die Bewertungen, die sie sowieso laufend vornehmen, nun einmal im Jahr weniger ins Zeugnisheft schreiben müssen.

      • Valeria sagt:

        Ich habe manchmal das Gefühl, dass der Notendruck weniger für die Kinder als mehr für die Eltern ein riesiger Stress ist.

  • Roland Heini sagt:

    Ich unterstütze ihren Artiekl voll und ganz. Es gäbe genügend andere Aufgaben von denen die Lehrer entlastet werden könnten. Als Vater schulpflichitger Kinder empfinde ich es ganz schlecht nur noch 1 x jährlich formell über den effektiven schulischen Stand informiert zu werden. Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Lehrer – wenn sie wählen könnten – auf die Ausstellung zweier Zeugnisse verzichten würden.

  • Peter K. sagt:

    War das nicht früher schon so, und man hat“s auch überlebt?

    • mostindianer sagt:

      früher haben die eltern nicht dauernd in die arbeit der lehrer reingeschwatzt. heute ist jeder ein experte im bildungsbereich. lehrer dürfen jederzeit öffentlich kritisiert werden. früher, als das „business der wissensvermittlung“ noch in der hand der schule war, hatte man noch vertrauen in die arbeit der lehrpersonen. heute könnte man ja eh den ganzen lernstoff zu hause am pc googeln und den kindern selber beibringen. weil aber schule zufälligerweise nichts kostet und die eltern sowieso arbeiten müssen, geben sie sie halt in die schule.

  • René Hofstetter sagt:

    Ich bin selber Lehrer und frage mich manchmal, ob wirklich die Schule für die Kinder da ist oder doch eher die Kinder für die Schule…

  • An den Rudolf Steiner Schulen gibt es in den ersten Primarklassen gar keine Zeugnisse. Dabei wird keine Zeit eingespart, denn das Gespräch zwischen Lehrer, Eltern und Schüler ist zeitaufwändiger, anspruchsvoll, arbeitet die Chancen heraus und ist viel konstruktiver als einfach eine Zahl als Beurteilung.

    Dass eine Verwaltung, die nicht mehr unterstützt, sondern zur Belastung wird, abgebaut werden muss, dürfte einleuchten. Die Ursache für zu grosse Verwaltungen ist in der Flut kantonaler Vorschriften zu sehen. Der Kanton befiehlt, die Gemeinden bezahlen. So kann und darf es nciht weitergehen

  • Katharina sagt:

    „und habe eine ganze Reihe von Kindern gefragt. Die Empörung war gross. Sie fanden einhellig, Zeugnisse seien doch megawichtig und überhaupt, warum keiner sie gefragt hätte“ ich finde das den wichtigsten Satz in Ihrem Artikel.

    • mostindianer sagt:

      wenn man die kinder fragt, welches schulfach sie am liebsten haben, sagen alle immer als erstes „die pause“…

      • Sportpapi sagt:

        Nein. Sie sagen Turnen!

      • Alenka sagt:

        ich bekam schon als antwort: am liebsten habe ich die grosse pause und am zweitliebsten ist mir die kleine pause.
        aber öfters wird turnen und werken genannt.

      • Katharina sagt:

        die frage war ob sie Zeugnisse wollten oder nicht. nicht das Lieblingsfach.

        Kinder sind selbstbewusster als viele meinen. Auch sensibler darauf, was Verantwortung und ein Ziel erreichen als manche denken. Wichtig war mir, dass in dem Im Artikel beschriebenen wieder einmal über die Köpfe der direkt betroffenen Hinweg bürokratisch gehandelt wird.

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