SMI wird zum Seitwärts-Markt-Index

Willkommen auf unserem neuen Geldblog. Jeweils am Dienstag und Donnerstag beantwortet der Geldberater Martin Spieler Ihre Fragen. Jeweils am Sonntag wird die Börsenkolumne von Armando Guglielmetti aufgeschaltet.

Nestlé-Titel: Neue Bewertung aufgrund von Expansion möglich. Foto: Keystone

Nestlé-Titel: Neue Bewertung aufgrund von Expansion möglich. Foto: Keystone

Expansion in Gesundheitsbereich

Die Nestlé-Namenaktien profitieren zusehends stärker von Umschichtungen aus den Pharmawerten Novartis und Roche. Die bestechenden Argumente für Nestlé sind die besseren Margenaussichten, während diese in den Pharmawerten sinken. Die Pharmaindustrie sieht sich immer stärkeren staatlichen Preisregulationen und der Konkurrenz durch Generikahersteller ausgesetzt. Mit der nun beginnenden Welle der Biosimilars-Arzneien, die in den kommenden Jahren ein grösseres Problem für lukrative Schlüsselprodukte werden, drohen sich die Wachstumsprobleme zu vergrössern. Umgekehrt expandiert Nestlé in den Gesundheitsbereich, was der Gesellschaft eine neue Wachstumssparte bescheren kann. Wird Nestlé die Dividende stärker als erwartet von 2.20 auf 2.50 Franken je Aktie anheben, werden die Titel eine Neubewertung erhalten. Kaufen

Länger andauernde Richtungs- und Bodensuchphase

Nach dem Börsensturz von Anfang Jahr wird nun vom SMI eine länger andauernde Richtungs- und Bodensuchphase erwartet. An Schwächetagen entstehen in nahezu allen Marktsektoren Mittel­abflüsse, die durch Hebelprodukte wie Futures deutlich verstärkt werden. Der SMI wird nun zum Seitwärts-Markt-Index: Er wird sich in einem Band von 8000 bis 8500 seitwärts entwickeln – eine analoge Entwicklung wie zu Beginn der Neunzigerjahre. Meine Empfehlung: Bauen Sie wegen der Seitwärtsentwicklung in Stärken bei einem SMI über 8400 Punkten Positionen auf 33 Prozent der gewohnten Bestände ab. Aktienbestände abbauen

Statt Dividendenschub könnte Dividendenfrust entstehen

Am Dienstag publiziert die UBS ihre Jahresabschlusszahlen. Im Zug der enttäuschenden Zahlen der US-Grossbanken trüben sich auch die Erwartungen an die Schweizer Grossbank ein. Eine ungebrochene Zuversicht besteht hingegen, dass die UBS ihre Dividende von 75 Rappen (inklusive Sonderausschüttung) auf 90 Rappen pro Aktie anheben wird. Wird die Dividendenrendite wie vom Markt erwartet angehoben, wird die UBS eine Ausschüttung von über 5 Prozent gewähren. Hebt die UBS hingegen ihre Dividende weniger als die erwarteten 15 Rappen an, wird anstatt eines Dividendenschubs ein Dividendenfrust entstehen. Deshalb erhält die Aktie gegenwärtig eine neutrale Beurteilung wegen des erschwerten Umfelds an den Kapitalmärkten. Zaubert die Bank noch eine weitere bilanzwirksame Unternehmensabspaltung aus dem Hut, könnten die Zahlen sogar die Erwartungen übertreffen. Warten Sie unbedingt den Dividendenentscheid und die Zahlen ab. Halten

Auftragslage kontinuierlich gesteigert

Ein grosses Aufatmen lösten die ersten Zahlenangaben von Meyer Burger zur Wochenmitte aus. Die Umsatzsteigerung von nur 2 Prozent täuscht. Die Gesellschaft konnte bedeutend mehr ausliefern, verbuchte die Lieferungen und Installationen aber wegen fehlender Endabnahmen noch nicht. Das wird sich in den kommenden Monaten positiv auswirken. Weil die Nachfrage nach Solarmodulen unabhängig vom tiefen Ölpreis anhalten wird, konnte die Auftragslage im vergangenen Jahr kontinuierlich gesteigert werden. Analytiker erwarten, dass es Meyer Burger mit der Auftragseingangsentwicklung auf 418 Millionen Franken gelingen kann, in diesem Geschäftsjahr einen positiven Cashflow zu erwirtschaften. Der Solarzulieferer weist eine bessere Zukunft als vor einem Jahr auf. Auf der anderen Seite bestehen in den Solartiteln noch Angebotsüberhänge. Deshalb rate ich vorderhand zum Abwarten bzw. Halten der Titel. Halten

Stark vom gekauften US-Geschäft profitieren

Am Markt werden die nach ihren Umsatzzahlen wochenlang ausverkauften Namenaktien und Partizipationsscheine (PS) von Lindt & Sprüngli nun wieder gesucht. Händler meinen, dass der Markt auf ein Luxusproblem stark überreagierte. Nachdem es der Gesellschaft gelang, einen kräftigen Abschwung zu vermeiden, bestehen für 2016 blendende Aussichten. Die Partizipationsscheine sind an Schwächetagen mit Kursziel 6200 Franken für langfristige Anleger attraktiv, für risikofähige, solvente Grossanleger eröffnen die schweren Namenaktien dank den Wachstums- und den Dollarfantasien intaktes Aufwärtspotenzial. Mit der Aufwertung des Dollars gegenüber dem Schweizer Franken wird die Gesellschaft stark von ihrem gekauften US-Geschäft profitieren können. Kaufen

Dividendenrendite von knapp 5 Prozent

Die seit Jahresbeginn stabilen Namenaktien von Swiss Re profitieren von den erwarteten Dividendenanhebungs- und Aktienrückkauffantasien. Für die am 23. Februar präsentierten Jahreszahlen bestehen bei einzelnen prominenten Investmentbanken moderate Erwartungen, weil sie sich Nachreservierungen über rund 3 Milliarden erhoffen. Bei der Mehrheit der Beobachter überwiegt jedoch der Optimismus. Sie gehen von einer angehobenen Dividende und einem erhöhten Aktienrückkaufprogramm aus. Basierend auf der geschätzten Dividende (exklusive Jubiläumsbonus vom Vorjahr von 4.50 Franken je Aktie), kann mit einer Dividendenrendite von knapp 5 Prozent gerechnet werden. Weil weiterhin offen ist, ob der Markt nicht die Verschlechterung des Branchenumfelds unterschätzt, sind die allenfalls entstehenden Gewinne im Zahlen­vorfeld teilweise abzusichern oder auch zu realisieren. Meine Empfehlung: Nutzen Sie Schwäche­phasen, und kaufen Sie die Aktie unter 95 Franken an Schwächetagen. Kaufen