Beiträge mit dem Schlagwort ‘Regenwasser’

Wege des Wassers – Garten bewässern

Balz Rigendinger am Freitag den 12. August 2016
Garten bewässer - Schläuche

Garten bewässern: Blau geht in die Erde, grün kommt vom Regenfass, rechts der kommune Gartenschlauch. Elegant ist das nicht, aber sehr nützlich.

Diese Woche war mein bescheidenes Härdöpfelfeld bereit zur Ernte. Ich nahm die Grabgabel und wurde von einer Goldgräberstimmung erfasst: Ran an die gelben Knollen.

Den Garten bewässern – ein Beispiel

Weil ich also ziemlich viel Eifer entwickelte, dachte ich nicht mehr an die kleinen Bewässerungsschläuche, die ich im Frühling 20 Zentimeter unter der Oberfläche fachmännisch in die Erde gelegt hatte. Prompt zerstach ich einen. Ein guter Anlass, um an dieser Stelle einmal transparent zu machen, wie man als Hobbygärtner den Garten bewässern kann.

Garten bewässern - unterirdisch

Bewässerungsschlauf nach dem Härdöpfelstechen. Links die inzwischen wieder geflickte Stelle.

Mein erstes Gartenjahr im Eigenheim war letztes Jahr, das war – wie jeder weiss – geprägt von diesem Brutalo-Sommer mit Wochen von regenloser Hitze. Was schleppte man da Giesskannen, und bei mir kam all das Wasser aus dem Brunnentrog, den ich täglich morgens füllte und abends wieder leerte. 300 Liter im Tag, das war der Schnitt, und billig war das nicht, Leitungswasser eben.

Mit Wasser ökonomischer an die Wurzeln

Also begann ich mir im Winter Gedanken zu machen, wie man Wasser ökonomischer zu den Pflanzen bringen könnte.

Hier gilt es kurz eine Klammer zu öffnen: Als wir vor zwei Jahren den Bagger auf dem Grundstück hatten, wälzte ich die Idee, einen 2000-Liter-Regenwassertank in die Erde zu setzen, aber meine Partnerin winkte ab, das war ihr irgendwie zu mächtig für etwas, das unter der Erde schlummern würde. Klammer zu.

Zunächst stellte ich diesen Frühling also unter jeden der beiden Dachabläufe einen 300 Liter Wassertank. Einem der beiden verpasste ich einen Überlauf-Schlauch in den Brunnentrog, das setzte meine Gesamt-Regenwassersammelkapazität auf 900 Liter, was okay ist. Dann stolperte ich im Internet auf ein unterirdisches Bewässerungssystem, das mich überzeugte. Es bringt das Wasser direkt und tröpfchenweise zu den Wurzeln, kein Streuverlust durch Verdunstung, kein Rumspritzen mit dem Sprinkler, kein Giesskannen-Schleppen, einfach toll. Wem langweilig ist, empfehle ich dieses Video des Herstellers, er wird sich so schnell nicht mehr langweilen.

Garten bewässern - Regenfass und Brunnentrog

Regenfass (rechts) und Brunnentrog macht 600 Liter Regenwasser, immerhin.

Ich habe diese Anschaffung – auch wenn die Verlegung nicht frei von Pannen war – nie bereut.

Regenwassertank unterirdisch?

Natürlich ist ein solches Bewässerungssystem (ich kaufte die Profivariante) für einen Garten, der eine Grösse wie den meinen hat, etwas übertrieben. Ich kann mit diesem kleinen Fleck Irrationalität in meiner Biografie bisher recht gut umgehen. Denn einmal die Woche eine halbe Stunde den Garten bewässern, das reicht – und das wiederum scheint mir sehr vernünftig.

 

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Dicke Mulchschicht aus Hamsterhanf für den Oleander.

Ohne Mulchen läuft gar nichts

Gemulcht habe ich dennoch, das macht einfach Sinn: Eine Mulchschicht bremst die Bodenverdunstung ganz enorm, einerseits, weil sich die Oberfläche gar nicht so sehr aufheizt, andererseits, weil das verdunstende Wasser in der Schicht gefangen wird.

Hamsterhanf aus der Tierabteilung

Dieses Jahr mulchte ich nebst den Beeten auch ganz satt in den Töpfen, und ich staune: Die Oleander habe ich diesen Sommer noch nicht ein einziges Mal giessen müssen, die Erde war immer schön feucht. Sie hatten anfangs Sommer eine 4 cm Mulchschicht erhalten, etwas Rasenschnitt zunächst, und dann – weil es am billigsten ist – Hamsterstreu, also gehacktes Hanf. Das mutet ganz ähnlich an wie Schilfmulch, kostet aber weniger und ist überdies recht hübsch. Man findet es in der Tierabteilung jedes Do-It-Geschäfts.

Ich gebe dies den Töpfen und den Tomaten. Auf die Beete kommt kommuner Rasenschnitt und einfach alles, was ich jäte oder sonst auf dem Kompost landen könnte, sämtlicher Pflanzenabfall. Sofern er samenfrei ist, natürlich.

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Alles ist Mulch.

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Mulch ist alles.

  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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