Erst aufmöbeln, dann anpflanzen

Sibylle Hartmann am Freitag, den 22. April 2016

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Wie es meinem Garten geht? Also den Pflanzen oder den Möbeln? Ersteren naja… Die Petersilie auf dem Fenstersims ist nicht nur abgestorben, sondern gänzlich in der Erde versunken. Auch um die Erde in meinem Lieblingstopf – gestrichen im denkmalgeschützten Grün der Stadt Bern – steht‘s schlecht: Der Pilzbefall (igitt!) hat den Salbei- und Oreganoblättern schon schwer zugesetzt. Drum nichts wie umpflanzen in eine der Holzkisten.

Würden die Temperaturen bloss am Wochenende nicht nochmals einen Sturzflug nehmen. Wir – das sind übrigens neben meiner besser Hälfte und mir unsere Nachbarin – beschliessen angesichts der düsteren Wetterprognose, erst Anfang Mai wieder zu pflanzen.

Um den Abend nicht ganz ohne Gartenarbeit verstreichen zu lassen, widmen wir uns anstelle der Pflanzen dem Mobiliar. Besonders der Tisch hat es bitter nötig, Baujahr irgendwann in den frühen 80er Jahren, handgefertigt von meinem Vater für eine überdachte Veranda, verbog sich das Ding letzten Sommer mit jeder Hitzewelle und sammelte durch den Winter den einen oder anderen Fleck (jawohl, wir haben ihnen nicht abgedeckt). Anstatt mit Gartenschere und Hacke geht’s nun mit Schleifmaschine und Lack ans Werk. Und siehe da: Der simple Tisch zeigt sich von seiner schönsten Seite. Ach, ich habe mir schon immer mal einen Tisch aus Nussbaumholz gewünscht!

Zu viele Leidenschaften

Laura Fehlmann am Dienstag, den 19. April 2016

Garten neu

Gärtnern ist nur eine von vielen Leidenschaften, die mich umtreiben – leider. Auch ich kann beim Jäten die Zeit vergessen. Aber da ich nebst meinem Vollzeitjob noch andere Leidenschaften habe, muss ich die Freizeit gut organisieren. Obschon ich in der Gartensaison nie länger wegfahre stelle ich fest: Irgendetwas von meinen heissgeliebten Aktivitäten kommt immer zu kurz.

Vor allem, wenn nur am Wochende Zeit für den Garten bleibt. Letzten Samstag beispielsweise. Da stand ich um halb 7 auf, joggte auf Umwegen zum Fahrradmann, holte mein Velo ab, fuhr noch eine Stunde zügig über die Hügel und kam hungrig nach Hause. Kochen. Essen.  Dann ab in den Garten bis es dämmerte. Natürlich wird so nie alles gemacht, was ich mir vorgenommen hatte. Aber immerhin: die Kartoffeln sind gepflanzt.

Da ich leidenschaftlich gern Sport treibe, dauert im Garten eben alles ein bisschen länger.  Erst recht, wenn ein Wochenende schon wieder nasskalt ist, obschon man auf Sonne hoffte. Da bleibt nichts anderes übrig, als in der Gärtnerei der Shopping-Leidenschaft zu frönen, vielleicht im Hallenbad zu schwimmen oder zwischen zwei Regengüssen zu joggen.

Was zu viele Leidenschaften doch für einen Stress mit sich bringen!

Frühe Flut an Frischsalat

Balz Rigendinger am Freitag, den 15. April 2016

Ich habe mir ein Frühbeet gebaut im Winter. Hier das Resultat.

Gartenblog Balz Rigendinger

Frischepackung Salat.

Beim Aushub im November staunte ich erstmal, wieviele Schubkarren Erde so ein Erdloch hergab. Ich kippte sie alle in den Wald. Das Teil war schnell gebaut: Zugeschnittenes Holz vom Zimmermann (nur verleimt, sonst unbehandelt). Akkuschrauber, Wasserwage, die Fenster vom Baumarkt auf Mass zugeschnitten, Aluleisten, Alurahmen und verschraubt.

Gartenblog Balz Rigendinger

Holz nicht behandeln, sonst hat man Gift im Salat. Ein Frühbeet will verrotten und so soll es sein.

Hier der Bauplan, er stammt aus meinem Lieblingsbuch.

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Alte Schule. Das Loch muss 50 Zentimeter tief sein. Respekt nun vor den Totengräbern. Ihr Job war nicht nur psychisch anstrengend, ihre Last lag in der Schaufel.

 

Mein Lieblingsbuch hat mich übrigens gefunden, als ich in Zürich 2009 einen Schrebergarten pachtete – leider wars ein Schattenplatz am Waldrand. Besser war das Buch, es lag zusammen mit ein paar Samen, trockenen Fliegen und alten Zeitungen im Schopf. Ich müsste es auswendig vortragen können, so oft habe ich es schon gelesen, das werd ich aber nie können. Ich kann mir Gewächse-Namen einfach nicht merken.

 

Zwölf-Monate-im-Garten-Frühbeet

Der Titel sagt es: 380 Seiten verdichtetes Gartenwissen ohne Stimmungsbilder und Typofirlefanz – es wäre mein Kauftipp, scheint aber vergriffen.

Es gibt zwei Sorten Pferdemist, den alten vergorenen und den frischen, den braucht man fürs Frühbeet. Er zersetzt sich und gibt dabei Wärme ab. Das ist im Frühbeet die Bodenheizung für die Würzelchen im Februar. Den alten vergorenen Mist hatte ich im November schon geholt und auf die Beete getan, auf die Baumscheiben, eigentlich auf fast alles, was mir lieb ist. Frischer Mist wäre dafür zu scharf, Ammoniak, damit putzt man Fenster.

Ich kleidete im Dezember also meinen Kofferraum mit einer Blache aus, fuhr zum Misthaufen und zurück, kippte den Mist ins vorbereitete Erdloch. Dann stampfte ich ihn fest. Weg war das Volumen. Ich fuhr an diesem Tag noch zweimal zum Pferdehof  und füllte nun nicht nur den Kofferaum, sondern den ganzen Kombi. Zum Glück mag meine Frau den Geruch, er war noch Wochen im Auto. Wie gesagt, es ist scharfer Mist und so riecht er auch.

Die Bodenheizung kommt mit Wasser in Gang, drei Giesskannen. Nach drei Tagen dampft es. Dann Erde drauf, hier lohnt sich – wie eigentlich immer – die beste Qualität, die macht den Wurzeln einfach mehr Spass. Dann Setzlinge rein.

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“So legst du ein Frühbeet an”, steht unter diesem alten Bild. Es ist die gleiche Ansprache wie beim Hornbach. Merke: Das Frühbeet ist ein DIY-Projekt, das war schon immer so.

Mit der Post aus Deutschland kamen die automatischen Fensterheber, das klingt schlimmer als es ist: Erstens habe ich in der Schweiz was ähnlich Passendes nicht gefunden, zweitens sind es keine elektrischen Fensterheber, es ist reine Physik: Wachs dehnt sich aus, wenn der Sonnenschein im Beet das Mikroklima aufheizt. Und so geht über einen Hebel der Fensterheber hoch. Folglich bleibt das Klima immer schön tropisch warm, auch im Februar.

Gartenblog Balz Rigendinger

Fensterheber: Er lüftet, wennes heiss ist, schliesst bei Nacht, für den Fall, dass der Frost rein will.

Vor einer Woche habe ich mit den Kindern ein paar Blumen gesät, das kam gut und machte Lust auf mehr. Gestern habe ich einen Avocado-Kern in den Boden gesteckt, ich bin gespannt.

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Schnelle Blumen.

Die Tomaten wollte ich heuer eigentlich wie immer als Setzlinge vom Markt holen. Ich hatte mit der Setzlingsproduktion noch nie Glück, das ist mir zu filigran. Sie waren immer zu trocken oder zu nass, dann vergass ich sie wieder, und am Schluss wuchsen schlanke braune Pilze. Jetzt habe ich trotzdem nochmals ein paar Samen in die Erde getan, weil es so einfach scheint: Berner Rosen und Ochsenherz, das übliche.

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Tomatensetzlinge, rechts die pikierten.

Was der algenartige Belag auf den beiden Bildern soll, ist mir noch rätselhaft, das kann man sicher leicht wegharken und weglüften, scheint den Pflanzen aber zu passen. Immer schön feucht, immer schön warm – es gibt viele, die das mögen. Ich habe seit Februar erst dreimal gegossen, die Feuchtigkeit geht also kaum raus. Faszinierend bleibt auch, was auf diesem Boden alles kreucht und fleucht: Tausendfüssler, Milben und Krabbler aller Art. Alles Tiere, wie man sie vielleicht nur sieht, wenn man gelernt hat, dass Erde nicht gleich Erde ist und dass man Erde ganz lang anschauen kann, ohne dass das weiter langweilig würde. Die vielen Tierchen kommen wohl vom Pferdemist hoch. Ich habe noch nie so tierlebendige Erde gesehen wie jene im Frühbeet. Was für ein Käferfest für die Würzelchen, grossartig.

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Radieschen zwischen den Salaten, sie schossen dreimal schneller als jene unter der Beetfolie.

Alles in allem ist das Frühbeet also ein grosser Spass mit viel Erfolgserlebnissen und Vorteilen.

  1. Hält dich den Winter durch beschäftigt
  2. Lässt dich im Februar schon wieder gärtnern
  3. Turbosalate und Turbo-Was-Du-Willst
  4. Perfekt für allerlei Anzuchten
  5. Im Herbst nimmst du den Pferdemist raus, dann hast du deinen vergorenen Mist als Dünger für die Beete

Aber es ist natürlich wie mit dem Fischen: Nichts ist teurer als eine selbstgefangene Forelle. Und so ist auch dieses Frühbeet ökonomisch eine Katastrophe, alleine schon wegen der Fahrten zum Misthaufen, auch wenn der Mist noch gratis war. Vergleichsweise günstig war noch der Holzkasten, er kostete mich 140 Franken, und die Fensteröffner: 100 Franken. Die Fenster dann waren das echt happig, ca. 200 pro Stück, Doppelstegplatten 10 mm. Das kann man jedoch sehr viel günstiger haben mit einem Holzrahmen und Plastik draufspannen, da ist kein grosser Unterschied. Meine Salate aus dem Frühbeet sind also echt teuer. Aber klar, wer billigen Salat will, hat heute Möglichkeiten.

Man muss wissen: Das Frühbeet stammt aus einer anderen Zeit, aus Grossvaters Ära.  In den 50-Jahren war das Pferd nicht weit, die Leute hatten Mist, Platz, Schaufeln und Zeit. 1945 machten die Ausgaben für Lebensmittel 35 Prozent der Haushaltskosten aus, heute noch 7 Prozent, der Rest geht sonst weg.

Ich zum Beispiel wollte letzten Sommer für 2000 Franken ein kleines Treibhaus kaufen, gute Qualität. Dann stornierte ich aber die Bestellung in letzter Minute. Ein Treibhaus ist wie ein Kuhstall, dachte ich mir, da musst du täglich zweimal rein. Dann ist es auch ein Gebäude. Ich habe diesen Platz kaum. Die Kinder wollen ihren Rasen, Papa seine Beete und die Nachbarn ihre Aussicht. So war das Frühbeet die perfekte Alternative.

Und für mich geht es auch ökonomisch auf. Ich mach das ja nicht nur wegen den Salaten, sondern wegen den Vorteilen:

6. Du lernst eine neue Art Erde zu betrachten und langweilst dich dabei nicht, das ist Zen.
7. Mit einem Frühbeet verblödest du nicht. Unbezahlbar.

 

 

Ordnung muss sein – früher oder später

Natalie Escher am Dienstag, den 12. April 2016

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Wenn nach dem Winter die Sonne wieder wärmt und die Tage milder werden, muss ich mich am Riemen reissen, um nicht in den Garten zu rennen und wild drauf los zu werkeln. Denn Frühlingsgefühle können schon mal bereits im Januar oder Februar, ganz sicher aber anfangs März erwachen.

Dann juckt es mich in den Fingern und ich möchte meinen Garten «aufräumen». Denn im Herbst lasse ich jeweils  die verblühten Blumen meiner Stauden bewusst stehen und räume sie nicht weg, da die Stängel Insekten als Winterquartier und die Samen der Blütenstände Vögel als Nahrung dienen. Das verdorrte Laub bleibt ebenfalls im Beet, um die schlafenden Triebe der Pflanzen vor Kälte zu schützen.

Im Herbst und auch anfangs Winter sehen die verblühten Stauden ja noch ganz reizvoll und dekorativ aus, vor allem wenn über Nacht der Reif darüber gepinselt worden ist und lauter kleine Eiskristalle daran hängen. Wenn dann noch die Wintersonne hineinscheint, ist die Stimmung perfekt. Mit fortschreitender Jahreszeit leidet die Bio-Deko jedoch und spätestens im neuen Jahr sieht das Ganze doch etwas zerzaust und gebeutelt aus.

Ja, und jetzt kommt der Augenblick, wo ich mit mir hadere. Wie die Hexe Hänsel und Gretel mit süssen Versprechungen in ihr Pfefferkuchenhaus lockt, fordern mich blühende Krokusse, Primeln und Narzissen dazu auf, das unansehnliche, verdorrte Zeugs endlich zu entsorgen. Ich weiss jedoch ganz genau, dass Wildbienen und andere Insekten noch ihr Schläfchen halten und gewiss nicht zusammen mit ihrer Unterkunft im Kompostkübel ein frühzeitiges Ende finden möchten. Deshalb gibt es einen Kompromiss: Frühestens Mitte März darf ich mit Zurückschneiden anfangen. Dann werden die abgeschnittenen Stängel  locker an einem sonnigen und trockenen Platz zwischengelagert, bis ich die Herrschaften herumschwirren sehe und sicher sein kann, dass auch die grösste Schlafmütze aufgestanden ist.

Sündige Sonntage

Laura Fehlmann am Freitag, den 8. April 2016

AprilgartenAls ich jung war, durfte man am Sonntag nur nichts tun. Langeweile hing in der Luft. Die Kinos waren geschlossen. Offen waren nur die Kirchen. Es war ein Tabubruch, am Sonntag draussen Wäsche hängen zu lassen. Im Garten arbeiten? Unvorstellbar! Meine Nachbarn sehen das bis heute so. Ich dagegen habe nur am Wochenende Zeit für Gartenarbeiten und finde, ein bisschen jäten ist meditativer als ein Gottesdienst.

Als wir noch unsere Bambushecke hatten, war das kein Problem. Ich konnte stundenlang in der Erde wühlen, ohne dass es jemand sah. Nun ist der Bambus weg, die frisch gepflanzte Buchenhecke ist nicht nur niedrig, sondern auch noch kahl und ich Sünderin bin den Blicken der Nachbarn gnadenlos ausgesetzt. Wenn sie am Sonntagvormittag zur Kirche pilgern, grüssen sie mich mit strafenden Blicken, die ich zu ignorieren versuche.

Meine Nachbarn nerven mich mit mit dem Lärm von Laubbläser, Motorsäge, Hochdruckreiniger und Rasenmäher oder nebeln mich gar mit dem Gift ein, mit dem sie ihre Bäume spritzen, wenn ich ausnahmsweise einmal im Liegestuhl lese. Aber klar: Natürlich tun sie all das niemals an einem Sonntag.

Gärtnern? Iiih, wie spiessig

Sibylle Hartmann am Dienstag, den 5. April 2016

Gartensaison #3

Wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich heute über meinen eigenen Garten schreibe, hätte ich ihn für komplett verrückt erklärt. Als rebellischer Teenager mit Punkattitüde fand ich es furchtbar spiessig, wie meine Eltern den Garten um unser Haus hegten und pflegten. Die für meinen Geschmack zu sauren Brombeeren verschmähte ich aus Prinzip und träumte stattdessen vom Leben in der Stadt – ganz ohne Spinnen, Schnecken und allem, was das Landleben so mit sich brachte.

Ein grüner Daumen ist mir auch über die Jahre nicht gewachsen. Dafür habe ich einen grünbedaumten Mann kennengelernt, der erst noch in einer Stadtwohnung mit Garten lebt. Nach meinem Einzug vor zwei Jahren an der schönsten Strasse der Stadt Bern direkt unter der Pläfe liess ich mich dazu hinreissen, mein Kräuterbeet für einmal nicht auf dem schattigen Fenstersims ums Überleben kämpfen zu lassen, sondern es in den Garten zu verlegen. Hinzu kamen drei Tomatenstauden und ein Chilibaum. Als ich die erste Tomate pflücken konnte und sie mir im Mund zergehen liess, war es um mich geschehen.

Ab da fieberte ich täglich mit dem wachsenden Gemüse mit und bin ganz stolz drauf, dass wir sogar jetzt noch von unserer letztjährigen Ernte zehren und mit eigenen Chilis unser Essen würzen können. Als sich die Möglichkeit auftat, beim Gartenblog einzusteigen, zögerte ich keine Sekunde. Endlich sind die ersten Blümchen gepflanzt, aus der Brockenstube hippe Holzkisten angeschleppt und die ersten Tomaten in der Erde versenkt (wenn auch in der Euphorie etwas zu früh) – es kann losgehen. Auf Gartensaison #3!

Auf bald, im Frühjahr

Claudia Salzmann am Freitag, den 2. Oktober 2015

Kapuzinerkresse

Im Prinzip habe ich dieses Jahr 423 Franken für Cherrytomatensalat ausgegeben. So hoch waren meine Ausgaben für den Garten, der – bis auf einige Tomätchen und fünf Kapuzerinerkresseblüten (im Bild) – null Ertrag abgeworfen hat. Aber Nullkommanull.

Die Hortensien (75 Franken) sind von den Schnecken gefressen, die Rosen haben einmal geblüht, danach Rost (Anti-Rost-Spray 12 Franken) bekommen. Die Klematis (78 Franken) ist in der Hitze vertrocknet. Der Hopfen (39 Franken) wurde ebenfalls Opfer der Schnecken. Die Pro-Spezies-Rara-Rüebli (2.50 Franken) haben nicht einmal den Weg ans Tageslicht gefunden. Die Sonnenblumen (1.95) hab ich wohl beim Jäten ausgerissen. Der Mais (geschenkt) überlebte zwar die Schneckenattacken, aber produzierte einen einzigen ungeniessbaren Kolben. Die Wildkräuter – wieder die Schnecken. Die Margeriten… die Schnecken. Wenn es nicht diese schleimigen Dinger waren, dann der schattige Ort. Ich gebe für dieses Jahr auf.

Ganz aufgeben werde ich den Posten als Gartenbloggerin. Meine Nachfolgerin ist Sibylle Hartmann, sie wohnt im Matte-Quartier, ist absolut verliebt in ihren Garten, obwohl sie ihn gegen die Nachbarn etwas schützen muss, die einfach mal frech ihre hart verdiente Ernte mitgehen lassen. Sie übernimmt ab kommendem Frühjahr meinen Platz im BZ-Gartenblog.

Nachwuchsgärtner

Natalie Escher am Dienstag, den 29. September 2015

Aus dem Bauerngarten

Der Garten-Blog neigt sich für diese Saison seinem Ende zu, desgleichen die Zeit im Bauerngarten, wo eine Gruppe Schulkinder unserer Gemeinde das Gärtnern unter kundiger Anleitung ausprobieren kann. Dies findet im Rahmen des Freifaches «Bauerngarten» statt, das die Schule anbietet.
Seit einigen Jahren stellt in unserem Dorf eine Bäuerin ihren Hausgarten und ihr Wissen zur Verfügung und sät, setzt, pflegt und erntet zusammen mit unserer engagierten Hauswirtschaftslehrerin Gemüse, Kartoffeln, Kräuter und Blumen. Vom Vorbereiten des Bodens bis zur Ernte und Abräumen der Beete sind die Kinder dabei und helfen tatkräftig mit.
Jeden Freitagnachmittag haben die beiden Frauen eine Gruppe mittelgrosser Knirpse um sich, die mit Begeisterung in der Erde wühlen, Blumensamen säen und Setzlinge in die Beete setzen. Und seit dem Frühsommer haben wir Eltern jeden Freitagnachmittag ein Sträusschen Kräuter und ein Kistchen oder Säckli Bio-Gemüse nach Hause bekommen.
Als Abschluss fand jetzt, kurz vor den Herbstferien, sozusagen das Erntedankfest statt. Ausnahmsweise waren die Kinder an jenem Nachmittag nicht im Garten, sondern in der Schulküche und haben aus ihrem Gemüse, den Kräutern und den Erdbeeren Köstlichkeiten gezaubert. Und wir Glückspilze, die ein Bauerngartenkind in der Familie haben, durften all diese Leckereien verputzen.
Vielen, vielen Dank an die beiden Frauen, die mit so viel Herzblut und Engagement jedes Jahr immer wieder Schulkindern unserer Gemeinde die Möglichkeit geben, diese wertvollen Erfahrungen machen zu können. Woher kommt unser Essen? Wieviel Arbeit steckt dahinter? Gibt es Möglichkeiten so zu gärtnern, dass auf Pestizid- und Kunstdüngereinsatz verzichtet werden kann? Was kreucht und fleucht denn da so alles herum in einem Garten?

Und, was mich am meisten immer wieder fasziniert, sie erfahren, wie aus einem kleinen Samenkorn eine Pflanze wächst, die oder deren Früchte uns als Nahrung dient. Für mich ist der Bauergarten eines der tollsten und wertvollsten Freifächer, die es an einer Schule geben kann.

Abschied nehmen

Sandra Rutschi am Freitag, den 25. September 2015

Die Astern blühen, die Auberginen wollen es auch noch einmal wissen, und die Zitronenmelissenstaude sieht so buschig aus wie selten in dieser Saison. Und doch müssen wir alldem nun den Garaus machen. Mein Liebster und ich fahren in die Ferien, und während wir weg sind, kommt neue Erde in die Rabatte im Lorrainepark.

Während wir mit aller Kraft versuchen, die Melisse aus dem Boden zu rupfen und schliesslich eine Schaufel zu Hilfe holen, malen wir uns aus, was nächste Saison hier alles gedeihen kann. Denn die neue Erde soll helfen, dass wir künftig nicht nur Mini-Gemüse ernten können. Stadtgrün Bern wird die Rabatte im Oktober bis auf 50 Zentimeter Tiefe ausbaggern und eine Folie einlegen, damit die Wurzeln der Bäume rund um die Rabatte nicht mehr durchwachsen und den Gartenpflanzen Nährstoffe stehlen können. Die Rabatte wird dann mit einer Mischung aus Biokohle und Kompost gefüllt, die viel nährstoffreicher als der aktuelle Boden sein soll. Die Firma Hauert sponsort die Erde und betrachtet das Ganze als Versuchsprojekt für die neue Biokohle.

Endlich löst sich die widerspenstige Melisse aus dem Boden. Ihre Blätter werden noch manchen feinen Tee hergeben. Als letztes und schweren Herzens machen wir uns über die blühenden Astern her. Für uns ist es ein Abschied für immer vom Gärtli: Wir ziehen um und wohnen künftig nicht mehr im Quartier. Also geben wir unsere Parzelle für neue Quartierbewohner frei und hoffen, dass diese dann mehr ernten können. Vielleicht finden wir ja bald wieder ein Stücklein Erde oder einen grossen Balkon, auf dem wir weiter experimentieren können. Erste Versuche machen wir nun mit Heidelbeersträuchern in grossen Töpfen.

Und die blühenden Astern? Die lasse ich meinen Kollegen als Sträusschen im Büro zurück. Wenn sie während meiner Ferien schon nicht auf meine tatkräftige Unterstützung zählen können, so doch auf meine moralische.

Herbstboten

Sandra Rutschi am Dienstag, den 15. September 2015

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Der Herbst ist der zweite Frühling: Während wir uns Anfang Jahr riesig über die Tulpen freuten, die wir vor dem Winter gesetzt hatten, schicken uns nun die Astern einen schönen Herbstgruss. Etliche Setzlinge verteilten wir vor Monaten am Rande unseres Beetes und rechneten eigentlich nicht damit, dass diese den Hitzesommer überleben würden. Bei einigen war das tatsächlich der Fall. Doch andere strecken uns ihre Köpfe entgegen und versöhnen uns so sogar mit dem Gedanken, dass sie wohl die letzten sein werden, die in diesem Jahr unser Gärtchen erblühen lassen.

  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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