Some like it hot

Claudia Salzmann am Mittwoch, den 4. April 2012

Chili anpflanzen gelinge ganz leicht, sagte ein Freund. Ich nahm die Herausforderung an und zerkleinerte getrocknete Chilis, die schon länger in meiner Küche herumhingen. Ich setzte die Samen in herkömmliche Erde und platzierte den Topf an die Sonne in meinem Wohnzimmer. Wenn es doch so einfach war, muss man sich auch nicht schlau machen, oder? Zwei Wochen vergingen und nichts regte sich. Also lese ich: Die Samen sollten, wenn getrocknet, in Wasser eingelegt werden. Wenn es frische Samen waren, entfällt dieser Schritt. Ein Same pro Gefäss, am besten in Jogurtbecher. Mit Kräutererde. Aha, alles hatte ich falsch gemacht.

So beginne ich noch einmal von vorne, lege die Samen in Wasser ein und stellte sie aufs Fensterbrett, um ein Treibhaus zu simulieren. Nach einigen Tagen inspizierte ich die Becher. Eigentlich sahen sie noch genau gleich aus, doch ich pflanzte die Samen in Erde. Auch der erste Versuch liess sich sehen: Es ragten schon einige grüne Stängel aus der Erde und ich machte einen Freudesprung. Euphorisch präsentierte ich den Topf meinem Freund, der sich nicht sonderlich für Pflanzen interessiert. Sobald das Pflänzchen Chilis trägt, darf er sich dennoch auf leckere Thai-Currys freuen.

Der Frühling treibt närrische Spielchen

Laura Fehlmann am Montag, den 2. April 2012

 

Ja, die Vögel wecken uns am Morgen. Und ja, es ist erst April und wir tragen schon kurzärmlige T-Shirts. Die bunten Samenpäckli in den Ständern vor den Läden machen Lust aufs Gärtnern. Wir möchten die fetten Primeln haben und die Osterglocken, die sich gerade verheissungsvoll öffnen. Vielerorts wecken Salatsetzlinge unbändig Lust auf selbstgezogenes Gemüse. Schön verlockend. Aber piano, piano: Erfahrene Hobbygärtner entspannen sich noch ein bisschen. Sie geniessen die Sonne an der warmen Hausmauer und wissen: Es kann noch kalt werden. Auch Schneefall ist noch möglich. Deshalb ist es gut zu wissen, dass die kräftigen Primeln mit den grossen Blüten in Pink, Violett oder Gelb schon nach einer Frostnacht schlapp machen. Die sattgrünen Salatsetzlinge gedeihen jetzt nur im geheizten Treibhaus und auch dort nur mit fachgerechter Pflege. Gemüse- und Salatsetzlinge unter Glas oder Plastik brauchen viel Unterstützung. Ausser mit Wasser versorgt, müssen sie vor zuviel Sonne geschützt werden. Tagsüber muss das Treibhaus belüftet werden, sonst wird das Grünzeugs von Pilzkrankheiten befallen und wird ungeniessbar. Sagen wirs mal offen und ehrlich: Die verlockenden Blumen- und Salatsetzlinge sind Lockvögel, ein Marketinggag, nicht mehr, leider.

Was tun also, wenns in den Fingern juckt? Gartenbesitzer können sich einer Arbeit widmen, die es eh am häufigsten zu tun gibt: Dem Jäten. Bereits spriessen lästige Wildkräuter, die am besten entfernt werden, bevor sie sich mit tausenden von Samen multiplizieren. Weg mit Hühnerdarm, Gras und Löwenzahn. Danach ein bisschen hacken und wer dem Drang, etwas zu säen oder zu pflanzen unbedingt nachgeben will: Petersilie kann jetzt ausgesät werden, auch in tiefe Kistchen oder Töpfe, denn Petersilie will ihre Pfahlwurzeln in die Tiefe strecken. Sonst werden die Blätter mager und gelb. Auch Knoblauchzehen mögen kalten Boden. Zwischen Erdbeerpflanzen gesteckt, sollen sie Krankheiten fernhalten. Und die fetten Primeln: Nachts in die Wohnung nehmen, das Giessen nicht vergessen und auch die Tatsache nicht: Der Frühling hat eben erst angefangen. Übrigens: Stiefmütterchen trotzen den kältesten Temperaturen.

  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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