Ein Herz für Ton

Laura Fehlmann am Freitag, den 1. Juli 2016

 

 

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Mein Herz und mein ästhetisches Empfinden sagen Ja zu Töpfen aus Ton. Sie sind schöner, fühlen sich besser an, bei Hitze werden die Wurzeln von Topfplanzen in diesem natürlichen Material gekühlt. Leider geht Ton – je nach Qualität – im Winter oft kaputt. Bleiben sie ganz, setzen sie aussen Kalk an und müssen mühsam mit einer Drahtbürste und Essig gereinigt werden.

Dafür brauchen Pflanzen im Plastiktopf weniger Wasser, bei Sonnenbestrahlung werden ihre Wurzeln darin aber buchstäblich gekocht. Viele Gärtner schwören auf Plastik, obschon das Material hässlich ist und aus Erdöl hergestellt wird. Ein Pluspunkt wäre: Plastiktöpfe sind billig.

Billig?Hässlich? Ein Rundgang in mehreren Landis, Gärtnereien und Gartenzentren verunsichert mich. Ich finde eine riesige Auswahl an Plastiktöpfen und -kübeln in modernen Formen und Farben. Erstaunlicherweise kosten sie teilweise mehr als Tontöpfe. Sie sind so teuer, dass ich der Versuchung widerstehe, so ein Kunststoffding zu kaufen. Ich entscheide mich für drei Tontöpfe, italienisch angehaucht und erschwinglich. Sogar unsere Katzen streichen um sie herum.

Welche Töpfe die bessere Ökobilanz haben, konnte mir niemand sagen. Eine Internet-Recherche brachte kein Resultat.Was solls. Ich höre auf mein Herz und mein Sinn für Ästhetik sagt mir: gebrannte Erde ist ein Stück Natur. Plastik soll kaufen wer will.

 

 

 

 

Grösser ist nicht immer besser

Natalie Escher am Mittwoch, den 29. Juni 2016

Mariendistel

Ich liebe es, in Pflanzen- und Samenkatalogen zu blättern und zu schmökern. Vor allem alles, was unter «Das erfreut Insekten und Vögel» läuft, interessiert mich brennend. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Blümchen und Pflanzen, an denen meine Untermieter Freude haben könnten. Bei einem dieser botanischen Streifzüge bin ich auf die Mariendistel gestossen. Ein Glücksfund, dachte ich, da mir a) Disteln ausserordentlich gefallen und b) sowohl Insekten als auch Vögel von dieser Pflanze profitieren können. Die Bestellkarte wurde flugs ausgefüllt, auf die Post gebracht und dann die Samen sehnsüchtigst erwartet.

Mariendisteln sind zweijährig, das heisst, dass die Staude im ersten Jahr eine Rosette bildet, überwintert und dann im zweiten Jahr blüht. Da ich die Samen aber letzten Frühling erstanden hatte und Geduld nicht meine Sache ist, wurden einige Samen gleich gesät, in der Hoffnung, sie noch im selben Jahr blühen zu sehen. Ich wurde nicht enttäuscht, im Sommer öffneten sich die violetten Körbchen der etwa einen Meter hohen Pflanze. Begeistert von meinem Erfolg, säte ich noch im Herbst der Hecke entlang Samen aus.

Lange geschah nichts. Dann, kleine Rosetten mit dekorativen, gefleckten, sehr stacheligen Laubblättern. Der Winter setzte zu und ich begann, um meine Disteln zu bangen. Im Frühling endlich grosser Jubel, als aus den Rosetten Blumenstängel zu wachsen begannen. Und es wuchs, und wuchs, und wuchs. In der Zwischenzeit sind die Dinger 2 Meter hoch, produzieren immer noch zugegebenermassen schöne Laubblätter, jedoch nur kümmerliche Blütenkörbchen. Das Blattwerk ist ja wirklich sehr dekorativ, aber eigentlich hatte ich die Blumen der Blüten wegen angesät und nicht umgekehrt. Und ganz ehrlich? Die Vögel hatten letztes Jahr das Futter aus dem Häuschen lieber als die Samen der verdorrten Disteln. Statt dass diese gefressen geworden wären, sind sie in den Rasen gefallen und haben dort einen Bio-Fakir-Teppich gebildet.

Also, falls jemand Interesse an Samen der Mariendistel hat, ich könnte in grösserer Menge davon abgeben.

Da hatten wir den Salat

Sibylle Hartmann am Sonntag, den 26. Juni 2016

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Eigentlich darf ich ja die folgende Geschichte gar nicht erzählen. Aber sie ist einfach gut, um sie unerzählt zu lassen. In dieser Saison waren wir besonders stolz auf unsere Peperoni. Hatten wir sie letztes Jahr doch an einem zu schattigen Plätzen gesetzt, erhielten sie in diesem Jahr einen Platz an der Sonne. Und siehe da, sie gediehen prächtig und jedes Mal, wenn wir unseren Garten präsentierten, wiesen wir mit Nachdruck darauf hin. Bis wir Besuch aus Deutschland erhielten.

Und dieser Besuch verzog gleich beim ersten Anblick das Gesicht und wies uns dezent darauf hin, doch mal das Aussehen von Peperoni-Pflanzen zu googeln. Und da hatten wir den Salat. Anstatt der Peperoni hatten wir irgendein Unkraut gehegt und gepflegt, das genau in der gesäten Anzahl vom letzten Jahr überwintert hatte.

Aber zum Glück hatte der Besuch Erbarmen mit uns gescheiterten Gärtnern und pflanzte in unserer Ferienabwesenheit neue und diesmal richtige Peperonipflänzchen und schaute nebenbei erst noch mit viel Liebe in unserem Garten zum Rechten. Und so bekommt die Redewendung «Da haben wir den Salat» in diesem Blogeintrag doch noch eine postive Bedeutung. Zurück aus New York konnten wir nämlich unseren ersten Salat ernten, der vorzüglich schmeckte.

Der Widerspenstigen Zähmung

Natalie Escher am Dienstag, den 21. Juni 2016

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Gibt es in der weiten Gartenwelt da draussen einen Hundsrosebesitzer (weibliche Personen sind auch angesprochen), der sein Gewächs bedingungslos, ohne Wenn und Aber liebt? Ganz ohne Vorbehalt? Ja? Dann soll er oder sie sich doch bitte bei mir melden, ich kann das nämlich nicht glauben. Da hat jemand schlicht und einfach die rosa Brille auf.

Ich meinerseits leide und kämpfe jedes Jahr von Neuem mit meinen Hundsrosen. Jawohl, Mehrzahl, denn die Pflanze breitet sich aus wie Unkraut. Durch jahrelange Zusammenarbeit habe ich gelernt, dass ich meine Pflanzenmonster nur geschützt durch Langarmkleidung und Lederhandschuhe zurück schneiden sollte. Das Gewächs hat die ganze Dornen-Palette: von grossen, dicken Enterhaken bis zu kleinen, ganz gemeinen Dörnchen, die unbemerkt unter die Haut gehen und dort nach einigen Tagen eine fiese Entzündung auslösen.

Jedes Jahr schimpfe ich vor mich hin, drohe, verzweifle, leide, bis schliesslich die alten Triebe entfernt sind und ich total zerzaust und zerkratzt dastehe. Wenn sie dann aber im Frühsommer in voller Blüte steht, meine Rosa canina, und so vielen Insekten Nahrung bietet, dann habe ich mich wieder ausgesöhnt. Und ich liebe sie wieder. Bis zum nächsten Jahr…

 

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Schöne ewige Nässe

Balz Rigendinger am Donnerstag, den 16. Juni 2016

Es regnet seit Tagen. Jammern nützt nichts. Die schönen Seiten der ewigen Nässe.

Der Brokkoli scheint imprägniert

Der Brokkoli scheint imprägniert

Auch am Kohlrabi perlt der Regen ab

Auch am Kohlrabi perlt der Regen ab

Roter Mohn

Roter Mohn

Erdanziehung und Oberflächenspannung im freundschaftlichen Wettstreit

Erdanziehung und Oberflächenspannung im freundschaftlichen Wettstreit

Wird die schwarze Johannisbeere schwarz

Wird die schwarze Johannisbeere je schwarz?

Gelbe Rose lässt den Kopf hängen

Gelbe Rose lässt den Kopf hängen

Feuchtnasse Rose

Feuchtnasse Rose

Gammelndes Kletterröschen, aber das nächste macht sich schon bereit

Gammelndes Kletterröschen, aber das nächste macht sich schon bereit

Vollgesogenes Margritli

Vollgesogenes Margritli

Pflotschnasse Buschblüte

Pflotschnasse Buschblüte

Weisser Mohn

Weisser Mohn

Noch eine pflotschnasse Buschblüte

Noch eine pflotschnasse Buschblüte

Ast mit Regentropfen

Ast mit Regentropfen

Trauerrede

Sie scheint Trost zu gebrauchen, oder hat sie noch Hoffnung?

Geknickter Kohlrabi im Wasserbad

Geknickter Kohlrabi im Wasserbad

Gut benetztes Löienmüli

Gut benetztes Löienmüli

Erdbeeren, kaum reif sind sie schon faul

Erdbeeren, kaum reif sind sie schon faul

Damit soll der Regen nicht gelobt sein. Gemüse und Obst leiden grausam. Man muss im Juni 2016 froh sein, wenn man nicht Bauer ist. Arme Bauern. Hundsgemeine ewige Nässe.

 

Kuhfladen statt Kunstdünger

Laura Fehlmann am Dienstag, den 14. Juni 2016

Salat

 

Manchmal kommen mir die Pflanzen in meinem Bio-Garten mickrig vor. Trotz Komposterde und einer Gabe Hornspäne, die im Frühling auf die Beete kommen, sehen meine Pflanzen selten richtig üppig aus. So bediene ich mich ab und zu auf der angrenzenden Weide, wo Kühe ihre Fladen liegen lassen. Mein Rezept: Eine Giesskanne mit (Regen)wasser, etwa die Hälfte eines frischen Kuhfladens, mischen, rühren und fertig ist das Dünger-Konzentrat. Ein Sprutz davon ins Giesswasser sollte Salat- und Kohlköpfe gross und kräftig werden lassen. Das hatte ich gehofft. Weil der Regen derzeit aber die Erde durchschwemmt, kriegen meine Pflanzen zu wenig Nährstoffe ab – trotz Kuhfladen. Zudem ist giessen jetzt mehr als überflüssig und somit auch das Anwenden meiner Geheimrezeptur. Aber die Giesskanne mit meinem Bio-Dünger steht bereit.

Grünzone auf Bahngleisen

Sibylle Hartmann am Freitag, den 10. Juni 2016

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Während in der Stadt Bern mittlerweile an diversen Ecken alte Eisenbahn- und grüne Plastikkisten zwecks Urban Gardening aufgestellt sind, musste man sich hier in New York diesbezüglich etwas anderes einfallen lassen. Oder wer will schon Gemüse essen, dass auf Höhe der Abertausend Auspuffe von Yellow Cabs, Polizeiwagen und allen anderen Autos in die Höhe gesprossen ist? Nicht umsonst steht auf jeder Packung mindesten einmal 100 «Percent organic».

So wurde vor zehn Jahren die High Line, eine ehemalige Hochbahnhstrasse für Güterzüge im Westen von Manhatten in eine Grünfläche umgewandelt. 2009 wurde der erste Teil des sogenannten High Line Parks eröffnet. Wer hier allerdings gärtnernde New Yorker erwartet, liegt falsch. Die Parkanlage ist mehr etwas für die Seele anstatt für den Magen.

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Die 2,33 km lange ehemalige Güterstrasse ist ein sorgfältig gepflegter Spazierweg, zwischen den Bahngleisen spriessen Büsche und Wildblumen und alle paar Meter laden originell designte Bänke zum Verweilen ein.

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Und sogar Kunstliebhaber kommen hier auf ihre Kosten:

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Auch wenn im High Line Park nicht wie vermutet dem Urban Gardening gefrönt werden kann, 15 Meter über dem Trudeln der Stadt lässt es sich herrlich entspannen und definitiv freier atmen.

 

 

Bienchen, wo bist du denn?

Natalie Escher am Dienstag, den 7. Juni 2016

Ackerstreifen

Sie kennen die Aussage «Früher hat es so viele Schmetterlinge gegeben und jetzt sieht man kaum noch welche»? Und zwar vorgetragen in einem leicht vorwurfsvollen Ton, als ob das Gegenüber daran Schuld wäre? Ja? Sie haben diesen Satz auch schon geäussert? Ich selber kann diese Feststellung weder bestätigen noch verneinen, ich erinnere mich schlicht und einfach nicht mehr daran. Was ich aber mit grosser Bestimmtheit weiss, weil es nämlich durch wissenschaftliche Studien belegt ist, ist die Tatsache, dass die Biodiversität im Agrarraum massiv abgenommen hat. Jetzt könnte man gelangweilt mit den Achseln zucken und es als Luxusproblem einiger verklärter Naturschützer und romantischen Blogschreiberinnen abtun, die es beklagen, dass es weniger «Blüemli» und «Tierli» hat. So eine Haltung zeugt jedoch von krasser Ignoranz und Fehlen von minimalem Wissen um die Bedeutung von artenreichen Ökosystemen und deren Wichtigkeit.

Fettwiese

Mit der Entfernung der Ackerbegleitflora geht nicht nur die Nahrungsgrundlage enorm vieler Insekten verloren, sondern auch die Speisekarte von Insektenfressern wird enorm reduziert. Es passiert immer wieder, dass Vogelbruten schlicht und einfach verhungern, weil Insekten fehlen. Wenn jedoch die Räuber fehlen, und dies sind mitnichten nur Vögel, sondern beispielsweise auch viele verschiedene andere Insektenarten, dann haben die Schädlinge leichtes Spiel und vermehren sich in einem ungesunden Masse. Was passiert? Mensch spritzt Insektizid. Und die bereits dezimierten Insektenfresser haben es nun noch schwerer, Nahrung zu finden, bzw. werden selber auch gleich entfernt, wenn sie als Insekten zur selben Tierklasse wie die Schädlinge gehören. Es ist eine Abwärtsspirale sondergleichen, aber leider ist dies noch nicht bis zur Mehrheit der Bevölkerung unseres Landes durchgedrungen.

Es gibt unzählige nationale und internationale Untersuchungen zum Wert von Ackerstreifen, Hecken und Feldgehölzen. Artenarme Ökosysteme sind sehr anfällig für Störungen. Man legt sein Geld auch nicht in einer Aktiengemeinschaft an, sondern stützt es breit ab, damit das Risiko besser verteilt ist. Mit einem Ökosystem ist es genau dasselbe. Und wer jetzt glaubt, das gehe ihn einen feuchten «Schnägg» an, dem muss ich sagen: Wir sind Teil davon, es geht uns sehr wohl etwas an!

Und zum Schluss, seien wir doch ehrlich: Es öffnet das Herz, wenn man über einen bunten Wiesenstreifen schaut und sich die Zeit nimmt, den Tierchen bei ihrem geschäftigen Tun zuzusehen. Was gut für die Seele ist, hält auch den Körper gesund. Mens sana in corpore sano. Und das freut doch die Krankenkassen.

Kind und Garten – kleine Gebrauchsanweisung

Balz Rigendinger am Freitag, den 3. Juni 2016

Als ich gestern im Dunkeln nach Hause kam, trat ich vor der Haustüre fast auf ein unaufgeräumt daliegendes Etwas. Heute Morgen zeigte es sich bei Licht: ein Werk der Kinder, und nicht das schlechteste, selbst angemalte Schneckenhäuser, garniert mit Tannzapfen, Blättern und Blumen. Die Poesie der Komposition rührt auch aus dem Staunen, dass Kinder völlig Unspektakuläres zum Spektakel machen können. So gesehen sind Kinder auch Pflänzchen, was ohnehin zutrifft. Anlass für ein paar Gedanken über Kinder und Garten.

Mit Wasserfarbe angemalte Schneckenhäuser, Tannzapfen, diverses Blattgrün, Blümchen.

Mit Wasserfarbe angemalte Schneckenhäuser, Tannzapfen, diverses Blattgrün, Blümchen.

Meine Erfahrung ist: Man muss die Kleinen nicht für den Garten begeistern, es kommt von selbst, oder auch nicht, was auch in Ordnung ist. Wenn Eltern das Bedürfnis verspüren, ihre Begeisterung fürs Gärtnern mit den Kindern zu teilen, gilt also wie bei allem:

  1. Einfach sein Ding machen
  2. die Kinder sein lassen
  3. sie imitieren es ohnehin.

Wir waren bei Freunden zu Besuch, den Garten teilen sie mit dem Nachbar, und der ist ein begeisterter Gärtner. Das zeigt sich an seinem Sohn. Der 10-Jährige hantierte die ganze Zeit in den Beetchen, jätete da, hätschelte dort, in ruhiger Zufriedenheit, das Normalste auf der Welt. Später zeigte der Bub meiner Tochter, was er noch so macht. Das war echt hübsch, eine kleine Pflanzenzucht.

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Der Nachbarsbub zeigt, was er so macht.

Bubenwerk: Genau geplant und gewissenhaft umgesetzt.

Bubenwerk: Minutiös geplant, gewissenhaft umgesetzt.

Und es funktioniert sogar.

Und es funktioniert sogar.

Es ist davon auszugehen, dass dieser Bub in ein paar Jahren mit seiner Begeisterung auch das andere Geschlecht für sich begeistern wird können. Hier hat Papa seine Zeit mit dem Jungen also nicht vergeudet.

Schauen wir mal, was Papa macht:

Irgendwoher muss es der Bub ja haben.

Irgendwoher muss es der Bub ja haben.

 

Normalerweise wird ein Kind, vor allem wenn es kleiner ist, aber eher noch spielen wollen. Also sind Schnecken, Würmer und Käfer im Verein mit Gebüsch, Bäumen und Dreck nahezu perfekt.  (Übrigens haben wir diese Woche in meinem Frühbeet – siehe hier – ein Ameisennest ausgehoben, das war ein Riesenabenteuer für die Mädchen.)

Spiel mit mir, sagt dieser Baum.

Spiel mit mir, sagt dieser Baum.

Ich habe vor einiger Zeit meinen Mädchen Kinderwerkzeug gekauft: Eine Harke, eine Schaufel und einen Rechen. Das war nicht die beste Idee, es gibt immer Streit. Wenn ich reche, streiten alle drei um den Rechen. Wenn ich schaufle, streiten sie um die Schaufel. Dasselbe gilt für die Kinder-Gartenhandschuhe, davon gibt es dummerweise auch nur ein Paar, und sie brauchen dieses auch nicht zum Gärtnern, es sind Käferhandschuhe geworden.

Als Klassiker, um Kinder für das Gärtnern zu begeistern, gelten:

  • schnelle Pflanzen wie Kresse und Radieschen, oder eindrückliche Pflanzen wie die Sonnenblume.
  • man gibt dem Kind sein eigenes Beetchen, wo es nach Herzenslust gärtnern darf.

Ich halte wenig von beidem. Aus diesen Gründen:

  • eine schnelle Pflanze wächst für ein Kind noch immer praktisch gar nicht. Sie nehmen Zeit anders wahr, das kann im Garten ein Problem sein.
  • Wenn der Spass mit dem Abstecken des Territoriums vorbei ist, taucht genau dieses Problem auf, oft in Form von Löwenzahn, denn Kinder funktionieren nicht territorial, sondern grenzüberschreitend. Das Beetchendenken kommt dann später.
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Eigenes Beetchen, liebevoll abgesteckt. Aber kennen Sie ein Kind, das Grenzen mag?

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Radieschen gilt als Kinderpflanze, weil es schnell wächst. Aber kennen Sie ein Kind, das Radieschen mag?

Zwei Dinge funktionieren hingegen perfekt:

  1. Das Kind erhält eine eigene Pflanze.
  2. Imitation

Zur Imitation habe ich Ausführungen gemacht, hier noch ein Bild dazu:

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Perfekte Nachahme: Mama hat aus dem Garten ein Sträusschen geholt (links). Tochter hat aus dem Garten auch ein Sträusschen geholt (rechts).

Dem Kind eine eigene Pflanze zu geben – möglichst eine langjährige und pflegeleichte – funktioniert, weil es an den Instinkt des Kindes andockt, sich zu binden (ich bin kein Psychologe und weiss nicht, ob es sowas gibt, aber meine Beobachtung lässt die Vermutung zu).

Wir haben unsern Kindern Rosenbäumchen zugesprochen. Die werden geschätzt, verteidigt, intensiv beobachtet und innerlich geherzt.
Ich überlege mir nun, den drei Mädchen auch Basilikum, Minze und Schnittlauch zuzusprechen. “Hol mir mal vom Schnittlauch”, das klappt bei uns meist nur zufällig. Besser funktionieren wird: “Bringst du mir mal von deinem Schnittlauch?”

 

Glyphosat oder Unkraut jäten?

Laura Fehlmann am Dienstag, den 31. Mai 2016

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Vor einigen Jahren hatten (Schreber)gärtner einen schlechten Ruf. Bodenproben hatten ergeben, dass Gartenerde vielerorts grosse Mengen von Pestiziden enthält. Vor allem in den Städten wurden daraufhin die Vorschriften verschärft, Herbizide und andere Gifte verboten. Viele Gartenfreunde gärtnern deshalb biologisch oder gar bio-dynamisch. Und seit Benzin bleifrei ist, enthält Stadtgemüse auch weniger Schwermetall.

Dagegen, entschuldigen Sie, liebe Bauern, wird auf Feldern und Äckern frischfröhlich gegiftet. Vor allem im Frühling stinkt es öfter nach Kunstdünger als nach Gülle.  Die Bauern spritzen alle Wildkräuter mit Glyphosat zu Tode bevor sie etwas anbauen. Deshalb sehen im Frühjahr viele Äcker tot aus. Die Pflanzen werden gelb und braun, sterben.  Erst wenn der Regen das Gift in den Boden und ins Grundwasser geschwemmt hat, kann (giftresistente) Saat ausgebracht werden: Mais beispielsweise, dem Glyphosat nichts anhaben kann.

Kein Wunder finden sich in fast allen Lebensmitteln Spuren von Agro-Giften.

Viele meinen, dass ein Glyphosatverbot eine gute Lösung wäre. Ja, vielleicht für die Erde und das Grundwasser. Kein Glyphosat würde aber bedeuten, dass die Felder gejätet werden müssten. Wer würde das erledigen? Unschädliche Herbizide gibt es nicht. Bioanbau heisst jäten. Wer weiss das besser als wir Gärtner? Wir jäten unzählige Stunden und schonen dabei die Umwelt. Das heisst aber nicht, dass wir uns wegen der Agro-Gifte keine Sorgen machen.

 

 

 

 

 

  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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