Wie viel Haus solls sein?

 

Häuschen an Häuschen: In gut der Hälfte der Berner Schrebergarten sind Bauten erlaubt.

Die Stadtberner Schrebergartenwelt ist zweigeteilt: Auf der einen Seite gibt es die Areale mit Gartenhäuschen und Pergolen, viele der Bauten werden sekundiert von Stangen mit Fahnen aus aller Welt. Auf knapp der Hälfte der Areale hingegen ist Häuschen bauen verboten. So auch auf unserem.

Das Verbot scheint den Vorpächter unserer Parzelle vor ein Problem gestellt zu haben: Der Verschlag, den er als Depot für sein Gerät gekauft hatte, war wohl zu hoch. Gemäss der Bauordnung darf eine Werkzeugkiste nicht höher und breiter sein als ein Meter und nicht länger als zwei. Deshalb, so vermute ich, kippte er damals die Kiste kurzerhand auf die Seite. Aus der Türe wurde ein Hängetor, das hochgestemmt und mit einem Holzpfosten arretiert werden musste.

Als wir den Garten übernahmen, war die Kiste baufällig: das Holz morsch, der Bau windschief; einige Holzpfosten verhinderten, dass er beim nächsten Sturm einstürzte. Im Untergrund hausten Mäuse. Zudem schien uns die wacklige Einrichtung für unser Kleinkind zu gefährlich. Deshalb musste die Kiste weichen.

Kurz liebäugelten wir mit einem Verschlag, in den sich selbst Hacken und Schaufeln mit ihren langen Stielen bequem hineinstellen lassen. Doch der wäre viel zu hoch gewesen. Deshalb bestellten wir eine Holzkiste, in die die Werkzeuge hineingelegt werden. Sie bewährt sich gut.

Bauen verboten: Auf einigen Arealen gibt es keine Bauten. Erlaubt sind bloss Werkzeugkisten und temporäre Gewächshäuser.

Ganz aufs Bauen verzichten wollen etliche Gärtner auf unserm Areal indes nicht. So gibts hier diverse Gewächshäuschen, vor allem zum Schutz von Tomaten. Die meisten sind zwar hässlich. Aber sie sind erlaubt und müssen auch nicht bewilligt werden. Allerdings darf man maximal 9 Quadratmeter überdachen, wobei die Breite des Häuschens zwei Meter nicht überschreiten soll. Jene Bauten mit Flachdach dürfen nicht höher sein als zwei Meter, jene mit Firstdach nicht über zweieinhalb Meter. Zudem muss das Gewächshäuschen jedes Jahr bis Ende Oktober vollständig abgebaut werden.

Für uns stimmt das strenge Bauregime. Wir wollen einen Garten, keine Ferienwohnung. (Gemäss Bauordnung darf man in den Gartenhäuschen sowieso nicht übernachten.) Wenn uns mal der Regen erwischt, kennen wir einen Rückzugsort: Im Haselstrauch auf der Nachbarparzelle gibts ein altes Baumhäuschen.

Ob man ein solches bauen darf, steht in der Bauordnung zum Glück nicht.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.