Die hohe Kunst des Staudenbeets

 

Weil man in unserem Keller nicht stehen konnte, schaufelten wir eine Schicht des Erdbodens weg. Die Erde schichteten wir als Walm westlich des Hauses. Dann geschah ein Wunder: Fast von einem Tag auf den andern erblühte auf der mageren Erde Klatschmohn (Papaver rhoeas). Damit war die Idee eines Staudenbeets geboren. Eine Nachbarin schenkte mir Herbstastern (Asteraceae), Schwertlilien (Iris L.) und Goldfelberisch (Lysimachia punctata). Das war 1984.

Nur soviel: Bis heute halten sich wilde Brombeeren, Winden und Baumtropfen hartnäckig in meinem 10 Meter langen Staudenbeet. Vor zwei Jahren gruben wir alle Pflanzen aus und die Erde etwa 50 cm tief um und durchwühlten sie, um die alle Wurzeln der wuchernden Lampionblume (Physialis) und Herbstanemone (Anemone hupehendis) zu entfernen.  Diesen Neubeginn wollte ich vorsichtig, ja professionell angehen. Gemäss einem Staudenbeetplan kaufte ich Pflanzen ein. Leider war es unmöglich, alles Gewünschte zu finden. Wie es meinem Charakter entspricht, begann ich zu improvisieren, kaufte dies und jenes und pflanzte Sommerblumen dazwischen.

Geblieben ist der Kampf gegen Winden und Baumtropfen. Erfreulich ist, dass die pinke Ziersalbei (Salvia viridis). die Jungfer im Grünen (Nigella damaszena), Ringelblume (Calendula), Löwenmäulchen (Antirrhinum), Muskatellersalbei (Salvia sclarea, Bild)

und Schmuckkörbchen (Cosmea) tüchtig abgesamt haben. Ich habe viele Setzlinge zum Verpflanzen und Verschenken. Schön ist auch, dass nach dem die Tulpen verblüht sind, überall Zierlauch (Allium) und Schlafmohn (Papaver somniferum)

spriessen. Das Problem ist nur, dass alles ganz anders ist, als mein Staudenplan vorschlägt. Konzeptlos, kunterbunt, wie das Leben so spielt. Immerhin blüht von April bis November immer etwas, und die Schnecken lassen diese Pflanzen in Ruhe. Das zählt mehr als sämtliche Konzepte.

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