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Geduld bringt Rosen – oder auch mal was anderes

Natalie Escher am Freitag den 2. September 2016

Raupe Schwalbenschwanz

Ich hatte schon gewettert, geschimpft und war frustriert, weil ich nicht eine einzige Schwalbenschwanz-Raupe an meiner riesigen Fenchelpflanze hatte. Lasse ich doch jedes Jahr eine Knolle blühen. Und, ganz ehrlich, es ist nicht nur für Insekten ein Gewinn, sondern auch für uns. Der Fenchel ist eine üppig blühende, stattliche Pflanze, die mit ihren gelben Dolden in jedem Garten eine Augenweide ist.

Als wir vor elf Jahren aufs Land zogen, flatterten nebst den omnipräsenten Kohlweisslingen auch viele Schwalbenschwänze durch den Garten. „Oh“, dachte ich mir, „von denen gibt es aber noch eine ganze Menge. Wie schön!“

Seit etwa zwei bis drei Jahren sind sie jedoch fast vollständig verschwunden, obwohl recht viele Familien Fenchel und Karotten in einem kleineren (oder auch grösseren) Garten anpflanzen. Ich war sehr enttäuscht, wirklich. Umso grösser war nun aber die Freude, als ich letzte Woche doch noch drei dieser wunderschönen Raupen an meinem Fenchel entdeckte. Jetzt sind sie in einem luftigen Käfig im Halbschatten, werden mit Fenchelkraut verpflegt und schaffen es, geschützt vor hungrigen Vogelschnäbeln, hoffentlich bis zum Schmetterlingsstadium.

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4 Kommentare zu “Geduld bringt Rosen – oder auch mal was anderes”

  1. Hanspeter Niederer sagt:

    Das haben Sie gut gemacht mit dem Käfig. Ich hatte letztes Jahr auch zwei dieser Raupen auf einer wilden Möhre. In meiner Naivität habe ich mich nur gefreut, dass mir diese Ehre zuteil wurde, habe aber weiter nichts unternommen. Nach ein paar Tagen waren sie verschwunden.

    • Natalie Escher sagt:

      Lieber Herr Niederer

      Genau das ist uns in früheren Jahren auch schon passiert, deshalb sammeln wir die Tierchen in der Zwischenzeit wohlweislich ein und lassen sie geschützt zu Schmetterlingen werden. Viele sind es wahrlich nicht mehr.

  2. Familie Blatt sagt:

    Es lohnt sich, bereits nach den Eiern des Schwalbenschwanzes zu suchen. Von unseren rund 30 Raupen resp. Puppen haben wir die allermeisten bereits als Schmetterlingseier entdeckt. Diese sind rund einen mm gross, gelblich und einzeln abgelegt. (Kurz vor dem Schlüpfen des Räupleins werden die Eier schwarz.) Wenn der Schwalbenschwanz um den Fenchel (z. B. im Balkonkistli) flattert, legt er ziemlich sicher seine Eier ab.

  3. Marc de Roche sagt:

    Es macht Sinn, Schwalbenschwanz-Raupen geschützt in einem Netzbehälter aufzuziehen. Sie haben viele Fressfeinde: Vögel, Fledermäuse, Igel, Ratten, Mäuse, aber auch Wespen, Spinnen, Käfer und viele Parasiten. Die Raupen werden sich bald verpuppen und dann als Puppe überwintern. Je nach Wetter werden die Falter Ende April, im Mai oder gar erst im Juni schlüpfen und uns erfreiuen. Wer Schmetterlinge liebt, muss Raupen mögen.

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  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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