Die Tradition des Lebensbaums

Nebst dem Gärtnern bastle ich in meiner Freizeit liebend gerne. Am liebsten zu Geburten von Kindern aus meiner Familie oder von meinen Freundinnen. Von Krabbeldecken, über Mobiles bis hin zu selbstgeschriebenen Kinderbüchern. Als sich im Frühjahr bei uns Nachwuchs ankündigt hat, brach eine Kollegin von mir sofort in Panik aus. «Jetzt bin ich unter Druck, da ich nicht basteln kann und ich mir jetzt schon Gedanken über ein Geburtsgeschenk machen muss», schrieb sie mir.

Als ich sie letzthin besuchte, hatte sie aus heiterem Himmel einen Einfall: «Ich schenke Euch einen Baum für euer Kind». Ich freute mich wahnsinnig. Daran hatte ich selber auch schon gedacht. Auch ich bekam zu meiner Geburt einen Apfelbaum geschenkt und war immer sehr stolz, wenn ich ihn in unserem Garten beim Spielen sah. Und ich mag die Bedeutung dieser alten Tradition, die offenbar schon die alten Römer pflegten. Der sogenannte Lebensbaum steht für die Fruchtbarkeit, Gedeihen und Wachstum. Wird das Kind eingeschult, trägt er zum ersten Mal Früchte. Während es früher für ein Mädchen ein Birnen- und für einen Jungen ein Apfelbaum sein sollte, ist man heute bei Wahl der Baumsorte völlig frei. Die alte Tradition besagt zudem, dass der Baum gemeinsam mit der Plazenta in die Erde vergraben werden sollte. Dieses Thema lasse ich jedoch an dieser Stelle lieber undiskutiert.

Die Frage, die ich mir viel mehr stelle, ist diejenige, wo wir das Bäumlein pflanzen sollen. In unserem Garten wüsste ich ein schönes Plätzchen, wo derzeit noch eine eher unschöne Tanne steht. Aber was die Verwaltung dazu sagen würde, wenn wir da in Eigenregie Bäume fällen würden, kann ich nicht so recht abschätzen.

Aber Gottseidank bleibt mir  noch ein bisschen Zeit bis zum grossen Ereignis.

 

 

 

Beliebte Blogbeiträge

Grüne Matte-Fee

Foodblog Grüne Matte-Fee

Von Claudia Salzmann
Blühende Tage

Gartenblog Blühende Tage

Von Cornelia Leuenberger

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.