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Die Tradition des Lebensbaums

Sibylle Hartmann am Freitag den 5. August 2016

Blust eines Apfelbaumes. © Hans WŸthrich

Nebst dem Gärtnern bastle ich in meiner Freizeit liebend gerne. Am liebsten zu Geburten von Kindern aus meiner Familie oder von meinen Freundinnen. Von Krabbeldecken, über Mobiles bis hin zu selbstgeschriebenen Kinderbüchern. Als sich im Frühjahr bei uns Nachwuchs ankündigt hat, brach eine Kollegin von mir sofort in Panik aus. «Jetzt bin ich unter Druck, da ich nicht basteln kann und ich mir jetzt schon Gedanken über ein Geburtsgeschenk machen muss», schrieb sie mir.

Als ich sie letzthin besuchte, hatte sie aus heiterem Himmel einen Einfall: «Ich schenke Euch einen Baum für euer Kind». Ich freute mich wahnsinnig. Daran hatte ich selber auch schon gedacht. Auch ich bekam zu meiner Geburt einen Apfelbaum geschenkt und war immer sehr stolz, wenn ich ihn in unserem Garten beim Spielen sah. Und ich mag die Bedeutung dieser alten Tradition, die offenbar schon die alten Römer pflegten. Der sogenannte Lebensbaum steht für die Fruchtbarkeit, Gedeihen und Wachstum. Wird das Kind eingeschult, trägt er zum ersten Mal Früchte. Während es früher für ein Mädchen ein Birnen- und für einen Jungen ein Apfelbaum sein sollte, ist man heute bei Wahl der Baumsorte völlig frei. Die alte Tradition besagt zudem, dass der Baum gemeinsam mit der Plazenta in die Erde vergraben werden sollte. Dieses Thema lasse ich jedoch an dieser Stelle lieber undiskutiert.

Die Frage, die ich mir viel mehr stelle, ist diejenige, wo wir das Bäumlein pflanzen sollen. In unserem Garten wüsste ich ein schönes Plätzchen, wo derzeit noch eine eher unschöne Tanne steht. Aber was die Verwaltung dazu sagen würde, wenn wir da in Eigenregie Bäume fällen würden, kann ich nicht so recht abschätzen.

Aber Gottseidank bleibt mir  noch ein bisschen Zeit bis zum grossen Ereignis.

 

 

 

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  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
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    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
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    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
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    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
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    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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