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Wo der gute Geschmack aufhört

Tanja Kammermann am Freitag den 11. Mai 2012
Rattan-Lounge "Manhattan": Ein absolutes No-Go unter den Gartenmöbeln

Rattan-Lounge "Manhattan": Ein absolutes No-Go unter den Gartenmöbeln

Heute bin ich ungerecht, vielleicht sogar etwas böse. Aber das ist das Recht, wenn nicht die Pflicht eines Blogs. Das hier wird nämlich eine Abrechnung mit  hässlichen Gartenmöbeln. Anfangen tu ich bei den Rattan-Imitaten, die seit zwei oder drei Jahren inflationär in Gärten und auf Terrassen herumstehen. Sie wissen schon, diese riesigen Lounges in den Farben Sand, Chocolate oder Offwhite. Die sind mir ein Dorn im Auge.

Nicht einmal zum Essen eignen sich die Dinger wirklich. Ich habe es ausprobiert. Der Tisch ist viel zu tief und die Sitzfläche völlig unproportioniert gestaltet. Entweder du machst einen ganz krummen Rücken oder du hängst im Loungesessel wie ein Sack. Und am Schluss ist alles vollgekleckert. Nein, Entschuldigung, diese klobigen Plastikdinger, die gehen gar nicht. Und dann kosten sie auch noch tausende von Franken. Aber das Schlimmste an den Möbeln ist, dass sie meist den halben Garten oder die ganze Terrasse bevölkern. Also Platz brauchen, die für Pflanzen oder als Spielfläche gebraucht werden könnten. Und das finde ich einfach nur schade.

Leider mag ich auch diese billigen weissen Plastikstühle nicht, tut mir leid. Indiskutabel hässlich. Ausser sie stehen in einer anatolischen Garküche. Haben Sie keine? Also weg mit dem Schund. Durchkämmen Sie stattdessen Brockenstuben und Omas Estrich nach richtig alten Sachen aus Holz. Schleifen Sie, malen oder lassen es machen. Kaufen sie echte geflochtene Gartenmöbel (also Original Rattanmöbel, ja das gibt es) oder leisten Sie sich bei grossem Budget auch mal die teueren neuen Holzmöbel aus dem aktuellen Katalog.

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5 Kommentare zu „Wo der gute Geschmack aufhört“

  1. Michael Korb sagt:

    Hmmm, sich bei einem Sofa darüber zu beklagen, dass man daran nicht bequem essen kann, ist irgendwie nicht logisch, oder?
    Da könnte man auch einem Auto vorwerfen, dass es nicht fliegen kann 😉
    Und ob jemand lieber ein Sofa, Pflanzen oder Spielflächen mag, ist ja irgendwie auch eine Entscheidung, die jeder selber treffen kann. Nur echte Ratten-Möbel, die sollte man sicher nicht nach draussen stellen – die sind dafür nämlich nicht gemacht.

  2. Henrike sagt:

    Hallo, ich habe zwar im Moment leider keinen großen Garten und muss mich deshalb auch nicht um Gartenmöbel kümmern. Allerdings finde ich die Loungemöbel eigentlich ganz schick. Ich meine zum Essen sind sie wirklich nicht geeignet, aber das sollen sie ja auch nicht unbedingt. Hat man jedoch einen großen Garten und möchte dort gemütliche Abende verbringen, sind dieses Möbel sehr wertvoll. Sie sind halt der Sofaersatz für Draußen. 😉

  3. Wilde Henne sagt:

    Endlich mal jemand, der sich auch getraut zu sagen, dass diese Gartenloungemöbel hässlich sind. Und dann abends immer das fürchterliche Geschleppe mit den riesigen Kissen, die man irgendwo trocken lagern sollte. Wenn ich auf dem Sofa dümpeln will, mach ich das in meiner Wohnstube. Im Garten ist mir eine schöne alte Holzbank unter einem Baum viel lieber.

  4. […] Wo der gute Geschmack aufhört Das hier wird nämlich eine Abrechnung mit hässlichen Gartenmöbeln. Anfangen tu ich bei den Rattan-Imitaten, die seit zwei oder drei Jahren inflationär in Gärten und auf Terrassen herumstehen. Sie wissen schon, diese riesigen Lounges in den Farben Sand, … Read more on Berner Zeitung […]

  5. […] Gartenblog-Kollegin disste mit einem Artikel alle mit Plastikmöbeln und sonst wenig Geschmack. Mir wars peinlich, denn auf meiner Terrasse […]

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  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Sandra Rutschi

    Sandra Rutschi Sandra Rutschi (35) arbeitet als Kantonsredaktorin bei der Berner Zeitung sowie als Autorin. Als Kind verhedderte sie sich regelmässig in den Brombeerstauden des elterlichen Gartens und hätte nie gedacht, dass sie eines Tages selber gärtnern wird – bis die Stadt Bern ein Urban-Gardening-Projekt im Lorrainepark startete und ihr Partner unbedingt eine Parzelle pachten wollte.
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    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
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