Hip und historisch

Sibylle Hartmann am Samstag, den 28. Mai 2016

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In unserer Strasse ist definitiv das Gartenfieber ausgebrochen. Kaum scheint die Sonne, wird gepflanzt, gegossen und gewerkelt. Während wir uns immer noch beim Abschleifen und frisch Anstreichen des Gartenbänklis meiner Grossmutter abkämpfen, haben unserer direkten Nachbaren ein neues Beet an die Hausmauer gezimmert und weiter oben an der Strassen hat jemand sogar Reben für eine Pergola angepflanzt. Die Kreativität kennt also keine Grenzen bei uns an der Aare.

Und offenbar grassiert das Gartenfieber nicht nur bei uns, sondern in der ganzen Stadt Bern. Obwohl wir eigentlich jede freie Ecke schon bepflanzt haben und nun wieder mit den wachsenden Pflänzchen mitfiebern, besuchten wir letzten Sonntag den ProSpecieRara-Zierpflanzenmarkt in der Elfenau. Und nicht nur wir hatten diese Idee. Vor den Ständen mit Tomaten, Auberginen und was das Gärtnerherz alles begehrt, in zig verschiedenen Varianten, trat man sich beinahe auf die Füsse. 7200 Besucher haben die siebte Ausgabe des Marktes besucht – so viele wie noch nie.

Wir waren «zum Glück» nur noch auf der Suche nach drei Pflänzchen für den Dreifachtopf, wo vorher die Aprilglocken drin waren. Die Verkäuferin schaute mich schief an. Das sei aber gar nicht gut, Pflanzen in so kleine Töpfe zu stecken. Wie viel Städter, die Urban Gardening betreiben, musste sich diesen Satz wohl anhören? Ich lächelte tapfer und kaufte an einem anderen Stand eine rote und eine gelbe Mohnblume und weisse eine Scabiosa – für sieben Stutz pro Pflänzchen. Nicht ganz billig, aber dafür habe ich etwas zur Erhaltung von historischen Zierpflanzen beigetragen.

Chacun à son goût

Natalie Escher am Dienstag, den 24. Mai 2016

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Wir haben in unserem Garten einen zweigriffligen Weissdorn, der innerhalb von zehn Jahren zu einem Strauch von beachtlicher Grösse herangewachsen ist. Jetzt im Frühjahr steht er in voller Blüte und ist übersät mit hübschen kleinen, weissen Blumen. Verblühen sie, sieht es aus, als ob es geschneit hätte.

Der Strauch gehört zur Familie der Rosengewächse und die Bienen lieben ihn über alles. Wer nun jedoch glaubt, was schön aussieht und mit den Rosen verwandt ist, müsse auch gut riechen, der ist auf dem Holzweg. Denn der Weissdorn stinkt, dass Gott erbarmt. Nicht etwa wie der Flieder, dessen starker Duft man entweder liebt oder hasst, weil er so süss und schwer ist. Nein, der Weissdorn stinkt. Punkt. Die Bienen hingegen werden wie magisch von ihm angezogen. Er verströmt ja auch weit herum reichend seinen Gestank, pardon, Duft. Es summt und brummt im Strauch, als ob er lebendig wäre. Ich mag den Tierchen die reich gedeckte Tafel wirklich gönnen, aber ich frage mich, wie der Honig, der daraus entsteht, wohl schmecken wird…

Wenn der Nachbar nicht will

Balz Rigendinger am Freitag, den 20. Mai 2016

Letzte Woche kam im TV ein Dok-Film über Nachbarschaftsstreitigkeiten, diese entzünden sich oft an der Grundstücksgrenze, in der Gartenzone also. Nun haben aber auch die Gemüsepflanzen ihre Grundstücksgrenze, und es gibt Nachbarn, die sich vertragen, und Nachbarn, die sich nicht leiden mögen.

Gute Nachbarn machen einander stark und fördern sich gegenseitig, schlechte Nachbarn machen sich das Leben schwer: Die Pflanzen gedeihen schlecht. Hier könnte der Mensch von den Pflanzen was lernen. Unter dem Begriff “Mischkultur Tabelle” finden sich im Internet ganz gute Anleitungen, die sich umsetzen lassen. Ich habe hier folgende Tabelle gefunden:

mischkultur

Ich nahm mir diesen Frühling vor, dies mal ernsthaft zur berücksichtigen. Ich suchte also eigentliche Verträglichkeitscluster und setzte darum nebeneinander

  • Mais – Gurke (mit Dill) – Blumenkohl
  • Kartoffel – Bohnen (mit Bohnenkraut) – Kohlrabi
  • Rüebli – Fenchel – Salat
  • Sellerie – Lauch – Gurke

Eine Entdeckung war für mich, dass sich Tomaten offenbar mit Brokkoli gut vertragen. So ergibt sich am Tomatenstandort nun folgender Verträglichkeitscluster

  • Tomaten – Pfefferminze – Brokkoli – Knoblauch
Erstmals versucht: Brokkoli neben Tomate, umrandet von Minze und Knoblauch.

Erstmals versucht: Brokkoli neben Tomate, umrandet von Minze und Knoblauch.

Ein Klassiker der guten Nachbarschaft: Radieschen (vorne), Rüebli (gesät in den braunen Streifen) Kohlrabi (links), Randen (rechts), dahinter folgen dann die Erdbeeren.

Ein Klassiker der guten Nachbarschaft: Radieschen (vorne), Rüebli (gesät in den braunen Streifen), Kohlrabi (links), Randen (rechts), dahinter folgen dann die Erdbeeren.

Zwei Mitnehmsel aus meiner Beschäftigung damit sind

  • Salat verträgt sich praktisch mit allem, der ideale Lückenbüsser also,
  • Ähnliches gilt für Kohlrabi (ausser mit Gurken), auch diese finden praktisch überall Platz
Die beiden vertragen sich auch.

Die beiden vertragen sich auch.

Zwei Worte noch zum Starkregen der vergangenen Woche:

  1. Die Schnecken kamen aus ihren Löchern. Für mich beruhigend: Mein Garten ist noch immer dominiert von Weinbergschnecken. Die fressen offenbar die Eier der weitaus gefrässigeren Nacktschnecken und sind darum das kleinere Übel. Ich lasse sie also gewähren.
  2. Ich vergass den Kompost abzudecken. Die Rotte wurde dadurch zu nassem, stinkigem Mist. Wieder was gelernt.

Alles im Griff – jedenfalls fast

Laura Fehlmann am Dienstag, den 17. Mai 2016

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Unser grosses Staudenbeet entstand 1983, zufällig aus einem Walm Aushub, auf dem plötzlich wie von Zauberhand gesät Klatschmohn und Margeriten sprossen. Nachbarn schenkten uns im Herbst dann Stauden: Astern, Fetthenne und Kanadische Goldrute (ja! die war damals noch kein Neophyt). Im Lauf der Jahre kamen neue Pflanzen hinzu, in die Lücken setzte ich Sommerblumen wie Tagetes, Zinnia und Astern. Schön war das gewesen, wären da nicht hartnäckige Winden und wilde Brombeeren.

Ein endloser Kampf, bis wir vor 10 Jahren das Staudenbeet erneuerten. Es entwickelte sich prächtig, aber zu den Winden und Brombeeren gesellten sich andere Wucherpflanzen wie Baumtropfen, Zinnkraut, Physialis (Orange Laternchen) und Sternzwiebeln. Erstere wucherten unter der Erde, letztere versamten sich. Jäten und Gift brachte wenig. Deshalb erneuerten wir das ganze Beet und durchwühlten die Erde mindestens 40 Zentimeter tief, um jedes Wurzelstückchen der unerwünschten Wucherer zu entfernen. Sisyphusarbeit.

Aber oh Wunder, seit Wochen hab ich das Staudenbeet im Griff. Oder jedenfalls: fast. Das hat natürlich seinen Preis. Mindestens einmal wöchentlich entferne ich Baumtropfen, Winden & Co. mit einem langen Messer. Alles sieht dann total gepflegt aus. Etwa für eine Woche.

Schaf auf vier Rädern

Natalie Escher am Mittwoch, den 11. Mai 2016

Gänseblümchen

Nachbarn von uns haben so ein elektrisches Schaf, einen Mähroboter. Auf der einen Seite bin ich etwas neidisch, weil der Rasen immer ganz proper und wie ein grüner Teppich aussieht, auf der anderen Seite würden mir all die bunten Flecken im Einheitsgrün fehlen.

Nicht nur der Haushalt, auch der Garten steht unter meiner Fuchtel. Deshalb bin auch ich es, die meist den Rasen bzw. die Wiese mäht. Die Grünfläche um unser Haus Rasen zu nennen, wäre etwas vermessen. Ich brauche immer ewig, bis ich geschnitten habe, da ich Ansammlungen von Gänseblümchen, Gundelrebe und kriechendem Günsel umkurve und stehen lasse. Ich schneide akurat Beetränder und dem Teich entlang und wo der Mäher nicht hinkommt, kürze ich von Hand.

Mein Mann mäht zügig. Da bleibt hohes Gras am Zaun stehen, Narzissen, die im Rasen wachsen, werden jedoch umgemäht. Und wenn das Kabel der Lichterkette zu nahe der Grenze zum Rasen liegt, dann, ja dann gibt es eine neue. Zum Glück bin ich diejenige, die hauptsächlich mit dem Rasenmäher herumkurvt. Es kommt billiger.

Sauerklee bringt Glück

gastblogger am Montag, den 9. Mai 2016

 

SauerkleeMan findet vom Sauerklee zwar niemals ein glückbringendes, vierblättriges Exemplar. Dennoch lohnt es sich, dieses dreiblättrige Pflänzlein im Wald aufzustöbern. Richtig zubereitet, lässt der im Volksmund auch Kuckucksblume genannte Klee manchen Gaumen frohlocken. Chrüteroski schwärmt vom «wunderbaren» Sauerklee in Fischgerichten. Und liefert ein Rezept: «Den frisch gesammelten Sauerklee im kalten Wasser waschen, danach ausschütteln und abtropfen lassen.

Anschliessend mit ein wenig Obstessig und Haselnussöl beträufeln und zusammen mit frisch geraspeltem Meerrettich über eine geräucherte Forelle geben.» Sauerklee verfeinert mit seinem leicht säuerlichen Geschmack auch einen Blattsalat oder einen Fruchtsalat: «Die geschnittenen Früchte auf einem Nest von Sauerklee servieren, das sieht nicht nur schön aus, sondern schmeckt auch lecker.»

Sauerklee liebt schattige, feuchte Standorte im Wald, wo er oft einen leuchtend grünen Teppich bildet. Beim Sammeln sollte – wie bei allen Waldpflanzen – darauf geachtet werden, nicht direkt neben Bäumen zu pflücken, weil dort eher Füchse hinpinkeln. Neben den jungen Blättern können auch die weissen Blüten in der Küche verwendet werden, so Chrütersoki. Allerdings verwelken diese schnell nach dem Abschneiden.

Ein kleiner Trick hält sie länger frisch: «Ich habe immer ein feuchtes Küchenpapier oder Löschpapier ins Sammelkörbchen gelegt, darin können die Blüten im Kühlschrank 24 Stunden aufbewahrt werden.»

Oski und der SauerkleeÄhnlich wie Sauerampfer enthält er Oxalsäure und sollte deshalb insbesondere von Menschen mit Nieren- und Blasenbeschwerden nicht in grossen Mengen eingenommen werden. In den nächsten Tagen beginnt die Blütezeit. «Die Muotathaler Wetterschmöcker werden sich für ihre Sommerprognosen unter anderem am Sauerklee orientieren», weiss der in Meggen bei Luzern lebende Marti.

Oskar Marti, national bekannt als «Chrüteroski», ist ein Pionier in Sachen Wildkräuter in der Küche. Über die Jahre hat er sich ein immenses Fachwissen erarbeitet, das er in dieser Serie weitergibt.

Dem «Hudelwetter» getrotzt

Sibylle Hartmann am Freitag, den 6. Mai 2016

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Da war es wieder, das Gefühl. Dieses Kribbeln in den Händen und der aufsteigende Juchzer in der Kehle, als ich die ersten fuchsia roten Knospen an einem Strauch in unserem Garten entdeckte. Bis es so richtig blüht bei uns, dauert es wohl noch eine Weile. Aber unsere Pflanzen haben es überlebt, das grusige Hudelwetter, das noch bis vor zwei Tagen andauerte. Ganz besonders auf die Tomaten bin ich stolz. Allen Hobbygärtnern, denen ich euphorisch erzählte habe, die Tomatensetzlinge hätte ich bereits in der Erde versenkt, lächelten mich alle etwas gequält an. «Tomaten immer erst nach den Eisheiligen anpflanzen», lautete etwa der Kommentar meiner Mutter.

Meine bessere Hälfte jedoch schlug die Eisheiligen als ein nicht mehr existentes Wetterphänomen in den Wind. Und so bibberte ich mit den Tomatensetzlingen im wahrsten Sinne des Wortes mit. Es hat sich gelohnt! Auch die Peperonipflänzchen, die wir letztes Jahr an einem zu dunkeln Ort angesät und nun sozusagen an die Front umgepflanzt haben, trotzten dem «Hudelwetter» tapfer.

Und dann gab es kein Halten mehr. Ein Chilibaum musste nach dem letztjährigen Erfolg natürlich wieder her. An Auberginen haben wir uns heran gewagt. Von den Nachbaren gab es einige Kopfsalatsprossen. Und als Erinnerungen an den Garten, wo ich aufgewachsen bin, dürfen Himbeeren und Johannisbeeren natürlich nicht fehlen.

Mögen die Muotathaler Wetterschmöcker falsch liegen. Anstatt eines wechselhaften Sommers, wie vorausgesagt, möge die Sonne munter weiter scheinen wie im Moment.

Glücklos

Laura Fehlmann am Dienstag, den 3. Mai 2016

 

 

Ich liess mich von den warmen Apriltagen täuschen und holte Geranien, Olive und Lorbeer viel zu früh aus dem Winterquartier. Bis jetzt haben sie überlebt. Probleme hatte ich bis jetzt nur mit Fuchsien, weil nämlich bis zum heutigen Tag jede, wirklich jede gestorben ist: An zuviel oder zuwenig Wasser oder an was weiss ich woran. Dabei liebe ich diese Pflanze, von der es viele hundert Züchtungen gibt.

Auf Fuchsien spezialisiert ist die Gärtnerei Bieri in Rosshäusern. Dort dreht sich noch bis Mitte Mai alles um die ausdauernde Pflanze mit den unzähligen Blüten. Das hat sich herumgesprochen: Blumenbegeisterte aus dem In- und Ausland pilgern in die kleine Gärtnerei am Waldrand und suchen nach neuen Fuchsiensorten, die phantastische Namen tragen und das Ergebnis jahrelanger Züchtungsarbeit sind. Sylvia und Andreas Bieri verkaufen nicht nur Fuchsien, sondern beraten auch äusserst kompetent. Offenbar bin ich aber beratungsresistent.

Mich packt die Wehmut, wenn ich die wunderschönen Fuchsien sehe und denke darüber nach, ob ich einen weiteren Versuch machen soll. Aber für die Pflanzen ist es wohl besser, wenn sie in der Gärtnerei bleiben, oder bei Menschen, die nicht so glücklos sind wie ich.

Wie Bio bin ich?

Balz Rigendinger am Freitag, den 29. April 2016

Bis weit über die 70er-Jahre war der Hobbygärtner oft einer vom Schlag des legendären Chabis-Aschi. Die grössten Gurken und die grössten Tomaten, die rundesten und rötesten dazu, das war seine Freud, das war sein Stolz.

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Viele Schrebergärten wurden von Gartenfreunden dieses Format so bewirtschaftet, dass man die Erde hernach besser abtrug. Boden als Missbrauchsopfer, Sondermüll, ja das gabs.

Heute gärtnert man eher bewusst. Dabei ist das Gärtnern stets ein Eingriff. Man gibt den Pflanzen, die man möchte, was sie brauchen. Man vernichtet die Pflanzen, die man nicht will. Und man vernichtet die Einflüsse, die den erwünschten Pflanzen schaden, das sind meist die Schädlinge (gut, im milderen Fall, kann man sie auch einfach vertreiben).

Blattläuse, die meine Stangenbohnen befielen, habe ich letztes Jahr so bekämpft:

  1. Ich tötete mit heissem Wasser die Ameisen, die genüsslich ihre Blattlausherden hegten, und hoffte dann, dass der Marienkäfer übernehme, der kam aber nicht mit der gewünschten Fresslust.
  2. Ich bestäubte die Bohnen in der Folge mit Steinmehl, vor allem aber die Blattläuse. Das Steinmehl nistet sich bei den Läusen zwischen den Gliedern ein, verursacht dort schmerzhafte, für die Läuse wohl laut knirschende Wunden, die führen zum Tod der Laus. Das gilt als Bio, es nützte jedenfalls kaum.
  3. Dann bestäubte ich die Bohnen mit verdünntem Spiritus. Ob das Bio ist? Ich weiss es nicht. Es wirkte, aber auch nicht nachhaltig.

Meinen Birnbaum holte ich im Herbst 2014 von der Bio-Baumschule. Ich schnitt ihn zum Spalier, vor kurzem hat er geblüht.

Gartenblog Balz Rigendinger

Schön, der herzige Birnbaum blüht. Daneben der Oleander, der sich schon mal daran gewöhnen darf, dass die Schweiz auch im Sommer kälter ist als Griechenland.

Im ersten Standjahr habe ich alle Blüten des hübschen Birnbaums abgezwackt, damit er nicht alle Kraft in die Früchte gibt, sondern in die Wurzeln, das gilt als klug.

Gartenblog Balz Rigendinger

Frühlingsboten.

Dieses Jahr liess ich die Blüten dran, aber schauen wir mal genauer hin.

Gartenblog Balz Rigendinger

Schadpilz-Boten.

Was wir hier sehen ist der Birnengitterrost. Der hat dem Baum schon im Herbst zugesetzt. Verursacher ist ein Pilz.

Dieser Pilz überwintert offenbar vor allem am Wachholder, bei mir machte er es sich wohl auf der Brombeere gemütlich.

Gartenblog Balz Rigendinger

Brombeeren hinter dem Haus: Hier hat der Pilz wohl überwintert.

Biologisch bekämpft man Pilze so:

  1. Resistente Sorten wählen (bei Birnengitterrost aber schwierig)
  2. Allgemeine Stärkung der Pflanze (habe ich getan, mit Mist, kein Stress, usw.)
  3. Schachtelhalm-Brühe (ich habe keinen Schachtelhalm, zum Glück)
  4. Knoblauchkreise (das nützt beim Baum aber wenig, der Knoblauch wäre beim Stamm, der Pilz ist in den Blättern).
  5. Milch und Molke sollen auch ganz gut sein.

Ich habe Fungizid gekauft und den kleinen Baum besprüht. Es war das erste Mal, dass ich Fungizid eingesetzt habe. Ich fand es ganz okay.

Heute hat die Nachbarskatze übrigens eine Blindschleiche geholt. Meine Kinder waren entsetzt. Man sagt, die Blindschleiche sei ein tolles Tier, sie zeuge von Biodiversität und fresse allerlei Schädlinge. Nun: Für gewisse Insekten ist die Blindschleiche aber gewiss der grösste Schädling, für die Nachbarskatze ist sie ein Spielzeug, für meine Kinder ein Exot. Ich habe sie der Katze entrissen und hinter dem Haus wieder ausgesetzt. Meine Kinder fanden das heldenhaft. Vielleicht überlebt sie ja. Wenn nicht: alles Natur, immer einen Versuch wert.

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Leicht verletzte Blindschleiche, soeben der Katze entrissen. Am Hals sieht man noch die Spuren ihrer verspielten Tatzenschläge.

Love is in the Air

Natalie Escher am Dienstag, den 26. April 2016

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Kinder lieben Best-of-Listen. «Mami, welches ist dein Lieblingstier»? oder „«Welche Spaghetti-Sauce hast du am liebsten?» oder, was ich ja ganz besonders mag: «Mami, wen von uns liebst du am meisten…?» Alle Eltern mit mehr als einem Spross werden wahrscheinlich früher oder später mit dieser Frage konfrontiert werden.

Die meisten von uns werden sich  kaum auf ein «Lieblings-Dings» reduzieren können oder wollen. Bei einer ganz bestimmten Best Of-Liste wusste jedoch schon immer mit grosser Bestimmtheit die Antwort: Der Frage nach der Lieblingsjahreszeit. Bis anhin war das ganz klar der Herbst mit seinem wunderbaren weichen Licht, dem Feuerwerk an Braun-, Rot- und Gelbtönen, den angenehmen Temperaturen und der Aussicht auf die kommende ruhigere Jahreszeit.

Seit ich jedoch einen Garten mein Eigen nenne, hat der Golden Oldie starke Konkurrenz erhalten. Sie erahnen es, vom Frühling. Seit die ersten Schneeglöckchen der Kälte trotzig die Stirn geboten haben, erblüht fast alle paar Tage ein neues Blümchen. Nach den Weissröckchen erfreuten uns und die Honigbienen farbige Krokusse, gefolgt von kleinen Tête à Tête-Narzissen.

Danach entdeckte ich meine Schachbrettblumen unter der Hamamelis, mein einziges Veilchen hat in der Zwischenzeit geblüht und endlich sind auch meine Lieblinge, die Traubenhyazinthen zum Vorschein gekommen. Diese blühen immer noch, zusammen mit den grossen, späten Narzissen und den kleinen Wildtulpen. In der Zwischenzeit machen sich auch schon meine Pfingstrosen bereit (die Strauchpäonie hat bereits dicke Knospen) und die Akelei ist  dermassen gewachsen, dass die Lücken im Beet geschlossen sind.

Natürlich schlagen die Bäume und Sträucher auch schon seit einiger Zeit aus und meinen Gemüsegarten ist ebenfalls wieder in Gebrauch. An allen Ecken und Enden blüht und wächst es.

Angesichts der Fülle von Farben, Düften und Leben des Frühlings habe ich beschlossen, ab sofort zwei Lieblingsjahreszeiten zu haben. Meine Kinder lieben schliesslich auch Mami UND Papi…

 

  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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