Urban Gardening-Trend schon vorbei?

Sibylle Hartmann am Dienstag, den 26. Juli 2016

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Der Urban Gardening-Trend hält an, keine Frage! Ein Blick in das Lorraine-Pärkli, wo in der dritten Saison jeweils zwölf glückliche Quartierbewohner eine Gartenparzelle beackern dürfen, könnte jedoch das eine oder andere Fragezeichen diesbezüglich aufwerfen. Ein Abschnitt ist regelrecht überwuchert. Eine weitere Parzelle liegt gar brach. Was ist da los? Ist nach zwei Jahren bereits die Luft raus und von Urban Gardening wird mehr gesprochen, als es in der Tat betrieben wird?

Andreas Jans, Bindeglied zwischen Stadtgrün Bern und den Gartenpächtern der Parzellen im Lorraine-Pärkli, winkt ab. Im Gegenteil: Auf die Entwicklung in der dritten Saison angesprochen, gerät er ins Schwärmen. «Es wächst alles so gut und hoch wie noch nie.» Der Grund dafür liege darin, dass im Garten mitten im Lorraine-Pärkli einige Änderungen vorgenommen wurden. «Letzten Herbst hat Stadtgrün in 70 Zentimeter Tiefe eine Vlies verlegt, damit die Wurzeln der umliegenden Bäume dem Garten nicht die Nährstoffe und das Wasser entziehen», erzählt Jans. Weiter seien diesen Frühling die Beete mit Bio Chair Erde angereichert worden.

Die Salate, Rhabarbern, Tomatenstauden und diverse Blumen zeugen davon. «Alle sind happy», so Jans. So happy, dass neu einmal im Monat ein Apéro im Lorraine-Pärkli veranstaltet werde. Aber Moment, was ist mit den beiden Sorgenkindern, dem brachliegenden und dem überwucherten Abschnitt?

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«Wenn alles so gut wächst, gilt das natürlich auch für das Unkraut», sagt Jans und lacht. Das Tempo ist wohl den beiden Parteien im wahrsten Sinne über den Kopf gewachsen. Die eine gibt per Herbst auf – sehr zur Freude der obersten Person auf der Warteliste. Die andere hat sich offenbar für einen kompletten Neustart entschieden – wenn auch mitten im Sommer. Der Urban Gardening Trend hält im Lorraine-Pärkli also trotzdem ungebrochen an.

Tod den Ameisen

Balz Rigendinger am Dienstag, den 19. Juli 2016
Diese hier sind natürlich explizit nicht mitgemeint: Waldameisenhaufen, die Freude jedes Wanderers.

Diese hier sind natürlich explizit nicht mitgemeint: Waldameisenhaufen, die Freude jedes Wanderers.

Wir schreiben Dinge, die empfindliche Gemüter in Aufregung versetzen könnten und empfehlen diesen daher die nachfolgende Lektüre nicht.

Es muss am nassen Frühling liegen, den Ameisen geht es sehr gut. Sie breiten sich aus. Sind sie auch gut? Gewiss für irgendwas, aber nicht für den Garten, also auch nicht für uns Gärtner. Ich habe bereits an anderer Stelle dargelegt, mit welch triumphalem Spass meine Kinder vor kurzem ein Ameisennest ausgehoben haben. Seither habe ich drei weitere entdeckt, die Vernichtungsaktionen sind zur Routine geworden. Sie laufen so:

  1. Zwei Liter heisses Wasser kochen
  2. im Nest rumnodern, bis die Insekten ganz aufgeregt herumkrabbeln
  3. Das kochende Wasser über die ganze Krabbelei ergiessen
  4. Nach einer halben Stunde nachprüfen und den Rest erledigen

Hier nun zeigt sich der Gärtner also von seiner sonst eher verschwiegenen Seite, der brutalen. Aber ja, man zerschneidet auch Schnecken, tötet Blattläuse und eben: Man vernichtet Ameisen völkerweise.

Kürzlich hatte ich einen Kollegen zu Besuch, ein Gartenfreund mit grossem Wissen, er begutachtete meinen kleinen Apfelbaum und murmelte “Ameisen”, noch eher er nahe genug am Baum war, um die Diagnose zu überprüfen. Aber es stimmte. Man sieht einem Gewächs den Ameisenbefall von weitem an. Es geht dem Baum dann einfach nicht gut. Wie ausgetrocknet steht er da. Er wirkt gestresst. Wäre es ein Mensch, man würde ihm Akne, Krätze und Schlaflosigkeit anvermuten.

Dasselbe mit den Rosen: Eine Arbeitskollegin erzählt mir von einem Befall, der noch keine Rose zum Blühen gebracht hat. Wo sonst um diese Jahreszeit die Pracht ja fast schon abklingt oder zum zweiten Mal erscheint.

Und mit dem Salat: Ameisen an den Wurzeln, und der Salat welkt ärger als bei Dauerregen.

Mein Nachbar hat seine eigene Theorie, er vermutet im Ameisenvolk eine Art genetischen Code. Er stellte fest, dass neue Völker in seinem Haus die Wege von Völkern gehen, die er vor Jahren ausgerottet hatte. Das kann auch an Duftspuren liegen. Letztlich zeugt seine Vermutung aber nur von der Verzweiflung, die jeder kennt, der schon Ameisennester im Haus hatte.

Die Kollegin mit den Rosen ging gleich mit Gift dahinter. Das kommt bei meinem Salat oder im Tomatenbeet nicht infrage, die Schadstoffe würden übers Gemüse in den Körper gelangen, und dazu sind sie nicht gedacht.

Es gibt Gärtner, die in den Ameisen nicht nur Schädliches sehen. Sie appellieren daran, sie mit holzwollegefüllten Blumentöpfen umzusiedeln. Man stelle die Töpfe auf ihre Wege, die Insekten lässen sich darin nieder, dann könne man sie wegtragen.

Ausserdem helfe Lavendel, Zitrone oder einiges, was auch sonst stark rieche, das werde von den Tierchen gemieden. Ein Kollege hat es im Ferienbungalow mit Deospray versucht, direkt auf die Strasse gegossen. Es half gut, für zwei Tage. Immerhin, für Zelt und Bungalow scheint es also ein probates Mittel.

Übrigens: Wenn der Mensch seine Klimaerwärmung zu Ende entwickelt hat und dereinst wegen ihr vom Planeten verschwunden sein wird, wer übernimmt dann die Weltherrschaft? Es könnten die Ameisen sein, wegen ihrer kollektiven Intelligenz und ihrer hoch entwickelten Kommunikationsfähigkeiten, das sagen nicht wenige Forscher, wissen  kann es niemand.

Es ist auch darum nicht das Abwegigste, den Krieg mit der Ameise allmählich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit anzugehen. Wer es tut, ist übrigens immer in guter Gesellschaft, wir Ameisenskeptiker verstehen uns.

Nicht verschweigen wollen wir aber: Ohne Mensch hätte die Erde plötzlich viel Freude und würde sich prächtig erholen. Ohne Ameisen? Das wäre für alle Ökosysteme die totale, sofortige Superkatastrophe.

Vermisst: Nacktschnecken!

Laura Fehlmann am Dienstag, den 19. Juli 2016

 

 

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Immer wieder Dauerregen. Ich hatte innerlich schon resigniert und mit einer Schneckeninvasion gerechnet. Aber obschon mein Garten nur auf 3 Seiten einen Schneckenzaun hat, ist zu meiner grossen Verwunderung nichts passiert. Nun gut, ein paar Kohlköpfe haben Löcher. Aber Erdbeeren, Salat, Zucchettiblüten – alles intakt. Ich glaube das ja nicht! Haben die sonst so gefrässigen Nacktschnecken plötzlich etwas gegen meinen Biogarten?

Nein. Sie haben bloss etwas gefunden, das ihnen besser passt. Knapp 10 Meter neben dem Garten ist ein kleines Wäldchen. Dort deponieren wir Rasenschnitt, Äste, Unkraut und was sonst noch Grobes anfällt. Das ergibt einen riesigen Walm, auf dem sich hunderte, nein: tausende von Schnecken ernähren. Dazu kommte ein weiterer Grund für die Absenz der schleimigen Gartenplage: zwischen dem Schneckenparadies und dem Garten gibt es verwilderte Ecken mit Gras, Brennesseln, Gebüsch. Dort leben viele, viele Weinbergschnecken. Diese fressen bekanntlich sehr gerne Nacktschneckeneier. Deren Fortpflanzungsphase ist jetzt abgeschlossen. Sie haben ihre Eier abgelegt – ein Paradies für Weinbergschnecken.

Mein Tipp: Legen Sie eine Futterstelle für Schnecken an, möglichst ausserhalb des Gartens. Platzieren Sie ein paar Weinbergschnecken an Stellen, wo Sie Nacktschnecken vermuten. Vertrauen Sie der Natur und verzichten Sie auf Schneckenkörner.

Positive Vibrations in the Matte

Sibylle Hartmann am Mittwoch, den 13. Juli 2016

 

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Negative Schlagzeilen verkaufen sich besser. Ich gebs ja zu, nach dieser Maxime habe auch ich meinen letzten Blogbeitrag gestaltet. Sehr zum Leidwesen meiner besseren Hälfte. Er hatte in seinem Ärger natürlich völlig recht, dass es zig andere, positive Geschichten zu berichten gegeben hätte. Zum Beispiel, wie prächtig ansonsten unser Garten gedeiht.

In der Tat, es ist jeden Tag eine wahre Freude, einen Blick runter zu werfen. Es grünt und blüht, soweit das Auge reicht. Neben dem Salat und den Radieschen, die wir bereits ernten konnten – und natürlich jede Menge Kräuter, die allabendlich in der Pfanne landen –  stehen Gurken, Zuchetti, Auberginen, Chilis und drei riesengrosse Stauden voller Cherrytomaten in den Startlöchern.

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Sogar die beiden Peperoni-Stauden tragen bereits beachtliche, grüne Früchte. Und die schönen gelben Zuchetti-Blüten sollen bereits so eine Leibspeise sein und werden auf dem Münstergass-Markt für teuer verkauft, wie mir eine Nachbarin verraten hat. Sie in der Küche zu verabreiten, ist etwas vom Ersten, was ich machen werden, sobald das Gurtenfestival vorbei ist. Und um dem positiven Blogbeitrag noch das Sahnehäubchen aufzusetzen, das Pflanzengiessen teilt sich unter den Nachbaren bestens auf. Also positive Vibrations everywhere in the Matte.

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Auch die Alten wussten nicht alles

Natalie Escher am Samstag, den 9. Juli 2016

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Obwohl ich nun schon steil gegen die 50 zugehe, erinnere ich mich noch sehr lebhaft an folgende Geschichte: Ich war bei meinen Grosseltern, die in einem kleinen Emmentaler Dorf lebten, in den Sommerferien. Sie wohnten im damals einzigen Mehrfamilienhaus, dem «Block», des Dorfes. Über ihnen hatte eine fünfköpfige Familie ihre Wohnung, für Spielgefährten war also gesorgt.

Es war an einem heissen Sommertag, mein Gspänli und ich spielten draussen vor dem Haus, als plötzlich ein Riesenbrummer auftauchte. Grosses Gekreische von dem anderen Mädchen, sie packte mich atemlos am Arm und zerrte mich hinter einen Busch, wo wir in Deckung gingen. Ich muss ehrlich sein, ich hatte keine Ahnung, was los war. Ich wurde aber blitzartig aufgeklärt: Was uns so erbarmungslos attackierte, war eine Hornisse. Ich ging in die erste Klasse und hatte keine Ahnung, was eine Hornisse war. Hornussen, ja, das kannte ich von meinem Grossvater. Aber Hornisse? Auf Berndeutsch heisst es ja noch «Hornussi», also ich konnte beim besten Willen keinen Zusammenhang zwischen den Auszeichnungen, die mein Opa auf dem Buffet ausgestellt hatte zu diesem Insekt herstellen.

Als wir uns wieder aus unserer Deckung hervorwagen konnten, weil das ahnungslose Tier seines Weges weitergeflogen war, rannte ich schnurstracks zu meiner Grossmutter, um ihr zu erzählen, dass ich gerade knapp mit dem Leben davon gekommen war. Und was macht diese Frau? Statt mich schluchzend vor Erleichterung in die Arme zu schliessen, weil ihre geliebte Enkeltochter dem Tod gerade von der Schippe gesprungen war, lachte sie. «Das Tierchen hat mehr Angst vor dir als du von ihm.»

Und Recht hatte sie, die Frau, die in einem Südtiroler Bergweiler aufgewachsen und Aberglaube und Märchen weiss Gott nicht abgeneigt war. Aber sie wusste, dass Hornissen Menschen meiden, ihr Stich nicht gefährlicher als der einer Biene ist (ausser bei Allergikern, versteht sich) und dass keine drei Stiche einen Menschen und keine sieben ein Pferd töten können.

Seit einiger Zeit umschwirren gegen Abend immer einige Hornissen unseren Holunder. Ich denke, dass es irgendwo in der Nähe ein Nest haben muss. Ich hoffe, dass sie dort in Sicherheit sind und in der Nähe von Menschen leben, die wissen, welch wunderbare Nachbarn sie haben.

Heissa, die Ernte!

Balz Rigendinger am Mittwoch, den 6. Juli 2016

Heute habe ich den ersten Brokkoli dem Erdreich entrissen. Und wenn ich mich so in den Beeten umschaue – die nächsten Wochen gibt es täglich was Eigenes auf den Tisch.

Der Sommer hat also gerade noch den Rank gekriegt. Die Erdbeeren faulten ja schon, das Gemüse machte einen auf Bonsai, der Fenchel einen auf Zwerg und die Schnecken einen auf Riesen. So machte es keinen Spass. Bohnen gibt es heuer nicht bei mir, das kümmerliche Kraut schaffte es knapp zur Erde raus und ging dann ein. Gut, es hatte nicht den sonnigsten Fleck Erde gekriegt, doch in jedem andern Jahr wär dies kein Problem gewesen.

Jetzt aber explodiert es im Beet. Am lustigsten ist ein Kürbis, der sich selbständig und völlig ungefragt entwickelt hat. Ein Samen muss den Kompost überlebt haben. Die Pflanze machte sich zunächst im Frühbeet breit. Dann rankte sie wild in den Rasen. Ich ziehe sie nun auf die Buchenhecke, da ist noch Platz obendrauf.

Der  Bauer kam gerade vorbei mit seinem Angebot. Seinen Salat muss er verramschen, weil alles aufs Mal kommt, und die Kirschen sind klein, mit Regenfrass. Ich habe sie ihm trotzdem abgekauft. Auch die schlechteste Kirschenzeit ist noch immer viel zu schnell vorbei.

 

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Der erste Brokkoli, ein paar Radiesli, die gabs schon länger.

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Wuchslustiger Kürbis, der den Rahmen des Frühbeets sprengt. Er soll nun auf der Buchenhecke ranken.

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Salat, Gurken und Blumenkohl machen sich allmählich bereit für den Teller.

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Dieser Kohlrabi will auch bald geerntet sein.

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Diese Fenchel hatte ich schon fast aufgegeben, die machten im Monsunmonat Juni ja nicht den geringsten Wank.

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Snackgurke – eine völlig überzüchtete und extrem ergiebige Hybride, macht in meinem Fall aber Sinn, weil die Kinder so täglich ihre Gurken holen können.

Ein Herz für Ton

Laura Fehlmann am Freitag, den 1. Juli 2016

 

 

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Mein Herz und mein ästhetisches Empfinden sagen Ja zu Töpfen aus Ton. Sie sind schöner, fühlen sich besser an, bei Hitze werden die Wurzeln von Topfplanzen in diesem natürlichen Material gekühlt. Leider geht Ton – je nach Qualität – im Winter oft kaputt. Bleiben sie ganz, setzen sie aussen Kalk an und müssen mühsam mit einer Drahtbürste und Essig gereinigt werden.

Dafür brauchen Pflanzen im Plastiktopf weniger Wasser, bei Sonnenbestrahlung werden ihre Wurzeln darin aber buchstäblich gekocht. Viele Gärtner schwören auf Plastik, obschon das Material hässlich ist und aus Erdöl hergestellt wird. Ein Pluspunkt wäre: Plastiktöpfe sind billig.

Billig?Hässlich? Ein Rundgang in mehreren Landis, Gärtnereien und Gartenzentren verunsichert mich. Ich finde eine riesige Auswahl an Plastiktöpfen und -kübeln in modernen Formen und Farben. Erstaunlicherweise kosten sie teilweise mehr als Tontöpfe. Sie sind so teuer, dass ich der Versuchung widerstehe, so ein Kunststoffding zu kaufen. Ich entscheide mich für drei Tontöpfe, italienisch angehaucht und erschwinglich. Sogar unsere Katzen streichen um sie herum.

Welche Töpfe die bessere Ökobilanz haben, konnte mir niemand sagen. Eine Internet-Recherche brachte kein Resultat.Was solls. Ich höre auf mein Herz und mein Sinn für Ästhetik sagt mir: gebrannte Erde ist ein Stück Natur. Plastik soll kaufen wer will.

 

 

 

 

Grösser ist nicht immer besser

Natalie Escher am Mittwoch, den 29. Juni 2016

Mariendistel

Ich liebe es, in Pflanzen- und Samenkatalogen zu blättern und zu schmökern. Vor allem alles, was unter «Das erfreut Insekten und Vögel» läuft, interessiert mich brennend. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Blümchen und Pflanzen, an denen meine Untermieter Freude haben könnten. Bei einem dieser botanischen Streifzüge bin ich auf die Mariendistel gestossen. Ein Glücksfund, dachte ich, da mir a) Disteln ausserordentlich gefallen und b) sowohl Insekten als auch Vögel von dieser Pflanze profitieren können. Die Bestellkarte wurde flugs ausgefüllt, auf die Post gebracht und dann die Samen sehnsüchtigst erwartet.

Mariendisteln sind zweijährig, das heisst, dass die Staude im ersten Jahr eine Rosette bildet, überwintert und dann im zweiten Jahr blüht. Da ich die Samen aber letzten Frühling erstanden hatte und Geduld nicht meine Sache ist, wurden einige Samen gleich gesät, in der Hoffnung, sie noch im selben Jahr blühen zu sehen. Ich wurde nicht enttäuscht, im Sommer öffneten sich die violetten Körbchen der etwa einen Meter hohen Pflanze. Begeistert von meinem Erfolg, säte ich noch im Herbst der Hecke entlang Samen aus.

Lange geschah nichts. Dann, kleine Rosetten mit dekorativen, gefleckten, sehr stacheligen Laubblättern. Der Winter setzte zu und ich begann, um meine Disteln zu bangen. Im Frühling endlich grosser Jubel, als aus den Rosetten Blumenstängel zu wachsen begannen. Und es wuchs, und wuchs, und wuchs. In der Zwischenzeit sind die Dinger 2 Meter hoch, produzieren immer noch zugegebenermassen schöne Laubblätter, jedoch nur kümmerliche Blütenkörbchen. Das Blattwerk ist ja wirklich sehr dekorativ, aber eigentlich hatte ich die Blumen der Blüten wegen angesät und nicht umgekehrt. Und ganz ehrlich? Die Vögel hatten letztes Jahr das Futter aus dem Häuschen lieber als die Samen der verdorrten Disteln. Statt dass diese gefressen geworden wären, sind sie in den Rasen gefallen und haben dort einen Bio-Fakir-Teppich gebildet.

Also, falls jemand Interesse an Samen der Mariendistel hat, ich könnte in grösserer Menge davon abgeben.

Da hatten wir den Salat

Sibylle Hartmann am Sonntag, den 26. Juni 2016

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Eigentlich darf ich ja die folgende Geschichte gar nicht erzählen. Aber sie ist einfach gut, um sie unerzählt zu lassen. In dieser Saison waren wir besonders stolz auf unsere Peperoni. Hatten wir sie letztes Jahr doch an einem zu schattigen Plätzen gesetzt, erhielten sie in diesem Jahr einen Platz an der Sonne. Und siehe da, sie gediehen prächtig und jedes Mal, wenn wir unseren Garten präsentierten, wiesen wir mit Nachdruck darauf hin. Bis wir Besuch aus Deutschland erhielten.

Und dieser Besuch verzog gleich beim ersten Anblick das Gesicht und wies uns dezent darauf hin, doch mal das Aussehen von Peperoni-Pflanzen zu googeln. Und da hatten wir den Salat. Anstatt der Peperoni hatten wir irgendein Unkraut gehegt und gepflegt, das genau in der gesäten Anzahl vom letzten Jahr überwintert hatte.

Aber zum Glück hatte der Besuch Erbarmen mit uns gescheiterten Gärtnern und pflanzte in unserer Ferienabwesenheit neue und diesmal richtige Peperonipflänzchen und schaute nebenbei erst noch mit viel Liebe in unserem Garten zum Rechten. Und so bekommt die Redewendung «Da haben wir den Salat» in diesem Blogeintrag doch noch eine postive Bedeutung. Zurück aus New York konnten wir nämlich unseren ersten Salat ernten, der vorzüglich schmeckte.

Der Widerspenstigen Zähmung

Natalie Escher am Dienstag, den 21. Juni 2016

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Gibt es in der weiten Gartenwelt da draussen einen Hundsrosebesitzer (weibliche Personen sind auch angesprochen), der sein Gewächs bedingungslos, ohne Wenn und Aber liebt? Ganz ohne Vorbehalt? Ja? Dann soll er oder sie sich doch bitte bei mir melden, ich kann das nämlich nicht glauben. Da hat jemand schlicht und einfach die rosa Brille auf.

Ich meinerseits leide und kämpfe jedes Jahr von Neuem mit meinen Hundsrosen. Jawohl, Mehrzahl, denn die Pflanze breitet sich aus wie Unkraut. Durch jahrelange Zusammenarbeit habe ich gelernt, dass ich meine Pflanzenmonster nur geschützt durch Langarmkleidung und Lederhandschuhe zurück schneiden sollte. Das Gewächs hat die ganze Dornen-Palette: von grossen, dicken Enterhaken bis zu kleinen, ganz gemeinen Dörnchen, die unbemerkt unter die Haut gehen und dort nach einigen Tagen eine fiese Entzündung auslösen.

Jedes Jahr schimpfe ich vor mich hin, drohe, verzweifle, leide, bis schliesslich die alten Triebe entfernt sind und ich total zerzaust und zerkratzt dastehe. Wenn sie dann aber im Frühsommer in voller Blüte steht, meine Rosa canina, und so vielen Insekten Nahrung bietet, dann habe ich mich wieder ausgesöhnt. Und ich liebe sie wieder. Bis zum nächsten Jahr…

 

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  • Sibylle Hartmann

    Sybille Hartmann Sibylle Hartmann (33) arbeitet als Redaktorin bei Bernerzeitung.ch. Aufgewachsen in einem Dorf im Gürbental, empfand sie als Teenager die Gartenarbeit ihrer Eltern als furchtbar spiessig. Als sie vor zwei Jahren in die Matte zog, liess sie sich von ihrem Freund trotz vermeintlich fehlendem grünen Daumen zum Tomatenpflanzen im Hinterhof hinreissen. Und plötzlich fieberte sie täglich mit dem Gemüse mit und wagt nun jährlich mehr punkto Urban Gardening.
  • Laura Fehlmann

    Laura Fehlmann Laura Fehlmann (60) ist seit 20 Jahren Redaktorin im Team Region Bern der Berner Zeitung. Trotz Vollzeitjob und anderen Leidenschaften kann sie das Gärtnern nicht lassen. Sie pflegt ihre Staudenbeete, den Rasen, die Hecke, den Kräuter- und Gemüsegarten, obschon ihr oft alles über den Kopf wächst. Angetrieben wird sie von der Liebe zu den Pflanzen und dem Fernziel, einen englischen Park hinzukriegen.
  • Claudia Salzmann

    Claudia Salzmann Claudia Salzmann (32) arbeitet als stellvertretende Onlineleiterin bei Bernerzeitung.ch. Den grünen Daumen entdeckte sie im mütterlichen Garten im Emmental. Seit 1999 wohnt sie in der Stadt Bern und hat einige Kilo Erde auf Berns Balkone geschleppt. Nun ist sie in die hintere Lorraine umgezogen und kultiviert dort das urbane Gärtnern an der nahen Aare.
  • Natalie Escher

    Natalie Escher Natalie Escher (47) ist Biologin, Familienfrau, leidenschaftliche Gärtnerin und lebt mit ihrer Familie im Emmental. Etwas konzeptlos versucht sie seit Jahren, einen Cottage-Garden zu gestalten, ist aber leider noch Lichtjahre von ihrem Ziel entfernt. Sie gibt aber nicht auf und nimmt jedes Jahr erneut die Chance wahr zur Verwirklichung ihres Traumes.
  • Balz Rigendinger

    Balz Rigendinger (44) ist Redaktor bei der Bernerzeitung und freier Autor. Er hat im Frühjahr 2015 in Biel mit seiner Familie ein Einfamilienhaus bezogen und fand abgesehen von ein paar alten Hecken den ganzen Umschwung als kahle Erde vor. Es gab also viel zu tun, denn er wollte Nutz-, Zier- und Spielgarten anlegen. Zuvor lebte er in Bern und Zürich, wo er einen Schrebergarten zu bewirtschaften versuchte.
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