Berner Köchinnen: Tomatensauce

Jetzt oder nie: Tomatensauce kochen, in Gläser füllen, im Keller verstauen. Oder zum Znacht essen.

Es gibt viele Gründe, heute noch kiloweise Tomaten zu kaufen (oder zu ernten) und Sauce zu kochen. Erstens schmecken Tomaten nie so gut wie in diesen Wochen. Den wirklich perfekten Sugo erreicht man mit Tomaten, die kurz vor dem Überreifen stehen, mit prallen, knallroten Exemplaren, die sehr saften, schneidet man sie auf. Aaah!

Das Berner Kochbuch hält sich bei der Rezeptur wie immer kurz: 1 Löffel Öl oder Fett, 1 Zwiebel, 1 Zehe Knoblauch, 750 g Tomaten oder 3 Löffel Tomatenpüree, 1 Tasse Bouillon, Salz, Rosmarin, Thymian. Ein Blick in die italienische Kochbibel «Der silberne Löffel» bestätigt: Mehr braucht es auch nicht (dort heisst es: Olivenöl, Tomaten, Zucker, Knoblauch, Basilikumblätter).

Die Italiener lassen sie auch länger kochen, zwei Stunden anstelle der 20 Minuten gemäss dem Berner Buch, in dem noch eine Variante angefügt ist, mit Mehl und Speckwürfeli. Braucht es eigentlich nicht. Hauptsache, man kocht auf Vorrat, füllt diese Kostbarkeit in Gläser und hortet sie im Keller für kältere Tage. Oder isst sie sofort auf, denn: Erträgt man noch eine weitere Grillade? Mit einem weiteren Pastasalat von Jamie Oliver? Nein. Spaghetti napoli müssen her. Jetzt. Oder nie.

Cartoon: Max Spring

In der Serie «Berner Köchinnen» arbeiten wir uns durch das gesamte «Berner Kochbuch» (Ausgabe 1996).

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