Anstatt Ostern Thai-Neujahr feiern

Wer jetzt schon genug von Ostern hat, kann mit der Thai-Community morgen «Songkran» feiern, das thailändische Neujahr. «Auch wir haben Ostereier, aber auf unserem Buffet gibt es zehn Menüs und viele Vorspeisen», sagt die 53-jährige Oy Straub, Köchin im Plattform an der Berner Front.

Die Plattform ist das Multi-Kitchen-Lokal im 1. Stock, das sich über drei Restaurants erstreckt und 2012 – nach der Schliessung der Markthalle – eröffnet wurde. Hier gibt es 280 Plätze, 30 davon werden für «Songkran» weggeräumt und in ein Buffet umgebaut.

Oy Straub heisst eigentlich Dang Thakasem und ist in Bangkok geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. Mit 9 Jahren arbeitete sie im Restaurant ihrer Tante mit, die ihr das Kochen beibrachte. Mit 25 eröffnete sie ihr eigenes Lokal mit 50 Plätzen und nach 5 Jahren zog sie mit ihrem damaligen Freund nach Chiang Mai, wo beide ein Hotel mit 45 Zimmern und ein Restaurant führten. Dazu kamen im Laufe der Zeit zwei weitere Lokale. Nach einigen Jahren verkaufte sie ihren Anteil und zog nach Phuket, im Süden Thailands. Dort hatte sie wieder Erfolg: Zwei Restaurants, eine Disco und ein Café nannte sie ihr eigen.

Vor 22 Jahren verliebte Straub sich in einen Schweizer und wohnt seither in Bern. Die Plattform ist nicht ihr erster Arbeitgeber, lange kochte sie im Schloss Bümpliz. Danach führte sie in diversen Berner Restaurants Thaiwochen durch, bis sie vor 4 Jahren im Plattform fest angestellt wurde. Ihre Küche ist eine Mischung aus Menüs aus Bangkok und dem Norden Thailands. «Die Gerichte aus dem Süden sind so scharf, dass die meisten Berner sie nicht essen könnten», sagt sie. Rund 200 Gerichte befinden sich in ihrem Repertoire, und sie kocht authentisch: «Viele Köche, die hier Thai kochen, nehmen einfach Schweizer Auberginen. Das kommt bei mir nicht in die Pfanne, sondern nur thailändische Auberginen. Ich koche original», erzählt sie überzeugt.

Original soll auch die Dekoration während des «Songkran» sein, aus Kürbissen geschnitzte Schwäne oder Wassermelonen in der Form von gigantischen Blumen. Ihre Bekannten in der Thai-Community hat sie angestiftet, dass sie traditionelle Kostüme tragen werden. Und auch die Wasserspiele will sie machen, die in Thailand auf allen Strassen durchgeführt werden. Mit Wasserpistolen und Kübeln spritzen sich die Thailänder gegenseitig mit Wasser an, bis alle pflotschnass sind. «In der Plattform machen wir das nur ein bisschen, sonst stört es beim Essen», sagt sie und lacht.

«Songkran»: Freitag, 14. April, ab 17.30, Plattform, Bärenplatz. Buffet à discretion für 38 Franken.

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