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Schüpfheim ist die Diabetes-Hochburg der Schweiz

Von DB, 6. März 2016 52 Kommentare »
Wissenschaftler brechen erstmals die Todesrisiken bis auf Gemeinde­ebene herunter. Die Deutschschweiz ist überzuckert und Welsche sterben häufiger an Alkohol.

Von Dominik Balmer (Text) und Marco Büsch (interaktive Karten), «SonntagsZeitung»

Rippli und Speck, Salzkartoffeln und Sauerkraut. Dazu Suppe oder Menü 1 gab es diesen Freitag im Gasthof Kreuz im luzernischen Schüpfheim für 16 Franken. «Den Handwerkern muss ich doch ­etwas Zünftiges auftischen, die brauchen Kraft zum Arbeiten», sagt Rolf Kaufmann, der Wirt. Vor ihm im Topf schwimmen 20 Kilogramm Fleisch im Wasser, Dampf steigt an die Decke, Kaufmann lupft ein Stück Rippli auf das Schneidbrett. «Für die mit etwas weniger Hunger gibt es Forellenfilets.»

In Schüpfheim im Entlebuch ist das gastronomische Angebot gross. Heisse Wädli, Thai-Buffet à discrétion, Biosphären-Käseschnitte oder Lammrückenfilet an Baileys-Kräutersauce mit Pommesfrites und Gemüsegarnitur. Es hat etwas für jeden Geschmack.

Doch eine neue, vom Schweizerischen Nationalfonds finanzierte Studie zeigt, dass es sich im Schüpfheim auch besonders ungesund lebt. Wissenschaftler des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts in Basel haben herausgefunden, dass in Schüpfheim Todesfälle als Folge von Diabetes um 130 Prozent über dem Schweizer Durchschnitt liegen – es gibt also mehr als doppelt so viele Fälle. Dies ist einsamer Spitzenwert. Und als hauptsäch­liche Risikofaktoren für Diabetes des sogenannten Typs 2 gelten Übergewicht und Fettleibigkeit.

Laut Professor Christoph Henzen, Diabetes-Spezialist und Chefarzt am Kantonsspital Luzern, erhöht auch der Verzehr von tierischen Fetten das Diabetes-Risiko.

 

Rufen Sie hier die Vollbildversion der Karte auf.

Die Karten zeigen die Abweichung der Todesfälle für eine bestimmte Krankheit in einer Gemeinde – in Relation zu den Todesfällen auf gesamtschweizerischer Ebene. Als Referenzgrösse dient der Schweizer Schnitt mit einem Wert von 1. Wenn eine Gemeinde beim Mortalitätsquotienten über dem Schweizer Schnitt liegt, erscheint sie rot eingefärbt; wenn sie unter dem Schweizer Schnitt liegt, ist sie blau eingefärbt. Hat eine Gemeinde bei Diabetes einen Wert von 1,5, ist die Abweichung der Todesfälle um 50 Prozent höher – gemessen am Schweizer Durchschnitt. Die Werte in den Karten sind geglättet, um grosse Abweichungen in Gemeinden mit wenig Einwohnern zu eliminieren. Zudem sind die Zahlen an die unterschiedliche Verteilung der Altersgruppen und Geschlechter angepasst. Die Wissenschaftler haben die Studie mit Hilfe der Todesursachenstatistik des Bundesamts für Statistik erstellt. Die Zahlen sind nicht öffentlich zugänglich.

Die Basler Wissenschaftler um Studienleiterin Penelope Vounatsou haben in ihrer Studie 60’000 Todesfälle aus den Jahren 2008 bis 2012 analysiert. Erstmals überhaupt wurden in der Schweiz die Todesrisiken bis auf Gemeinde­ebene heruntergebrochen. Das ­Resultat ist ein alters- und geschlechterstandardisierter Mortalitätsatlas, der nun regelmässig mit den neuen Zahlen des Bundesamts für Statistik aktualisiert werden soll.

Erhöhte Diabetes-Risiken haben nebst dem Luzerner Entlebuch auch das Berner Oberland, das ­Emmental sowie weite Teile der Ostschweiz. Sehr hoch ist das ­Risiko auch in den Gemeinden Oensingen SO und Rüthi SG. Die Forscher haben 1331 Todesfälle untersucht, denen eine Diabetes-Erkrankung zugrunde lag.

Die geografische Verteilung der Diabetes-Risiken über die Schweiz deckt sich zum grossen Teil mit denjenigen Gebieten, in denen der Hang zum Übergewicht grösser ist. So leben laut Professor Henzen in der Romandie weniger übergewichtige Menschen, während es in den Diabetesrisiko-Regionen tendenziell mehr sind. Henzen sagt denn auch: «Es ist eine insgesamt sehr interessante und willkommene Studie.»

Kein Wunder: denn es gibt immer mehr Fälle von Diabetes in der Schweiz. Mittlerweile leiden fast eine halbe Million Menschen hierzulande an der Stoffwechselkrankheit.

Warum gewisse Regionen besonders betroffen sind, könnte auch mit dem sozio-ökonomischen Status zusammenhängen. Salopp gesagt: Je weniger Geld jemand verdient, desto grösser sind die Gesundheitsrisiken. Im Entlebuch ist der sozio-ökonomische Status besonders tief, und die Lebenserwartung liegt gar mehrere Jahre unter dem Schweizer Durchschnitt. Schüpfheims Sozialvorsteherin Regula Heuberger Häfliger will von solchen Erklärungen nichts wissen, sie sieht auch keinen Handlungsbedarf: «Wir starten keine Gesundheitskampagne.

Ausgerechnet in Schüpfheim, wo die Leute ein so grosses Gesundheitsbewusstsein haben?» Tatsächlich ist das Entlebuch ein Unesco-­Biosphärenreservat, eine ­Region für «nachhaltiges Leben und Wirtschaften». Dazu gibt es im Ort zahlreiche Naturheilkundepraxen oder Angebote für Kinesiologie. Nur die Ernährungsberaterin bietet schon seit längerem keine Beratung mehr an.

«Wir leben hier sehr gesund. Diese Studie überrascht mich schon sehr», sagt auch Guido Schumacher, der Geschäftsführer des Regionalen Wohn- und Pflegezentrums. Doch die Dorfärzte, die über allfällige Diabetes-Erkrankungen Bescheid wissen müssten, lassen ausrichten, sie hätten keine Zeit für Auskünfte.

Der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall hingegen weist darauf hin, dass Leute auf dem Land tendenziell weniger oft zum Arzt gehen als Städter. «Das kann mit dazu führen, dass auf dem Land Diabetes später diagnostiziert wird. Beginnt der Arzt dann mit der Behandlung, ist die Krankheit schon weiter fortgeschritten, was natürlich auch ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und letztlich Todesfälle in sich birgt.»

Bei Diabetes fällt dieser Unterschied laut Harstall besonders ins Gewicht. «Die Krankheit ist sehr perfid. Sie greift unter anderem das Immunsystem an, sodass ­Betroffene beispielsweise eine Infektion am Fuss lange nicht bemerken und erst einen Arzt konsultieren, wenn bereits Komplikationen oder irreversible Schäden vorliegen.»

Der Schüpfheimer Wirt Kaufmann führt das Kreuz seit 25 Jahren, in dritter Generation bereits. In der Küche stapelt er die Specktranchen, der Speckmantel für die Bohnen. «Wir schauen immer, dass Gesundes auf die Tageskarte kommt», sagt er. Ein Vegi-Menü ist auch immer dabei. «Aber wegen dieser Studie stellt ich jetzt sicher nicht die Karte auf den Kopf.»

 

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Welsche sterben häufiger an Alkohol

In den Weinregionen im Wallis, am Genfersee und im Tessin wird der Traubensaft nicht nur produziert und verkauft, sondern gerne auch getrunken. Die Zahl der Todesfälle durch Leberschäden wie Zirrhose ist dort auffällig hoch. Auch das zeigt die des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts in Basel.

Insgesamt haben die Wissenschaftler um Studienleiterin Penelope Vounatsou fast 700 Leberschäden-Todesfälle von 2008 bis 2012 untersucht. «Wegen tiefer Fallzahlen ist es schwierig, gesicherte Aussagen zu machen», sagt sie. Doch der Trend, dass es in der Westschweiz mehr Tote wegen Leberschäden gebe als in der Deutschschweiz, sei zweifelsfrei belegt.

Der Leberschaden-Röstigraben überrascht denn auch die Fachleute nicht. «Das Phänomen hängt klar mit dem höheren Alkoholkonsum in der Westschweiz zusammen», sagt Gerhard Gmel, der am Universitätsspital Lausanne zum Alkoholkonsum forscht.

«Wir wissen, dass praktisch alle Leberschäden durch Alkohol bedingt sind.» Bestimmte Formen von Hepatitis könnten zwar auch zu Leberschäden führen – dies würde aber die Verteilung nach Sprachregionen nicht erklären, sagt Professor Beat Müllhaupt, Leberspezialist am Universitätsspital Zürich, hält fest, dass auch die unterschiedliche Erfassung der Todesfälle die Unterschiede zwischen den Sprachregionen erklären könnte.

Das würde heissen: Die Ärzte in der Westschweiz und im Tessin geben auf dem Totenschein als Ursache schlicht öfter Leberschäden an als ihre Kollegen in der Deutschschweiz. Doch auch Müllhaupt ist überzeugt, dass die Leberschaden-Karte primär das Trinkverhalten abbildet.

Laut dem aktuellen Suchtmonitoring des Bundesamts für Gesundheit trinken fast 18 Prozent aller Tessiner mindestens täglich Alkohol; in der Westschweiz sind es immerhin noch fast 15 Prozent – und in der Deutschschweiz trinken nur gerade 8 Prozent mindestens täglich Alkohol.

Allerdings leben die grössten Trinker nicht nur in der Romandie. Denn gemäss dem Mortalitätsatlas hat Basel die absolut höchsten Werte bei den Leberschäden. Unter den Gemeinden mit den grössten Werten befindet sich auch Zürich.

52 Kommentare zu “Schüpfheim ist die Diabetes-Hochburg der Schweiz”

  1. beat lauper sagt:

    Herrjemine, sterben müssen wir und tun wir alle, zum Glück. Obs jetzt Diabetes sind oder die Leber. Weiss nicht welches schmerzhafter ist, das wäre noch gut zu wissen. Aber wer weiss, vielleicht können wir dank statistischer Schulung und vertiefter Kenntnis lebensverlängernder Massnahmen, unsere CO2 produzierende Präsenz auf diesem Planeten noch um ein paar Jährchen ausdehnen und dem Zalando Glück noch näher kommen.

  2. Stalder Julius sagt:

    Ich hab vor ein par Monaten die Möglichkeit kennen gelernt Diabetes ade.
    Dadurch Gesünder Länger Leben in jedem Alter so auch die Freiheit das grösste Gut der Gesundheit ist.

  3. B. Altermatt sagt:

    Diese Mortalitätskarten auf Gemeindeebene sollen ERSTMALS aufgelegt worden sein?? Das gab’s doch schon seit Jahrzehnten!? Und zwar im “Strukturatlas der Schweiz” (1997, NZZ Verlag; Vorläuferversion 1985, Ex Libris Verlag), im “Statistischen Jahrbuch der Schweiz” (jährlich, BFS), im “Interaktiven Statistischen Atlas der Schweiz” (online, BFS)…

  4. Bernhard Estermann sagt:

    Die Schlussfolgerungen, welche im Rahmen der vom Nationalfond unterstützten Public Health Studie gezogen werden, sind nicht nur falsch, sie stellen gewisse Bevölkerungen aufgrund wissenschaftlich unkorrekter Vorgehensweise in ein völlig falsches Licht. Aufgrund von Mortalitätsstatistiken, deren Interpretation mit derart grossen Fehlerquoten behaftet ist, dürfen niemals derartige Schlüsse gezogen werden. Ich mache diese Aussage gestützt auf persönliches Ausfüllen besagter Mortalitätsstatistiken in hausärztlicher Funktion seit 28 Jahren und spezifisch intensiver Diabetikerbetreuung mit Equam Zertifizierung. Dr. med. Bernhard Estermann Malters

    • Ben Palmer sagt:

      Lebererkrankungen machen gerade 1% aller Todesfälle in der Schweiz aus, Diabetes weniger als 2%. Die Wahrscheinlichkeit an einer Kreislauf- oder Krebserkrankung zu sterben beträgt 63%.
      Man könnte aufgrund der Interpretation der Studie eigentlich zum Schluss kommen, dass man sich dem Todesrisiko durch Umzug in eine andere Gemeinde entziehen kann.

      Die Sterblichkeitsrate für alle Ursachen liegt am Genfersee gemessen an der Gesamtschweiz am weitaus niedrigsten, trotz oder wegen des Alkohols (Alkohol soll angeblich das Risiko für Kreislauferkrankungen mindern)? Die Behauptung, dass in dieser Gegend mehr Alkohol getrunken wird, wird übrigens von der Studie nicht belegt.

    • Jürg Meier sagt:

      Ihr Kommentar zeigt leider, dass Sie sich nicht mit der Methodologie beschäftigt haben. Ärzte sind nun mal keine Wissenschaftler. Offensichtlich können sie nicht einmal Todesfälle grob korrekt melden.

    • Gerig sagt:

      Man lese die im Jahre 2001 durchgeführte Studie von Eric Ossiander und Samuel Milham (https://www.google.ch/#q=www.nexus+magazin+erh%C3%B6hte+mortalit%C3%A4t), um zu erfahren, wo die Hauptursache für den Anstieg von Diabetes, Krebs, Suizid und Herz-, Kreislauferkrankungen liegt. Die Behörden haben sich nie darum gekümmert. Wer akribisch das Gesundheitswesen beobachtet, wird den beiden Herren recht geben müssen.

    • Heinz Paulsson sagt:

      Ich glaube, die Einschätzung von Bernhard Estermann trifft mindestens teilweise zu.
      Wenn ich andere Karten des Atlas ansehe, vermute ich, dass kantonale und sprachregionale Gepflogenheiten der Beurteilung von Todesursachen gegenüber den tatsächlichen Ursachen dominieren. Siehe z.B. Alzheimer auf Fig. 5 in http://www.smw.ch/content/smw-2016-14280/
      Ich glaube nicht, dass Alzheimer in der deutschsprachigen Schweiz tatsächlich deutlich seltener ist, als in den französisch- bzw. italienischsprachigen Regionen.
      Es drängt sich die Frage auf, welche Organisation dafür sorgen kann und soll, dass Ärzte Todesfällmeldungen so ausfüllen, dass die darauf basierenden Auswertungen aussagekräftiger…

    • Ralf Schrader sagt:

      1. Kann man von der Mortalität nicht auf die Morbidität zurück schliessen. Je höher die Lebenserwartung, je zufälliger ist die Todesursache. Man stirbt mit nicht nur einer Krankheit, welche dann tatsächlich zum Tod führte, bleibt meist offen. Siehe Pkt. 2

      2. Kann man nur die Todesursachen analysieren, welche durch Obduktion gesichert sind. Die ärztliche Leichenschau ist ein Glücksspiel, bei dem z.B. die Hälfte aller Morde übersehen werden.

  5. Lucas Cannolari sagt:

    Ernsthaft: Die Story mit Schüpfheim ist zwar lustig und nett mit Stereotypen konstruiert. Mit Statistik und Datenanalyse hast dieser Artikel aber rein gar nichts zu tun! Die Autoren sollten bitte unbedingt erklären, wie sie 700 Fälle auf 2300 Gemeinden runterbrechen! Nur weil in einer Datenbank sowohl Todesursache wie auch Wohnort erfasst sind, bedeutet dass noch längst nicht, dass man die Todesfälle auch sinnvoll bis auf Stufe Gemeinde runterbrechen kann. Eine Korrektur und ein Hinweis wäre mehr als angebracht. Die Autoren sollten zumindest angeben, wieviele Diabetes-Todesfälle es in Schüfheim im Untersuchungszeitraum gab.

    • Heinz Paulsson sagt:

      Laut http://www.smw.ch/content/smw-2016-14280/ sind von 2008 bis 2012 pro Jahr 1331 Personen an Diabetes gestorben. Macht über die 5 untersuchten Jahre immerhin 6655 Todesfälle. Auch bei 6655 Fällen dürften zufällige Effekte wirken, wenn man die Daten auf 2300 Gemeinden verteilt.
      Eine echte journalistische Leistung wäre, die Passage: “In order to highlight the spatial pattern of the different causes of death, we smoothed the observed SMR by borrowing strength across neighbouring municipalities….” aus der Publikation für Tagesanzeiger Lesende verständlich zu erklären.

  6. T. Bachmann sagt:

    Sehr interessant, vielen Dank!

  7. Lucas Cannolari sagt:

    Es wäre spannend die Originalstudie und deren Interpretation zu sehen. In der Schweiz gibt es knapp 2400 Gemeinden. Hier wurden nun 1300 Todesfälle aufgrund von Diabetes und 700 aufgrund von Lebererkrankungen untersucht. Ausser für sehr einwohnerstarke Gemeinden ist diese Aufschlüsselung nach Gemeinde völlig bedeutungslos. Bei diesen Fallzahlen gab es in Kleingemeinden im untersuchten Zeitraum ja nicht mal einen einzigen Fall! Schüpfheim ist mit ca. 4000 Einwohnern ebenfalls eher klein. Es reicht bei den tiefen Fallzahlen locker dass im untersuchten Zeitraum ein einziger zusätzlicher Diabetesfall auftrat. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der SNF diese Studie so finanziert hatte.

    • Hans sagt:

      So klein muss die Gemeinde nicht mal sein. Bei einer Gemeinde mit 3000 Einwohnern erwartet man zwar im Schnitt einen Fall, aber in gut einem Drittel der 3000-Einwohner-Gemeinden würde man auch zufällig keinen Fall erwarten.
      Für so winzige Fallzahlen gelang es den Verfassern der Studie in ganz erstaunlicher Weise ein farblich recht kontinuierliches Bild zu zeichnen. Ich hätte da, allein schon aufgrund der geringen Fallzahlen, ein wildes Durcheinander von roten und blauen Gemeinden erwartet. Es ist offensichtlich, dass die Verfasser da irgendwelche Tricks gebraucht haben, die zumindest in diesem Zeitungsartikel nicht deklariert sind.

  8. Hans Knecht sagt:

    Eine faszinierende Karte die aufzeigt, dass die geknechteten Nord- und Zentralschweizer versuchen ihren Frust und Kummer zu versüssen. Oder wie lässt es sich sonste erklären, dass die betuchteren Regionen bessere Zahlen haben?

    • alice.gurini sagt:

      Glaube nicht an diese Studie?ganz einfach es gibt Länder wo viel Fisch gegessen wird und Diab. sehr Hoch ist! ! und das kann gerade so gut übers Wasser verteilt werden !das sagte mal ein Professor an der Uni !man kann Krankheiten nicht Filtern !genau so wenig wie das Essen dass 2-40- Prozent Zucker enthält ! ja da müsst Ihr weiter Forschen denn mein Bruder hat es sehr stark und hat nie Fleisch nicht mal ein Ei gegessen in seinem Leben !!

  9. Veronika sagt:

    Hat man bei dieser Statistik berücksichtigt, dass in Schüpfheim ein grosses Alters- und Pflegeheim liegt?

    • Martin Cesna sagt:

      Die dort Sterbenden werden ihren Herkunftsgemeinden zugeordnet, wo sie vorher “wohnhaft” waren und die wohl oft deren Aufenthalt im Altersheim mitbezahlen durften.
      Ansonsten wäre das Altersheim ja für Schüpfheim ein finanzieller Moloch! Sowas würde man sofort schliessen sonst!

      • Ben Palmer sagt:

        “Die dort Sterbenden werden ihren Herkunftsgemeinden ” Und bei den vielen Deutschschweizern, die in Genf und im Tessin leben, werden diese auch ihren Herkunftsgemeinden zugeordnet?

  10. Bernhard Estermann sagt:

    Die Mortalitätsstatistik und das Herunterbrechen der Zahlen auf Gemeindeebene ist korrekt. Die Interpretation der Zahlen ist wie in sehr vielen Public Health Studien sehr problematisch, zuweilen völlig falsch. Dass vom Berner Oberland bis zum Jura, und von Schaffhausen bis ins Engadin (zwei Längsstreifen durch die Schweiz) angeblich mehr Leute an Diabetes sterben, als beispielsweise in der Westschweiz/Tessin/ZH, hängt primär davon ab, wie die Aerzte, welche die Todesbescheinigung ausfüllen, die jeweilige Krankheits- respektive Sterbesituation beurteilen und entsprechend das Mortalitätsstatistikformular ausfüllen. Dabei ist die Fehlerquote zu hoch. Alle Schlussfolgerungen sind falsch!

  11. Pesche Müller sagt:

    Wir wissen, dass das Leben lebensgefährlich ist (Erich Kästner). Wir wissen, dass zuviel Zucker Fett Alkohol Rauchen etc. und zuwenig Bewegung krank machen können. Ich frage mich, weshalb viele Mediziner ihre wertvolle Patientenzeit damit vertrödeln, immer wieder das gleiche zu “erforschen”. Es gibt deswegen nicht weniger Kranke. Dank Registeritis und teurer Informatik kann man heute sinnvolles mit sinnlosem miteinander verknüpfen und die Bevölkerung täglich mit hahnebüchenen Erkenntnissen überfluten. Das ist wenig wissenschaftlich, dafür teuer. Der Nutzen solcher Evidenzen bleibt fragwürdig, weil die Untersuchungen kleinräumige Momentaufnahmen sind und dem kranken Individuum nicht helfen.

    • Gion sagt:

      Falsch.
      Wir glauben zu wissen, aber erst durch die Datenaufnahme wird es zu wirklichem “Wissen”. Darum ist das äusserst wissenschaftlich und führt dazu, dass Massnahmen gegen ein Problem gezielt statt einfach flächendeckent ergriffen werden können.

      • Pesche Müller sagt:

        Falsch. Mediziner sind oft hilflos und haben Mühe zu begreifen, dass ihre Medizin keine exakte Wissenschaft ist. Ich bin nicht der einzige der sich die Frage stellt, ob es überhaupt eine Wissenschaft ist. Fakt ist: Medizin ist oft immer noch terra incognita. Klar ist man neugierig, wenn man eigentlich akademisch kaum eine Ahnung hat. Diogenes meinte: “Ich weiss, dass ich nichts weiss”. Weisskittel haben offenbar die alten Griechen nicht gelesen. Egal. Mit IT Big Data Statistik Ansätzen wird eine “Wahrheit” hervorgezaubert die nur wissenschaftlicher Joke oder gar Blödsinn ist und oftmals pure Anmassung, Weisskittelsyndrom eben.

  12. Räber sagt:

    Mich würde so eine Karte bezüglich der Suizide in der CH interessieren: Aufgeschlüsselt nicht nur nach Alter und Geschlecht, sondern endlich auch mal die “sozialen” Faktoren miteinbeziehen: Ausgesteuerte, IV-Bezüger, systematisch Ausgegrenzte, (und dadurch Vereinsamte..), von der Staatspsychiatrie gebrochene und stigmatisierte Individuen und von Behörden ( z.B. RAV, KESB, IV, Soz.-Aemtern) kaputt-schikanierte Menschen, Armutsbetroffene(hier zwingend Aufschlüsselung nach Nationalität: mit/ ohne Migrationshintergrund..) Alles in Allem wohl sehr unbequeme Tatsachen, die hier in der CH wohl lieber unter den Teppich gekehrt und verschwiegen werden..

    • Rainer Merlin sagt:

      Ja, Mister Räber, das würde auch mich sehr alten Mann interessieren: die Auswirkungen der Schikanierereien unserer kleinen Könige auf den Ämtern, die im Schatten von selbstverliebten Politikern gut und ungehindert zu agieren vermögen.

    • Schmid,L. sagt:

      Das sehe ich auch so Herr Räber..

  13. Hofstetter Josef sagt:

    Warum werden gerade in Schüpfheim die Menschen älter. Alle meine Grosseltern sind zwischen 90 und 98 Jahren gestorben.
    Die meisten, ich hatte viele l Onkel und Tanten, sind auch fast alle über 90 Jahre alt geworden. Eine Onkel hätte sogar 100 Jahre erreicht, wenn er nicht von einem rückwärtssfahrenden Auto angefahren worden wäre. Was hat man früher gegessen, vorwiegend Schweinefleisch (nicht mageres) und dazu guten Kaffee Schnaps. Solche Aussagen, von sogenannten Fachleuten sind unhaltbar und entbehren einer genauen Analyse, wer wo an was gestorben ist und welches die Hintergründe sind.

  14. H. Hoch sagt:

    Interessant ist, dass in der Gemeinde Samnaun die Mortalitätsrate wegen Lebererkrankungen tiefer ist als im Rest der CH, obwohl dort doch Zollfrei (also viel günstiger) eingekauft werden kann…
    Fazit Alkohol-Preise senken!

  15. Heinz Walser sagt:

    Auffällig ist, dass im Welschland und Tessin viel weniger Diabetiker leben. Da wird doch zum Essen regelmässiger Wein getrunken… meine ich wenigstens, ohne es wirklich zu wissen. Es wäre interessant zu wissen, worin sich deren Küche von unserer unterscheidet. Dafür stht es dort mit den Leberwerten schlechter. Ist das vielleicht die Auswirkung vom Alkohol?

    • Heinz Walser sagt:

      Sorry, hab meinen Beitrag vor dem Lesen nur nach der Betrachtung der Tabellen gechrieben. Die Antworten stehen ja im Text. Ich bitte deshalb darum, ihn zu löschen.

  16. Stefan Leu sagt:

    Beim Alkohol scheint die Sache ja klar zu sein, bei Diabetes eher viel weniger. Die Forscher täten gut daran, genetische Unterschiede nicht ausser acht zu lassen. Insbesondere ländliche, eher abgelegene Gebiete waren und sind auch heute noch recht homogen in Sachen Bevölkerung, die gleichen Familien leben dort schon tausend Jahre oder mehr, und signifikante Unterschiede in der genetischen Anfälligkeit gegen verschiedenste Krankheiten oder Übergewicht können da nicht ausgeschlossen werden. Da lässt man sich durch solche rein statistische Erhebungen allzuoft zu Fehlinterpretationen hinreissen..

  17. Dieter Neth sagt:

    Es fällt auf, dass die grossn Städte wie Basel und Zürich zwar weniger Diabetes, dafür umso mehr Leberprobleme haben. Wird da etwa die Bernerplatte mit einer Beizentour kompensiert? Zusätzlich fällt eines auf: Trimbach und Olten sind komplett aneinandergebaut. Aber in Olten gibt es viel weniger Diabetestote, dafür umso mehr Lebererkrankungen. Die Lebensumstände sind aber total gleich. Diese Unterschiede dürften somit eine vergangene Wirklichkeit abbilden, als man noch mehr für sich blieb. Es sind ja die Alten, die an diesen Krankheiten sterben. In der Zukunft dürften sich diese Unterschiede verwischen, man bleibt nicht mehr lebenslang in seinem Dorf.

  18. Hoss Peter sagt:

    Guten Anfang einer Diskussion. Wieso gibt es nicht viel mehr solche Studien und Veröffentlichungen? Wir werden gezwungen monatlich Krankenkassenprämien zu bezahlen. Und: Diabetes gilt als therapierbar, aber nicht heilbar. Super Geschäft.

  19. Methodische Klärung tut not sagt:

    Hm…rund 1300 Todesfälle aufgrund von Diabetes untersucht? Und es gibt rund 2500 Gemeinden in der Schweiz? Wie wurde mit dieser Datenlage ein statistisch sauberes herunterbrechen auf Gemeindeebene möglich ohne Signifikanz-Kriterien zu verletzen? Zudem 1300 Fälle auf 5 Jahre verteilt…? In der der gibt es gemäß bfs ca 1300 Diabetes-Todesfälle pro Jahr (standardisiert). Der Anteil an allen Todesursachen beträgt somit rund 2 Prozent. Das heißt im Durchschnitt sind 2 von 100 Todesfälle auf Diabetes zurückzuführen. Nur schon der Anteil Todesursachen durch Unfälle und Gewalt ist rund doppelt so hoch..Würde für schüpfheim bedeuten: etwas mehr…

  20. Ralf Schrader sagt:

    Statistik beruht auf dem Gesetz der grossen Zahlen. Man kann Sterberisiken weder auf Gemeinden, noch auf Kantone herunterbrechen. Für viele Krankheiten ist selbst die ganze Schweiz zu klein, um Mortalitäts- oder Morbiditätsrisiken zu schätzen.

    • Ben Palmer sagt:

      Die Zahlen sind zwar interessant, daraus aber Schlüsse auf eventuelle Ursachen zu ziehen, ist bei solch kleinen Zahlen reine Spekulation. Mögliche andere Ursachen wurden gar völlig bei Seite gelassen: Zu- und Abwanderung, Verweildauer, Herkunft der Bewohner (z.B in Genf sehr international).

  21. Adrian sagt:

    Ich bin selber Typ 1 Diabetiker und forsche seit meinem 15.Lebensjahr an dieser folge eines Stoffwechselfehlers und ich glaube nicht dass der Diabetes aleine für diese Todesfälle zuständig ist. Diese Studie ist in meinen Augen zu übertrieben und nach meinenr Forschung sind da noch viele andere Faktoren auch noch verantwortlich, welche hier leider nicht erwähnt werden. Schaade dass nicht mehr sorgfalt betrieben wird, bevor solche Studien veröffentlicht werden. Panik verbreiten im in der Bevölkerung ist auch keine Lösung. Prävention und eine solide Aufklärung, das sollten die Ziele der Wissenschaft sein und nicht Polemik.

    • I. Bissig sagt:

      Wenn Sie sich (als Typ 1 Diabetiker!) wirklich mit Diabetes als Folge der Ernährung (Typ 2) auseinandergesetzt hätten, würden Sie nicht so einen Quark verzapfen.
      ++ Schaade dass nicht mehr sorgfalt betrieben wird, bevor solche Studien veröffentlicht werden.++
      Ja, das ist wirklich schade, auch bei solchen Kommentaren…..

      • Martin Cesna sagt:

        Diabetes Typ I kann neben genetisch auch wohl autoimmun oder viral, meist nach einer Virusinfektion, ausgelöst werden.
        Der Typ II hat auch eine genetische Komponente, aber korrelliert mehr mit Übergewicht.
        Typ-I-Diabetiker sind oft schlank.

    • Jan Holler sagt:

      Die Studie bestätigt, was die Wissenschaft seit längerem behauptet: Diabetes korreliert mit Übergewicht und Leberschäden mit Alkoholkonsum. Wenn Sie andere Ursachen (Faktoren) aufzählen können, die damit korrelieren, dann nennen Sie sie doch. Sie können aber davon ausgehen, dass in einer solchen Studie auch andere Gründe für Diabetes und Leberschäden aufgeführt sind. Diese werden aber wohl keine Erklärung für die beobachteten Häufigkeiten je nach Gemeinde oder Region liefern können.

  22. Graf Roland sagt:

    Ok, ich habe eben festgestellt, dass in der Publikation die Krebsdaten enthalten sind. Es wäre sehr nützlich, wenn diese auch so wie für Diabetes und Leberschäden aufbereitet würden. Leberschäden nur auf Alkoholkonsum zurückzuführen, ist etwas gewagt. Es dürfte Berufsgruppen geben, bei denen diese Krankheit häufiger vorkommt. Das könnte z.B. bei Basel und Visp der Fall sein.

    • I. Bissig sagt:

      Berufsgruppen ist gut. Vielleicht überlegen Sie sich auch mal wo wohl die meisten Drögeler und Männer, die Sex mit Männern haben, wohnen und wie Hepatitis, die zu Leberkrebs führen kann, übertragen wird? Die roten Flecken in Zürich, Basel und Bern lassen sich damit gut erklären.
      Die SUVA hat übrigens jedes Interesse Berufskrankheiten zu verhindern. Das geht denen ans Geld…

    • Mariannne Briner sagt:

      Hervorragende Idee! Möchte ich auch schon lange wissen. Allerdings fallen hierbei auch Umweltbelastungen ins Gewicht, z.B. Flugschneisen, bei denen Kerosin abgelassen wird, oder Ölraffinerien etc.

  23. roland erichsen sagt:

    der mensch hat noch nie ein solch grosses wissen über die gesundheit gehabt wie heute, waren aber noch nie so krank wie heute! gewiss ist auch ganz stark die pharmaindustrie daran beteiligt, vor allem mit all den nebenwirkungen noch dazu.

    • Jörg Mäder sagt:

      Lieber Herr Erichsen, die Lebenserwartung war noch nie so gross wie heute. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Krankheiten nicht mehr (so schnell) zum Tod führen. Klar ist es nicht schön mit einer Krankheit zu leben, aber immer noch besser als tot zu sein. Und wer das für seine persönliche Situation anders sieht, für den gibt es den begleiteten Freitod. Ich als Asthmatikern bin der Medizin dankbar für die Medikamente und sehe keine Verschwörungstheorie bei der Pharmaindustrie.

    • Robbie sagt:

      Noch nie so krank wie heute? Bitte korrigieren Sie doch Ihr Weltbild mit etwas Schulungsmaterial aus einer beliebigen früheren Epochen der Menschheit.

    • H. Hoch sagt:

      Herr Erichsen
      Die Menschheit war noch nie so gesund wie heutzutage. Ansonsten würde die Lebenserwartung nicht ständig steigen (Pharma sei dank). Sie meinen wohl eher, dass wir uns krank fühlen, was eher dem Fitness- und Gesundheitswahn der heutigen Gesellschaft zu verdanken ist.
      MFG H. Hoch

    • Juno Bergmann sagt:

      Das ist doch Quatsch. Die Lebenserwartung in Europa war seit Jahrtausenden noch nie so hoch und vermutlich gab es noch nie so eine hohe Heilungsrate bei Krankheiten. Wie kommen Sie nur auf so eine Idee? Nur weil die Leute doppelt so alt werden wie früher und gegen Ende des Lebens kränker werden heisst das nicht, dass die Menschen insgesamt kränker werden!

  24. Gerhard sagt:

    Ach Leute, auch diese Karten und Statistiken werden am selbstschädigenden Verhalten der Leute rein gar nichts ändern. Lasst doch Darwin einfach seine Arbeit tun…

  25. Graf Roland sagt:

    Das ist eine interessante Studie. Sind die Daten auch für die Krebsraten erhoben worden? Vielleicht müsste man da nach Altersgruppen differenzieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es da regional auch grosse Unterschiede gibt. Es wäre notwendig nach den Ursachen zu forschen.

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