Der Zauber von Jane Fonda

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Wir beschäftigen uns in dieser Rubrik ja gelegentlich mit den Ungleichzeitigkeiten der Spätmoderne, meine Damen und Herren, und auf dem Bild oben sehen Sie wieder so einen Stachel aus der Zeit. Der Ausdruck «Hi-Fi» – was war das schon wieder? Und daneben diese Aerobic-Frau. So aus den Achtzigerjahren. Natürlich denkt man sofort an Jane Fonda. Jane Fonda ist 77 und sieht super aus. Über den Körper werden bekanntlich nicht nur soziale Differenzen kommuniziert, oder erotische Signale, Zugehörigkeiten und Vorlieben. Sondern auch individuelle Werthaltungen sind in der Spätmoderne wesentlich über die Formierung des Körpers codiert. Ein nicht geringer Teil der Attraktivität Jane Fondas besteht darin, glaubwürdig zu erklären, dass sie Mode und Schönheit nur in Grenzen interessieren.

Und wissen Sie, was ebenfalls ein Symbol der Ungleichzeitigkeit darstellt? Ein «Sex and the City»-Klingelton fürs Mobiltelefon. Den habe ich neulich bei Starbucks am Zürcher Kreuzplatz gehört. Die letzte Episode von «Sex and the City» lief vor 11 Jahren. Das ist noch nicht lang genug her, um es wieder cool sein zu lassen. Möglicherweise wird das auch nie wieder cool. So wie dieser Tanzstil im Vorspann von «Friends». Wir warten ab. Für mehr Kritik an der spätmodernen Spassgesellschaft schalten Sie übermorn wieder ein. Bis dann.

BlogMag FondaZeitlos attraktiv: Die 77-jährige Jane Fonda. (Keystone/Sebastien Nogier)